Vollkommen richtig, Sven, kann jedem Punkt zustimmen. Was ich nicht mehr will: ein kleines Bild mit verrückter Auflösung scannen und diesem Schrott dann Stunden opfern (damals, vor 22 Jahren, noch mit aus heutiger Sicht schwacher Hardware).
Was ich auch nicht will: *was ich brauche* einfach wegwerfen. Gut, ich kann mit den heutigen Mitteln, die sich ohne weiteres verbessern lassen, große Helligkeitsunterschiede durch bereichsweise Bearbeitung bewältigen.
Doch warum zuerst Teile wegwerfen und dann wieder irgendwie von wo anders herholen, zu einer Collage vereinen, mit dem Risiko einer Unstimmigkeit? Soll ja auch nicht der normale Ablauf sein, wenn er zuviel kostet (Zeit oder Ressourcen). Bei einem Bild brauche ich es, bei den nächsten 83 oder 84 oder 184 wieder nicht.
In meiner aktiven Zeit wars noch ein gewaltiger Unterschied, ob ich bei einem internen Auftrag ein Bild nur fürs Web aufbereitete oder auch als Buchillustration. Damals wars noch wesentlich teurer, den schweren Scan aufzubewahren, heute ist es ein Klacks, heute speichere ich das drucktauglich 19cm breit ab und lege dem Genossen Kollegen ein Mail-/Webtaugliches Exemplar dazu. Die Mühen und die Erfahrungen und die Fehler der Vergangenheit waren ein guter Lehrmeister, manches lernt man nur mit Schmerzen, und aus eigenen Fehlern, wieviel schöner sind die von anderen.
Um auf dein Beispiel mit deinen Hunderten Farbschattierungen zurückzukommen, es kommt selten oder nie die Notwendigkeit vor, alle zugleich in einem Bild zu haben (dann, in Folge, ist es eine Unmöglichkeit, das vor die Augen eines potentiellen Betrachters zu bringen), doch vielleicht zwei oder eine Handvoll nebeneinander im Verhältnis zueinander. Die Information ist der Unterschied, der einen Unterschied macht.
[Einschub: Warum sollen die sa. Urwaldbewohner auf ihre Grüntöne verzichten müssen, nur weil *ich* sie nicht erkenne? So ist es mit vielem.]
Die mit dem Auslösen grundsätzlich fertigen Bilder waren und sind auch mein Ziel, inzwischen achte ich auch zusätzlich darauf, dass ich die Bilder gerade bekomme, nicht mehr geringfügig drehen muss, obwohls mit einem Fingerschnippen ginge. In der Fotografie gibt's Puritaner mit Polfilter und Technikfreaks mit Lightroom-Kenntnissen, und Kreuzungen daraus
~ Allen einen schönen Tag,
und: nicht ärgern, nur wundern,
Karl