Die Relation max. Abbildungsmaßstab & Naheinstellgrenze deuten darauf hin, dass das neue im Nahbereich dicht an die 200mm herankommt oder gar erreicht.
Hier würde ich bitten, dass Du mir das noch einmal näher erläuterst, wie Du zu dieser Aussage kommt. Ich fürchte, die Brennweitenverkürzung im Nahbereich wird noch stärker sein.
Festbrennweiten, die ihren Nahbereich allein durch die Auszugsverlängerung (und nicht durch Brennweitenverkürzung) erzielen, baut Nikon meist so, dass die Naheinstellgrenze dem Zehnfachen der Brennweite entspricht. Der Abbildungsmasstab ist dann ca. 1:8. (Beispiel: 105mm Brennweite, 0,1m Naheinstellgrenze, größter Abbildungsmaßstab 1:8.)
Das AF-S 2.8/70-200 VR hat eine Naheinstellgrenze von 1,5m, einen Abbildungsmaßstab von 1:6 und ist 215mm lang. Bei diesem Objektiv ist in Portraitentfernung keine signifikante Brennweitenvekürzung festzustellen. Im Nahbereich gehe ich aber aufgrund des obigen Vergleiches aber davon aus, dass die Technik der Brennweitenverkürzung - auch - angewandt wird.
Das AF-S 2.8/70-200 VR II hat eine Naheinstellgrenze von 1,4, einen Abbildungsmaßstab von 1:8 und ist 205,5mm lang - hier war schon in Portraitentfernung eine signifikante Brennweitenverkürzung auf ca.135mm beobachtet worden. Das verwundert nicht, wenn man sieht, dass das Objektiv 1cm kürzer geworden ist - diese 1cm fehlen für eine Auszugsverlängerung im Nahbereich, also muss die Brennweite stärker verkürzt werden, wenn die Naheinstellgrenze bei weniger Auszug kürzer sein soll.
Das AF-S 2.8/70-200 FL E hat eine noch gesteigerte Naheinstellgrenze von nur noch 1,1m, einen Abbildungsmaßstab von 1:4,8 und ist noch ein wenig kürzer, nämlich 202mm. Ich nehme mal an, dass die obige Aussage, hieraus lasse sich die Erhaltung der bei unendlich bestehenden Brennweite auch im Nahbereich ablesen, aus dem sehr großen Abbildungsmaßstab von 1:4,8 herrührt. Trotzdem frage ich mich, wie das zusammen gehen kann, wenn man sich überlegt, dass bei einer normalen Festbrennweite von 200mm mit Auszugsverlängerung die Naheinstellgrenze bei 2m und der Abbildungsmaßstab bei 1.8 liegen würde und die für eine Auszugsverlängerung zur Verfügung stehende Baulänge nochmal verkürzt wurde.
Die klassische Objekivbauart ist ja, dass sich das Objektiv beim Fokussieren um den Auszug zwischen hinterer Linsengruppe und Film/Sensor verlängert. Bei den innenfokussierten Zooms (wie hier) steht diese Möglichkeit nicht zur Verfügung und muss innerhalb des Tubus oder durch Verschiebung der Linsen zueinander geschehen. Wenn dann zusätzlich auch das Zoomen - wie hier - nicht zu einer Verlängerung des Objektives führt (anders z.B. als bei den Superzooms 18-300 etc.), muss es eigentlich fast zwangsläufig zu Brennweitenveränderungen im Nahbereich kommen - aber das sind die Geheimnisse und Wunder des modernden Objektivdesigns, die wir hier bewundern dürfen.
Ich möchte also der oben zitierten These nicht a priori widersprechen, wäre schön, wenn sie stimmen würde - aber ich bin angesichts der Fakten und der vielen Unbekannten nicht so zuversichtlich wie ihr Urheber. Vielleicht kann eine nähere Begründung helfen?
(Was dann stimmt, sehen wir, wenn das Objektiv zu kaufen ist...

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