Ein Koffer für die Ewigkeit ...

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Was für ein Morgen! Knapp über der Nebelgrenze. Der Nebel versuchte sich immer wieder über den Kamm zu schleichen ... Aber es gelang ihm nicht, oder nur hin und wieder ...

Ich liess die Musik von Händel über mein Handy laufen. Wie schön....


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Ich empfand die Farben heute Morgen. Intensiv. Wohl auch wegen der Musik. Aber die Stimmung war herrlich.

Und ich weiss, dass auch mein Vater diese Momente geniessen würde. Staunen über das, was stattfindet, ohne dass man etwas dazu tun muss. Sich öffnen, diese Momente zulassen.

Ein Lächeln da, eine Träne hier...


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Und irgendwie glücklich und zufrieden mit mir und dem was ich bin und habe, war ich. Entspannt und dankbar, dass ich diesen Weg zusammen mit vielen Freunden so schön gehen kann.

Und ich wünschte mir, dass es vielen auch so vergönnt wäre. In Frieden leben und in Frieden Abschied nehmen ....


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Das Licht war dermassen faszinierend heute Morgen, dass ich eigentlich einen ganzen Chip hätte füllen können.
Aber Sehen ist ja das eine, das alleine macht die Fotografie nicht aus. Wahrnehme ist gefragt. Das eigene Innere in Absprache mit dem Äusseren. Meine Kamera hing an meiner Schulter und immer wieder nahm ich sie zur Hand. Wie ein Automatismus. Ein Werkzeug. Ein wunderbares Werkzeug ...


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Das Sterben macht nur Sinn, wenn wir dem Leben einen Sinn geben. Die Sinnhaftigkeit seiner Existenz zu geben, hat mein Vater in unglaublich bescheidener Art und Weise gekonnt.

Er hat sich immer nur als Gast auf dieser Welt verstanden. Und er sagte immer, dass man sich auch als Gast zu benehmen hätte ...


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So, mein Alltag ist gefragt. Aufräumen, Staubsaugen, Abwaschen. Und den Nachmittag organisieren.

Weihnachten ist anders, heuer. Berührend und schön .... Irgendwie kam mir heute Morgen in den Sinn, dass ich dann auch einmal mit Pauken und Trompeten Abschied nehmen möchte ...


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Lieber Sam

Da kommt mir spontan Psalm 150 in den Sinn.

Wir wünschen euch viel Freude und tief bewegende Momente für die nächsten Tage.

Herzlich Hans&Claudia
 
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Ein Augenmerk fällt nun auch auf die Mutter. Sie liess heute Morgen auch erstmals spürbar zu, loszulassen. Eigentlich fällt ja das einem erst auf, wenn man alleine ist. Oder vielmehr, wenn etwas anders ist als vorher.

Abschied hat viele Gesichter. Und vielleicht noch mehr Gesichter als eine Begrüssung...

Heute Abend tun wir nichts. Wir werden wohl die Kerzen am Weihnachtsbaum anzünden und einfach da sitzen. Keine Worte sind auch Worte...

Partnerschaft. Zwei Bäume. Wie lange stehen diese beiden wohl schon nebeneinander....


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Ich kam nicht zurecht heute Morgen. Ich habe gehofft, dass es im Jura nebelfrei wäre.

Meine Frau fuhr ich zur Arbeit, und dann ab in die Höhe. Nebel. Dunkel. Und dann ein paar Meter nebelfrei. Der krampfhafte Versuch ein Foto zu schiessen misslang. Ich war unruhig. Heute Morgen ist Chefarzt Visite....

Als ich zu Hause ankam, lag Weihnachtsschmuck auf dem Boden. Schon klar, die kleine Coquine findet das cool mit dem Schmuck zu spielen ...


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Ja, die Kleine. Fünfzehn Jahre alt sie . Und sie ist eine kleine Philosophin. Sie kann stundenlang zum Fenster rausschauen. Und denken.

Es ist gut, kann ich etwas im Haus machen. Staubsaugen, Abwaschen. Mittlerweile ist es sonnig und wir haben vor, heute noch Suri zu besuchen. Sie hat Stiefgeschwister erhalten. Vier junge Nasenbären, einer davon ein Albino. Und sie sind seit ein paar Tagen erstmals im Gehege...

Suri hat also nun vier jungen Spielkollegen ... und das wollen wir uns ansehen. Und vielleicht ein wenig schmusen mit ihr, wenn es geht. Dem Leben die Hände halten. Dem Tod auch. Beides ist Verbundenheit ...


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Das ist wohl eines meiner schönsten Portraits von Tieren. Heute aufgenommen im Kleinen Zoo, wo Suri lebt und wir unterstützen ...

Bilder sagen manchmal, nicht immer, mehr als Worte. Und somit lasse ich das Bild stehen, so wie es ist ... Ein Porträt eines Weissbuschäffchens ...


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Ich komme schlecht zurecht mit der Situation. Im Moment scheint es zumindest "medizinisch stabilisiert" zu sein.

Es gibt die medizinische Sichtweise. Das meine ich durchaus nicht böse. Und dann gibt es die anderen Aspekte. Und eigentlich ist mein Vater nicht jemand für ins Pflegeheim. Und doch scheint es so, dass noch ein Übertritt dorthin notwendig ist.

Es ist auch ein Abschied. Je länger je mehr. Er kennt meine Mutter nur noch manchmal.

Der Abschied hat so seine Dynamik. Und seine fordernden Seiten. Und auch seine zermürbenden Seiten. Und ich weiss wieso ich immer lieber grüsse als adieu sage ...

Auch der Zoobesuch gestern, mochte mich nicht gross ablenken...und doch ist auch dieses Bild Ausdruck genug ...


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Der kleine V2 Sensor ist mit dem permanenten Nebel bei uns überfordert. Aber der Sensor spiegelt ja letztlich das, was in mir abläuft.

Seit ich fotografiere mag ich eigentlich Nebel. Aber dieses Jahr ist es anders. Seit dem Beginn dieses Threads. Ich habe eine Ambivalenz dem Nebel gegenüber entwickelt.

Die Szene war so, wie sie ist. Nur etwas heller insgesamt. Aber das die Lichter nicht ersaufen, habe ich ich etwas mit der Belichtungszeit gespielt.

Seit ich mich mit Komponisten befasse, verstehe ich ihre Musik anders. Und ich verstehe plötzlich, warum sie Moll oder Dur als Grundlage ihres Werkes genommen haben. Und ich verstehe plötzlich, dass man alles erklärbar machen kann. Nur eben, dass hinter jedem Musiker ein Mensch steht, das habe ich jetzt begriffen.

Mein Vater hat viele Erbteilungen bei Bauern gemacht. Und obwohl alles gesetzlich geregelt ist, fand er immer wieder keine Einigung. Ja, das hat ihn oft betrübt, wenn man sich nicht einigen konnte.

Nebel, Licht, Strahlen. Mein Vater hat immer irgendwo ein Licht gesehen. Und irgendwann geht der Nebel immer. Aber der Nebel ist wie der Tod. Er kommt und geht, wie es ihm passt ...


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Mehr geht nicht heute als in der Schatzkiste zu graben.

Anmeldung und Vorstellungsgespräch im Pflegeheim. Für den Rest. Ich stehe plötzlich auf der anderen Seite. Als Betroffener, nicht als jemand, welcher Klienten begrüsst und sie informiert.

Ich nehme meiner Mutter alles ab. Meine Tochter und meine Frau sind auch dabei. Als Unterstützung.

Zunehmend vergrabe ich mich in Musik und Bilder. Meine einzigen Inseln im Moment. Arbeiten, Besuche beim Vater, Administration ... Und so kamen mir die Bilder von unseren gemeinsamen Ferien in den Sinn. Meine Eltern und ich in Amerika. Und wenn ich um meine Eltern bin, dann bin ich Kind. Ein schönes Gefühl, und jetzt ist es anders.


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Ich habe eine Geschichte gelesen von einem Indianerstamm, bei welchen die Menschen, welche sterben, sich vom Dorf verabschieden und in die Wildnis gehen. Mich hat das immer beeindruckt.

Sterben hier und heute ist teuer und aufwändig. Und irgend etwas regt sich in mir. Und versuche immer und immer wieder die Würde ins Zentrum zu setzen. Und wir werden freundlich empfangen, auch im Pflegeheim. Und/aber sachlich ...

Wenn es dann so weit bei mir wäre, sagte ich zu meiner Frau, dann gehe ich in die Wildnis....


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Nein, der Krieger bin ich nicht. Aber das Kind. Und als Kind klatsche ich schon heute über das Leben von meinem Vater...

So wie die Menschen es tun nach dem Oratorium von Händel, die Auferstehung ...

Bilder sind ja schon nach der Auslösung Erinnerungen. Nicht mehr und nicht weniger. So wie die letzte Sekunde auch. Und auch dieser Thread. Jeder Beitrag den ich schreibe ist morgen Erinnerung.


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Stockdicker Nebel. Formalitäten. So einfach geht der Abschied nicht, der Eintritt ins Pflegeheim.

Nebel setzt Grenzen und ich füge mich dem. Ich kann ja nicht anders. Ich fühlte mich alleine im Nebel, aber gleichzeitig frei und umhüllt bis wieder etwas auftauchte.

Der Zaun erinnerte mich daran, was ich heute zu erledigen habe....Man bleibt stark gegen Aussen, managt das in gewohnter Art und Weise...


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Das "Davor" oder das "Danach". Ich gehe von Unten auf diesen querliegenden Baum zu. Ein schmaler Weg führt mich zu ihm. Ausweichen ist fast unmöglich, es geht nach Unten und steil noch Oben.

So gehe ich den Weg über das Hindernis. Oben durch. Und wenn ich zurück schaue, dann schaue ich die Vergangenheit...

Fotografie ist Vergangenheit. Ein Gedanke, welcher mich heute nicht losliess. Wenn ich abgedrückt habe, dann ist die Gegenwart weg. Und am Bildschirm schon lange.

Die Gegenwart, das ist das, was ich jeden Moment versuche zu nehmen. Nicht mehr und nicht weniger ...


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