Genau dieser Begriff der Einsteigerkamera stört mich.
Der Begriff ist in 2020 auch unsinnig. In der Vor-SmartFone-Zeit gab es Einsteiger, heute sind alle die, die sich eine Systemkamera kaufen zumindest interessierte Hobbyfotografen und -Filmer, die deutlich mehr wollen, als Handy-Knipsen.
Warum sollte so jemand nun Nikon kaufen? Nikon ist ein Newcomer in der spiegellosen Welt. Wer sich zuvor kaum mit Fotografie beschäftigt hat, kennt den Namen Nikon nicht. Sony, Panasonic und auch Canon sind als Hersteller deutlich präsenter.
Nikon spielt sich auf, als wenn sie Marktführer wären, sind sie aber nicht. Bei Erstkäufern von spiegellosen DX-Systemkameras konkurrieren sie mit Sony, mit Fuji und mit einem ausgereiften m4/3-System von Panasonic.
Statt mit der Z50 einen Paukenschlag zu setzen, kommt ein Marketing-Kastrat. Gleichziehen mit den Marktführern in technischer Ausstattung und Preis, aber nur zwei DX-Dunkelobjektive anbieten. Ich hatte von Nikon eine aggressive Ansage erwartet, eine Kamera mit IBIS, mit Schulterdisplay und mit 16-50 Pancake einen UVP gut 10% unter Sony. Klares target, wir wollen bei den Neueinsteigern (spiegellose DX und m4/3) mindestens einen Marktanteil von 30% erzielen. Mit diesem halbherzigen Versuch werden es nicht mal 10%.
Wenn ich nicht seit 40 Jahren mit Nikon fotografieren würde, würde ich jetzt ganz sicher nicht als Neueinsteiger mit einer Z50 beginnen. Da hätte ich Nikon wahrscheinlich nicht mal aufm Schirm.


