Ich habe festgestellt, dass ich heute nicht mehr dazu komme, etwas zu schreiben und ich möchte die nächste Einstellung nicht zeitlich blockieren. So werde ich - gemäss den Punkten der Bildbesprechung - etwas genauer erläutern:
3. Intention des Fotografen, tatsächliche Aufnahmesituation (Fotograf)
Zuerst zur Aufnahmesituation:
- wir sassen, wie bereits erwähnt, auf Granitbänken, draussen in einem Grotto in Sonogno. Ich hatte die D4 mit dem Nikkor 180mm, MF dabei. Belichtung und ISO müsste ich nachschauen, Blende mit aller Wahrscheinlichkeit 2.8.
- Die Terasse ist etwas erhöht, würde sagen ca. 4 Meter und man hat einen herrlichen Ausblick auf das Tal. Die Kirche (schwarze Madonna) ist gleich nebenan. Es muss vermutlich später Nachmittag gewesen sein (aufgrund der Sonneneinstrahlung).
- Die Nonnen liefen von der Kirche den Weg ins Dorf. Eine von beiden, ich glaube jene rechts, war nicht mehr so gut zu Fuss. Aber sie schienen es gut zu haben, ich hörte italienische Wort und Lachen. Fotografische fand ich sie in diesem Moment nicht interessant.
- Sie gingen an mir vorbei und ich dreht mich noch einmal um. Und da sah ich das "Einbahnschild". Wenn sie nicht kurz stehen geblieben wären (siehe Bild), hätte ich das Einbahnschild nicht wahrgenommen. Ich hatte also eine "Mühsekunde" Zeit für diesen Schnappschuss.
- Und wie Albert richtig erkannt hat: Fokussierung auf den hellsten Punkt, also die Kleidung, ebenfalls scharf stellen, schwenken um sie in "meine Vorstellung vom Bild zu rücken" und abdrücken.
Intention
- Nun, ich fand primär die beiden Damen "zuckersüss". Fast beschwingt, lachend und schwatzen gingen sie in Richtung Dorf.
- Sie entfernten sich von der Kirche und gingen auf einer Einbahnstrasse. Das hat schon jemand erwähnt ... ich mag mich erinnern, dass mir der Gedanke kam, der göttliche Weg würde auf die andere Seite gehen.
- Ich bin ein unruhiger und äusserst fantasievoller Geist, auch beim Fotografieren .... die Damen kamen mir noch oft in den Sinn ....
5. Feedback zum Feedback: was nehme ich an, was nicht?
- ja, technisch unperfekt, sonst wäre es nicht in diesem Thread gelandet.
- Die Kleidung der Damen, sowohl ich weiss, hatten keine sichtbaren Strukturen, insofern lebe ich mit dem.
- Bokhe: keine Ahnung, vielleicht müsste ich das einmal näher anschauen.
- Die extreme Lichtsituation mit den dunklen Bäumen war relativ schwierig auf die Schnelle hinzukriegen.
- In Farbe verliert es die Geschichte.
Zusammenfassung
Der Ort, das Tal bietet meiner Meinung nach wenig Schnappschussgelegenheiten. Meine Fotografie in diesen Tälern ist daher auch gemächlich und sehr auf meine Emotionen bezogen.
Und doch finde ich gerade solche Szenen wunderbar. Widerspiegelt sie doch auch die Bedeutung der Kirche, des Glaubens und der Ethik der Bewohner sehr explizit. Dass die Damen ausgerechnet in einen Einbahnstrasse gehen hat im doppelten Sinne eine grosse Symbolik: Kirche war Fluch und Segen zugleich. Aber der Priester war immer der erste, welcher ansprechbar für die Menschen war: vor dem Arzt und vor der Hebamme ...das war für viele Menschen ein Segen. Seit der Erschliessung der Täler hat aber die Person als Priester/Pfarrer ihre Bedeutung als "moralische Schutzmacht" und Helfer verloren.
Euch ganz herzlichen Dank für die Beiträge: es hat sich für mich sehr gelohnt, dieses Bild hier besprechen zu lassen. Ich bin ihm ein grosses Stück näher gekommen ....
Für Fragen oder so, stelle mich auch nach diesem Beitrag gerne zur Verfügung.