Vorab ich habe grosse Sympahtien für die filmbasierte Fotografie. Dort wo man zeit hat, wie Landschaftsaufnahmen, Architektur ist sie eine feine Sache. Dias sind eine Klasse für sich, nur haben Diaschauen bei den meisten Menschen so ein schlechtes Image, dass ich niemanden mehr in meinem Freundes- Familienkries motivieren kann. Eigentlich seltsam, dass man sehr leicht Leute um einen kleinen Laptopbildschirm quetschen kann, aber nicht vor eine grosszügige Leinwand bringt.
Ein typisches Beispiel für die Vorteile der digitalen Fotografie bei Personen: wenn ich einen 36 Bilderfilm guter Qualität, der 5€ pro Rolle kostet benutze, in eine Fachlabor gehe, und eine günstige Erstausarbeitung um 12 € mit Entwicklung, Ausbelichtung von 36 oder 37 Bildern in 10x15cm und einer Foto CD in einer Auflösung von 1,6MP durchführen lassem, so kostet mich ein Foto ca. 50 cent. Davon ist in der Regel die Hälfte brauchbar. Ich brauche hier niemanden sagen, wie schwierige Kinderfotos sind, besonders wenn es deren 3 sind. Einer macht immer ein unvorteilhaftes Gesicht. Oder wenn man komplette Familenfotos macht. Einer macht immer die Augen zu, oder schaut weg, oder was auch immer. Da muss man schon einige Fotos machen, um ein brauchbares zu bekommen.
Nun die andere Rechnung: bei den digitalen Fotos kostet mich eines 9 cent, in sehr guter Qualität. Nachteil ist dass ich selber bearbeiten muss.
Was die Kosten der Kamera angeht: wenn man nicht so wahnsinnig ist und ununterbrochen die kamera wechselt dann amortisieren sich die hohen digitalen Einstiegskosten schnell.
Ehrlich gesagt halte ich von der hybriden Technik in Selbstregie wenig. Man hat die Filmkosten, hat den WEg ins Labor oder die Entwicklerei daheim, die Einscannerei und die Nachbearbeitung.
Für mich ist filmbasiert bei der Archivierung im Vorteil, und bei Landschaftsaufnahmen, weil die natürlicher wirken und was ich so gesehen habe, bei scannen in sehr hoher Auflösung gewisse Vorteile in der Schärfe, vielleicht. Ich fotografiere meine Kinder, mein Haus, meine Familie sehr gerne zwischendurch analog, um Filmmaterial zu haben. Um es für die Nachwelt zu konservieren. Wobei wenn ich Fotos aus den 70ern oder 80ern im Internet so sehe, und dann mit den digitalen Fotos aus der Gegenwart so vergleiche, so muss ich einen enormen Qualitätsunterschied konstatieren. Auch die verblasten Farben sind nicht geeignet mein Vertrauen in die filmbasierte Archivierung zu festigen, bei aller Skepsis gegenüber digitalen Datenträgern.
Eines kann ich aber nicht nachvollziehen: schon auf den 10x15cm Bildchen und erst recht am PC von den scans, sieht man das Korn so deutlich, dass die Auflösung leidet. Mir gefallen digitale Bilder inzwischen besser. Das was die Kameras so an jpegs ausspucken gefällt mir nicht. Wenn ich mir die alten Fotos aus meiner Olympus E-300, selbst die die ich mit dem RAW Konverter korrigiert habe, so wirken sie unnatürlich. Meine files aus der D200 sind eindeutig besser, als alles analoge was ich gemacht habe.
SW: eindeutig besser. Nur wenn man nicht selber entwickelt is es ein so teurer Spass, dass ich auf einen chromogenen Film ausweiche. Wenn ich selber in SW konvertiere, sehe ich analog auch nicht um Vorteil. Nur ist es recht aufwendig.
Wirklich interessant ist analog in meinen Augen für SW Fotografen, die selber entwickeln, für Diafotografen, vor allem aber für die Mittelformatfotografen. So eine MF Dia ist ein Genuss. Da braucht man keinen Diabetrachter, keine Lupe mehr. So sehr ich meine alten analogen Kameras liebe, und mit ihnen wirklich gerne fotografiere, aber wirkliche Vorteil bringt analog im KB Format für die Anfertigung von Papierbildern keine. Man fährt ja einen Oldtimer auch nciht täglich!