Viel Spaß mit dem neuen Traumobjektiv und geniesse jedes Bild daß du damit machst. Egal wie es der Rest der Welt sieht, man macht viele Bilder auch für sich selber. Umso mehr freut man sich, wenn es dann auch anderen gefällt.
Da es zuvor einen Diskurs um den "Testaufbau" zwischen dem
Sigma und dem Vorgänger gegeben hat, ein paar allgemeine Gedanken:
1) Der Farbunterschied, der aufgefallen ist, kommt mit hoher wahrscheinlichkeit daher, daß die Nikkore, die ihre LensID der Kamera mitteilen, von der Weißabgleichssoftware entsprechend ihrer optischen eigenschaften korrekt berücksichtigt werden können. MF-Nikkore und Objektive anderer Hersteller, haben keine eigene LensID und somit kann die Kamera nur raten welche Beschichtungen auf den Linsen sind, bzw. welches Eigenschaften das Glas der Linsen hat. Die Konsequenz ist unterschiedliche Farbanmutung in der Kamera.
2) Ob ein Vergleich "sinnvoll" ist, oder nicht, hängt einfach von der Aufgabenstellung ab und kann nicht generell abgetan werden, oder kritiklos in seiner Aussage übernommen werden.
Beispiel:
Wenn ein Objektiv nur 6.3 kann, dann kann es eben nur 6.3. Genauso wie man sich für gewisse Aufgabenstellungen eine bessere Kamera kauft, kann man durch den Einwurf kleiner Scheine ein Objektiv kaufen, daß eben genau dort "besser" ist, wo es einem wichtig ist. Genauso, wie es vollkommen irrelevant ist, welche D-SLR heutzutage jemand kauft, wenn die Aufgabenstellung ist 900x600 Webbildchen zu erstellen.
Wenn man dann genau den überlappenden Bereich zwischen zwei Optionen ansieht, dann fallen natürlich die Unterschiede nicht auf. Kann in dem disktuerten Fall ein Objektiv nur Blende 6.3, dann wird das Bokeh eben nur so gut wie diese Blende sein - dafür ist das Objektiv halt zBsp günstiger. Der "Vergleich" zu einem f4 Bokeh ist dann sinnvoll, wenn jene, die die F4 Linse nicht haben, sehen wie groß der Unterschied ist. Für den einen womöglich irrelevant, für den anderen ist es der Stein des Anstoß, genau auf dieses Objektiv hinzusparen, da es seinen Traum verkörpert - koste es was es wolle.
Kann ein Objektiv "nur" 6.3 kann man natürlich auch tolle Bilder im Allgemeinen machen. Es sind jedoch die Randbereiche des Einsatzspektrums, wo es interessant wird. Wenn ich dann meine Kamera um 1 2/3 ISO Stufen raufdrehen muß, ist das eben so - und das Bildergebnis wird eben durch meine Entscheidung ein f6.3 Objektiv zu nehmen, eben schlechter werden. Das f6.3 Objektiv gibt das im Vergleich zum f4 Objektiv vor. Jetzt kann man sagen die Bilder sind nicht vergleichbar. Ja und Nein - auch hier ist die Zielsetzung wichtig.
Der Fotograf, der nur bei tollem Licht fotografiert, wird den Vergleich als irrelevant ansehen
Der Fotograf, der an Tagesrandzeiten unterwegs ist, wird vermutlcih viel schneller sehr tief in die Tasche greifen und entweder das Objektiv oder die Kamera hochrüsten.
Kameras und Objektive sind hochkomplexe technische Produkte die eine unglaubliche Vielseitigkeit haben - um eben vielen Geschmäckern zu dienen. Unterschiedliche Einschätzungen und Meinungen rühren meistens daher, daß die Einzelfaktoren unterschiedlich gewichtet werden. Und damit kammt man naturgemäß zu anderen Einschätzungen, Ergebnissen und Prioritäten.
LG,
Andy