Was nur 0,5 % Letalität betrifft, so muss man da derzeit ein großes Fragezeichen machen. Solange man noch den Infektionsketten hinterherläuft und nicht die etwa von Prof. Kukulé geforderten Screeninguntersuchungen macht, um den aktuellen Durchseuchungsgrad zumindest in Risikogebieten zu erfassen, kann man keine verlässliche Zahl nennen.
Es gibt mit Sicherheit entweder jetzt schon oder recht bald Tote, bei denen man den Virus nicht gesucht hatte, weil sie in keiner bekannten Infektionskette waren und die als Pneumonieopfer und nicht als Coronatote erfasst werden.
Schlimmer finde ich das logistisch-praktische Problem:
Die meisten Praxen haben weder das Inventar (Schutzkleidung, Masken, getrennte Räumlichkeiten, welche den Hygieneanforderungen genügen (gefließte Wände, welche per Flächendesinfektion dekontaminiert werden können), was ja Voraussetzung wäre, wenn dort Abstriche entnommen werden sollten. Das Ergebnis dürfte erst am nächsten Tag bekannt sein. Dieser Raum darf also nur von potentiell Erkrankten und entsprechend geschütztem Personal betreten werden..............
Dort wo die Räumlichkeiten passen, fehlt es an den Schutzartikeln für das Personal.
Etliche Praxen mussten ja schon wegen stattgehabten "Coronabesuchern" geschlossen werden.
Bei den Gesundheitsämtern, die sich bislang ja mit Diagnostik von fraglich Infizierten kaum beschäftigen mußten, wird es eher noch schlechter aussehen.
Bleiben noch die Krankenhäuser mit bereits jetzt zu 80% durch anderweitig Erkrankte ausgelasteten Beatmungskapazitäten und chronischem Pflegenotstand.
Auch dort fehlt es an den spezifischen Schutzmasken, welche nicht mit dem üblichen Mundschutz verwechselt werden dürfen.
Warum fängt man erst jetzt an, Planungsstäbe einzurichten, mit dem Ziel , die Behandler mit den notwendigen Schutzvorkehrungen zu versorgen?
Wer erteilt denn nun an wen die Aufträge, entsprechende Produkte in Deutschland herzustellen und übernimmt die Bezahlung?
Warum wird nicht jeder in einem Krankenhaus aufgenommene Grippepatient auf Corona getestet? Zu teuer, zu wenig Testansätze verfügbar....
Das wird sich rächen, leider.
Es gibt ja - dank unseres veralteten föderalen Systems - noch nicht einmal bundeseinheitliche Vorschriften zum Umgang mit der Epidemie, die heute zur Pandemie erklärt wurde.
Die WHO hat klar darauf hingewiesen, dass neben der erschreckend raschen Ausbreitung die erschreckend hohe Untätigkeit in den betroffenen Ländern als Hauptproblem gesehen wird.
Ich bin eigentlich ein sehr optimistischer und positiv denkender Mensch, aber der Dilettantismus und die offensichtlich fehlenden Kompetenzen der Länder und des Bundes machen mir langsam Sorgen.
Es wirkt wie ein Rumgeeiere, man hofft, dass hinter den beschwichtigenden Fassaden fieberhaft an den von mir angesprochenen Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungsmöglichkeiten gearbeitet wird, damit unser Gesundheitssystem nicht kollabiert.
Erschreckend finde ich auch die Fehleinschätzung von Virologen (RKI, habe leider den Namen vergessen, Drosten war es nicht), die einfach mal lustig behaupten, das deutsche Gesundheitssystem sei bestens vorbereitet, Arztpraxen könnten ja Coronaverdachtsfälle nach 16:00 einbestellen, als ob damit die von mir genannten Hygieneprobleme der Praxis gelöst seien.
Krankenhäuser könnten ja Elektivpatienten abbestellen und dafür Infizierte behandeln....
Auch dann braucht man geschultes Personal, Infektionsschutz, Räumlichkeiten und Beatmungsbetten, die auf üblichen peripheren Stationen nicht vorhanden sind.
Und so manchem Virologen vom Robert Koch Institut kann man nur sagen:
Schuster, bleib bei deinen Leisten.
Sorry das ist jetzt wieder viel zu lang geworden.
Ich habe mal länger in Köln gelebt:
Dort heisst es so schön
et is doch noch immer jut jejange..........
Das baut mich jetzt wieder auf, prost!