Mitmachthema Nicht perfekte Schnappschüsse, die ich nicht weggeworfen habe und sogar zur Diskussion stelle

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Ja und wenn man das Straßenschild in die Szenerie einbezieht, dann könnte die tiefer Bildaussage auch Blasphemie beinhalten: Die beiden Damen befinden sich mit ihrer religiösen Mission auf dem Weg in die Einbahnstraße.

Wenn dort Fahrräder fahren dürfen, dürfen auch Nonnen laufen ( und schweizerisch : Ohne Busse ).
 
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Angeregt durch Peters Anmerkungen konnte ich es mal wieder nicht lassen und habe ein wenig mit dem Bild (speziell mit den Lichtern) herumgespielt.
Hast Du mal probiert, die etwas zu reduzieren Sam?
 
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Es wurde schon das meiste gesagt...
Was ich mich gleich beim ersten Betrachten des Fotos gefragt habe: Was steht auf dem Zusatzschild mit
dem Fahrradpiktogramm unter dem "Einfahrt verboten"-Schild? (Irgend etwas mit "-zone"?)
Es läßt sich nicht lesen; wenn man wüßte, was dort steht, könnte man das vielleicht in Beziehung zur
Hauptszene, den beiden Nonnen, setzen.

Insgesamt eine sehr, sehr schöne Szene. Ein Augenblick eingefroren, wie es besser kaum sein könnte.

Grüße, Christian
 
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könnte ein Regenschirm sein, wird im 3. Alter gern mitgenommen und gern diskret verwahrt.

Ich weiß nicht, wie oft ich den sinnlos von meiner Freundin mitgeschleppten Regenschirm schon halten, oder tragen sollte und die ist (so hoffe ich) nicht im dritten Alter. (oder doch?)
 
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Jetzt verstehe ich auch die Bildszene. Die Nonne links hindert die Nonne rechts am weiterlaufen. Sie sagt ihr, wir hätten doch die Räder nehmen können.
Gut gemacht SAM , dein Bild bringt jeden auf andere Gedanken.
 
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....wunderbar, wunderbar .... so liebe ich Gespräche und Diskussionen, komplett unabhängig über die Perfektion der Technik.....

Vorab zuerst ein paar Anmerkungen zu den Fragen:

- Zum Beschnitt: ich bin im Büro und kann nicht auf das Original zugreifen... Ich werde es am Wochenende nachholen. Aus der Erinnerung weiss ich es nicht mehr...
- Zum Schild: in der Schweiz sagt man "Einbahnstrasse", der Text unten ist ja schon übersetzt. Also Fahrräder, landwirtschaftliche Fahrzeuge oder sonstige Berechtigt dürfen auch diesen Weg unbekehrt nutzen...
- Bearbeitung Bild: nein, ich habe nichts zusätzliches hineingefügt was Vigniette oder anders betrifft: ich nutze für die Konvertierung Silver Efex, lade eine Vorlage und verändere sie ... Es kann durchaus sein, dass ich die "Lochkamera"-Vorlage verwendet habe, um die Szene mit den Nonnen zu pointieren...

Ich warte noch heute Nachmittag ab und werde dann noch etwas zur Situation und zum Equipment sagen und natürlich auch über die "Offenbarung" .... :)
 
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Hugo :D würde sich freuen, wenn Du das auch für Klassische-Musik-Wenigversteher ...

Für Hugo: dieser Thread ist ja ein "Produkt" eines anderen Threads, in dem u.a. die Aspekte der Fotografie auf der Basis von Feiningers Grundlagenmodell für ein gutes Foto erwähnt und diskutiert wurde:

- Aufmerksamkeit erregen
– Absicht und Sinn offenbaren
– gefühlsmäßig wirken
– grafische Gestaltung besitzen

Punkt 2, "Absicht und Sinn offenbaren" ist ja ein Aspekt, dies gilt natürlich gleichermassen auf für technisch unperfekte Fotos. Dies zeigen die bisher eingestellten Bilder ja wunderbar .... :)
Der Offenbarungsaspekt geschieht ja zuerst beim Fotografen und später, sofern man es dann jemand anderem zeigt, auch bei den Betrachtenden .... so zum Beispiel Hugo .... :LOL:
 
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Na, wenn wir schon auf Godot gewartet haben, so warten wir auf die Offenbarung.
 
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Godot soll ja demnächst tatsächlich kommen - in 20 Jahren oder so. :hehe:
 
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Ich habe festgestellt, dass ich heute nicht mehr dazu komme, etwas zu schreiben und ich möchte die nächste Einstellung nicht zeitlich blockieren. So werde ich - gemäss den Punkten der Bildbesprechung - etwas genauer erläutern:

3. Intention des Fotografen, tatsächliche Aufnahmesituation (Fotograf)

Zuerst zur Aufnahmesituation:

- wir sassen, wie bereits erwähnt, auf Granitbänken, draussen in einem Grotto in Sonogno. Ich hatte die D4 mit dem Nikkor 180mm, MF dabei. Belichtung und ISO müsste ich nachschauen, Blende mit aller Wahrscheinlichkeit 2.8.
- Die Terasse ist etwas erhöht, würde sagen ca. 4 Meter und man hat einen herrlichen Ausblick auf das Tal. Die Kirche (schwarze Madonna) ist gleich nebenan. Es muss vermutlich später Nachmittag gewesen sein (aufgrund der Sonneneinstrahlung).
- Die Nonnen liefen von der Kirche den Weg ins Dorf. Eine von beiden, ich glaube jene rechts, war nicht mehr so gut zu Fuss. Aber sie schienen es gut zu haben, ich hörte italienische Wort und Lachen. Fotografische fand ich sie in diesem Moment nicht interessant.
- Sie gingen an mir vorbei und ich dreht mich noch einmal um. Und da sah ich das "Einbahnschild". Wenn sie nicht kurz stehen geblieben wären (siehe Bild), hätte ich das Einbahnschild nicht wahrgenommen. Ich hatte also eine "Mühsekunde" Zeit für diesen Schnappschuss.
- Und wie Albert richtig erkannt hat: Fokussierung auf den hellsten Punkt, also die Kleidung, ebenfalls scharf stellen, schwenken um sie in "meine Vorstellung vom Bild zu rücken" und abdrücken.

Intention
- Nun, ich fand primär die beiden Damen "zuckersüss". Fast beschwingt, lachend und schwatzen gingen sie in Richtung Dorf.
- Sie entfernten sich von der Kirche und gingen auf einer Einbahnstrasse. Das hat schon jemand erwähnt ... ich mag mich erinnern, dass mir der Gedanke kam, der göttliche Weg würde auf die andere Seite gehen.
- Ich bin ein unruhiger und äusserst fantasievoller Geist, auch beim Fotografieren .... die Damen kamen mir noch oft in den Sinn ....

5. Feedback zum Feedback: was nehme ich an, was nicht?
- ja, technisch unperfekt, sonst wäre es nicht in diesem Thread gelandet.
- Die Kleidung der Damen, sowohl ich weiss, hatten keine sichtbaren Strukturen, insofern lebe ich mit dem.
- Bokhe: keine Ahnung, vielleicht müsste ich das einmal näher anschauen.
- Die extreme Lichtsituation mit den dunklen Bäumen war relativ schwierig auf die Schnelle hinzukriegen.
- In Farbe verliert es die Geschichte.

Zusammenfassung
Der Ort, das Tal bietet meiner Meinung nach wenig Schnappschussgelegenheiten. Meine Fotografie in diesen Tälern ist daher auch gemächlich und sehr auf meine Emotionen bezogen.
Und doch finde ich gerade solche Szenen wunderbar. Widerspiegelt sie doch auch die Bedeutung der Kirche, des Glaubens und der Ethik der Bewohner sehr explizit. Dass die Damen ausgerechnet in einen Einbahnstrasse gehen hat im doppelten Sinne eine grosse Symbolik: Kirche war Fluch und Segen zugleich. Aber der Priester war immer der erste, welcher ansprechbar für die Menschen war: vor dem Arzt und vor der Hebamme ...das war für viele Menschen ein Segen. Seit der Erschliessung der Täler hat aber die Person als Priester/Pfarrer ihre Bedeutung als "moralische Schutzmacht" und Helfer verloren.

Euch ganz herzlichen Dank für die Beiträge: es hat sich für mich sehr gelohnt, dieses Bild hier besprechen zu lassen. Ich bin ihm ein grosses Stück näher gekommen .... :)
Für Fragen oder so, stelle mich auch nach diesem Beitrag gerne zur Verfügung.
 
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So, heute Vormittag hatte ich geschrieben, am Nachmittag auf die Fehlersuche in Sams Bild zu gehen.

Tja, stattdessen habe ich nachgedacht, wieso es auf mich eigentlich wie eine Comiczeichnung gewirkt hat. Ganz einfach … ein Comiczeichner hätte es wahrscheinlich genauso dargestellt:

Blick auf die Szenerie von einem erhöhten Standpunkt. Dadurch wirken die Nonnen klein und verloren. Dies wird verstärkt durch den finsteren Wald (auch wenn’s in der Realität vielleicht nur Buschwerk war), der sich vor ihnen erhebt. Die Körperhaltung der Nonnen drückt Unentschlossenheit, wenn nicht sogar Furcht aus. Zudem wirkt das Verkehrsschild durch die Perspektive übergroß und warnend.

Also im Ganzen gesehen, tatsächlich sie Bildsprache eines Comiczeichners.

Und nun zur Fehlersuche und schlaue Tipps: Sorry Sam, mir fällt dazu nichts ein.

Grüße aus HB

Heiner
 
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Sam, danke für diesen Schnappschuss, den ich schon vorher hier im Forum gesehen habe und den ich wirklich sehr mag.

Ich muss immer wieder über die beiden Nonnen schmunzeln und kann mir das Bild auch immer wieder länger anschauen.
Weil es für mich so viele Fragen aufwirft und so viel Freiraum für Geschichten lässt …

Was machen die beiden dort? Was bereden sie? Sind sie sich uneins und diskutieren – worüber?
Oder redet die eine – bestärkend, tröstend? – auf die andere ein?
Warum sind sie mitten auf der Straße stehen geblieben? Wo kommen sie her?
Wo wollen sie hin: zurück ins Kloster oder liegt der Einkauf, der Krankenbesuch oder was auch immer noch vor ihnen?
Ist es ein weiter Weg, den sie gehen?


Vom Bildaufbau hat mich auf den ersten Blick das Straßenschild im Hintergrund gestört.
Ich hätte die beiden gern ganz konzentriert in ihrer eigenen Welt gesehen: in der Sonne, mit ihren Schatten, aber eben ohne das Schild dahinter.
Ich hätte mir zunächst eher einen ruhigen, dunklen Hintergrund für diese Szene vorgestellt.

Der Schattenwurf vor den beiden auf der Straße ist mir auch gleich aufgefallen.
Er lenkt mich aber nicht so sehr vom Hauptmotiv ab wie das Straßenschild.


Zum Schild: Auf den zweiten Blick bin ich versöhnt mit dem Schild, mehr noch, ich halte es für unverzichtbar für diesen Schnappschuss.
Dazu muss ich ein wenig ausholen.

Das Schild ordnet die Szene räumlich ein: Es ist kein komplett abgelegener, für Autos und andere weltliche Dinge/Wesen unerreichbarer (Pilger-)Pfad, auf dem die beiden sich befinden, sondern öffentlicher Raum, eine asphaltierte – wenn auch ab hier für die automobile Weiterfahrt gesperrte – Straße.

Weiter interpretiert hebt das Schild für mich die beiden Pole weltliche und geistliche Welt hervor.

Mit der Aussage „Durchfahrt verboten, Fahrräder erlaubt“ bietet es der Szene zusätzlichen Interpretationsspielraum:
Warum sind die beiden ausgerechnet kurz vor diesem Schild stehen geblieben? Beraten sie, woher sie nun ein Fahrrad bekommen? ;-)

Das Schild ist aus meiner Sicht daher wichtig für die gesamte Szene.
Gegenprobe: Ohne das Schild würden die eben genannten Komponenten wegfallen und die Bildaussage wäre aus meiner Sicht dann eine ganz andere.
Anders gesagt: Aus einem für alle möglichen Interpretationen offenen Schnappschuss würde ohne das Schild eine eingefrorene Filmszene werden.


Noch zur Bildbearbeitung:
Die Umwandlung in/Reduzierung auf Schwarzweiß passt für mich perfekt zum Bildmotiv.
Wahrscheinlich hätte ich das Schild nachträglich etwas abgedunkelt, damit es nicht ganz so hell ist wie die beiden Hauptfiguren im Vordergrund und sich damit dezenter im Hintergrund hält als in dieser Version.


Mein Fazit: ein wunderbarer Schnappschuss! Unbedingt behalten!
 
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So, heute Vormittag hatte ich geschrieben, am Nachmittag auf die Fehlersuche in Sams Bild zu gehen.

Shit, du hast wahrscheinlich nur Sekunden vor meinem Beitrag Dein Resümee abgeschickt.

Aber interessant, Du warst vor Ort und verbindest mit dem Foto die Erinnerung an fröhlich lachende Nonnen.
Der außenstehende Betrachter sieht nur einen Bruchteil einer Sekunde von der Geschichte und kommt zu
einem anderen Schluss.

Dieser Thread ist mal echt stark. Hoffentlich versandet er nicht mit der Zeit.
 
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Shit, du hast wahrscheinlich nur Sekunden vor meinem Beitrag Dein Resümee abgeschickt.

Aber interessant, Du warst vor Ort und verbindest mit dem Foto die Erinnerung an fröhlich lachende Nonnen.
Der außenstehende Betrachter sieht nur einen Bruchteil einer Sekunde von der Geschichte und kommt zu
einem anderen Schluss.

Dieser Thread ist mal echt stark. Hoffentlich versandet er nicht mit der Zeit.

Genau das habe ich mir eben auch gedacht ... :)

Und dass ich vielleicht noch mal zur Fahrschule sollte:
In meiner Interpretation des Schildes ist die Straße in beide Richtungen für jeglichen Autoverkehr gesperrt ... :rolleyes::D
 
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