Review Leica SL2

Leica SL2 im Praxistest
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Sehr gute, auf das Wesentliche konzentrierte Kamera​

Leica SL2. Startfoto zum Praxistest


Heute soll es um die zweite spiegellose Top-Kamera in unserer Kameratest-Serie gehen: Die Leica SL2 mit dem brandneuen Vario-Elmarit 2.8/24-70mm. Mit der SL2 hat Leica eine spiegellose Vollformat (24x36mm) präsentiert, die sich mit ihren 47 MP in die Sphären der fotografischen Top-Liga vorwagt. Ob sie dort die gewohnten Leica-Standards würdig vertreten kann, möchte ich mit diesem Praxistest feststellen.

Der Hersteller bewirbt die Kamera folgendermaßen:

Leica SL2: Eine neue Ikone setzt Maßstäbe für spiegellose Systeme“. Mit dem visionären Leica SL-System hat Leica Camera im Jahr 2015 das Fundament gelegt, auf dessen Grundlage heute mit der SL2 eine neue Ikone der geschichtsträchtigen Marke vorgestellt wird: der nächste evolutionäre Schritt beim Bau einer perfekten Universalkamera. Unter Berücksichtigung des Feedbacks von SL-Fotografen hat das Unternehmen mit der Leica SL2 die Grenzen technologischer Innovation und Leistung ausgeweitet und gleichzeitig seine hohen Designansprüche bewahrt. Die Leica SL2 steht für pure Leistung und unübertroffene Verarbeitungsqualität. Sie wartet mit verbesserter Ergonomie und einem komfortableren Griff in Verbindung mit dem bewährten, vereinfachten Drei-Tasten-Bedienkonzept auf, dass die Leica Designsprache über mehrere Produktlinien hinweg weiter vereinheitlicht. Modernste neue Funktionen wie die Bildstabilisierung im Kameragehäuse erschließen das Potenzial der legendären Leica M-Objektive neu und unterstreichen die Leistungsfähigkeit der wachsenden Auswahl an SL-Objektiven, die zu den besten Optiken gehören, die Leica je produziert hat. Die Leica SL2 ist die konsequente Weiterentwicklung der innovativen Leica SL und bietet eine bahnbrechende Zukunftsperspektive für die digitale Fotografie und Videografie – ohne ihre Herkunft und Geschichte zu verleugnen“.

Das sind sehr ambitionierte Ansprüche, die sich nun beweisen müssen!

Produktbild Leica SL2, links Vorderseite, rechts Rückseite


Leica SL2 technische Daten


(Quelle: Leica) Die kompletten technischen Daten gibt es hier.

Nach dem Auspacken hält man ein Kameragehäuse in der Hand, das sich von Anfang an gut anfühlt. Das Design, die Haptik und die hochwertige Verarbeitung vermitteln sofort das leicamäßige Gefühl von deutscher Wertarbeit; es fühlt sich im wahrsten Sinne cool an. Das Gehäuse ist nicht zu klein, und an der Griffwulst hat die Hand bzw. haben die vier vorderen Finger ausreichend Platz für einen festen Griff, ohne dabei an das Objektiv zu stoßen. Das Gewicht und die Größe sorgen für ein ausgewogenes Haltegefühl, auch und vor allen Dingen bei Objektiven mit großer Lichtstärke und dem damit verbundenen höherem Gewicht.

Für den Bereich Fotografie hier die wichtigsten Eckdaten und Ausstattungsdetails (Quelle: Leica)
CMOS-Sensor mit 47 Megapixeln
Die Auflösung des CMOS-Bildsensors der SL2 im Kleinbild-Vollformat führt zu einer Detailwiedergabe und Bildqualität, die den höchsten Ansprüchen genügen soll. Ein hoher Dynamikbereich, eine Farbtiefe von 14 Bit pro RGB-Kanal und eine Empfindlichkeit von bis zu ISO 50.000 sollen eine hervorragende Bildqualität bei allen Lichtverhältnissen garantieren.
Neuer Leica Object Detection Autofocus
Der neue Leica Objekterkennungs-AF soll für einen schnellen und zuverlässigen AF-Betrieb sorgen. Er bietet verschiedenen Modi und Funktionen, einschließlich einer Gesichtserkennung. Darüber hinaus erkennt das AF-System der SL2 auch automatisch, ob sich ein Objekt bewegt oder stillsteht und schaltet entsprechend zwischen Bewegungs- und Fokuspriorität um.
Optische Bildstabilisierung durch Sensor-Shift-Technologie
Eine der wichtigsten Weiterentwicklungen der Leica SL2 ist sicher der beweglich aufgehängte Sensor (IBIS), der Verwacklungen der Kamera schnell und effizient ausgleichen soll. Diese kamerainterne Methode ermöglicht sogar eine Bildstabilisierung für Objektive, die nicht selbst über eine Stabilisierung verfügen.
Darüber hinaus bietet die SL2 einen Multishot-Modus, mit dem bis zu acht aufeinander folgende Bilder aufgenommen werden, wobei der Sensor zwischen jeder Aufnahme in Schritten von einem halben Pixel verschoben wird. Mit dieser interessanten Funktion entstehen Aufnahmen mit vervierfachter Auflösung (187 Megapixel), die eine extreme Steigerung der Detailauflösung möglich macht. Dieser Modus ist allerdings nur auf dem Stativ und bei unbeweglichen Motiven sinnvoll!
Leica EyeRes® Sucher mit noch höherer Auflösung
Der elektronische Sucher der Kamera verfügt über eine Auflösung von 5,76 Megapixeln und ermöglicht ein großes, natürlich aussehendes Sucherbild. Der Monitor hat eine Diagonale von 3,2 Zoll bei einer Auflösung von 2,1 Megapixeln. Der Monitor ist als Touchscreen ausgelegt.
Der Maestro-III-Prozessor
Der neue Maestro-III Bild-Prozessor soll der SL2 zu einer überlegenen Arbeitsgeschwindigkeit, die in vielen Aspekten der Kameraleistung zum Tragen kommt, verhelfen. Bildserien in voller Auflösung sind mit zehn Bildern pro Sekunde mit dem Schlitzverschluss und 20 Bildern pro Sekunde mit dem elektronischen Verschluss möglich. Dank zweier UHS-II-kompatibler SD-Kartensteckplätze können Rohdateien gleichzeitig im DNG- und JPEG-Format auf separaten Karten gespeichert werden.
Optimiertes Design mit neuen Statusmenüs

Produktbild: Leica SL2 von oben


Das Display auf der Rückseite zeigt die wichtigsten Aufnahmeparameter und dort lassen sie sich mit einem einfachen Fingertipp schnell und einfach einstellen. Ein Klickrad, ein Joystick und drei individuell konfigurierbare Tasten sollen ebenfalls die Bedienung erleichtern. Dank zweier spezieller Statusmenüs für Fotografien und Videos können die Parameter für beide Aufnahmemodi unabhängig voneinander eingestellt werden.
Verbesserte Ergonomie
Trotz technischer Verbesserungen wie der Bildstabilisierung im Body ist die Leica SL2 nicht größer als ihre Vorgängerin, fühlt sich aber in der Handhabung besonders kompakt an. Das ist auf das neu gestaltete Kameragehäuse zurückzuführen, dessen Handgriff und Kanten für eine einfachere Handhabung verfeinert wurden. Die IP54-Zertifizierung der SL2 gewährleistet einen erhöhten Schutz gegen Nässe und Staub. Insgesamt erinnert das Design der SL2 stärker an die ikonische Leica Identität und die traditionellen Elemente, für die die Marke bekannt ist.
Nachhaltig produziert
Die SL2 ist die einzige spiegellose Kamera, die in Deutschland entwickelt und gefertigt wird. Mit ihrer n Metallkonstruktion und der Belederung soll sie widrigen Umständen trotzen und jahrelang Freude am Fotografieren bieten. Leica betont die Zukunftssicherheit durch konsequente Firmware-Updates.
Grenzenlose Verbindungen
Mit ihrem L-Bajonetts ist die Leica SL2 nicht nur mit den Leica SL-Objektiven kompatibel, sondern auch mit den Objektiven des TL-Systems und, über Adapter, mit den Objektiven der Leica M-, S- und R-Systeme. Damit ergeben sich über 170 Objektivoptionen. Die L-Mount-Allianz erweitert diese Möglichkeiten noch einmal, indem sie SL2-Fotografen den Zugang zu L-Mount-kompatiblen Objektiven von Panasonic und Sigma ermöglicht.

Bei der Auflistung der Features fällt auf, das man bei der SL2 (noch) keinen Augen-AF anbietet. Es ist zu vermuten das man im Hause Leica eher auf so ein Feature verzichtet, als der Klientel ein noch nicht ganz perfekt funktionierendes anzubieten. Da hat man vielleicht die immer wieder aufflackernden Diskussionen bei den Mitbewerbern, um die Funktion des Autofokus bei spiegellosen Kameras genau beobachtet.

Ebenso verzichtet Leica auf einen klappbaren Monitor und bleibt auch hier konservativ – schade!

Die L-Mount-Alliance​

Familienbild: Die L-Mount-Allianz


Da die Leica SL2 mit einem L-Mount-Objektivbajonett ausgestattet ist, kann man hier, entgegen den meisten Mitbewerbern in dieser Kategorie, problemlos auf Objektive von Drittherstellern zurückgreifen. Zumindest auf die der Hersteller, die sich der sogenannten L-Mount-Alliance angeschlossen haben. Das sind zur Zeit Leica, Panasonic und Sigma. Aktuell hat sich auch Leitz mit seinen Cine-Objektiven dieser Allianz angeschlossen. Da ich, natürlich zufällig, ein Sigma 2/24mm mit L-Mount zur Hand hatte, komme ich am Schluss des Artikels noch einmal darauf zurück.

Der Praxistest​

Alle meine persönlichen Aussagen und Anmerkungen in diesem Bericht beziehen sich ausschließlich auf die mir zum Test überlassene Kamera/Objektiv-Kombination. Da ich über Fotografie schreibe, lasse ich auch die Video-Funktionen der Kameras im Grunde weitgehend außen vor. Die technischen Daten der Kameras drucke ich hier nicht komplett ab, sondern verweise mit einem Link auf die entsprechende Herstellerseite. In meinem Review erwähne ich die reinen technischen Daten nur punktuell, hauptsächlich da, wo Neuerungen bzw. Herausstellungsmerkmale zur Sprache kommen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass die kameraspezifischen Leistungsdaten in der Regel immer an optimale (Labor-)Bedingungen wie voller und neuer Akku, die schnellsten Speicherkarten und die Verwendung der Top-Objektive der jeweiligen Hersteller geknüpft sind. In der Praxis wird man daher meistens nur Ergebnisse erzielen, die knapp unter 100% der Papierform liegen.

Nach dem Auspacken und kurzem vertraut machen mit der Kamera geht es wie immer nach draußen zu einem ersten Fotospaziergang. Hierbei soll sich zeigen, wie intuitiv eine Kamera zu bedienen ist. Da die Leica SL2 gehäuseseitig mit nur 13 Bedienelementen auskommt und dazu eine geradezu narrensichere Menüführung bietet, kam es schon hier zum ersten Aha-Erlebnis: Es geht also auch einfach!

Für den ersten Tag habe ich mich im Wesentlichen wieder mit One-Shot Aufnahmen und fester ISO begnügt. Das Kamera-Profil wurde auf Standard eingestellt. Aufgezeichnet habe ich sowohl RAWs als auch JPGs, so wie ich das immer handhabe. Als erstes schaue ich mir nach der Rückkehr immer die Kamera-JPGs an. Was die Leica SL2 in dieser Hinsicht zu bieten hatte, war einfach top! Die JPGs wirken farblich sehr ausgewogen und auch sonst perfekt.

Beispielbild Leica SL2 mit Vario-Elmarit 2.8/24-70mm

37mm; f/8; 1/500s; 800 ISO

Beispielbild Leica SL2 mit SIGMA 24 mm F2 DG DN Contemporary

24mm; f/4; 1/125s; 200 ISO

Der zweite Schritt ist dann die RAW-Entwicklung. Dazu habe ich die gemachten Fotos wie gewöhnlich in Adobe Lightroom (LR) hochgeladen, um einige Fotos testweise zu entwickeln. In meinem Workflow stehen am Anfang immer die Objektivkorrektur und die Auswahl des Kameraprofils. Da die SL2 RAW-Dateien im DNG-Format ausgibt, wurden sowohl Kamera als auch das Vario-Elmarit natürlich von LR erkannt. Leica empfiehlt für den Workflow ausdrücklich Capture One und so habe ich einige Fotos zum Vergleich zusätzlich sowohl mit dem neuen DxO PhotoLab 5 als auch mit Capture One entwickelt. Die Funktion Multi-Shot wird in der SL2 kameraintern verarbeitet, ein entsprechend großes DNG-RAW wird ausgegeben. Daher können alle drei RAW-Konverter alle Features der Leica nutzen. In Capture One ist zusätzlich ein Tethering inklusive der Kamerasteuerung auf Basis eines Plug-Ins möglich. Außer kleinen Unterschiede im Workflow konnte ich keine signifikanten Unterschiede am Ergebnis (in allen Fällen wurde ein TIF ausgegeben) feststellen.

Für diesen Bericht wurden, soweit möglich, Kamera-JPGs ohne weitere Bearbeitung genutzt. Für die Konfektionierung (Beschnitt, Verkleinerung) kam Affinity Photo zum Einsatz.

Da das mitgelieferte Vario-Elmarit 2.8/24-70mm für die journalistische- bzw. dokumentarische Fotografie prädestiniert ist, habe ich für die weiteren Testdurchgänge entsprechende Motive ausgesucht.

Die Aufnahmen auf dem alten Güterbahnhof fanden bei trübem Wetter statt.

Beispielbild Leica SL2 mit Vario-Elmarit 2.8/24-70mm

70mm; f/5.0; 1/400s; 1600 ISO

Beispielbild Leica SL2 mit Vario-Elmarit 2.8/24-70mm

67mm; f/11; 1/40s; 1600 ISO

Beispielbild Leica SL2 mit Vario-Elmarit 2.8/24-70mm

70mm; f/4.5; 1/80s; 1600 ISO

Beispielbild Leica SL2 mit Vario-Elmarit 2.8/24-70mm

50mm; f/2.8; 1/40s; 3200 ISO

Beispielbild Leica SL2 mit SIGMA 24 mm F2 DG DN Contemporary

24mm; f/3.2; 1/30s; 3200 ISO

Auch in Innenräumen können die Leica SL2 und das Vario-Elmarit überzeugen, Der Autofokus kommt auch hier gut zurecht, und der Bildstabilisator tut was er soll.

Der nächste Fotospaziergang führte mich in den Botanischen Garten der Ruhr-Universität-Bochum.

Beispielbild Leica SL2 mit Vario-Elmarit 2.8/24-70mm

70mm; f/8; 1/4s; 400 ISO

Beispielbild Leica SL2 mit Vario-Elmarit 2.8/24-70mm

35mm; f/5.0; 1/100s; 800 ISO

Beispielbild Leica SL2 mit Vario-Elmarit 2.8/24-70mm

79mm; f/3.5; 1/60s; 800 ISO

Beispielbild Leica SL2 mit Vario-Elmarit 2.8/24-70mm

50mm; f/6.3; 1/40s; 800 ISO

Zum Abschluss noch ein kleines Schmankerl als Preview: Bei einem Trip in den Medienhafen Düsseldorf konnte ich die Leica SL2 auch noch mit dem Sigma 2.0/24mm ausprobieren. Die Ergebnisse, die die SL2 mit dem L-Mount-Sigma ablieferte, können ebenfalls in allen Belangen überzeugen! Der ausführliche Testbericht zum Sigma 2.0/24mm Contemporary folgt in Kürze ist jetzt hier online.

Im Bild: Leica SL2 mit SIGMA 24 mm F2 DG DN Contemporary


Beispielbild Leica SL2 mit SIGMA 24 mm F2 DG DN Contemporary

Sigma 24mm; f/8; 1/500s; 200 ISO

Beispielbild Leica SL2 mit SIGMA 24 mm F2 DG DN Contemporary

Sigma 24mm; f/8; 1/250s; 200 ISO

Fazit​

Die Leica SL2 interpretiert das Thema „spiegellose Systemkamera“ auf eine sehr leicatypische Art. Sie kommt sehr aufgeräumt, fast schlicht daher. Sie wirkt klar strukturiert, verzichtet auf eine Anhäufung von Schaltern und Rädchen und bietet dagegen das, was man zum Fotografieren benötigt. Sie bildet den Stand der Technik bei den DSLM-Kameras etwas zurückhaltender ab und verzichtet z.B. auf einen Augen-AF. Auch bei der Geschwindigkeit hält sie sich vornehm zurück. Mit 6 Bildern/Sekunde mit mechanischem Verschluss und allen Funktionen kann sie an die Mitbewerber nicht heranreichen. Etwas störend macht sich das im elektronischen Sucher bemerkbar; die Bildpausen sind sehr deutlich und zwingen den User zur Entschleunigung. Im One-Shot-Modus dagegen zeigt die Kamera, was sie kann. Die Bildqualität gefällt mir außerordentlich gut und lässt nichts zu wünschen übrig.

Die IBIS-Bildstabilisierung funktioniert sehr gut, Die angebenen 51/2 EV Gewinn erscheinen glaubhaft, jedenfalls dann, wenn man sich die Ergebnisse anschaut. Das Feature „Multi-Shot“, mit dem man eine Vervierfachung der Auflösung erreichen kann, funktioniert einfach und gut – wenn man die Bedingungen einhält. Durch die Einschränkung auf die Verwendung eines Statives und unbewegliche Motive bleibt der Nutzen allerdings eher gering. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Bildqualität hinsichtlich der Auflösung im Normal-Modus für eigentlich alle fotografischen Aufgaben locker ausreicht! Und wer Großplakate anfertigen muss greift dann in der Regel gleich auf Mittelformat-Kameras oder noch größere Formate zurück.

Der EVF (elektronischer Sucher) kann mit einer hohen Auflösung und einem flickerfreien Bild überzeugen. Er ist vielfach einzustellen, so dass eigentlich jeder damit gut zurechtkommen müsste. Der rückwärtige Monitor ist qualitativ eher Durchschnitt, touchfähig und leider fest verbaut. Das ist schlicht garnicht mehr zeitgemäß! Bei stromsparender Einstellung ist die Akkukapazität mit rund 450 Bildern gut. Es gibt zwei SD-Kartenfächer, die mit schnellen SD-Speicherkarten bestückt, ausreichend schnell sind.

Das Handling und die Haptik der SL2 sind das Beste, was ich bis jetzt in der Hand gehabt habe. Die Kamera lässt sich gut greifen, da sie glücklicherweise nicht zu klein geraten ist. Sie ist dadurch auch mit größeren Objektiven gut ausgewogen. Natürlich kann das Vollmetallgehäuse (Messing und Magnesium) kein Leichtgewicht sein, was mir allerdings ganz gut gefällt.

Auch für nicht Leica-Fotografen ist die Bedienung der Kamera im Alltagseinsatz sehr schnell zu erlernen. Schon nach kurzer Zeit lässt sich die Kamera wie im Schlaf bedienen. Lange Einge-wöhnungszeiten entfallen. Die wenigen Bedienungselemente an der Kamera sind gut strukturiert, liegen am Gehäuse an der richtigen Stelle und sind gut erreichbar. Ein Verstellen durch ungewollte Berührung ist ausgeschlossen. Das Menü ist einfach gehalten und gut gegliedert, so dass man die Hauptfunktionen schnell drauf hat. Das Bedienkonzept und das Menü, bzw. die Menüführung der Leica, sind mit Abstand in dieser Geräteklasse das Beste, was ich kenne.

Das Rauschverhalten des 47 MP Sensors ist sehr gut und kann mit den Sony-basierten Bildsensoren der Mitbewerber gut mithalten. Bei der ISO-Bandbreite gibt sich die Leica eher bescheiden. Ich habe die Kamera bis zu 12.500 ISO getestet und gute Ergebnisse erzielt. Ich persönlich habe allerdings in der Praxis auch noch nie mehr als 12.800 ISO benutzt.

Insgesamt ist die Leica SL2 eine sehr gute Kamera, die sich, ganz typisch für Leica, auf das Wesentliche konzentriert. Einen dicken Pluspunkt kann die Leica SL2 damit verbuchen, dass es eine sehr große Objektivauswahl auch von Drittanbietern auf Grund des L-Mount-Anschlusses gibt. Und dass eine Leica immer noch etwas besonderes ist, konnte ich während des Testzeitraumes feststellen: Noch nie haben mich während meiner Fotospaziergänge so viele Menschen auf die benutzte Kamera hin angesprochen!

Inwieweit man bereit ist, rund 6.200 Euro für die Leica SL2 auszugeben, muss jeder, gerade vor dem Hintergrund, dass gerade eine neue Kamera-Generation die Bühne betritt, für sich selbst entscheiden.

In der Bewertung der Kamera muss ich für die erwähnten kleinen (für die Top-Liga obligatorischen) fehlenden Features leider einen halben Stern abziehen und vergebe 4 ½ Sterne!

Weitere Informationen​

Leica SL2 - Übersicht
Leica SL2- Technische Daten
Leica SL2 bei unserem Partner AC-Foto

Bewertung​

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© Dieter Doeblin. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Dieter Doeblin, Fotos: D. Doeblin, Leica

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