Kiel, 2. März 2022
Lieber Sam,
danke für Deine Postkarte mit der Heiligen aus dem Tessin und Deine guten Wünsche für den Tag.
Danke auch für den Link zu dem Fotografen aus Kiew. Alles sehr erschütternd und sehr, sehr traurig.
Ich halte mich weiter (weiter soll heißen wie auch schon zu Corona) an den Rat von Psychologinnen und Psychologen. Ich informiere mich regelmäßig, aber nicht ständig, über den Krieg in der Ukraine in seriösen Medien und versuche ansonsten, meinen Alltag mit Routinen und bewusst genossenen schönen Dingen (Fotografie, Musik, Bücher, Lieblingsessen, Spaziergänge ...) aufrecht zu erhalten.
Hier, ich schreibe Dir mal ein Zitat aus einem Interview vom 26.2.2022 in der ZEIT mit Angelika Erhardt, Oberärztin und Leiterin der Ambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie am Max-Planck-Institut in München (Hervorhebung von mir):
"Das wissen wir auch aus der Pandemie. Dosiert sich mit Informationen beschäftigen und Sorgen mit anderen Menschen, Familie und Freunden besprechen, ist hilfreich.
Den Rest des Tages sollte man sich auf die Aufgaben konzentrieren, die für einen wichtig sind. Die werden ja nicht plötzlich unwichtig, weil es diesen Konflikt in der Ukraine gibt. Wir haben weiter unsere Aufgaben und hilfreichen Routinen.
Man sollte sich also eher auf Dinge fokussieren, die man machen kann, und nicht ins Grübeln verfallen, was sein könnte. Und dabei geht es nicht ums Ausblenden, sondern darum, zu entscheiden, wie man die aktuelle Situation am besten verarbeiten kann."
Das fand ich aktuell zum Krieg in der Ukraine sehr hilfreich. Vor allem in Bezug darauf, dass unser Alltag eben weiter geht, weiter gehen darf.
Ja, mehr an Gedanken dazu ist für eine Postkarte zu viel (ist ja eh schon eher ein Brief mit beigelegter Postkarte).
Noch kurz zur heutigen Postkarte: Mein Fotorucksack! Er hat schon immer Farbe bekannt.
Ich wünsche Dir trotz der Lage ebenfalls weiter eine gute Woche.
Herzlich,
Sabine
Lesha Berezovskiy hat bei instagram übrigens eine E-Mail-Adresse hinterlegt: [email protected]