Ja. Wer kaum Anpassungen macht hat damit vermutlich deutlich weniger Probleme als einer der kräftige Anpassungen vornimmt und mit extremen Farben arbeitet.Stephan S. schrieb:das mit dem "Out of Gamut Clippling" hängt aber doch etwas von der Arbeitsweise ab und spielt eben ggf. keine Rolle.
Nee. Das is unabhängig vom Werkzeug. Die zugrundelegenden Mechanismen sind in Capture die gleichen wie in Bibble, PSP, PWP oder PS.IIRC ist das bei Volker der Fall (er korrigiere mich wenn ich das falsch sehe) und auch bei mir, sowie sicherlich bei einer Vielzahl anderer, die eben fast ausschließlich mit Capture NX arbeiten, zumindest dort alle wesentlichen Tonwert- und Farbkorrekturen vornehmen.
Richtig.Worum geht es? Zunächst nehme ich mein NEF auf, die Rohdaten liegen im entsprechenden Kamerafarbraum vor, dieser ist wie es aussieht viel größer als sRGB und AdobeRGB.
Nun landet mein NEF auf meinem Rechner, die Rohdaten werden so konvertiert, dass sie auf meinem Monitor als Bild darstellbar sind. Dazu wird einerseits dem Bild (nicht jedoch den Rohdaten!) ein (Arbeits-)Farbraum zugewiesen und es erfolgt eine Konvertierung in den Monitorfarbraum.
Richtig.Ab jetzt kommt es darauf an, wie ich weiterarbeite. "Klassisch" konvertiere ich mein NEF in ein TIFF, um dies in PS zu bearbeiten. Diesem TIFF muss ich einen Farbraum zuweisen, häufig ist das dann sRGB oder AdobeRGB, die, wie ja schon festgestellt, deutlich kleiner sind, als der Kamerafarbraum - die Farbinformationen werden "zusammengestaucht". Wenn ich nun nachbearbeite und in den Bereich des "Clippings" einzelner Kanäle komme, habe ich evtl. ein Problem. Es sind keine Reserven vorhanden, die Farben können für die Monitordarstellung nicht mehr korrekt erzeugt werden. Wenn man stattdessen mit den sehr großen Farbräumen wie ProPhotoRGB arbeitet, passiert das nicht so leicht, bei 12bit Tonwertumfang ist gleichzeitig das Risiko von Tonwerttrennungen bei diesen großen Farbräumen hinreichend minimiert.
Falsch.Bei der (fast) ausschließlichen Arbeit mit Capture NX ist das anders: Bei jeder Änderung am Bild wird dieses neu aus den Rohdaten konvertiert, damit auch stets ausgehend vom Kamerafarbraum. Es wird stets auf die Reserven der Rohdaten zurückgegriffen, die Zuweisung eines sehr großen Arbeitsfarbraums ist unnötig, der Monitor kann diese Farben sowieso nicht darstellen. Es genügt, wenn der Arbeitsfarbraum ca. genauso groß ist, wie der Monitorfarbraum.
Heng-Sten Berg schrieb:.
Muss man ein Minimum an Farbmanagement machen, und wenn ja: wie macht man das?
Rephrase:
Wie macht man das minimal erforderliche Farbmanagement?
Ja schon, die Chip Designer haben sich wohl was dabei gedacht, vielleicht auch ein Patent eingereicht. Die Grundidee ist doch, dass für jede (reine) Farbe im Spektrum eine eindeutige Kombination der Helligkeitswerte der drei Filter existiert. Ob die Filterkurve nun gebogen oder linear oder gewellt ist, ist im Grunde egal. Da ändert sich nur die Konversionsformel.Retina schrieb:Äh, ja, aber eine gewisse Abweichung zwischen D70 und 10D gibt es schon. Die blaue Kurve der D70 liegt näher an der Empfindlichkeitskurve des S-Zapfens...
Danke für den Link. Da hast Du Dir eine Menge Arbeit angetan. Nein, ich meinte damit nicht das Abschneiden am Arbeitsfarbraum sondern die "grüne Ecke" des Gerätefarbraums. In Deiner Gamut Grafik liegt die ein gutes Stück außerhalb von Adobe-RGB und in etwa bei 550nm, also dort wo in der Spektralkurve das "reinste" grün ist (Überschneidung der Ausläufer des Rot und Blaufilters). Solange der Arbeitsfarbraum komplett innerhalb des Gerätefarbraumes liegt, kann man ja immer die gemessenen Farben, die außerhalb liegen auf diesen herunterrechnen. Da ist es dann egal, dass das reine "Adobe Grün" ein wenig blauer ist als das reine sRGB Grün. Beide Farben sind von der Kamera aus erreichbar.Meinst Du damit das potentielle Abschneiden von aufgenommenen Farbwerten außerhalb des sRGB (oder AdobeRGB) Dreiecks?
Ja, so hab ich mir das gedacht. Technisch sicher machbar, aber bis daraus ein benützbares Geräteprofil wird sind noch einige technische Schritte nötig, die mir nicht so geläufig sind.Die Empfindlichkeiten in Tristimuli umrechnen? Hm, sollte doch nur eine Wichtung der entsprechenden Kurve xyz(lambda) mit der jeweiligen Empfindlichkeitskurve sein, oder?
Braun ist im Grunde eine doofe Farbe, weil es ja eigentlich ein dunkles Orangerot ist. In der Farbtafel und der Hufeisenkurve sieht man es überhaupt nicht, weil der Farb RAUM sich ja über und unter diese Ebene fortsetzt und eher kartoffelförmig ist. Trotzdem kann die Farbe zwar sehr dunkel aber immer noch sehr farbkräftig sein. Eine klare Domäne der Pigment-Schmuckfarben. Mit RGB oder CMYK bekommst Du lediglich "Schmutzgraubraun".Hm, ist "tiefgesättigtes Braun" nicht ein Widerspruch in sich? :gruebel: Aber Abweichungen sind ja unausweichlich, wenn ich nicht genau die gleichen spektralen Empfindlichkeiten bei Sensor und Zapfen auf der Retina habe, oder?
Ja, aber!afx schrieb:Falsch.
In der Rohdatenkonvertierung ist auch eine Arbeitsfarbraumkonvertierung drin. NX hat auch nen einstellbaren Arbeitsfarbraum, d.H. Du bist hier genauso durch den Arbeitsfarbraum limitiert wie bei 'nem 16bit TIFF.
cheers
afx
Warum soll er bei NEFs weniger Bedeutung haben als bei 16bit TIFFs?Stephan S. schrieb:Der Arbeitsfarbraum ist bei der Bearbeitung des NEFs nicht wirklich von Bedeutung.
Daß Berechnungen nicht ins Clipping führen.Natürlich sollte er nicht kleiner sein als der Monitorfarbraum, das ist klar, aber nützt es mir, wenn er deutlich größer ist?
Richtig. Was Du siehst ist die optisch entsprechende Umrechnung die versucht den Farbumfang zu erhalten. Aber die Quelle der Umrechung beeinflusst das Resultat. D.H. je nachdem was wo clippt oder Tonwertabrisse hat, bekommst Du auch unterschiedliche Resultate nach der Konvertierung auf das was der Monitor darstellen kann.mehr Farben als der Monitor darstellen kann, kann ich sowieso nicht sehen
Genau das is der Trugschluß. Capture macht das Demosaicing, den Gamma Krams etc. und konvertiert auf den Arbeitsfarbraum und dann werden die restlichen Anpassungen gemacht. Und wenn Du jetzt ne Änderung machst durchläuft das ganze wieder diese Kette. Alle Änderungen die nicht auf den linearen Sensor Daten gemacht werden, kommen immer nach der Konvertierung in den Arbeitsfarbraum, also hat die Wahl des Arbeitsfarmraumes einen deutlichen Einfluß auf das Ergebnis.die im Arbeitsfarbraum ggf. nicht sichtbaren Farben holt sich Capture bei Bedarf während der Bearbeitung aus den Rohdaten.
afx schrieb:Genau das is der Trugschluß. Capture macht das Demosaicing, den Gamma Krams etc. und konvertiert auf den Arbeitsfarbraum und dann werden die restlichen Anpassungen gemacht. Und wenn Du jetzt ne Änderung machst durchläuft das ganze wieder diese Ketteb. Alle Änderungen die nicht auf den linearen Sensor Daten gemacht werden, kommen immer nach der Konvertierung in den Arbeitsfarbraum, also hat die Wahl des Arbeitsfarmraumes einen deutlichen Einfluß auf das Ergebnis.
cheers
afx
Weil die NEFs den vollen, durch das Hufeisen der monochromatischen Farben begrenzten Farbraum beinhalten, während TIFF, egal mit wieviel Bits kodiert, durch die lineare Transformation in den TIFF-Zielfarbraum potentiell schon auf einen Teilbereich eingeschränkt wurden (siehe auch hier).afx schrieb:Warum soll er bei NEFs weniger Bedeutung haben als bei 16bit TIFFs?
Retina schrieb:Weil die NEFs den vollen, durch das Hufeisen der monochromatischen Farben begrenzten Farbraum beinhalten, während TIFF, egal mit wieviel Bits kodiert, durch die lineare Transformation in den TIFF-Zielfarbraum potentiell schon auf einen Teilbereich eingeschränkt wurden (siehe auch hier).
Dann arbeitest Du aber eben auch nicht mehr auf den NEF-Daten sondern in einer "linearen Darstellung". (Der Begriff "lineare Darstellung" wird in der englischen Literatur für Pixelrepräsentation verwendet, bei der das Demosaicing, i.A. auch noch eine Farbtransformation durchgeführt wurde*).afx schrieb:Du arbeitest aber bei den NEFs nicht im vollen Raum sondern auch da schon im Arbeitsfarbraum nach der Transformation. Die wenigsten Operationen laufen im RAW Konverter auf den linearen Daten ab.
Kai Licht schrieb:Wieder online sehe ich mit Erstaunen die Länge des Threads und in welche theoretische Tiefen teils die Diskussionen eintauchen. Dazu deshalb ein paar kurze und nur praktische statements:
1. Digitale Fotografie ohne kalibrierte Ausgabe (Monitor, Drucker...) ist absoluter nonsens. Wer Augen im Kopf hat, sieht schnell, dass es nicht geht, außer er ist Knipser und läßt im Drogeriemarkt printen. Das ist dann was anderes, dann soll er aber nichts zu Farbmanagement posten.
Kai
Sterbenswoertchen schrieb:PS: Bevor ich es nicht hinbekomme, dass ein Bild, das auf dem Bilschirm das Format 3:2 im Querformat hat, nach einer Drehung nicht auch exakt 2:3 im Hochformat hat, werde ich mich um weitere Feinheiten bzgl. meines "Farbmanagements" (bewusst in Gänsefüßchen!!) ganz bestimmt nicht kümmern! Und das kann dauern!!
Wo is Dein Problem? Mach im Zweifelsfall mal 'nen extra Thread auf.Sterbenswoertchen schrieb:PS: Bevor ich es nicht hinbekomme, dass ein Bild, das auf dem Bilschirm das Format 3:2 im Querformat hat, nach einer Drehung nicht auch exakt 2:3 im Hochformat hat, werde ich mich um weitere Feinheiten bzgl. meines "Farbmanagements" (bewusst in Gänsefüßchen!!) ganz bestimmt nicht kümmern! Und das kann dauern!!
afx schrieb:Wo is Dein Problem? Mach im Zweifelsfall mal 'nen extra Thread auf.
cheers
afx
volkerm schrieb:Kai, bei aller Liebe zu heimwerkermäßig kalibrierten Tintenstrahlern ... es gibt auch professionelle Dienstleister, die ihr Handwerk verstehen.
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