Verblödet digitale Fotografie ?

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Jo Hannes

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Neben meiner digitalen Ausrüstung, mit der ich wirklich schöne Ergebnisse erziele, habe ich auch noch eine komplette analoge. Und ab und zu ziehe ich mit meiner Nikon F4 hinaus. Wenn ich ehrlich bin, stelle ich aber zunehmend fest, dass meine outdoor-Ergebnisse im analogen Bereich im Vergleich mit der D200 immer öfter nicht mitkönnen. Indoor mit Blitz und outdoor mit Stativ ist das Ergebnis bestenfalls unentschieden. Nun frage ich mich, ob ich anfange digital zu verblöden und analog zu schwächeln. Mit immer wenig Aufwand, Zeit und Überlegung hole ich digital überzeugende Ergebnisse. Und wenn nicht, macht mein apple den Rest. Aber analog bin ich immer unzufriedener mit meiner Leistung. Zu wenig Zeit genommen? Wichtiges vergessen? Schlampig geworden? Bestimmt richtig. Wie geht es euch dabei?

Jo
 
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Hallo,

vielleicht ist ja auch dein Anspruch gestiegen?

Schau dir mal Aufnahmen an die 10 Jahre oder älter sind. Mir geht es oft so das ich das was ich früher mal gut gefunden habe heute kritischer sehe und vielleicht geht es nicht nur mir so.

Digital ist oft einfacher, Bild überbelichtet, Focuspunkt falsch, Aufhellblitz vergessen, heute alles kein Thema meistens nach Kontrolle am Monitor einfach neues Bild und gut iss es.

Gruss

Patrick
 
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Na ja, wenn ich so sehe, was hier im Forum an digitalem Geknipse vorgeführt wird, ist das eigentlich die völlige Widerlegung Deiner These... :hehe:

Ansonsten gebe ich Dir recht. ich habe mich schon dabei ertappt, dass ich an meiner F4 den Monitor gesucht habe...
 
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Wenn ich ehrlich bin, stelle ich aber zunehmend fest, dass meine outdoor-Ergebnisse im analogen Bereich im Vergleich mit der D200 immer öfter nicht mitkönnen.

Geht mir ähnlich. Wobei nicht meine analogen Ergebnisse schlechter geworden sind, sondern einfach nur die digitalen Ergebnisse immer besser, bei gleichem Zeitaufwand. Die Möglichkeit zur Vorab-Kontrolle der Ergebnisse helfen mir dabei sehr.
 
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Also ich stimme ppwill zu.

Bei mir ist es zumindest so, daß meine Erwartungen gestiegen sind.

Wenn ich mit analog ein Foto gemacht habe, sah ich das Ergebnis erst immer eine Woche später und wusste dann nicht mehr welche Einstellungen ich für dieses Foto verwendet habe.

Jetzt habe ich ja die Möglichkeit gleich das Foto zu sehen und ggfs. etwas zu ändern. Es holt also noch mehr den Perfektionisten aus mir heraus.
 
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Aber analog bin ich immer unzufriedener mit meiner Leistung.

Ich habe einige Wochen den Scanner so nebenher mitlaufen lassen und einem Teil des chemischen Erbes eine digitale Entsprechung in der virtuellen Welt verliehen. Hab ich wieder abgeblasen. Was in der Projektion mit 2 Meter Diagonale top aussah, wirkt auf dem 20" Monitor bedingt überzeugend. Totalansicht geht noch, aber bei Ausschnitten ist schnell der Ofen aus. Während 100% Crops aus Digitalaufnahnen - egal mit welcher Kamera - noch webtauglich sind, ist bei gleicher Auflösung auf Film alles verrauscht und unscharf. Niedrigempfindlicher Kodachrome geht bei halber Auflösung, bei älteren Ektachromeaufnahmen ist Viertelauflösung schon sehr genug. Da ich noch Diaprojektoren für 5x5 und 7x7 habe und die weisse Wand die Hakelei mit der Leinwand erspart, werde ich das weiterhin analog vorführen, wenn 's unbedingt wer sehen will. Will aber eh keiner.

Wobei die Erkenntnis allerdings nicht so überraschend kommt. Ich habe schon anno dazumal ein weisses Blatt Papier im Format A3 an die Wand geklebt und mal darauf projiziert. Da sah man recht schnell, dass strukturierte Dialeinwände und 3 Meter Betrachtungsabstand nicht gerade das sind, was ein Dia wirklich auf Herz und Nieren prüft. Die Qualität war damals schon nicht wirklich perfekt, nur hat's keiner gesehen.

Soweit der technische Aspekt. Was die gestalterische Qualität der Arbeiten betrifft, habe ich die damals für ganz gut gehalten und war mit dieser Ansicht nicht ganz alleine. Heute würde ich unter den Fotografen dieser Welt keinen Platz mehr unter den ersten 100 Millionen belegen. Nicht weil meine Fotos um so vieles schlechter geworden sind, sondern weil das Niveau um ein Vielfaches gestiegen ist und weil in der digitalen Bilderschwemme Internet nicht nur Geröll, sondern auch einiges an Edelsteinen vorbeigespült wird. Da relativieren sich die Maßstäbe recht schnell.

Was wohl auch der Grund für die im Vergleich zu früher gestiegenen Unzufriedenheit mit den eigenen Ergebnissen ist. Ist so wie bei Adam und Eva. "Und plötzlich sahen sie, dass sie nackt waren".
 
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Neben meiner digitalen Ausrüstung, mit der ich wirklich schöne Ergebnisse erziele, habe ich auch noch eine komplette analoge. Und ab und zu ziehe ich mit meiner Nikon F4 hinaus. Wenn ich ehrlich bin, stelle ich aber zunehmend fest, dass meine outdoor-Ergebnisse im analogen Bereich im Vergleich mit der D200 immer öfter nicht mitkönnen. Indoor mit Blitz und outdoor mit Stativ ist das Ergebnis bestenfalls unentschieden. Nun frage ich mich, ob ich anfange digital zu verblöden und analog zu schwächeln. Mit immer wenig Aufwand, Zeit und Überlegung hole ich digital überzeugende Ergebnisse. Und wenn nicht, macht mein apple den Rest. Aber analog bin ich immer unzufriedener mit meiner Leistung. Zu wenig Zeit genommen? Wichtiges vergessen? Schlampig geworden? Bestimmt richtig. Wie geht es euch dabei?

Also verblöden sicher nicht. Aber in Digital läuft halt manches einfach anders, und wenn sich das eine sehr einprägt, wird das andere wieder schwierig: für mich ist das so, wie wenn man ein Auto gewöhnt ist und auf ein anderes wechselt, bist du das zweite lange genug gefahren, kommt dir das erste plötzlich wieder ganz komisch vor... . Ich meine, dass ich das gleiche Problem hatte, wenn ich nach einer Zeit Mittelformat plötzlich wieder auf die "kleine" EM gegangen bin.

Und wenn ich das Gefühl bekomme, meine Digitalbilder wären ganz toll, muss ich mir nur wieder meine alten Mittelformatdias (oder gar eines der großformatigen ) wieder rausholen und werde ganz bescheiden....
 
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Wenn ich an die Kiste mit den ganzen Polas denke, wird mir heute noch wegen des ganzen Geldes schlecht.:frown1:

Die Masse der Fotografen verbraucht heute Gehäuse statt Filme. Neuwertige D200 schwimmen heute für weniger als 700,- Euro pro Stück in der Bucht. Da ist in weniger als Jahresfrist ein Batzen Geld verbrannt worden.

:cool:

Tim
 
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Hi Tim,

Die Masse der Fotografen verbraucht heute Gehäuse statt Filme. Neuwertige D200 schwimmen heute für weniger als 700,- Euro pro Stück in der Bucht. Da ist in weniger als Jahresfrist ein Batzen Geld verbrannt worden.
wir sind ja nicht _immer_ der gleichen Meinung :beleidigt:, aber ich gebe zu, dass ich die kurzen Innovationszyklen, die wir aus der Computerei kennen, in der Fotografie eigentlich nicht wirklich gebraucht hätte. Vor fast genau zwei Jahren habe ich für rund 1700 Euro eine D200 gekauft, d. h. die Kamera hat seit dem im Schnitt 40 Euro/Monat an Wert verloren. Damals wurde sie als Preisbrecher und Wunderkamera begrüßt, heute lockt sie keine Oma mehr vom Ofen weg. Klar: Das Bessere ist des Guten Feind, und es kommt auch jetzt noch wesentlich nicht darauf an, welche Technik man verwendet, sondern was man aus ihr macht. Aber ich weiß nicht, ob diese Beliebigkeit, diese Kurzlebigkeit, diese Materiallastigkeit in der Fotografie den fotografischen Ergebnissen wirklich gut tut. Bei aller Technikverliebtheit bleibt da doch irgendwie ein schaler Geschmack.

Ciao
HaPe
 
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700....Hmmmm, verlockend :)

Hehe, viel lustiger als an der analogen den monitor zu suchen, ist an ner nicht dslr. bevorzugt wenn man ne kompakte in die hand bekommt, sich das ding ans auge zu klatschen... um festzustellen, dass da ja kein sucher is :D

Die D slr erleichtert es einem einfach. Im Handling, in der unterstützung, und im lernprozess. was heute fast nix kostet mal eben ein paar tausend bilder zu machen, was in irgendeiner form erfahrung und lernen entspricht, war damals teuer, sauteuer.

es stimmt aber, dass mit dem dazulernen und vorhandensein neuer techniken und bedürfnissen ( eine f301 hatte 35 seiten (!) handbuch) eine änderung eingeht.

im zuge dessen haben wir auch manche sachen verlernt, die nichtmehr nötig sind. zb ein gutes schätzen was bei einer lichtsituation für eine belichtung nötig ist. ( mit erfahrung schätzen: das hier ist F8, 1/200)

die belichtungskorrektur ist dank monitor, histogramm und matrix messung kaum schwer/ in gebrauch, früher hätte man erfahren sagen können: das motiv braucht -0.7 etc...

wie mit vielen dingen des lebens, kommen neues wissen hinzu, und altes wird verloren...

ob man dies als verschlechterung oder als änderung sieht ist auslegung.

recht zu geben ist aber, das heute auch jmd ohne ahnung und interesse etwas erreichen kann, was früher nicht ging. dank motivklingel, und keinem nötigen wissen was denn "bldene" oder so sei..
 
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Vor fast genau zwei Jahren habe ich für rund 1700 Euro eine D200 gekauft, d. h. die Kamera hat seit dem im Schnitt 40 Euro/Monat an Wert verloren.

Ich habe weit mehr pro Monat gespart - zwischen 3000 und 7000 Bilder pro Monat kosten in analog ein bisschen mehr (von denen ich natürlich in analog nur 10% fotografiert hätte - dann wären mir aber auch einige Motive entgangen)... Und niemand wird gezwungen seine D200 zu verkaufen - sie war gestern gut genug, warum sollte sie heute ungenügend sein?
 
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Hi Xyno,

Ich habe weit mehr pro Monat gespart [...] Und niemand wird gezwungen seine D200 zu verkaufen - sie war gestern gut genug, warum sollte sie heute ungenügend sein?
schon klar, es geht mir auch gar nicht mal um den "monetären Wertverlust", sondern um den "ideellen Werteverlust", der immer schleichend mit einher kommt, wenn uns die Industrie erklärt was wir brauchen um glücklich zu sein.

Ich freue mich mit allen D300 und D3 Neubesitzer über deren neues Schätzchen ... für mich habe ich aber beschlossen, zumindest diese eine Innovationsrunde auszulassen, eben weil ich meine D200 entgegen dem Trend keineswegs als ungenügend empfinde und noch lange nicht an deren Grenzen gekommen bin.

Nach all den vielen Web-Bildchen in der letzten Zeit habe ich gestern Abend eine ganze Reihe von Fotografien (verschiedene Portraits und Bilder aus Südostasien) auf A3 (!) ausgedruckt und bin hin und weg von phänomenalen Schärfe und Brillianz dieser Bilder. Nein reif für den Mülleimer ist die D200 noch lange nicht :cool:.

Ciao
HaÜe
 
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wenn uns die Industrie erklärt was wir brauchen um glücklich zu sein.

Wenn ich Nikon entscheiden lasse, was ich brauche, um glücklich zu sein, habe ich sowieso ein Problem und viel zu schleppen :D
Der "ideele Werteverlust" ist ein rein imaginärer - einfach alle Prospekte und Werbungen ignorieren und schon gibt es ihn nicht mehr :D:fahne:
Für mich ist die D2x(s) immer noch die beste Kamera, die Nikon für meine Zwecke bisher baute - keinerlei Verlust... :up:
 
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Also ich hab mich in letzter Zeit hier des Öfteren durch wirklich schöne Bilderserien geklickt, und dabei festgestellt, das die Welt ganz schön (zu) bunt geworden ist.

Meine kleine Rollei35 kam letztens vom Service zurück, und danach hab ich einen ganz normalen Kodak Gold 200 belichtet. Die Farben waren reine Sahne (meine Freundin, eine Malerin, sagt "wie gemalt").

Solange sie aus digital nicht den Plastik-Look rausbekommen, könne sie mich mit noch so gutem Rauschverhalten nicht mehr hinterm Ofen hervor Locken.

Mag ja sein, dass das irgendwann keiner mehr merkt, weil alle sich dran gewöhnt haben, aber solange ICH das noch SEHE, bleib ich bei meiner jetzigen Ausrüstung.
 
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je nun, verblöden - würde ich nicht direkt sagen.

mir hat die digitale F. das fotografieren erst mal wieder zurückgebracht.
und gelernt habe ich in den digitalen jahren auch.

dinge, die ich aufgrund fehlenden labors in analogen zeiten und auch aufgrund fehlenden interesses an der pantscherei nicht lernen wollte, ich faulsack, ich.

mir stellt sich nun nach dem teilweisen, reparablen abgang meiner d1x
eher eine andere frage:
macht es sinn, mir eine d200 aus der bucht zu angeln, die "mehr" kann als die dicke alte tante d1x oder doch eher nach einer d2x (s) zu suchen?
die frage stellt sich für mich nur, da ich das fehlen einer kamera derzeit schmerzlich erfahre, dh. sehe, dass ein backup wohl doch eher sinnvoll ist.

(das alles ist ein vollkommen anderer aspekt digitaler verblödung)
für mich aber wichtig.

gruesse
ralf
 
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Solange sie aus digital nicht den Plastik-Look rausbekommen

So verschieden sind die Sehgewohnheiten. :D Das was du als "Plastik-Look" bezeichnest, das ist offenbar das Fehlen von Bildfehlern des kleinen 24x36 Formates. Da ist die Digi in ihrer "cleanen" Darstellung näher dran an den großen Analogformaten, wie sie in der Landschaftsfotografie üblich waren.

PS: Die Rollei 35 mag ich trotzdem.
 
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Das was du als "Plastik-Look" bezeichnest, das ist offenbar das Fehlen von Bildfehlern des kleinen 24x36 Formates.

Jene, die noch mit der F2 fotografiert haben, werden sich an genau diese Argumentation aus der Zeit der aufkommenden Compact Disc erinnern. Die wurde als kalt, unnatürlich, synthetisch empfunden. Na klar, das Knistern der Diamantnadel in der Rille der Vinylscheibe war plötzlich weg. Und der Rauschabstand von etwa -30dB bis -40dB (selber nachgemessen!) schnellte plötzlich auf -80dB oder so.

An ähnliche Diskussionen erinnere ich mich, als die ersten Videokameras mit CCD Sensor statt der guten alten Saticonröhre raus kamen. Die erste CCD-Videokamera kam meines Wissens von Hitachi und hatte ein CCD mit 240.000 Pixel. Die Bilder waren in der Tat etwas hart und unnatürlich, aber vor allem waren sie ungewohnt scharf, obwohl für volle PAL Auflösung eigentlich eine deutlich höhere Pixelzahl nötig gewesen wäre. Die "angenehm weiche" Wiedergabe der Röhre war jedenfalls für immer beim Teufel.

Und da bin ich auf die Ablöse von Super8 Film durch Video noch gar nicht eingegangen. Wer wissen will, wie die Videofilmer das heute kommentieren, der gebe mal "Filmlook" in google ein. Die Ärmsten suchen heute noch nach dem idealen Premiere Plugin, um ihr Filmkorn wieder zu kriegen. Und da die Diskussion um den "warmen Klang" des Röhrenverstärkers nach einem halben Jahrhundert noch immer nicht abgeschlossen ist, werden uns diese Diskussionen noch ein Weilchen begleiten.
 
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