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Aber und nun werfe ich nochmals die Frage auf, die ich hier schon diverse Male gestellt habe, die aber noch nie beantwortet wurde:
Warum soll ein Digital-Native, der nicht mit der Einschränkung nicht auf den Sensor schauen zu können aufgewachsen ist, der wahrscheinlich nicht durch den "Diebstahl" von Vaters Kamera, sondern übers Smartphone zum Fotografieren gekommen ist, für den es völlig normal und natürlich ist sein bild auf einem großen Display zu gestalten auf einmal eine Kamera kaufen, die bei der ihm gewohnten Bedienung so lahm und unkomfortabel ist, das er gezwungen werden soll durch ein für ihn unnatürliches, winziges Guckloch zu schauen?
Wir, die wir gewohnt sind durch diese Winz-Löcher zu schauen werden irgendwann aussterben. Diejenigen, für die eine "neue" Art der Motivgestaltung der vorhandene Erfahrungswert ist werden von Nikon komplett ignoriert...
EVF oder OVF spielt da IMHO nur eine super untergeordnete Rolle, denn wenn ich in letzter Zeit jemanden durch den Sucher (egal ob mit oder ohne Spiegel) fotografieren sah, dann war es praktisch immer jemand meiner Generation.
Ich kann diese Änderung des Nutzerverhaltens (Display versus Sucher) aus eigenen Beobachtungen bestätigen. Für viele -insbesondere Nutzerinnen- ist der einäugige Blick durch den Sucher höchst befremdlich. Man muss sich auch einmal vor Augen halten, mit welch geringem Aufwand sich derzeit auch höchst eindrucksvolle Aufnahmen mit einem Handy realisieren lassen, für die man mit einer DSLR einen erheblichen Aufwand betreiben muss -und ohne hinreichendes Hintergrundwissen geht da nichts. In der "Film"-Zeit musste man die Zusammenhänge von Blende,Belichtungszeit,Filmempfindlichkeit und Brennweite verstanden haben, dann konnte man die meisten KB- und Mittelformatreflexen bedienen. Heute verirren sich auch geübte Nutzer in den Menüs fremder Kameramarken.
Viele Grüße
Herbert
