Und der RAW-Konverter weiß, dass der Schwan im Schlossteich schwarz war und das Gebäude dahinter blau? Glaubt das hier wirklich EINER?
Auch wenn das hier massiv nach Rumtrollerei klingt, mal ein Erklärungsversuch:
Ein Digitalsensor nimmt pro effektivem Bild-Pixel die Helligkeitswerte für den Rot-, Grün- und Blauanteil in drei mit entsprechenden Farbfiltern versehenen "Senseln" auf (additives RGB-Farbmodell). Letztlich entstehen also drei unterschiedliche Monochrombilder in den drei Farbkanälen; Monochrombilder, die nur Helligkeitswerte enthalten, keine Farben. Projiziert man die nun (real optisch als Transparentbild, z.B. Dia, oder digital) durch die entsprechenden Farbfilter rot, grün und blau exakt übereinander, entsteht auf einmal eine Farbinformation - das
additive Farbmodell kann bewundert werden.
Erst bei dieser Ausgabe (ob nun als Projektion an die Wand oder als Bitmap-Bild-Ausgabe, d.h. JPG, TIFF, etc.) entsteht Farbe und erst dort wird ein Farbraum definiert. Nikon-Kameras können JPGs im AdobeRGB oder im sRGB-Farbraum ausgeben. Das RAW hingegen sind nur Datentabellen mit Helligkeitswerten, sonst nichts. Was man beim "Anzeigen" einer RAW-Datei sieht, ist nur ein eingebettetes JPG-Vorschaubild, welches im in der Kamera eingestellten Farbraum erzeugt wurde.
Hoffe, etwas Klarheit geschaffen zu haben. Die Erklärung ist stellenweise sicherlich etwas simplifiziert, aber für exakte physikalische Details ist es auf diesem Diskussionslevel noch ein wenig zu früh...
CB