Moin, moin!Meine Anteilnahme gilt in diesen schnelllebigen Zeiten allen Analogfotografen, alljenen, die seltsamerweise dazu verdammt sind, mit digitalen Kameras schlechtere Bilder zu machen. Jenen, die unter der Allgegenwart der digitalen Bilderflut zu leiden haben.
Neben meiner digitalen Ausrüstung, mit der ich wirklich schöne Ergebnisse erziele, habe ich auch noch eine komplette analoge. Und ab und zu ziehe ich mit meiner Nikon F4 hinaus. Wenn ich ehrlich bin, stelle ich aber zunehmend fest, dass meine outdoor-Ergebnisse im analogen Bereich im Vergleich mit der D200 immer öfter nicht mitkönnen. Indoor mit Blitz und outdoor mit Stativ ist das Ergebnis bestenfalls unentschieden. Nun frage ich mich, ob ich anfange digital zu verblöden und analog zu schwächeln. Mit immer wenig Aufwand, Zeit und Überlegung hole ich digital überzeugende Ergebnisse. Und wenn nicht, macht mein apple den Rest. Aber analog bin ich immer unzufriedener mit meiner Leistung. Zu wenig Zeit genommen? Wichtiges vergessen? Schlampig geworden? Bestimmt richtig. Wie geht es euch dabei?
Jo
Das bei den Ergebnissen dieser Herangehensweise jene Kriterien mehr in den Hintergrud treten, die analog fotografierenden als Prioritäten gelten, liegt in der Natur der Sache.
durch die Gewöhnung an, durch Arbeiten mit Digital erst entstehenden Gewohnheiten
Genau, wer setzt sich schon gerne freiwillig an den Rechner, um das zu beheben, was bei der Aufnahme schon hätte vermieden werden können?... Ich fotografiere nun schon über 25 Jahre mit Nikon, und das digital nicht grundlegend anders und nicht minder sorgfältig als analog.
Moin, moin!
Es geht den meisten Analogfotografen in solchen Debatten überhaupt nicht um ein romantisches oder unreflektiertes Zurück in die 80er Jahre - mir jedenfalls nicht. Ich halte Film für ein Medium des 21. Jahrhunderts. Hightech, denn ohne grosse zivilsatorische Vorbedingungen erziehlt man mindestens das gleiche Ergebnis wie mit dem Computerchip. Wenn solche Debatten eskalieren, liegt es ganz häufig an der Eitelkeit einiger ganz weniger Eminenzen in der Runde und viel weniger am Thema selbst.
Ich habe sehr viel Spass am Umgang mit Analog, aber auch nicht wenig Spass an Digital. Allein deshalb gehöre ich schon nicht zu denjenigen, die unter der digitalen Bilderflut leiden. Was mich an Digital stört ist hinlänglich bekannt: ich zweifele an der Zuverlässigkeit digitaler Bildspeicher über eine für Fotografen relevante Zeitspanne hinweg.
Schönen Tag
Tim
Irgendwann resigniert man halt dann und lässt die Kamera machen. Wenn sie eh immer alles besser weiss. Natürlich fehlen einem dann die feinen Automatiken, wenn man wieder mal mit der "Alten" raus geht. Da vergisst man allzu leicht auf Dinge zu achten, auf die zu achten man nicht mehr gewohnt ist. Insoferne verblödet die Fotografie mit automatiküberladenen Kameras in gewisser Weise. Dass diese Kameras heutzutage vorwiegend digital sind, ist ein Trend der Zeit und nicht notwendigerweise ursächlich relevant.
Macht aber auch nichts. Für einen kleinen Analog-Digital-Flamewar muss immer Zeit sein. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Hmmm. Das scheint mir weniger die Natur der Sache zu sein als die persönliche Arbeitsweise von dongil.
Ich fotografiere nun schon über 25 Jahre mit Nikon, und das digital nicht grundlegend anders und nicht minder sorgfältig als analog.
Hallo,
ist ja immer merkwürdig in welche Richtung diese Diskussionen gehen. Wer fragt denn schon einmal wofür und warum fotografiere ich. Ich fänd das ja mal ganz lustig, wenn frankyboy seine Sportfotos vom Wochenende mal wieder auf Farbnegativ belichten würde und nach den Spiel schnell entwickeln. Hätte er sicher Riesenerfolg, bei seiner Agentur und bei den Abdrucken.
Ich selber habe Sport 30 Jahre fotografiert, analog wohlgemerkt, mit 400mm Objektiven manuell zu fokussieren. Es gab nicht viele in den Stadien die ein olympisches 100m Finale von vorn mir 400mm/2,8 manuell fotografieren konnten. Dann kam der Autofokus von Canon und auf einmal konnten das fast alle. Meine Fertigkeit war plötzlich nichts mehr wert. Natürlich habe ich mir auch Autofokus-Objektive gekauft. War damals bei der Olympiade in Albertville als mein Assistent am Abend beim Eiskunstlauf nach einem 14 Stunden Arbeitstag mit seiner EOS und 400er plötzlich mehr scharfe Bilder hatte als ich.
Natürlich habe ich immer noch gut verkauft, weil ich mich um das Foto bemüht habe.
Aber dann kam die nächste Neuerung, digital, am Anfang noch belächelt, aber inzwischen so perfekt, dass es Fotos im Sport und anderen Repotagebereichen gibt, die früher nie und nimmer möglich gewesen wären. Gleichzeitig sind damit die Fotos in Echtzeit in den Redaktionen verfügbar und zwar weltweit. Darum wollte ich als einzelner Fotograf nicht mehr gegen hunderte antreten, weil die auch noch ein Redaktionsteam habe, die die LAN-gesendeten Bilder schon beschriften und versenden, wenn die Speicherkarte noch in der Kamera ist. Das ist digitale Fotografie und kein Mensch würde auch nur einen Gedanken an analog verschwenden. Für mich ist das schlecht. Noch bei der Olympiade in Sydney habe ich für den STERN fotografiert, da war eine Bildredakteurin vor Ort, hat meine Filme zum Entwickeln gebracht und nach zwei Stunden sich die besten rausgeschnitten. da war das 100m Finalfoto weg vom Markt und hatte dadurch einen richtigen Wert, weil andere Redaktionen das auch gemacht haben und von den Top-Fotografen die Topbilder exklusiv gekauft haben. Die sind dann nicht mehr durchs Internet um die Welt gezogen.
Aus diesen Gründen fotografiere ich jetzt Reisereportagen, weil mir das mehr Spass macht.
Hier könnte man ja wieder auf analog gehen, willich aber auch nicht, weil ich nach wie vor mit Fotos Geld verdienen will. Meine Agentur will nur noch digital beliefert werden und es macht wenig Sinn, erst Dias zu machen und dann zu scannen.
Voriges Jahr habe ich den HB-Bildatlas Tschechien fotografiert, ich weiß micht mehr genau wieviele Fotos ich digital gemacht habe, hatte mir aber ausgerechnet, dass ich nur für diesen Job etwa für 5000 Euro Film und Entwicklung gezahlt hätte. Da kann ich den Wertverlust von meine D2X von 2000 Euro gut verkraften.
Also bitte ein wenig nachdenken, wenn man so über die digitale fotgrafie herzieht.
Bringt die neue Technik mehr Qualität ?
Klar tut sie das, denn sie hilft das Fotos gelingen, die früher nicht gingen. Auch ein Fotograf wie Cartier-Bresson wird Fotos gehabt haben, die nichts geworden sind, weil die Technik nich mitgespielt hat. Wäre mal interessant die Fotos berühmter Fotografen zu sehen, die vom Motiv toll waren, aber den technischen Ansprüchen nicht genügt haben.
Wer aber für sich mit seiner F3 gücklich ist und aus Hobby S/W Fotos macht soll auch damit glücklich werden. Ich habe auch noch ein eigerichtetes S/W Labor.
Aber bitte keine allgemeinen Verurteilungen gegen digital oder analog.
In dem Sinne
Rainer
...Mir ist nur aufgefallen, dass mangelnde Übung sich rächt, ich verliere meine Fähigkeiten (Altersfrage???) , weil ich sie viel zu wenig automatisiere. Dann greife ich parallel zur D200 und habe quasi als Netz im Zirkus die wunderbaren Automatiken, Hilfen oder aber nachher meinen apple. Es geht mir also keinesfalls um Grabenkämpfe analog gegen digital, sondern um die Frage was man zunehmend verliert. Und ob ich ein Einzelfall bin. Mir geht es so, dass ich mit der F4 losziehe, mich wirklich freue, dann später, zu spät die Bilder sehe und dann sehr wohl gut weiß was ich alles falsch gemacht habe. Hätte ich doch und das wäre besser gewesen wenn und so weiter.
Ich hatte schon mal zweimal meine gesamte analoge Ausrüstung (KB und MF) verkauft und dann wieder angeschafft. Also gibt es durchaus eine alte Liebe und keine Missachtung.
Jo
...Wer mir sagt, wie er das ohne Monitorkontrolle hinbekommt, ohne TRial und Error und Korrektur, wo jeder Belichtungsmesser (AF sowieso) versagt, na dann echt HUt ab vor soviel Erfahrung...
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