@HaDiDi
Denn es geht eben nicht um ein paar 100.000 Covid-Tote zusätzlich.
Das hängt natürlich von den jeweiligen Annahmen aus:
Um eine Herdenimmunität in Deutschland zu erreichen, müssen sich rund 50 Mio. Deutsche mit dem Wuhan Virus infizieren. Gibt es nur wenige "Lockdown Maßnahmen", (Schulen, Kindergarten, Restaurants, etc. bleiben offen, das normale Leben läuft weiter, es wird nur etwas mehr auf Hygiene geachtet und im öffentlichen Raum werden Masken getragen) dann ist mit einer Sterblichkeit von 1% zu rechnen. Also 500.000 Toten.
Nun kann man unterschiedlich strenge Lockdown Maßnahmen implementieren, die Infektionskurve abflachen und den Zeitraum bis zur Herdenimmunität entsprechend strecken. Bei sehr strengen Maßnahmen kann man so die Sterblichkeit auf vielleicht 0,2% drücken. Das entspräche dann etwa 100.000 Covid-Toten.
Wir sollten dabei berücksichtigen, dass ohne Covid in 2020 rund eine Mio. Menschen in Deutschland sterben werden. Abhängig von den Maßnahmen werden es mit Covid 1,1 - 1,5 Mio. Tote sein. So die Ausgangsannahme.
Bei sehr strengen Maßnahmen, die zudem länger in Kraft bleiben würden, käme es zu mindestens 5 Mio. Covid-Arbeitslosen, zig tausend Pleiten und ein Schrumpfen der Volkswirtschaft von 10-15%. Dahinter stehen dann Millionen von Menschen, Familien, die verarmen, Berufsanfänger, die den Jobeinstieg nicht schaffen, Selbstständige, die in die Privatinsolvenz gehen und nie wieder auf die Beine kommen, usw, usw.....
Eine Gesellschaft sollte den Mut und die Offenheit haben, Tote gegen wirtschaftliches Elend aufzurechnen, mit Zahlen zu hinterlegen, zu bewerten. Um 100.000 Covid-Tote zu vermeiden, muss die deutsche Gesellschaft wie viel wirtschaftliche Verelendung akzeptieren, wie viele Familien verlieren dafür ihre Zukunftshoffnungen, wie viele Leben werden dadurch dauerhaft wirtschaftlich geschädigt.
Genau um dieses Spannungsfeld geht es jetzt und eine aufgeklärte, mündige Gesellschaft diskutiert die akzeptable Mischung aus zusätzlichen Toten und Verelendung weiter Bevölkerungsteile.