Review FUJIFILM X-T5

Die FUJIFILM X-T5 im Praxistest.
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Pixel-Nachschlag!​

Fujifilm X-T5 auf Graffitti-verziertem Betonklotz


Immer mehr Pixel, so heißt die Devise neuerdings auch wieder bei den kleineren Sensorformaten unterhalb des KB-Vollformats! Diesmal möchte ich daher die Nachfolgerin der Fuji X-T4, die Fujifilm X-T5 mit 40 MP Sensorauflösung vorstellen. Da mir das Bedienungskonzept der X-T4 mit den beiden Drehrädern auf der Kameraschulter, welches für DSLM-Kameras eher ungewöhnlich ist (und von Fuji auch schon länger bei den Mittelformatkameras der GFX-Serie verwendet wird) außerordentlich gut gefallen hat, war ich gespannt darauf, ob die Nachfolgerin eine Neuanschaffung rechtfertigen würde.

Die Kamera​

Fujifilm X-T5. Links Vorderansicht, rechts Rückansicht


Die wesentlichen Merkmale der Fujifilm X-T5:
  • 40 MP X-Trans-CMOS 5 HR-APSC-Sensor
  • Prozessor: X Processor 5
  • Dateiformat: Foto: JPEG (Exif Ver. 2.3*2), 14bit RAW (RAF), RAW + JPEG
  • Video: MPEG-4 AVC/H.264 (MOV), HEVC/H265 (MOV) mit Stereoton 24bit / 48KHz,
  • MPEG-4 AVC/H.264 (MP4) (DCF-konform / DPOF-kompatibel)
  • Empfindlichkeit: ISO 125-12800 (Standard-Ausgabeempfindlichkeit, in 1/3 Stufen)
  • AUTO 1/AUTO 2 /AUTO 3 (bis zu ISO 12800)
  • Erweiterbar auf ISO 64, ISO 100, ISO 125, ISO 25600 und ISO 51200
  • Sensor-Bildstabilisierung IBIS, Integrierte 5-Achsen Bildstabilisierung (Sensor Shift)
  • Autofokus: Einzel AF / Kontinuierlicher AF / MF, Intelligenter Hybrid AF (TTL Kontrast AF/TTL Phasen AF), Einzelpunkt AF: EVF/LCD: 13x9/25x17 (die AF-Felder können in verschiedenen Größen eingestellt werden) Zone: 3x3 / 5x5 / 7x7 aus 91 Feldern eines 13x9 Bereiches Weit/Verfolgung: bis zu 18 Felder
  • AF-S: Weit, AF-C: Verfolgung
  • Verschluss: Mechanisch: (P Modus) 4 Sek. bis 1/8000 Sek., (A Modus) 30 Sek. bis 1/8000 Sek., (S/M Modus) 15 Min. bis 1/8000 Sek., (Bulb) max. 60 Min.
  • Elektronisch: (P Modus) 4 Sek. bis 1/32000 Sek., (A Modus) 30 Sek. bis 1/180.000 Sek.
  • (S/M Modus) 15 Min. bis 1/32000 Sek., (Bulb) 1 Sek. fest.
  • OLED-Farbsucher, ca. 3,69 Mio. Pixel, ca. 100% Bildfeld,
  • Serienbildrate: 15fps (mech.); 20fps (ES); Puffer: 119 JPG/19 RAW
  • Klappbares 7,5 cm (3 Zoll) Touchscreen-TFT mit 1,62 Millionen Pixeln
  • Professionelle Videoaufnahme in 6.2K 30p, 4K60p
  • Wi-Fi-Konnektivität und Fernsteuerung per Smartphone
  • Blitzschuh für externen Blitz
Die kompletten technischen Daten findet man hier:

Fujifilm X-T5 Draufsicht


Das Gehäuse der X-T5 ist wieder etwas kleiner ausgefallen, aber die Einstellräder blieben dort, wo sie so praktisch sind – Das ist „Nostalgie“, aber auf höchsten Bedienniveau!

Fuji bleibt auch beim neuen 40 MP Sensor dem Trans-X Prinzip treu!

Links 40 MP X-Trans™ CMOS 5 HR-Sensor, rechts X-Prozessor 5


Die X-T5 verfügt über einen neuen 40 MP X-Trans™ CMOS 5 HR-Sensor, der in Verbindung mit dem ebenfalls neuen X-Prozessor 5 für eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit sorgt.

Exkurs: Das X-Trans-Verfahren​

Die Fujifilm-X-Trans-Sensoren sind zwar auch in CMOS-Technik ausgeführt, unterscheiden sich aber hinsichtlich der Sampling-Methode zur Farberzeugung von klassischen Bildsensoren. Fuji verwendet statt eines Bayer-Filters eine eigene Sampling-Methode, die X-Trans genannt wird. Mit der Einführung des X-Trans-Verfahrens gab es anfänglich Probleme mit RAW-Konvertern von Drittanbietern, da das fujieigene Demosaicing-Verfahren nicht mit den Standardmethoden kompatibel war. Inzwischen ist dieses Problem allerdings kein Thema mehr, und selbst die bekannten Rauschverminderungs-Programme kommen mit X-Trans zurecht.

links Stadarb Bayer-Matrix. Rechts Fuji X-Trans-Matrix


Das Pixelmuster ist deutlich anders als das eines Bayer-Sensors: „Es basiert auf einem 3x3-Punkte-Schema, bei dem der Mittelpunkt und die vier Eckpunkte fest mit der Farbe Grün besetzt sind, die vier freien Punkte an den Flanken sind mit sich jeweils gegenüberliegenden roten bzw. blauen Farbpunkten besetzt. Dieses Grundmuster wird bei jeder Wiederholung um 90 Grad gedreht, so dass das komplette Muster aus jeweils 6x6 Bildpunkten besteht. Mit dieser Pixelanordnung wird die Distanz bis zur Anordnungswiederholung verdreifacht, die Fläche einer Grundzelle ist 9-mal so groß. Die geometrischen Eigenschaften von klassischem Film, bei dem nie eine Wiederholung auftritt und die Farbkörner vollkommen stochastisch verteilt sind, werden allerdings nicht erreicht“. (Wikipedia)

Das hat laut Fuji folgende Vorteile:

  • Der Moiré-Effekt wird minimiert, insbesondere Moiré in einzelnen Farben. Fuji verzichtet deshalb hier auf einen Anti-Aliasing-Filter.
  • In jeder Bildzeile ist jede Farbe vertreten. Damit können rote und blaue Linienpaare besser aufgelöst werden. Grüne Linienpaare oder andere Strukturen bleiben dagegen von der Auflösung unverändert.
  • Die messbare Auflösung wird für einige Farbbereiche verbessert, wodurch sich die Gesamtauflösung ebenfalls verbessert.
  • Die Häufigkeitsverteilung der Farbpunkte beträgt für R/G/B 2:5:2 statt 1:2:1 beim Bayer-Muster. Dies kommt dem Farbsehen des menschlichen Auges näher, bei dem ebenfalls die für die Farbe Grün empfindlichen Sinneszellen deutlich häufiger sind als für die beiden anderen Grundfarben.
Der Verschluss
Der Schlitzverschluss-Mechanismus der X-T5 wird von einem kernlosen Gleichstrommotor angetrieben, der schnelle Serien mit 15 Bildern pro Sekunde erlaubt. Der Verschluss arbeitet 30 Prozent leiser und ist auf 300.000 Auslösungen ausgelegt, doppelt so viele wie beim Vorgängermodell. Bei der Serienaufnahme im Live-View beträgt der Blackout nur noch 75 Millisekunden und die Auslösegeschwindigkeit liegt bei praktisch verzögerungsfreien 0,035 Sekunden. Mit elektronischem Verschluss können Serien mit bis zu 20 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. In Kombination mit dem weiterentwickelten AF-System ermöglicht der neue Verschlussmechanismus gelungene Momentaufnahmen von sich bewegenden Motiven.

Bildstabilisierung
Die integrierte Bildstabilisierung (IBIS) ist sehr leistungsfähig, und dank einer Aufhängung mit speziellen Stoßdämpfern werden Vibrationen der mechanischen Verschlusseinheit gedämpft. Das IBIS-System führt mehr als 10.000 Korrekturimpulse pro Sekunde aus und erzielt einen Verschlusszeitenvorteil von 7 EV-Stufen mit 18 der insgesamt 29 FUJINON XF Objektiven.

Schmatische Darstellung der Sensor-Verschlusseinheit

Sensor/Verschlusseinheit

Autofokus
Der X-Prozessor 5 verfügt über einen Motiverkennungs-AF, der auf Deep-Learning-KI-Technologie basiert. Die X-T5 ermöglicht damit nicht nur eine AF-Nachführung mit der Erkennung menschlicher Gesichter und Augen, sondern kann auch eine Vielzahl anderer Motive erkennen und verfolgen, etwa Tiere, Vögel, Autos, Motorräder, Fahrräder, Flugzeuge und Züge.

AF-System links 117 Punkte rechts 425 Punkte


Ein noch einmal verbesserter AF-Algorithmus sorgt für eine hohe AF-Geschwindigkeit. Sehr dynamische Motive werden mit einer hohen Präzision erfasst. Der neue Algorithmus erfasst und fokussiert das Objekt kontinuierlich anhand von Form- und Farbinformationen. Der Gesichts-/Augen-AF wurde weiter verbessert und verfolgt Personen im Bild nun insbesondere im Serienbildmodus zuverlässiger als zuvor. Der Phasenerkennungs-AF der X-T4 arbeitet bis zu einer Lichtstärke von -7,0 EV – was nahezu vollständiger Dunkelheit entspricht – schnell und zuverlässig.

Sucher/Monitor
Hochauflösender, 0,5 Zoll großer OLED-Farbsucher mit 3,69 Mio. Bildpunkten und ca. 100% Bildfeldabdeckung. Augenpunkt ca. 23mm, Dioptrienausgleich –4 bis +2m (dpt), Augensensor, Vergrößerung: 0,8x mit 50mm-Objektiv (analog zu KB), diagonaler Blickwinkel: ca. 38°. Das klappbare Display ist 7,6cm (3 Zoll) groß, hat ein Seitenverhältnis von 3:2, eine Touch-Funktion und löst mit ca. 1,84 Mio. Pixel das 100%ige Bildfeld auf.

Fuji X-T5 Produktbilder: links und Mitte jeweils Seitenansicht, rechts Rückansicht mit ausgeklapptem Display


Ausstattung und Schnittstellen
Die X-T5 verfügt über zwei Mediensteckplätze, die beide UHS-I- und UHS-II-SDXC/SDHC-Karten unterstützen. Der USB-C Anschluss der Kamera unterstützt USB 3.2-Übertragungsgeschwindigkeit (bis zu 10 Gbit/s). Dies ermöglicht die schnelle Datenübertragung per PC-Fernzugriff (Tethering) für eine reibungslose Handhabung großer Bilddateien. Für die schnelle Datenübertragung wird zusätzlich zum 2,4-GH-Band ein integriertes WLAN mit 5 GHz Bandbreite eingesetzt. Die Akkulaufzeit reicht für bis zu 500 Aufnahmen. Zubehör: Lithium-Ionen-Akku NP-W235, AC Power Adapter, USB-Kabel, Kopfhörer Adapter, Schultergurt, Gehäusedeckel, Blitzschuhabdeckung, Batteriegriff Anschlussabdeckung, seitliche Abdeckung, Synchronisationsanschlussabdeckung, Bedienungsanleitung.

Der Test​

Zu meinem Praxistest
Alle meine persönlichen Aussagen und Anmerkungen in diesem Bericht beziehen sich ausschließlich auf die mir zum Test überlassene Kamera und Objektive. Da ich über Fotografie schreibe, lasse ich auch die Video-Funktionen der Kameras im Grunde weitgehend außen vor. Die technischen Daten der Kameras drucke ich hier nicht komplett ab, sondern verweise mit einem Link auf die entsprechende Herstellerseite. In meinem Review erwähne ich die reinen technischen Daten nur punktuell, hauptsächlich da, wo Neuerungen bzw. Herausstellungsmerkmale zur Sprache kommen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass die kameraspezifischen Leistungsdaten in der Regel immer an optimale (Labor-)Bedingungen wie voller und neuer Akku, die schnellsten Speicherkarten und die Verwendung der Top-Objektive der jeweiligen Hersteller geknüpft sind. In der Praxis wird man daher meistens nur Ergebnisse erzielen, die knapp unter 100% der „Papierform“ liegen.

Zum Einsatz kamen an der Fuji X-T5 das XF 16/F1.4 R WR, ein XF56mm/F1.2 R WR und das Sigma 18-50mm F2,8 DC DN | Contemporary (s. hierzu eigenen Bericht). Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, sind JPGs „out of cam“.

Die ersten Eindrücke
Straße in einem Wohngebiet mit parkenden Autos

56mm; f/3.6; 1/950s; ISO 125

Gelber Pflanzkasten mit Blumen in einem Vorgarten

56mm; f/3.6; 1/680s; ISO 125

6 Fahrräder auf Fahrradstellplatz vor einem Wohnhaus

56mm; f/3.6; 1/600s; ISO 125

Die erste Exkursion ging diesmal nach Unna

F-12.jpg

56mm; f/8; 1/150s; ISO 125

F-13.jpg

56mm; f/4; 1/350s; ISO 125

F-14.jpg

56mm; f/1.2; 1/6000s; ISO 125, auch freistellen kann man mit APS-C

F-15.jpg

56mm; f/6.4; 1/240s; ISO 125

F-16.jpg

56mm; f/6.4; 1/170s; ISO 125

F-17.jpg

56mm; f/8; 1/105s; ISO 125, auch Gegenlicht bereitet dem Fuji 1.2/56mm keine Probleme

Ein Besuch in Düsseldorf bei eher bescheidenem Wetter

F-18.jpg

16mm; f/8; 1/45s; ISO 640

F-19.jpg

16mm; f/8; 1/60s; ISO 800

F-20.jpg

16mm; f/5.6; 1/1250s; ISO 800 (beschnitten)

F-21.jpg

16mm; f/5.6; 1/640s; ISO 800

Ein Spaziergang in Dortmund

F-22.jpg

16mm; f/8; 1/250s; ISO 125

F-23.jpg

16mm; f/8; 1/300s; ISO 125 (beschnitten)

F-24.jpg

16mm; f/8; 1/80s; ISO 125

F-25.jpg

56mm; f/6.4; 1/150s; ISO 400

Eine SW-Umwandlung

F-26.jpg

Gleiches Foto, mit Fuji-Kameraprofil (Acros-G) in Lightroom entwickelt

F-27.jpg

Hier mit Silver Efex Pro (Nik-Filter), als Ilford Pan-F Simulation

F-28.jpg

56mm; f/2.8; 1/1400s; ISO 500, Serienbildmodus (15 B/s. mit Ausschittvergrößerung). Die Trefferquote liegt bei ca. 75%. Die Dunkelpausen im Sucher sind kaum noch wahrzunehmen. Da der Pufferspeicher nur 19 Bilder schafft, wird es ab Bild 20 leider deutlich langsamer!

Zum ISO-Verhalten des APS-C 40 MP-Sensors

F-29.jpg

16mm; f/2.8; 1/56s; ISO 3200 (Ausschnitt-Vergr. Ca. 50%). Bis 3.200 ISO ist das Rauschverhalten sehr gut, ab 6.400 ISO wird es dann deutlich schlechter, und bei 12.800 sind die Bilder ohne externe Rauschreduzierung nicht mehr nutzbar.

F-30.jpg



F-31.jpg


Bevor ich zu meinem Fazit komme, noch eine kleine Anmerkung zur technischen Entwicklung bei den aktuellen DSLR-Kameras:

Mit dem Aufkommen des „Stacking-Sensors“ schien das Pixel-Peeping anscheinend nicht mehr wichtig, waren doch hinsichtlich der Bildqualität die bis dahin erreichten rund 50 MP im KB-Format mehr als ausreichend, und die neuen Möglichkeiten der nun möglichen Performance für den ganzen Bereich „System Kamera“ für die Weiterentwicklung und Einbindung KI-gestützter Software anscheinend relevanter. Der große Boom des „Stacking-Sensors“ blieb aber bisher aus – entweder aus Kostengründen oder auf Grund technischer Herausforderungen (eine 2. Generation „Stacking-Sensoren“ zeichnet sich zumindest bisher noch nicht ab). So wurde anscheinend nach der Coronapause ein neuer bzw. anderer Kaufanreiz notwendig: wieder mehr Pixel! Mehr Pixel erfordern auch mehr Perfomance! Es könnte aber auch sein, dass die Entwickler gemerkt haben, dass z.B. für wirklich überzeugende Ergebnisse mit dem Feature “Augen-AF“ eine größere Menge an AF-Sensoren nötig ist, als meist bisher verbaut. Da man dafür neu konstruierte Bildsensoren und schnelle Bildprozessoren benötigt, bot es sich an, auch gleich auf mehr Pixel in den jeweiligen Top-Modellen zu setzen, also zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Fazit​

Mit der X-T5 stellt Fujifilm nun die fünfte Generation der beliebten T-Baureihe vor. Sie vereint einen hochauflösenden APS-C-Bildsensor (40 MP) mit einem zeitlos klassischen Gehäuse. So weit, so gut! Die 40 MP in diesem Format entsprechen rund 60 MP im KB-Format, mit den gleichen Vor- und Nachteilen.

Die X-T5 hat ein neues, wieder spürbar kleineres Gehäuse als ihre Vorgängerin erhalten, was mir persönlich nicht so gut gefällt, da die X-T4 für mich ein Optimum an Handlichkeit und Bedienerfreundlichkeit geboten hatte! Alle Bedienelemente sind allerdings nach wie vor sehr gut zu erreichen. Besonders die beiden Einstellräder, die als zentrale Bedienung für das fotografische Tagesgeschäft funktionieren, sind nach wie vor ganz große Klasse – so stelle ich mir eine Kamerabedienung vor! Das Handling der Kamera ist so außerordentlich praktisch, man ist sehr schnell und kann die Kamera intuitiv bedienen. Eine Kritik habe ich allerdings anzubringen: Der Auslöser hat keinen spürbaren ersten Druckpunkt, der den Autofokus in Betrieb setzt. Das ist gerade bei bewegten Objekten und auch für Serienbilder einfach schlecht und führt leider immer wieder zu unscharfen Fotos. Die Verarbeitung und die Haptik des Gehäuses sind erste Klasse und ganz so wie man das von Fuji erwartet.

Wenn man allerdings von den alltäglichen Einstellungen abweichen und das Menü benutzen muss, unterscheidet sich auch die X-T5 nicht wesentlich von ihren Mitbewerbern und ihrer Vorgängerin. Das Menü bleibt umfangreich wie heute üblich. Auch in der X-T5 gibt es die bekannten Fuji Kameraprofile, die wie die alten Fuji-Film-Typen aus der Analogzeit bezeichnet werden. Ansonsten hat die Kamera an Einstellmöglichkeiten und Programmfunktionen alles, was sich der User wünscht – einschließlich eines ordentlichen Fokus-Stacking-Programms und jetzt auch einer Funktion für „Pixel-Shift“. Die IBIS-Stabilisierung des Bild-Sensors ist sehr schnell und wirkungsvoll und bringt 7 EV-Stufen zusätzlich.

Der neue Bildsensor liefert eine sehr gute Bildqualität ab, wenn man darauf achtet, möglichst kurze Belichtungszeiten oder ein Stativ zu benutzen. Darüber hinaus sollte man unbedingt nur Objektive der absoluten Spitzenklasse verwenden, da man sonst die 40 MP nicht ausreizen kann! 40 MP sind mehr als ausreichend für alle im normalen Alltag anfallenden Fotoaufgaben. Das Rauschverhalten war bis 3.200 ISO unauffällig, bis 6.400 ISO noch akzeptabel. Darüber hinaus wird es hinsichtlich des Rauschens problematisch. Die Farbanmutung hat mir auch beim neuen Sensor sehr gut gefallen. Natürlich verliert das APSC-Format gegenüber gleichwertigen KB-Vollformat-DSLRs, wenn man sehr großformatige Ausdrucke machen will. Dafür hat man Vorteile im Bereich der Makro- und Micro-Fotografie, da die größere Schärfentiefe der Sensoren gegenüber dem KB-Format von Haus aus Vorteile für diese Anwendung hat.

Der Autofokus, einschließlich Augen-AF, hat im Einzelbildmodus einen für die Preisklasse überdurchschnittliche Trefferquote. Im Serienbildmodus fällt diese dann aber etwas ab. Sehr gut gefallen hat mir die so gut wie nicht wahrzunehmende „Dunkelpause“ bei Serienbildaufnahmen im Sucher. Inwieweit die X-T5 wirklich als Sportkamera, also auch für schnelle Mannschafts-Sportarten, taugt vermag ich mangels entsprechender Objektive nicht endgültig zu sagen.

Die im Test verwendeten Fuji-XF-Objektive gehören zweifellos zur Spitzenklasse und können die Anforderungen hinsichtlich der erforderlichen Auflösung, die der neue Sensor stellt, problemlos erfüllen.

Chapeau Fuji! Die X-T5 ist zweifellos das Beste, was das APS-C-Format momentan zu bieten hat!

Da es für das Fuji X-Bajonett auch zahlreiche Objektive von Drittanbietern gibt, muss man hier aber ab sofort darauf achten, dass diese auch über eine entsprechende optische Qualität verfügen, will man das Potenzial der Kamera voll ausschöpfen. Die Vorteile bei den Größen- und Gewichtverhältnissen gegenüber dem KB-Vollformat halten sich in Grenzen, besonders wenn man lichtstarke Objektive nutzt.

Das Bedienkonzept mit den zentralen Einstellrädern ist dagegen ein unschlagbares Herausstellungsmerkmal, wenn man über das APSC-Format ernsthaft nachdenkt. Alles in allem ist die Fuji X-T5 eine sehr gute und hervorragend ausgestattete Kamera, die dazu noch in einem attraktiven Preissegment liegt. Wem nutzt also der „Pixel-Zuschlag“? Ganz sicher den Usern, die regelmäßig croppen, gerade auch weil ein Hardware-Crop mit den Fuji-X-Kameras nicht möglich ist. Wesentlich interessanter ist für mich die Performance, die der neue X-5 Prozessor der Kamera verleiht. Das nennt sich auch nützlicher Fortschritt!

Meine Bewertung​

Bewertung.jpg


Preis: ca. 1.750,00 Euro (Gehäuse)

Weitere Informationen​

FUJIFILM X-T5
FUJIFILM X-T5 – technische Daten
FUJIFILM X-T5 bei unserem Partner AC-Foto (zur Zeit mit Cashback-Aktion!)
Früherer Testbericht zur Fuji X-T4

© Dieter Doeblin und Netzwerk Fotografie. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Dieter Doeblin, Fotos: D. Doeblin, Fuji

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