Farbraum der Kamera

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Harbachoed Karl

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Guten Morgen, heute Freitag!
Nach meiner gestrigen Frage interessiert mich: Nikon-Kameras haben doch je nach Generation verschiedene interne Farbräume?
Sind die noch im exportierten RAW greifbar oder schon nach RGB oder sRGB verloren?

~ k.
 
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... und wollte wissen, was das RAW-Format äussersten Falls hergibt.

Nichts. Raw (.NEF) sind Daten, die Spannungswerte an Photositen anzeigen. Am Photosite X123,Y789 liegen 0,n mV an. Der Konverter (in- oder ausserhalb der Kamera) weiss, dass es sich dabei zB. um einen rot-empfindlichen Rezeptor handelt. Aus der Summe aller Rezeptoren wird dann ein Bild zusammengesetzt, welches mehr oder weniger unserem chromatischen Sichteindruck entspricht.

Der limitierende Faktor ist dabei der Sensor, seine Auflösung und Empfindlichkeit. RAW-Daten sind also kein Bildformat; sie geben im aüssersten Fall Spannungswerte her, und ein Konverter macht daraus ein "Photo".

https://de.wikipedia.org/wiki/CCD-Sensor
 
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Wollen wir der Diskussion doch mal Farbe geben:


picture.php



Mein Schreibtisch, ooC – echt wahr. :cool:




 
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Hallo Karl,

[...] vielleicht öfter aber zu grosser Dynamikumfang, und wollte wissen, was das RAW-Format äussersten Falls hergibt.
ich will wirklich nicht oberlehrerhaft daher kommen, aber Du sprichst über technische Größen und Begriffe, für die es eine allgemein anerkannte Definition und Bedeutung gibt ... die Du so aber nicht zu teilen scheinst. Es ist schwierig in eine Diskussion bzw. Problemlösung einzusteigen, wenn die Basis und das Vokabular nicht vereinbart ist.

Die Dynamik (einen Dynamikumfang gibt es nicht) ist der Quotient aus dem kleinsten und größten gleichzeitig darstellbaren Kontrast. Es muss dabei unterschieden werden zwischen der Motivdynamik, der Eingangsdynamik, der Sensordynamik, der Ausgabedynamik und vielem mehr. Das Datei- und Datenformat sagt nichts über die transportierte Dynamik aus. Das ist soweit allgemein anerkannt.

Das RAW-Format kann (!) .. wie übrigens auch das JPEG-Format ... jede beliebige Motivdynamik gemäß obiger Definition transportieren, nur tut es das meistens nicht. Das ist eine Frage der Kodierung, nicht des Farbraums und nicht mal der Bittiefe. Und es ist wahrlich nicht so, dass ein Bild mit einer (wahlweise) besonders hohen oder besonders geringen Dynamik zwangsweise erstrebenswert (weil hübscher als andere) wäre.

Ciao
HaPe
 
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Ich bin jetzt in Eile, glaube aber, es oben schon geschrieben zu haben: Ich habe manchmal Bilder mit zu großem Farbumfang, vielleicht öfter aber zu grosser Dynamikumfang, und wollte wissen, was das RAW-Format äussersten Falls hergibt.

Darf man das noch?


~lg, Karl

Wenn die hellsten Lichter, die auf den Sensor treffen, um das 16383-fache heller sind als die dunkelstmögliche nichtschwarzen Stellen auf dem Sensor, dann übersteigt die Dynamik des durch das Objektiv fallenden Lichts die Fähigkeiten des RAW-Formats, die Graustufen zwischen den hellsten und dunkelsten Stellen vollständig linear aufzulösen. Ob der Sensor physikalisch dazu geeignet ist, diese Abstufungen in dieser Detailtreue aufzunehmen, und ob er die Dynamik des durch das Objektiv fallenden Lichts vollständig differenziert auswerten kann, steht auf einem anderen Blatt. Da das 14bit-RAW-Format aber bisher alle technischen Verbesserungen der Sensoren klaglos gemeistert hat, vermute ich, dass das dynamische Auflösungsvermögen der Sensoren den Darstellungsmöglichkeiten des RAW-Formats noch unterlegen ist.

Die Frage der möglichen abbildbaren Dynamik geht also an den Sensor, nicht an das RAW-Format.

Aber wir können den Thread auch gerne noch in diese Richtung drehen, da waren wir ja noch nicht.
 
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Nein, immer noch nicht. Der Farbraum, den Dein Konverter benutzt ist ProPhotoRGB. Du kannst natürlich auch jeden beliebigen anderen anlegen. Dem NEF ist das vollkommen wurscht, das enthält ja nur 14bit Graustufen.

Ob Du das glaubst oder verstehst, ist dabei eigentlich egal.
Das Problem ist, dass solche Beiträge über Suchmaschinen gefunden werden, und dann gehen solch falsche Vorstellungen (ein RAW enthalte Farben) in die weite Welt: "Ich habe mal gelesen ...", "Im NFF steht aber ..."

Well roared Lion :D

... mit dem Rest müssen wir uns, glaube ich, abfinden. Meinungen haben mehr Gewicht als Fakten.:frier:
 
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Wenn ich das alles so lese, ob das vielleicht als Freitagsthema gemeint war :gruebel:
Der Eröffnungstag passt ja.
 
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Hallo Karl,
ich will wirklich nicht oberlehrerhaft daher kommen, aber Du sprichst über technische Größen und Begriffe, für die es eine allgemein anerkannte Definition und Bedeutung gibt ... die Du so aber nicht zu teilen scheinst. Es ist schwierig in eine Diskussion bzw. Problemlösung einzusteigen, wenn die Basis und das Vokabular nicht vereinbart ist.

Hallo HaPe,

Die Dynamik (einen Dynamikumfang gibt es nicht)


Zitat:
Dynamikumfang, auch Dynamikbereich oder einfach nur Dynamik oder Kontrastumfang, bezeichnet in allgemeinen technischen, physikalischen oder mathematischen Zusammenhängen den Quotienten aus Maximum und Minimum einer physikalischen Größe oder Funktion.
Dynamikumfang – Wikipedia
https://de.wikipedia.org › wiki › Dynami...
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Ich bin der Meinung, einmal guugeln ist keine Recherche, trotzdem erspare ich mir, hier hundert fundierte Quellen anzuführen, die in kürzester Zeit aufzufinden wären. Und so geht es hier ständig.

Ich selbst stand und stehe oft vor dem Problem, zB ein Dateiformat, wenn ich den Begriff wieder einmal unüberlegt in unpassender Umgebung verwende, zurechtzurücken - dass das nicht in Zentimetern gemessen wird. (Und persönlich HASSE ich den Ausdruck Format bei TV-Angelegenheiten … doch, wie du sagst, wir brauchen Übereinkommen, approbierte Begriffe, für die Verständigung).

So verstehe ich auch, dass hier Leute angenommen haben, ich würde in einer Fotospeicherkarte bunte Tinten herumrinnen sehen, darum der vom Forum 15-fach wiederholte Hinweis, RAW-Daten wären nur Grauwerte, da wäre keine Farbe.

Wenn wir uns wider Erwarten nicht mehr begegnen hier: ein schönes Wochenende.

~ Gruß, Karl
 
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Hallo Karl,
Das RAW-Format kann (!) .. wie übrigens auch das JPEG-Format ... jede beliebige Motivdynamik gemäß obiger Definition transportieren, nur tut es das meistens nicht. Das ist eine Frage der Kodierung, nicht des Farbraums und nicht mal der Bittiefe. Und es ist wahrlich nicht so, dass ein Bild mit einer (wahlweise) besonders hohen oder besonders geringen Dynamik zwangsweise erstrebenswert (weil hübscher als andere) wäre.

Ciao
HaPe

Um nun Dynamik und Farbumfang in einzelnelnen Fällen besser herauszuholen, die Motorleistung auf die Fahrbahn zu bringen, suchte ich Wege; um mit Wegen umgehen zu können, muss ich auch die Grenzen kennen. Manches lernt man nur mit Schmerzen.

Mit dem letzten Satz aus dem Zitat stimme ich vollkommen überein.

~ Gruß, Karl
 
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Hi,

Um nun Dynamik und Farbumfang in einzelnelnen Fällen besser herauszuholen [...]
Dazu gibt es (in erster Näherung) drei Ansätze:

1) Um die Möglichkeit einer bestimmten (!) Kamera mit einem Einzelbild maximal auszunutzen gilt es schlicht, das Bild möglichst optimal zu belichten, d. h. das hellste Motivdetail, dass noch Zeichnung beinhalten soll, an das rechte Ende des Histogramms zu legen ohne in die Sättigung von einem (oder mehr) der drei RGB-Kanäle zu kommen. Ein Blick zur sog. ETTR-Technik kann nicht schaden, obwohl deren Sinnhaftigkeit etwas umstritten ist.

2) Um die Möglichkeiten der DSLR-Fotografie maximal auszunutzen wäre es hilfreich, eine Kamera mit einer möglichst hohen Sensordynamik zu verwenden. In den 12 Jahren, in denen ich das beobachte, hat sich die Technik in unglaublicher Weise entwickelt. Siehe dazu auch den Hinweis unten.

3) Um die Möglichkeiten der Fotografie im allgemeinen maximal auszunutzen, führt derzeit kein Weg an der sog. HDR-Technik vorbei. Es gibt hier bzgl. der Dynamik keine Schranken. Auch die (üblicherweise) als maximal genannte in der realen, optischen Welt mit dem Auge beobachtbare Dynamik von 30 oder 35 EV (oder auch 50 EV ... der Zahlenwert ist dabei im Prinzip egal) sind handhabbar. Das Problem entsteht dann erst, wenn man diese enorme Dynamik auf irgend ein Ausgabegerät bringen will. Zur Illustration: 35 EV sind mehr als 20 EV mehr als jede aktuelle Kamera kann. Das entpricht einem linearen Faktor von 2^20 ... also rund 1 Million).

Hinweis: Beim Vergleich von Dynamik-Werten bitte niemals Werte verschiedener (!) Vergleichsportale, Labors, Zeitschriften, etc. vergleichen, sondern immer nur die Werte aus dem gleichen Labor. Die Messmethode zur Ermittlung der Dynamik ist nicht standardisiert und jedes Labor hat seine eigene Methode. Knackpunkt ist in der Regel die Ermittlung des kleinsten Kontrastes, der fließend in das Bildrauschen übergeht. Der Übergangspunkt ist nicht festgelegt und damit variiert die "gemessene" Dynamik bei ein und der selben Kamera auch erheblich.

Ciao
HaPe
 
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Ich sage schlicht: Danke; in jedem der vier Absätze steckt unheimlich viel Brauchbares für mich drinnen. (Unabhängig davon, dass ich das eine oder andere weiß, für mich Alten gilt besonders auch die Übung und Wiederholung als wichtig)

Wenn ich auch einen Beitrag leisten kann: ARC im 32-Bit-Modus!

~ Lg, Karl
 
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