Richtige Fuji hin oder her, das ändert nichts daran, dass die Bilder bei einigen Objektiven wie dem 16-50 digital stark nachbearbeitet werden müssen, um brauchbar zu sein.
Das ist so nicht richtig. Meine Tochter hat eine X-T10 und das besagte XC 16-50. Da sie ausschließlich in jpg fotografiert, wird auch nichts nachbearbeitet. Mir gefallen ihre Bilder, so wie sie sind.
Doch, die Bilder müssen nachbearbeitet werden. Aber ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Ich hatte mich auch missverständlich ausgedrückt.
Mit der Nachbearbeitung meinte ich die Bearbeitung, die die Kamera selbst auf den Sensordaten vornimmt, um das JPG zu erzeugen. Gemeint waren damit u. A. die Entfernung der Verzeichnung und die Beseitigung der chromatischen Aberrationen. Wenn deine Tochter die JPGs frisch aus der Kamera entnimmt, ist diese Bearbeitung schon drinne. Es ist auch nicht möglich, in der Fuji diese Bearbeitung abzuschalten. Und ich habe das Gefühl, dass es diese Bearbeitung ist, die die Bilder hart aussehen lässt.
Wenn man Bilder vom 16-50 mit einem Raw-Konverter, der das eingebettete Objektivprofil nicht automatisch ausführt (z. B. Darktable), betrachtet, dann sehen die Bilder miserabel aus.
Etwas OT:
Ich habe mal an der Fuji X-E1 per Adapter das Nikkor AI 28 f/2.8 von 1974 und das W-Nikkor-S 28mm f/3.5 von 1952 (Rangefinder) gegen das originale Fuji XF 27mm f/2.8 bei Offenblende, sowie bei Blende 11 getestet. Scharfeinstellung jeweils mit der Schärfehilfe der Kamera, natürlich vom Stativ. Linker Bildrand, volle Höhe, keine weitere Bearbeitung des Bildes aus der Kamera. Dazu kommt noch, dass die Fuji nur den "sweet spot" der FF-Objektive nutzt, am Rand auf FF sieht es noch schlimmer aus.
Die alten Scherben sollen ihre Ruhe an analogen Kameras auf Film finden. Sie vor einen digitalen Sensor zu schrauben gibt keine "Anmutung", sondern nur flaue Bilder mit jeder Mange CAs, jedenfalls im Fall des 70er Jahre Nikons. Meine Meinung.
Das ist zu pauschal gesagt.
Zum einen ist der Vergleich, altes KB-Objektiv mit neuem APS-Objektiv, jeweils an APS getestet, unfair. Im Gegensatz zum alten Objektiv wurde das APS-Objektiv ja genau für dieses kleinere Format gebaut. Beide an Vollformat getestet würden das alte Objektiv gewinnen lassen, weil das APS-Objektiv den Sensor nicht mal ausleuchtet. Man müsste beide an dem Format testen, für das sie gemacht wurden.
Zum anderen führt das Argument mit dem Sweet Spot in die Irre. Man nimmt zwar nur den besten Bereich, vergrößert den aber in einem Maße, der bei der Objektivkonstruktion nie vorgesehen war. Bei manchen Obektiven mit schwachem KB-Rand, aber einem sehr starkem Zentrum, geht das gut, andere Objektive, die über das ganze KB-Bildfeld gleichmäßig und dort gut waren, bieten im Zentrum nicht die nötige höhere Auflösung und enttäuschen an APS.
Deswegen ziehen Altglas-Fans es auch vor, ihre Objektive an Vollformat zu betreiben. Und die Fuji ist ohnehin nicht ideal für alte Objektive wegen ihres dicken Filterglases, was zu Randunschärfen führen kann.
Deine alten 28er kenne ich nicht. Ich habe stattdessen das Nikkor 28/3,5 in der K-Version, und das fällt in der Tat schon am APS-Rand deutlich in der Schärfe ab. Viel besser ist hingegen mein Schneider-Kreuznach 28/4 von 1959 (bei Offenblende besser als das Nikkor bei bester Blende 8), welches mit Ausnahme des äußersten Vollformat-Randes bei Landschaftsaufnahmen an Schärfe jedes moderne Objektiv übertrifft, das ich je an meiner Nikon D600 hatte.
An Fuji hatte ich nur das XC 16-50 mal gründlicher gegen das Beroflex 28-50/3,5-4,5 getestet (ein unfairer Vergleich, s. o.). Verkauft habe ich das Fuji XC. Geblieben ist das Beroflex. Zugegeben lag das an der mangelnden Infrarot-Eignung des Fuji XC, sonst hätte dieses mit AF, Stabi und Gegenlicht Vorteile gegenüber dem Beroflex. Aber in der Auflösungsleistung hatte es bei gleicher Blende und Brennweite keinerlei Vorteile gegenüber jenem. Und im Endeffekt waren die mit dem Beroflex gemachten Bilder gefälliger, weil, womit ich endlich die Brücke zurück zum Thema schlage, diese nicht so hart wirkten.