Irgendwie verstehe ich hier das Problem nicht. Wenn Werner von "Anmutung" schreibt, dann hört sich das nach dem momentanen Hipster-Hype an welcher die Preise von Altgläsern in astronomische Höhen treibt. Aber ich weiss, was Werner meint und kenne seine Arbeiten mit der F3 und dem fest verwachsenen 50er.
Die alten Gläser sind einfach völlig mit Kompromissen behaftet, es gibt Abbildungsfehler ohne Ende. Wenn das den "Reiz" des Bildes ausmacht... na gut. Weder Fuji noch andere Objektivproduzenten können mehr Kontrast und Schärfe mit den Optiken produzieren als da ist. Was Film oder Sensor daraus machen ist etwas ganz anderes.
Ich benutze jede Menge Nikon Analog-Zeug, habe eine D3 und auch eine Fuji X-E1. Ich habe mal an der Fuji X-E1 per Adapter das Nikkor AI 28 f/2.8 von 1974 und das W-Nikkor-S 28mm f/3.5 von 1952 (Rangefinder) gegen das originale Fuji XF 27mm f/2.8
bei Offenblende, sowie
bei Blende 11 getestet. Scharfeinstellung jeweils mit der Schärfehilfe der Kamera, natürlich vom Stativ. Linker Bildrand, volle Höhe, keine weitere Bearbeitung des Bildes aus der Kamera. Dazu kommt noch, dass die Fuji nur den "sweet spot" der FF-Objektive nutzt, am Rand auf FF sieht es noch schlimmer aus.
Die alten Scherben sollen ihre Ruhe an analogen Kameras auf Film finden. Sie vor einen digitalen Sensor zu schrauben gibt keine "Anmutung", sondern nur flaue Bilder mit jeder Mange CAs, jedenfalls im Fall des 70er Jahre Nikons. Meine Meinung.
Man kann die Objektiventwicklung über die Jahrzehnte deutlich sehen. Wer die Suppe als "Vintage-Look" tituliert, macht sich was vor. Man muss fairerweise sagen, dass die alten Linsen nicht auf Bildfeldebnung und Randstrahlen optimiert sind, da reagiert ein Sensor empfindlicher als der Film. Dem ist es egal ob das Licht schräg auftrifft. Das Nikkor-S wurde noch komplett ohne Computer berechnet...