Hallo,
ist ja immer merkwürdig in welche Richtung diese Diskussionen gehen. Wer fragt denn schon einmal wofür und warum fotografiere ich. Ich fänd das ja mal ganz lustig, wenn frankyboy seine Sportfotos vom Wochenende mal wieder auf Farbnegativ belichten würde und nach den Spiel schnell entwickeln. Hätte er sicher Riesenerfolg, bei seiner Agentur und bei den Abdrucken.
Ich selber habe Sport 30 Jahre fotografiert, analog wohlgemerkt, mit 400mm Objektiven manuell zu fokussieren. Es gab nicht viele in den Stadien die ein olympisches 100m Finale von vorn mir 400mm/2,8 manuell fotografieren konnten. Dann kam der Autofokus von Canon und auf einmal konnten das fast alle. Meine Fertigkeit war plötzlich nichts mehr wert. Natürlich habe ich mir auch Autofokus-Objektive gekauft. War damals bei der Olympiade in Albertville als mein Assistent am Abend beim Eiskunstlauf nach einem 14 Stunden Arbeitstag mit seiner EOS und 400er plötzlich mehr scharfe Bilder hatte als ich.
Natürlich habe ich immer noch gut verkauft, weil ich mich um das Foto bemüht habe.
Aber dann kam die nächste Neuerung, digital, am Anfang noch belächelt, aber inzwischen so perfekt, dass es Fotos im Sport und anderen Repotagebereichen gibt, die früher nie und nimmer möglich gewesen wären. Gleichzeitig sind damit die Fotos in Echtzeit in den Redaktionen verfügbar und zwar weltweit. Darum wollte ich als einzelner Fotograf nicht mehr gegen hunderte antreten, weil die auch noch ein Redaktionsteam habe, die die LAN-gesendeten Bilder schon beschriften und versenden, wenn die Speicherkarte noch in der Kamera ist. Das ist digitale Fotografie und kein Mensch würde auch nur einen Gedanken an analog verschwenden. Für mich ist das schlecht. Noch bei der Olympiade in Sydney habe ich für den STERN fotografiert, da war eine Bildredakteurin vor Ort, hat meine Filme zum Entwickeln gebracht und nach zwei Stunden sich die besten rausgeschnitten. da war das 100m Finalfoto weg vom Markt und hatte dadurch einen richtigen Wert, weil andere Redaktionen das auch gemacht haben und von den Top-Fotografen die Topbilder exklusiv gekauft haben. Die sind dann nicht mehr durchs Internet um die Welt gezogen.
Aus diesen Gründen fotografiere ich jetzt Reisereportagen, weil mir das mehr Spass macht.
Hier könnte man ja wieder auf analog gehen, willich aber auch nicht, weil ich nach wie vor mit Fotos Geld verdienen will. Meine Agentur will nur noch digital beliefert werden und es macht wenig Sinn, erst Dias zu machen und dann zu scannen.
Voriges Jahr habe ich den HB-Bildatlas Tschechien fotografiert, ich weiß micht mehr genau wieviele Fotos ich digital gemacht habe, hatte mir aber ausgerechnet, dass ich nur für diesen Job etwa für 5000 Euro Film und Entwicklung gezahlt hätte. Da kann ich den Wertverlust von meine D2X von 2000 Euro gut verkraften.
Also bitte ein wenig nachdenken, wenn man so über die digitale fotgrafie herzieht.
Bringt die neue Technik mehr Qualität ?
Klar tut sie das, denn sie hilft das Fotos gelingen, die früher nicht gingen. Auch ein Fotograf wie Cartier-Bresson wird Fotos gehabt haben, die nichts geworden sind, weil die Technik nich mitgespielt hat. Wäre mal interessant die Fotos berühmter Fotografen zu sehen, die vom Motiv toll waren, aber den technischen Ansprüchen nicht genügt haben.
Wer aber für sich mit seiner F3 gücklich ist und aus Hobby S/W Fotos macht soll auch damit glücklich werden. Ich habe auch noch ein eigerichtetes S/W Labor.
Aber bitte keine allgemeinen Verurteilungen gegen digital oder analog.
In dem Sinne
Rainer