Alles was ich aus Lightroom/Aperture (schwanke da noch zwischen den beiden, verwende zur Zeit die Lightroom 3 beta2) als JPEG exportiere, sollte ja das Profil automatisch in der Datei integriert haben, oder?
Stimmt.

Kannst Du aber auch ganz leicht überprüfen, wenn Du die Bilddatei im
Finder auswählst und auf das Info-Fenster schaust – da steht's nämlich (unter
Weitere Informationen).
Und welcher Onlinedienst wertet diese sicher aus (pixxum, fastlab, photodose,...)?
Dazu kann ich leider nix sagen, weil ich die selbst nicht benutze und nur mitbekommen habe, dass es vielfältige (und "unglaubliche") Probleme geben kann. Vielleicht können andere in diesem Thread hierzu Erfahrungen beisteuern?
Die Profilierung/Kalibration mache ich im absolut dunklen Raum (der iMac hat eine spiegelnde Displayoberfläche).
Spiegelungen sollten kein Problem sein (wo das Messgerät aufliegt, kann ja nix spiegeln), allerdings erzwingt die vorgesetzte Glasscheibe einen gewissen Abstand zwischen Messgerät und Display, und durch den könnte in der Tat Streulicht eindringen. Wie kritisch das ist, konnte ich mangels spiegelndem iMac noch nicht überprüfen.
Das wäre interessant zu wissen. Wenn Du also einen Moment Zeit übrig hast, dann probiere doch mal folgendes: erstelle zwei Profile mit identischen Zielvorgaben, eines bei hellem Kunstlicht im Raum, eines in Dunkelheit wie bisher. Dann überprüfe beide Profile mit dem UDACT in Dunkelheit und schaue, ob das unter Kunstlicht im Raum erstellte Profil merklich schlechter ist.
Farbkritische Arbeiten mache ich auch v.a. nachts im dunklen Raum (ohne Kunstlichtquelle).
Aua – tut das Deinen Augen nicht weh? Aber klar, dann kann Dich keinerlei Fremdlicht farblich irritieren.
Am Tag mache ich diese nur bei Tageslicht. Auf was sollte ich kalibrieren?
Dann nimm 5800 K. Das sollte für den Tag ziemlich gut passen, und nachts ist es eh völlig wurscht, wenn Du ohne Raumlicht arbeitest.
Oder ist es absolut egal welchen Weißpunkt ich wähle, wenn ich im dunklen Zimmer arbeite und nur der Monitor die Lichtquelle ist?
Richtig. Der
einzige Grund, warum man den Weißpunkt eines Monitors einstellen muss, ist, dass unser Auge sich zwar hervorragend an verschiedene Weißpunkte adaptieren kann, aber immer nur an einen zur gleichen Zeit.
Bei reflektierenden Bildern wie (ausgedruckten) Fotos ist das also nie ein Problem, weil sie ja vom Umgebungslicht beleuchtet werden und also automatisch denselben Weißpunkt haben. Aber ein Monitor leuchtet eben selbst, und wenn er das mit einem ganz anderen Weißpunkt als das Umgebungslicht tut, dann wissen die Augen nicht, woran sie sich anpassen sollen.
Je dunkler das Umgebungslicht und je größer der Monitor (so dass er den wesentlichen Teil des Gesichtsfeldes einnimmt), desto unkritischer ist das, weil das Monitorlicht dann immer "bestimmender" wird. Richtig kritisch ist das Ganze nur, wenn Du ein Bild auf dem Monitor mit etwas aus der Umgebung (einem Ausdruck oder aber einem Gegenstand, an dessen Farbe Du Dich orientieren willst bei der Farbgebung Deines Fotos) vergleichen willst. Dann müssen der Weißpunkt des Monitors und der des Lichts, das den Gegenstand beleuchtet, so nah beieinander wie möglich sein.
Wäre dann eine Kalibration auf den nativen Weißpunkt des Monitors sinnvoll
Wenn Du
nur nachts ohne Licht arbeitest, dann ja, weil Du dir maximal viele Graustufen erhältst, der Weißpunkt bei fehlendem Umgebungslicht aber eben egal ist. (Aus diesem Grund werden Beamer
immer auf ihren nativen Weißpunkt kalibriert.) Aber bei Tageslicht wirkt so ein Monitor in aller Regel zu bläulich und/oder zu grünlich. Von daher würde ich 5800 K vorziehen, solange Du nicht wirklich Probleme damit bekommst, Abstufungen in Grauverläufen zu sehen.
(und wie finde ich diesen raus?)?
Gute Frage.
Normalerweise muss man den nicht rausfinden, denn "auf den nativen Weißpunkt zu kalibrieren" ist ja nichts als eine vornehme Ausdrucksweise dafür, dass man den Weißpunkt des Monitors bei der Kalibration schlicht nicht verändert, also den entsprechenden Kalibrationsschritt überspringt.
Die Kalibrationsprogramme haben dafür eine entsprechende Voreinstellung. Mir fällt aufgrund Deiner Frage zum ersten Mal auf, dass in
iColor Display diese Einstellung fehlt. Da man
iColor Display sowieso nicht zum Kalibrieren von Beamern verwenden kann, habe ich das nie bemerkt.
Also ginge das in
iColorDisplay nur recht umständlich: wähle (in den
Systemeinstellungen von Mac OS X) als aktuell verwendetes Monitorprofil das Default-Profil aus, das Mac OS X für Deinen Monitor erstellt; das sollte einen nativen Weißpunkt haben. Wenn Du dir nicht ganz sicher bist oder das Profil gelöscht hast, kannst Du dir in den
Systemeinstellungen auch schnell ein neues basteln (
Monitore > Farben > Kalibrieren … > Expertenmodus, die Fieseleien in
Monitor-Gamma kannst Du überspringen, die entscheidende Einstellung ist, in
Farbtemperatur die Checkbox
Unkorrigierte Farbtemperatur verwenden anzukreuzen).
Hast Du dieses Profil gewählt, misst Du in
iColor Display in der Arbeitsebene
Weißpunktjustage den Weißpunkt Deines Monitors. Wenn Du dann auf den
Kalibrieren-Knopf (unter dem Messareal) klickst, wird dieser Wert als Zielvorgabe für Deine Kalibration übernommen.
Du könntest (wenn Du Deine restlichen Zielvorgaben schon wie gewünscht eingestellt hattest) dann gleich auf
Start klicken, um den Kalibrationsvorgang zu starten und ein Profil zu erstellen, allerdings wird dann Deine augenblickliche Monitorhelligkeit auch als Zielhelligkeit übernommen (statt
Maximal), was ich wie gesagt nicht empfehle. Um das zu vermeiden, wechselst Du ggf. nochmal in die Arbeitsebene
Kalibration und korrigierst diese Einstellung entsprechend. Dann kannst Du von dort wie gewohnt Kalibration und Profilierung starten.
Statt bei Kalibration auf den nativen Weißpunkt die Weißpunkt-Justage einfach zu überspringen, justierst Du bei
iColor Display dann sozusagen den Monitor auf den Weißpunkt, den er eh gerade hat.

Umständlich, aber geht.
Ich nutze Snow Leopard, also 2,2. Aber was würde es bringen die Gammaeinstellung in iColor auf sRGB zu stellen?
Zum Thema Gamma gibt es endlos viele Missverständnisse und Missinformationen. Ich kann hier nicht nochmal ins Detail gehen (das habe ich schon andernorts gemacht), aber grob zusammengefasst: die Gamma-Einstellung dient der Anpassung an Betriebssystem-Gegebenheiten, und nichts sonst. Wenn Du das Gamma auf einen anderen Wert einstellst als den, den das Betriebssystem erwartet, gibt es zwangsläufig Probleme mit der Farbdarstellung von allem, was kein Profil hat. Man sollte darüber wirklich gar nicht nachdenken, wenn man nicht vor hochspeziellen Situationen steht (und Spezialist ist). Das Gamma muss zum Betriebssystem passen wie die Buchse zum Stecker, punkt.
Oder ist das letztlich das Selbe wie 2,2?
Fast, aber nicht ganz. 100% exakt lässt sich der sRGB-Verlauf durch keinen Gammawert beschreiben, weil er eher versucht, das physikalische Verhalten von Billiggeräten zu simulieren. Aber Gamma 2,2 ist sehr, sehr ähnlich.
Warum willst Du Deine Fotos überhaupt auf sRGB einzwängen, wenn Du eine RAW-Kamera Dein Eigen nennst?? Du würdest doch auch nicht auf Discounter-Abzügen für Deine Hasselblad bestehen?
Ich dachte immer der Helligkeitsbereich solle zwischen 120 und 160cd/m2 liegen.
Es gibt da fast überall eine grundsätzliche Verwirrung. Pi mal Daumen ist die Farbwiedergabe von heutigen Monitoren ja schon ohne jede Kalibration recht gut; wer den Aufwand einer Kalibration auf sich nimmt, will es also ganz genau haben. Das ist auch nur richtig, was die Konsistenz von Farben und Grautönen betrifft, die die Messoftware mit mathematischer Präzision so gut wie möglich einzustellen versucht.
Daraus wird dann aber allzu oft fälschlicherweise gefolgert, für die Zielvorgaben einer Kalibration müsse es ebenso "objektiv richtige" Werte geben, und dann beginnen endlose Diskussionen darum, welche das sind. Aber das ist Quatsch.
Dass die Messsoftware die Zielvorgaben nicht einfach von sich aus mathematisch "objektiv" festlegt, sondern den Nutzer danach fragt, liegt eben gerade daran, dass es sich hier nicht um feststehende Werte handelt, sondern um die
Anpassung des Monitors an seine Umgebungsbedingungen, zu denen
auch das subjektive Sehvermögen des Nutzers gehört.
Der Gammawert sollte wie gesagt an die Umgebungsbedingung "Betriebssystem" angepasst werden (klar, das könnte die Software auch automatisch, und es würde viel Verwirrung verhindern, wenn sie es täte …), Weißpunkt und Helligkeit an die Umgebungsbedingung Umgebungslicht. Den Weißpunkt abzugleichen, wäre für viele Benutzer ohne Erfahrung mit bloßem Auge nicht einfach, aber was die Helligkeit betrifft, so kann das wirklich jeder, denn es geht nur darum, wie ich zuvor schon schrieb, dass Dir weiß weder als "künstlich brilliant" im Vergleich zu einem Stück weißem Papier vorkommt, noch als zu duster. Das kann nichts besser beurteilen als Dein Auge selbst; "objektive" Werte und Messungen sind da Blödsinn (außer Du arbeitest gleichzeitig auf zwei Monitoren, dann, und nur dann, sollten die Monitore messtechnisch aneinander angeglichen werden, damit sie für Dein Auge konsistent sind).
Ich hatte immer zuerst die Helligkeit ausgemessen, dann die Luminanzeinstellung des iMacs so verändert, dass er knapp über dem Zielwert liegt und dann erst mit der Kalibration begonnen. Ist das nicht das optimale Vorgehen?
Von der Reihenfolge her im Prinzip schon, nur dass ich statt einer Helligkeitsmessung eben hier meinen Augen vertrauen würde und in der Software als Zielvorgabe dann
Maximal einstellen, so dass hier nix mehr geändert wird. Aber natürlich machst Du mit Deiner Variante nix falsch.
Tschau
Uli