der wandel der zeit ist auch am sujet eisenbahn nicht vorüber gegangen. die ausstrahlung, die faszination hat sich geändert. früher hat das motiv fast von alleine seine faszination visualisiert, vielleicht tut es das mit unseren heutigen augen betrachtet alleine durch den nostalgischen flair, die archaik der alten technik.
heutigen zügen wie einen ICE - von manchen 'eisenbahnfuzzern' als 'weißwurst' tituliert - in seiner faszination zu erfassen dürfte schwieriger sein. aber die herausforderung macht es, dem objekt die würze abzugewinnen.
natürlich macht eben der wandel der zeit, die veränderung der eisenbahninfrastruktur, das verschwinden von vielem gewohnten viele eisenbahnfreunde zu dokumentarphotographen. die anregung an eine renommierte deutsche eisenbahn fachzeitschrift doch vielleicht monatlich mit ein, zwei seiten photographisch herausragende bilder der eisenbahn zu zeigen, wurde mir mit "wir haben nur interesse an aufnahmen von zeitnahen besonderen ereignissen" beschieden. dokumentation also, vielleicht nicht so im minutentakt wie bei drehscheibe-online, aber letztlich doch lok 123 vor zug 456 am soundsovielten.
die eisenbahnphotographie mißt sich, meiner meinung nach, in deutschland auch heute noch an carl bellingrodt mit seinen standardaufnahmen "BR xy schräg vorne, stangen unten "bzw. abc-express vor burg qrs am km 345". einige haben sich darauf spezialisiert seine standplätze aufzufinden und gestern & heute aufnahmen zu machen. es gab aber auch 'eisenbahnfuzzer' wie einen ludwig rotthowe welcher, um mal den heutigen jargon zu verwenden - die lichter ausfressen und die dunklen partien absaufen ließ und damit unwiederbringlich eindringliche bilder der faszination eisenbahn anfertigte. fenino, broncard, bosshard um nur einige zu nennen, deren eindringliche aufnahmen auch ohne typen- und zeitangaben mitreißen.
sicher, den heutigen, einigermaßen sterilen kisten ist nicht ohne weiteres beizukommen. alle beklagen sich über den einheitlichen farbbrei der DBAG, aber wie oft habe ich bei meinen sw-aufnahmen von 'fachleuten' gehört, die heutige bahn sei bunt ;-)) aber bitte, wie komme ich an der kern der sache ? wie gehabt: durch reduktion, abstraktion, durch die konzentration auf das wesentliche.
es gibt sie, die eindringlichen bilder der heutigen bahn, sie sind selten aber man findet sie auch im internet. in der fc zeigt ein junger österreicher namens roni kapel aufnahmen die größtenteils wirklich sehenswert sind.
ich kenne leute die sehen bilder und wollen genau dort hin um auch diese aufnahme zu machen und es gibt leute die haken solche standorte dann ab.
zurück. es ist ein großes spektrum, die eisenbahn als photographisches thema. es beginnt bei der doku seltener kombinationen, des banalen alltages, der darstellung von technik, der faszination des systems/der technik, der geschichte und gesellschaftlichen relation und es geht bis zur künstlerischen darstellung, überhöhung, vernichtung ...
laßt uns hier etwas mehr wert auf die photographischen aspekte der eisenbahn legen.
gruß
klaus