Kai Licht schrieb:
1. Digitale Fotografie ohne kalibrierte Ausgabe (Monitor, Drucker...) ist absoluter nonsens. Wer Augen im Kopf hat, sieht schnell, dass es nicht geht, außer er ist Knipser und läßt im Drogeriemarkt printen. Das ist dann was anderes, dann soll er aber nichts zu Farbmanagement posten.

Selten so gelacht. Das wäre etwa ähnlich, wenn ich schreiben würde, Musik hören ohne Denon wasweißich Equipment geht ja mal gar nicht. Oder Geige spielen kann man nur auf einer alten italienischen Geige, alles andere ist Gefidel. Und Klavier spielen geht nur auf einem Steinway B. Wir fotografieren hier alle mehr oder weniger, aber die meisten hier sind Amateure und wollen auch noch Spaß haben. Der Unterschied ist das Wissen um die Grenzen der individuellen Möglichkeiten und Gegebenheiten. Jeder fällt für sich individuell die Entscheidung, was er braucht oder nicht, wenn er denn die Grenzen kennt. Dafür bin z.B. ich Euch, den Profis, dankbar, dass Ihr mir diese Grenzen zeigt und mir gegebenenfalls zur Seite steht, wenn ich diese Grenzen überschreiten möchte. Aber bitte, keine Evangelien im Sinne von, alles andere ist nonsens. Für Dich ok, aber nicht per se für alle.
2. Viele Anfänger hier sollten nicht verunsichert werden: JPEGs aus der D40 sehen auch nett aus, wenn man vielleicht noch ein bißchen 'rumschraubt am Druckerprofil und am Schirm. Der Weihnachtskalender geht dann schon – aber mehr eben n i c h t .
doch, Du magst es nicht für möglich halten, es geht viel mehr. Der Spaß, das Auge, das Empfinden usw. sind für den Amateur wichtiger und vor allem bedeutender als paar Kelvin Temperaturunterschied oder Differenzen in Helligkeiten. Denn da prallen irgendwann mal Technik und Gefühl ganz böse aneinander. Im Zweifelsfall unterliegt die Technik ganz gewiß.
3. Für professionelle Belange muss zwingend die ganze Kette kalibriert sein. Das mag bei einem Sportfoto in der Tagespresse noch hingebogen werden können aber für nahezu alles andere lacht sich jede Agentur halbtot.
Ob Du für die Bundestagsverwaltung Abgeordnete portätierst oder für einen Geschäftsbericht eines Konzerns die Vorstände oder für ein Modemagazin eine Strecke mit Models: unkalibrierte Prints führen dazu, dass Du zwei Jobs hast: den ersten und den letzten.
Jawoll, da gebe ich Dir Recht. Dies ist das Metier der Perfektionisten, dort werden jene die Gewinner sein. Dort macht sich diese Ausbildung bezahlt, dort ist sie Vorraussetzung.
Last not least: Aus den teils bizarren Meinungen mancher Teilnehmer zu diesem Thema kann ich nur schließen, dass die Printausgabe offenbar mit dem Fetisch Fotografie nicht notwendigerweise als letzter Arbeitsschritt verbunden zu sein scheint, um das jetzt mal nur anzudeuten und ausdrücklich ohne einen Streit anzetteln zu wollen.
Warum denn so von oben herab? Dieser bizarren Meinungen wegen gibt es Foren. Die cleveren lassen sich belehren, die Dummen pochen auf ihren Meinungen und dazwischen gibt es viel, z.B. die, welche sich dankbar belehren lassen, wie ich, die aber eben ihren Monitor über den Daumen gepeilt kalibrieren. Mein Gott, muß man denn aus allem eine Religion machen? Wo ich Dir natürlich Recht gebe ist die Frage, warum sich einige in theoretische Scharmützel einlassen, wenn sie davon keine oder wenig Ahnung haben. Aber sollte man deshalb jeden Profithread als solchen markieren? Sieh doch lächelnd darüber hinweg, dass hier nicht nur Perfektionisten unterwegs sind und freue Dich über jeden, der den Thanks-Button für Deinen Kommentar gedrückt hat. Manchmal sind die Perfektionisten nämlich die Verlierer auf ihrer manischen Jagd nach dem Optimum.
Manch einer stellt hier Bilder zur Beurteilung mit leuchtenden Augen ein, wo der Profi wahrscheinlich weinend abwinkt...aber hey, derjenige ist glücklich. Das ist Hobby, Entspannung und Lebensfreude. Kein Grund alles aus einem verbissenen Blickwinkel zu betrachten.
Farbmanagement ist wichtig. Punkt
Wie wichtig kann jeder für sich selbst entscheiden, in diesem tollen Thread ist für jeden was drin. Ich für meinen Teil habe eine Menge von gelernt und werde es vertiefen, für andere ist es weniger wichtig. Jeder hat in seinem Wissens- und Gewissensumfeld recht. Jeder.
Gute Nacht, nun könnt ihr mich steinigen. :nacht::