Ein ausentwickeltes Produkt sollte selbstverständlich sein, aber nur
auf Canon zu schielen und nichts zu tun solange sich bei denen nichts
bewegt ist gefährlich.
Woher weißt Du dass sich bei Nikon nichts tut? Sitzt Du in der Entwicklungsabteilung bei den morgendlichen Besprechungen mit am Tisch oder so?
Als unumgänglich erscheint mir eine Vollformatspiegellose
mit voller nativer Unterstützung des F-Mounts in möglichst vielen
der verschiedenen Geschmacksrichtungen.
Ja, das ist genauso richtig wie ...
.. ein neues Bajonett zu bringen wäre jedoch
fast Suizid. ... .
.... das in meinen Augen falsch ist. Im Gegenteil wäre es Dummheit, die Möglichkeiten die in einem neuen Objektiv-Anschluss stecken nicht wahrzunehmen. DAS wäre auf Dauer Suizid.
Im Gegenteil muss eine Lösung her die alle neuen Möglichkeiten auch für die halbwegs überschaubare Zukunft erschließt und
gleichzeitig einen nativen Anschluss der bislang gefertigten und ausgelieferten Objektive und Zubehör gewährleistet. Diese Option kann keine einfache Adapterlösung sein wie sie beispielsweise von Leica für ihre "Altlasten" für viel Geld mit wenig Möglichkeiten und dafür erheblichem Zeitverzug geliefert wurde. Sie muss sehr viel mehr leisten bei gleichzeitig ausgezeichneter Zuverlässigkeit und dies möglichst auch nicht zu einem Preis, der wiederum verkaufshemmend auf das neue System wirkt. Wenn da etwas Masern, Keuchhusten und Kinderlähmung einschleppt ist das sehr viel gefährlicher als ein Jahr mehr an Entwicklungsdauer.
Dies verlangt eine solide Entwicklungsarbeit und womöglich Fertigungsvorlauf, damit zur Markteinführung nicht nur alles funktioniert sondern auch möglichst lieferbar ist und sowas kostet nunmal Zeit.
Nikon war auch in der Vergangenheit immer eher etwas zurückhaltender als andere, selten Vorreiter einer neuen Technologie und entspricht damit meiner Meinung nach durchaus dem Verhalten eines großen Teils der Berufler, die ihr altbewährtes Werkzeug nur dann austauschen wenn das neue
zuverlässig besser als das alte ist, weil Unwägbarkeiten womöglich zusätzliche Arbeit machen und Zeit- und damit Geldverlust mit sich bringen. So war die F2 immer noch eine solide mechanische Kamera, deren Belichtungsmess-System gegebenenfalls austauschbar war. Dies zu einer Zeit als die fest integrierte Innenmessung anderswo seit langem Standard war. Die heute vielbesungene F3 kam als elektronisch gesteuertes Gehäuse heraus als andere für Nikon die Leistungsfähigkeit getestet und die Kinderkrankheiten herausgefunden hatten. Auch beim Autofokus war Nikon nicht vorneweg ... na und? Der Erfolg hat sich trotzdem eingestellt und die Solidität des Systems hat den Ruf von Nikon über Jahrzehnte aufgebaut. Ich habe überhaupt keine Bedenken, dass man dort in der Nikon´schen Chefetage sehr genau weiß was man tut. In früheren Jahren gab es nur keine Internet-Foren, in denen allwissende Fachleute den Entwicklungs- und Wirtschafts-Abteilungen der Hersteller sagen konnten wie sie ihr Geschäft zu machen haben um Erfolg zu haben. Man fragt sich, wie die Firmen früher bloß zurecht gekommen sind ...