Von DX auf FX - die Wahrheit - die Kosten (lang)

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fx33

Nikon-Clubmitglied
Deswegen kaufe ich mir mir von einem Elektrowerkzeughersteller auch gerne die Geräte aus der blauen statt der grünen Linie. Die Löcher, die ich bohre, die Schrauben, die ich drehe,... all das gelingt mir damit aber keinen Deut gerader.
Ich habe einen grünen Marken-Akkuschrauber, der in seinen bisherigen 18 Jahren Lebenszeit mit Sicherheit eine höhere 5-stellige Anzahl Schrauben ein- und ausgeschraubt hat und immer noch hervorragend funktioniert.

Ein anderer - ebenfalls grüner - Noname-Schrauber fiel mir nach ein paar tagen aus etwa einem halben Meter Höhe auf den Boden und das Gehäuse war in 3 Teile zerbrochen.

Fazit: die Farbe spielt keine Rolle, und ein blauer Schrauber derselben Marke hätte mir keine besseren Dienste leisten können. Dennoch gilt für viele die Assoziation "blaue Bosch=Profigerät"

M.E. hat Nikon absichtlich eine Lücke in ihr Portfolio gerissen, um in den Köpfen der Kunden die Assoziation "FX=Profi" zu etablieren, und dann mit den höheren Margen bei FX-Kameras mehr Gewinn zu machen. Betriebswirtschaftlich mag sich das rechnen, aber für das Image finde ich das langfristig schädlich.
 

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
Profigerätschaften unterscheiden sich aber schon vom Hobby-Amateurbereich.
Das ist in vielen Bereichen richtig, aber nicht in allen.

Wenn man sich mal die "erlaubte Betriebsdauer" verschiedener Elektrogeräte anschaut, trifft deine Aussage natürlich voll ins Schwarze. Ein Küchenmixer, der maximal drei Minuten laufen darf und dann 15 Minuten ausgeschaltet bleiben muss, mag für Leute OK sein, die gern einen Küchenmixer im Schrank aufbewahren und einmal im Jahr Sahne schlagen wollen. Dafür kostet er 14.95€ im Kit mit fünf Zusaztzwerkzeugen, und da ist die Mehrwertsteuer, die Marge, die Verpackung, der Transport von China zu uns im Mietcontainer und der hervorragende Arbeitslohn der qualifizierten und versicherten Werksangehörigen des Herstellers schon drin!

Wer gern selbst kocht und backt, sollte auf 15/15 oder gar 30/5 achten. Letztere gehen bei 600.- Euro los! Dafür sind die Motoren stärker, die Wärmeableitung besser und die Getriebeteile aus PC oder PU, vielleicht sogar mit Metallkomponenten. Mit der Profi-Klasse kannst du jahrelang zehn Mal am Tag Pizzateig kneten, mit der Einteigerklasse wird noch nicht mal der erste Milk-Shake fertig.

Analog funktionieren alle Werkzeuge. Der 1kW Bohrhammer aus der Fernsehwerbung für 39.-€ kann ein 8 mm Loch 150 mm tief in Beton bohren. Eins. Dann ist gaaaaaanz lange Pause. Die Hilti macht acht Löcher pro Stunde, zehn Stunden am Tag, 200 Tage im Jahr, zehn Jahre lang. Wie bei der Küchenmaschine gibt es einen Preisfaktor von ca. 50 zwischen Einsteigerklasse und Profigerät.

Bei der Photographie sehe ich das nicht so. Zwar gibt es auch hier eine MTBF beim Verschluss (vermutlich auch bei der Bewegung der Blendenlamellen des Objektivs), und der Preisfaktor liegt irgendwo zwischen 10 und 15, aber es gibt kaum einen Photographen, der mit einer D3300 nicht seinen Lebensunterhalt verdienen könnte, wenn er es müsste (Sport vielleicht ausgenommen). Natürlich ist es nicht das Gleiche wie mit einer einstelligen Kamera - weder im Umgang noch in der Zuverlässigkeit - aber eine D3300 raucht dir nicht gleich beim ersten Shooting ab, wenn du mehr als drei Bilder pro Minute aufnimmst.
 

Kurt Raabe

NF Team
Das ist in vielen Bereichen richtig, aber nicht in allen.
Moin Stefan
Deine Ausführung kann man so unterschreiben...
aber es ging ja darum "wer oder was ist ein Profi" weniger um die "Gerätschaft" .
Und das ist nun mal einer der mit seiner Tätigkeit seinen Lebensunterhalt verdient.Und ob der Profi mit einer D3000 oder einer D4 seine Bilder für eine Tageszeitung macht ist Wurst.
 

dolittle

Unterstützendes Mitglied
M.E. hat Nikon absichtlich eine Lücke in ihr Portfolio gerissen, um in den Köpfen der Kunden die Assoziation "FX=Profi" zu etablieren, und dann mit den höheren Margen bei FX-Kameras mehr Gewinn zu machen. Betriebswirtschaftlich mag sich das rechnen, aber für das Image finde ich das langfristig schädlich.
Das meinte ich mit "Abzocke". Andere nennen es "Markt" oder "Wirtschaft". Nikon ist deshalb wahrlich nicht das einzige Unternehmen, das so handelt.

Ansonsten noch zur Profifrage: Amateure kaufen ein Konsumgut. Profis kaufen ein Wirtschaftsgut, das sich rentieren muss. Das sieht man in Berlin schön an den Heerscharen von Pressefotografen der großen Agenturen. Das Equipment gehört der Agentur und es ist im harten Alltagseinsatz entsprechend ramponiert. Es muss funktionieren, wenn die Angela dem Vladimir für 0,5 Sekunden die Hand gibt. Aus die Maus.

Häufig wird dieser Kauf von Profis nicht gemacht, um einen technischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu gewinnen, sondern um das allgemeine Niveau einer Standardleistung zu halten. Die Unterschiede ergeben sich dann eher aus der investierten Arbeitszeit, soziale Fähigkeiten, Kreativität usw. Emotionale Fragen spielen kaum eine Rolle, die Fähigkeiten eines Produkts sind dagegen sehr wichtig. Der Preis ist dann sekundär. Ob eine D4 dann 3000 oder 6000 Euro kostet ist weniger bedeutsam.

Aber ein Hersteller wie Nikon (oder Bosch) könnte kaum von den Profis leben, wenn es nicht viel mehr Amateure gäbe, die sich wie Profis fühlen wollen. Für die ist das Konsumgut Lifestyle. Hier rieseln die Emotionen. Hier wird das Hobby so irrational, wie die Modelleisenbahn... ;-)

d.
 

Kurt Raabe

NF Team
Das meinte ich mit "Abzocke". Andere nennen es "Markt" oder "Wirtschaft". Nikon ist deshalb wahrlich nicht das einzige Unternehmen, das so handelt.



d.
Moin
ich suche schon die ganze Zeit wo denn nun die Abzocke sein soll:)
Grundsätzlich gehören immer mindestens zwei dazu, einer der Abzockt und einer
der sich Abzocken lässt.
Genauso wenig ist es ein Geheimnis das man für "spezielle Nikon-Bodys" entsprechend teure Objektive kaufen sollte, um das ganze Potenzial der Kamera nutzen zu können.
Ist es das, was du mit "Abzocke" bezeichnest:)
Und sorry, das die Edelamateure größtenteils die "Profiabteilung" der Kameraherstellen finanzieren ist auch kein Geheimnis und es steht nach wie vor jedem frei das Zeugs zu kaufen oder es sein zulassen:)
Abzocke besteht nur, wenn man aus einer Notsituation heraus etwas zu überteuerten Preisen kaufen muss. Wenn du z.B. in der Pampa 5euro für den Liter zahlen musst weil die nächste Tanke 200km weit weg ist.
Aber es hat mit Abzocke absolut nichts zu tun, wenn Nikon sagt "wir brauchen für die D4s 6000Euro" und wenn du das 2.8 14-24 haben möchtest sind ca.1600Euro fällig.
 

Latte

Auszeit
Moin
ich suche schon die ganze Zeit wo denn nun die Abzocke sein soll:)
Grundsätzlich gehören immer mindestens zwei dazu, einer der Abzockt und einer
der sich Abzocken lässt.
Genauso wenig ist es ein Geheimnis das man für "spezielle Nikon-Bodys" entsprechend teure Objektive kaufen sollte, um das ganze Potenzial der Kamera nutzen zu können.
Ist es das, was du mit "Abzocke" bezeichnest:)
Und sorry, das die Edelamateure größtenteils die "Profiabteilung" der Kameraherstellen finanzieren ist auch kein Geheimnis und es steht nach wie vor jedem frei das Zeugs zu kaufen oder es sein zulassen:)
Abzocke besteht nur, wenn man aus einer Notsituation heraus etwas zu überteuerten Preisen kaufen muss. Wenn du z.B. in der Pampa 5euro für den Liter zahlen musst weil die nächste Tanke 200km weit weg ist.
Aber es hat mit Abzocke absolut nichts zu tun, wenn Nikon sagt "wir brauchen für die D4s 6000Euro" und wenn du das 2.8 14-24 haben möchtest sind ca.1600Euro fällig.
Zumal die teurere Qualität der Objektive nur deshalb so hoch sein muß, weil die Kameras im Laufe der letzten 10 Jahre dermaßen an möglicher Bildqualität gewonnen haben, daß die früher üblichen Standard-Objektive einfach eine Beschränkung darstellen. Das war beim Rollfilm eben nicht so ausgeprägt. Nun kann man den Herstellern aber nicht vorwerfen, zu gute Kameras zu bauen, nur um die zu guten Objektive teuer verkaufen zu können. Oder?
 

Kurt Raabe

NF Team
Schaut Euch mal diesen Fotografen und sein Equipment an:
http://www.foto-kleemann.de/

Was man mit DX so alles machen kann ohne sich darum zu kümmern, ob man Profi oder Nichtprofi genannt wird!
Moin Stephan
danke für den Link.
Ich gehöre auch zu den Verfechtern " der Mensch mach ein gutes Foto, nicht die Kamera". (auch wenn gute Technik dabei sehr hilfreich sein kann).
 

Latte

Auszeit
Schaut Euch mal diesen Fotografen und sein Equipment an:
http://www.foto-kleemann.de/

Was man mit DX so alles machen kann ohne sich darum zu kümmern, ob man Profi oder Nichtprofi genannt wird!

Und für die Frage DX --->FX oder nicht: http://www.foto-kleemann.de/archives/2798
Wobei man über die subjektiven Gründe und Argumentationen herrlich streiten könnte. Allein die seltsam anmutende Behauptung, das 70-200 f/4.0 würde an einer DX-Kamera nur noch 65% seiner Schärfe ggü. FX bringen, mutet etwas schräg an. Und überhaupt schon der Vergleich Tokina 11-16 f/2.8 mit dem Nikkor 14-24 f/2.8 als FX-Pendant, da hätte man auch eine passendere Variante im FX-Lager gefunden (Tokina 16-28 f/2.8 z.B.). Denn er vergleicht ja vor allem Preise (und Gewicht).
 

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
Wobei man über die subjektiven Gründe und Argumentationen herrlich streiten könnte. Allein die seltsam anmutende Behauptung, das 70-200 f/4.0 würde an einer DX-Kamera nur noch 65% seiner Schärfe ggü. FX bringen, mutet etwas schräg an. Und überhaupt schon der Vergleich Tokina 11-16 f/2.8 mit dem Nikkor 14-24 f/2.8 als FX-Pendant, da hätte man auch eine passendere Variante im FX-Lager gefunden (Tokina 16-28 f/2.8 z.B.). Denn er vergleicht ja vor allem Preise (und Gewicht).
Ja! Als ich las, dass er das 11-16 dem 14-24 gegenüber stellt, war die Luft raus.
 

Latte

Auszeit
Hast Du schon über das 14-24 f/2.8 zu Deiner D610 nachgedacht? Wäre doch eine super Kombination. Bei mir ist das 14-24er mein Immeröfterdrauf. ;)
 

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
Nein, [MENTION=107305]Latte[/MENTION], das 14-24 wird es ganz, ganz sicher niemals werden für mich. Das Objektiv ist bei weitem zu gross und zu schwer.

Mir geht überhaupt die ganze UWW-Zoomerei übel auf den Sack. Kein Mensch braucht "da unten" ein Zoom. Wir haben inzwischen ALLE Standardobjektive, die unten zwischen 24 und 27mm (äq) enden. Ich wünsche mir ein kleines, handliches 16er. Gern in 1:4 - wenn es sein muss auch in 1:2.8 (unten brauche ich selten viel Licht).

Wenn ich mich für die Darstellung via UWW entscheide, dann meist ganz bewusst. Gerade in diesem Bereich zoome ich eigentlich nie. Wir hatten hier vor einiger Zeit schonmal eine "Umfrage", die ergab, dass 90% aller UWW Bilder am "unteren Anschlag" des Zooms aufgenommen werden, 9% werden am oberen Anschlag gemacht (zu faul, eben noch die Brennweite zu wechseln) und 1% irgendwo dazwischen - meist, weil man unbeabsichtigt am Zoomring gedreht hat.

Wenn die Linse 300 Gramm leichter und 200 Euro billiger wird, ist mir das WESENTLICH mehr wert, als irgendein Zoombereich, den ich nie nutze. Natürlich ist ein Tokina 2.8 16-28 charming, selbstverständlich interessiert mich ein Nikkor 4.0 16-35, aber beide Linsen sind unnötig schwer und gross. Und keine davon taugt als Immerdrauf. Das Tokina hört oben zu früh auf, das Nikkor ist bei 35mm zu dunkel. Das 2.8 17-35 ist wiederum ein Riesenklotz; einen solchen habe ich schon als Standardobjektiv 24-70.

Das gleiche Problem stellt sich für den Liebhaber von Festbrennweiten: 16 - 35 - 85 ist eine Bank. Da fehlt NIX! Ausser einem 16er. Damit man ein solches stets mitnehmen kann, wäre eine "Hosentaschen-taugliche" Grösse wirklich wichtig. Aber Nikon, Tokina, Sigma, Tamron ... kein Mensch hat ein AF-S 3.5 16 im Programm.
 

Latte

Auszeit
Kein Mensch braucht "da unten" ein Zoom. ... Ausser einem 16er. Damit man ein solches stets mitnehmen kann, wäre eine "Hosentaschen-taugliche" Grösse wirklich wichtig. Aber Nikon, Tokina, Sigma, Tamron ... kein Mensch hat ein AF-S 3.5 16 im Programm.
Voilà: Nikon 14 f/2.8, 87x87mm klein (etwa die Größe eines 24-85) und mit 670gr auch nicht Zoo schwer. Nur leider recht teuer und optisch unter dem 14-24er
 

shovelhead

Sehr aktives Mitglied
Voilà: Nikon 14 f/2.8, 87x87mm klein (etwa die Größe eines 24-85) und mit 670gr auch nicht Zoo schwer. Nur leider recht teuer und optisch unter dem 14-24er
Wir haben vollkommen unterschiedliche Vorstellungen von handlich und leicht. 670 Gramm entspricht dem Gewicht von zwei Cola-Dosen... die versuche ich nicht als Festkörper in der Hosentasche zu tragen.

Ich will klein und leicht! Gern nur 4.0 öffnend und gern 16mm Brennweite, aber ein 3.5 15 oder ein 2.8 17 werden auch genommen. Geringe Masse geht mir beim UWW vor Lichtstärke.
 

StephanB

Unterstützendes Mitglied
Wir haben vollkommen unterschiedliche Vorstellungen von handlich und leicht. 670 Gramm entspricht dem Gewicht von zwei Cola-Dosen... die versuche ich nicht als Festkörper in der Hosentasche zu tragen.

Ich will klein und leicht! Gern nur 4.0 öffnend und gern 16mm Brennweite, aber ein 3.5 15 oder ein 2.8 17 werden auch genommen. Geringe Masse geht mir beim UWW vor Lichtstärke.
Tamron adaptall 17mm 3.5, recht klein, recht leicht, ziemlich gut.

270Gramm, mit Nikon Anschluss keine 48mm, siehe http://www.adaptall-2.org/lenses/51B.html
 

Heiko Men.

NF-F "proofed"
Deswegen kaufe ich mir mir von einem Elektrowerkzeughersteller auch gerne die Geräte aus der blauen statt der grünen Linie. Die Löcher, die ich bohre, die Schrauben, die ich drehe,... all das gelingt mir damit aber keinen Deut gerader.
Wenn Du irgendwann mal ein grünes Gerät durchgenudelt hast und dann das blaue Gerät bei gleicher Beanspruchung jahrelang durchhält...dann hast Du erkannt, dass es nicht die Löcher sind, die beide Serien unterscheidet :rolleyes:


Gruß
Heiko (der sich an den blauen erfreut, nachdem er schon grüne verschlissen hat)
 

Wuxi

Sehr aktives Mitglied
Gruß
Heiko (der sich an den blauen erfreut, nachdem er schon grüne verschlissen hat)
Genauso hier.
Blau ist deutlich robuster!
(und wird bei Hämmern nur durch Rot übertroffen!)

Edit: aber ich habe auch "nur" einen blauen Hammer. Und der schafft sich durch Betonwände :)
 

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