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Leica SL: spiegellose Vollformatkamera mit 4k-Video


S

SuperA

Guest
Ich finde das Konzept ziemlich interessant und hätte ich nicht schon eine Kompakte (LX-100), M-System und Nikon DSLR, könnte ich mir den Kauf zusammen mit den beiden Zooms gut vorstellen.

Neben dem Vorteil der Lautstärke und der wohl gegebenen optischen Qualität der Objektive, gefällt mir, dass der Übergang der Zooms bei 90mm liegt und bis 280 statt nur 200mm geht.

Ich habe mir gerade mal die Infos auf der Leica Website angeschaut und sehe eine gewisse Gefahr, doch noch schwach zu werden. ;)
 

smep

Sehr aktives Mitglied
Ich war gestern bei der Hausmesse von Foto Dinkel.

Dort war Leica mit einem Tisch vertreten. Auch die Leica SL hatte der freundliche Leica-Vertreter dabei. Mein erster Eindruck: Das 24-90mm-Zoom ist noch grösser als man auf den Fotos erahnen konnte. Ich habe mein Nikon AF-S 24-70/2.8 danebengelegen, das ist im direkten Vergleich richtig klein. Ich muss dazusagen, das Nikon AF-S 24-70/2.8 ist mir eigentlich schon zu gross und zu schwer um es tagelang rumzuschleppen. Die Kamera selbst, die Leica SL hat dagegen die richtige Grösse, ein schönes cleanes aber trotzdem griffiges Design. Es kam mir so vor, wie wenn das Objektiv in der einen und die Kamera in einer anderen Abteilung von Leica entwickelt wurden, am Schluss war die Objektiv-Abteilung erstaunt, dass die Kamera so klein und die Kamera-Abteilung erstaunt, dass das Objektiv so gross geworden ist.

Wenn man in der Sucher schaut hat man tatsächlich ein sehr grosses klares (elektronisches) Sucherbild vor dem Auge. Grösser als in allen anderen spiegellosen Kameras.

Das 24-90mm-Objektiv hat schnell und präzise scharfgestellt.

Da auch ein M-auf-SL-Adapter verfügbar war habe ich mein extra mitgebrachtes M-Summicron 28/2.0 asph. angesetzt und das Focus-Peaking einschalten lassen. Eine schnelle und korrekte Scharfstellung z.B. auf ein Gesicht ist damit nicht möglich. Auf dem Sucherbild auch nicht, es gibt bei elektronischen Suchern keine springende Schärfe wie bei guten Mattscheiben früher. Der Leica-Vertreter hat dann noch die Suchervergrösserung auf eine leicht zu erreichende Taste gelegt. Da geht dann das Scharfstellen schon besser. Für Reportagen, bei denen man schnell fokussieren und auch noch den richtigen Moment erwischen muss ist das aber auch nicht geeignet.

Die Bilder, die ich auf meine SD-Karte gespeichert hatte sahen ganz gut aus.

Zum Vergleich habe ich mein M-Objektiv auch noch an die Sony Alpha 7II angesetzt. Der Sucher ist kleiner und dunkler, das Focus-Peaking ist aber besser. Macht aber auch damit keinen Spass zu fokussieren.

Mein daraus gezogener Schluss: Alte Objektive an spiegellose Kameras zu adaptieren ist für mich und meinen Einsatzbereich weiterhin eine Notlösung, da geht nichts über ein gut abgestimmtes System. Für statische Fotos, Landschaften oder Architektur mag es ok sein.

Nächste Chance zum Testen: Freitag und Samstag bei der Foto Sauter Hausmesse.
 

häuschen

NF-F "proofed"
Das Problem mit dem Peaking versteh ich nicht ganz. Ist es nicht gerade dazu da, gut scharf stellen zu können? Die scharfen Bereiche färben sich doch ein. Was genau stört, lässt sich das beschreiben?
 

gugu

Sehr aktives Mitglied
Das Problem mit dem Peaking versteh ich nicht ganz. Ist es nicht gerade dazu da, gut scharf stellen zu können? Die scharfen Bereiche färben sich doch ein. Was genau stört, lässt sich das beschreiben?
Ich kenne das Fokus Peaking nur bei der Fuji X, aber ich schätze mal es wird ähnlich funktionieren. Du kannst mit einem knopf schnell zoomen bzw. auf 100% umschalten, um genau scharfzustellen, aber dann siehst Du natürlich nicht den ganzen Bildauschnitt, den Du fotografierst. Man muß also erst wieder zur 'Normalansicht' zurückschalten und das ist für schnelles arbeiten ziemlich ungeeignet.

VG
 

häuschen

NF-F "proofed"
Die 100% interessieren mich gar nicht, das ist was für Stativisten. Warum ist es in der Normalansicht nicht so funktionell?

Edit: Smeps Antwort war noch nicht da, als ich dies schrub.
 

gugu

Sehr aktives Mitglied
Die 100% interessieren mich gar nicht, das ist was für Stativisten. Warum ist es in der Normalansicht nicht so funktionell?
Weil Du in der Normalansicht nix siehst... viel zu klein um zu beurteilen wo die Schärfe liegt.

VG
 

gugu

Sehr aktives Mitglied
Liegt das aber nicht vielleicht auch an der Brennweite 28mm ?....hast du auch mal ein 50er oder 90er probiert?

Grüße,
Jan
Ja. sogar auch ein 55-200er. Den Effekt den smep beschrieben hat trägt sicher dazu bei, daß man ohnehin schon weniger sieht, als auf einer richtigen Mattscheibe. Ich glaube auch gelesen zu haben, daß man bei der 2 Adapter-Lösung von R auf T ohnehin immer die Arbeitsblende eingestellt hat, was das arbeiten zusätzlich noch erschweren würde.

VG
 

Telewatt

Nikon-Community VIP Member
Ja. sogar auch ein 55-200er. Den Effekt den smep beschrieben hat trägt sicher dazu bei, daß man ohnehin schon weniger sieht, als auf einer richtigen Mattscheibe. Ich glaube auch gelesen zu haben, daß man bei der 2 Adapter-Lösung von R auf T ohnehin immer die Arbeitsblende eingestellt hat, was das arbeiten zusätzlich noch erschweren würde.

VG
...und wenn es so ist, wo siehst du das Problem?.....es ist ja keine Mattscheibe und von daher gleich hell....:nixweiss: ...und eventueller Fokusshift ist dann auch kein Problem...

Grüße,
Jan
 

pictor

Sehr aktives Mitglied
...und wenn es so ist, wo siehst du das Problem?.....es ist ja keine Mattscheibe und von daher gleich hell....:nixweiss: ...und eventueller Fokusshift ist dann auch kein Problem...
Mit der SL habe ich leider keine Erfahrung, aber die Physik gilt ja markenunabhängig: Das Problem ist die Schärfentiefe. Es geht halt exakter, wenn die nicht zu groß ist, d.h. das Objektiv nicht abgeblendet ist. Daher sollte man zum Fokussieren um mindestens zwei Blenden aufblenden, wenn man kann.

Und weil oben die springende Schärfe (bzw. deren Fehlen) erwähnt wurde: ein alter Trick für Raw-Fotografen ist das Einstellen der Schärfung auf das Maximum. Dann sind zwar die JPEGs aus der Kamera unbrauchbar, verbessert aber die Beurteilung der Schärfe.
 

gugu

Sehr aktives Mitglied
@ Telewatt

Das Du eben, falls Du nicht gerade die offenblende Benutzt, die Lage der Schärfe noch schlechter beurteilen kannst. Der Sucher bei der Leica ist sicher besser als bei 'ner Fuji und die Optiken auch Lichtstärker, aber es wird in jedem Fall schwerer sein, als in einem optischen Sucher.

Ich würde an Deiner Stelle auch mal eine schwierigere Situation damit ausprobieren. Also wirklich mal Situationen mit hohen Kontrasten, besonders helle und besonders dunkele, um zu sehen was der Sucher wirklich taugt.

VG
 

luckyshot

Sehr aktives Mitglied
...
Ich würde an Deiner Stelle auch mal eine schwierigere Situation damit ausprobieren. Also wirklich mal Situationen mit hohen Kontrasten, besonders helle und besonders dunkele, um zu sehen was der Sucher wirklich taugt.
...
Ja, das und einiges anderes.
Was macht er bei Motiven mit wenig Kanten?
Wie reagiert das Auge bei längerem Durchschauen?
Wie sieht das aus, wenn man auch das zweite Auge offen lässt?
Wie gut sieht man kleine, aber wichtige Bilddetails (z.B. geschlossene Augen bei Gruppenaufnahmen).

Der Sucher ist wirklich das, was mich vorab am meisten interessiert...
Dass die Bildqualität mit den Leica-Objektiven outstanding ist setzte ich ohnehin mal voraus...

Und weil weiter oben jemand schrieb "24 MP zu wenig" - ich habe kürzlich eine 18 MP Datei aus der MM in 200 x 300 verkauft und die sah makellos aus. Und zwar nicht nur aus 3 Meter Entfernung. Ich denke auch, dass 24 für 99 % aller Anwendungen vollkommen ausreichend ist (18 sind es auch)...
 

Pesch

Unterstützendes Mitglied
... aber ich möchte ja auch das 28er bei Offenblende auf den Punkt scharfstellen, wie mit dem Messsucher der M.
Für diese Zwecksetzung bietet Leica nach meinem Verständnis die Leica M an.

Der Wunsch, eine Kamera möge doch bitte die eierlegende Wollmilchsau sein, mag ja vieleicht vom Grundsatz her durchaus verständlich sein. Aber ob dieser Wunsch auch verständig ist, halte ich für eher fraglich.
 

falconeye

Sehr aktives Mitglied
am Schluss war die Objektiv-Abteilung erstaunt, dass die Kamera so klein und die Kamera-Abteilung erstaunt, dass das Objektiv so gross geworden ist.
Ich vermute, dies ist ein Ergebnis der speziellen optischen Konstruktion des Objektivs.

Es wurde ja auf einen möglichst geringen Massenimpuls / Fokusbewegung optimiert, d.h., es bewegen sich nur kleine innenliegende Linsengruppen während der Fokussierung, und auch nicht zu sehr.

Damit will Leica mit der SL ja DSLR- (genauer D4)-artige AF Geschwindigkeit erreichen, trotz Kontrast-AF. Im Prinzip sogar bei Bursts (denn dies ist ja eine Alleinstellung der SL, die Framerate bei 24MP). Aber hier bin ich dann doch skeptisch, was die Fähigkeiten Leica's für einen guten 3D Trackingalgorithmus betrifft ...

Dennoch, das grosse Objektiv ist vielleicht der Preis für gute AF Leistung.
 

gugu

Sehr aktives Mitglied
@ falconeye

Ich denke eher es ist anders herum. Da das Zoom-Objektiv, um eine möglichst gute Abbildungsleistung zu erzielen, recht groß geworden ist, haben sie auf diese Art der Fokussierung zurückgegriffen. Wenn sie viele Gläser dieser Größe bewegen müßten, dann wäre der AF sicher nicht mehr so schnell.

Nur ein kleines Linsenelement zu bewegen ist jetzt nicht wirklich neu. Das hat Nikon auch schon vor 20 Jahren mit ihren RF Optiken gemacht. Damit fokussierten selbst stangenbetriebene AF-Optiken recht flott.

Ich denke, auch ein späteres WW-Zoom dürfte verhältnismäßig groß werden, da man wahrscheinlich nicht wieder allzu schräg einfallende Randstrahlen haben möchte, wie das bei den M-Optiken der Fall ist. Wir werden sehen wie's kommt... :)

VG
 

smep

Sehr aktives Mitglied
Für diese Zwecksetzung bietet Leica nach meinem Verständnis die Leica M an.

Der Wunsch, eine Kamera möge doch bitte die eierlegende Wollmilchsau sein, mag ja vieleicht vom Grundsatz her durchaus verständlich sein. Aber ob dieser Wunsch auch verständig ist, halte ich für eher fraglich.
Durch die diversen Adapter, die Leica anbietet bewerben sie die Kamera de facto als eierlegende Wollmilchsau.

Es gibt einen R-, M- und sogar S-Adapter.


Ich schrieb ja, dass für langsame Fotografie die Scharfstellung mittels Suchervergrösserung durchaus funktioniert aber eben nicht wenn es bei Reportagen schnell gehen muss.
 

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