Nikon Z50 - für wen?

Für diese Kundengruppe wäre es wohl ausreichend gewesen, die Z50 mit F-Mount auszustatten. Nikon hätte so seine bestehenden DX-Objektive verkaufen können, ohne Entwicklungskapazität in Z-DX-Objektiven zu binden. Wirtschaftlich sicherlich der attraktivere Ansatz.


Wie Ernst schon geschrieben hat, ist der F-Mount ja nur die halbe Miete weil dann das Bajonett zur Z50 passt aber nicht das Auflagemaß. Also wenn schon F-Bajonett dann mit F-Auflagemaß. Und das ist eine Voraussetzung, die für APS-C DSLM, wo man recht kompakt in der Bauform bleiben will, alles andere als ideal ist.
Wie man es dreht und wendet, Nikon ist (wieder mal) in der Situation, wo sie dem Markt hinterher rennen müssen und hoffen, dass es gut ausgeht.
 
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...Wie man es dreht und wendet, Nikon ist (wieder mal) in der Situation, wo sie dem Markt hinterher rennen müssen und hoffen, dass es gut ausgeht.


...würde gerne diese Denkweise mal verstehen wollen?

Was hat das mit der Fotografie zu tun?

Nikon hat nur ein Gehäuse + Objektive vorgestellt, die Massenmarkttauglich sind, und ihrer Aufgabe meistern werden.

Jedes verkaufte Exemplar ist etwas mehr Butter aufs Brot beim Nikon. Aber, hier scheint es, das einige hier im Forum kein Butter mögen.

Gruß

Peter
 
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...würde gerne diese Denkweise mal verstehen wollen?

Was hat das mit der Fotografie zu tun?

Abgesehen davon, dass die Butter ja nicht auf meinem Brot landet und Nikon mir als Firma nicht viel bedeutet, muss man bei aller Kritik auch immer die Rahmenbedingungen mit berücksichtigen.
Nikon hat nahezu auf einem Schlag sowohl ein neues Bajonett mit neuem Auflagemaß und mit der Z-Serie ein neues Kamerasystem auf den Markt gebracht. Beides reichlich spät aber da kann man nicht erwarten, dass alle Käuferschichten sofort bedient werden können, so wie man es vom DSLR Segment von Nikon gewohnt ist. Mit der Z6/7 hat man eine gewissen Teil der pot. Käufer (vor allem DSLR Stammkunden) abgeholt und mit der Z50 einer weiteren Käufergruppe angesprochen. Der Z50 ein F-Bajonett mit allen folgenden Konsequenzen einzubauen, würde einerseits wahrscheinlich eine weitere Zielgruppe ansprechen aber zumindest in gleichem Maße jetzige Interessenten verschrecken. Da halte ich die jetzige Lösung hinsichtlich Bajonett langfristig für besser.
 
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Für Einsteiger bietet die Z50 ein gutes, überzeugendes Angebot, was fehlt ist noch ein Weitwinkelobjektiv 10-20 VR in der Qualität und im Preissegment des Af-P DX 10-20, dass sich mit dem großen Bajonett und dem netten Auflagenmaß des Z-Bajonetts sicher ähnlich dem 16-50 als Pancake konstruieren lässt. Aber das wird sicher irgendwann noch kommen. Ansonsten haben Alex Coleman und unser ernst w. schon die meisten Argumente gebracht. Das DX-Kit Z50 plus die beiden Objektive ist schon ein überzeugendes rundum-Sorglospaket.

Problematischer wird es schon für Umsteiger: In Sachen FX bin ich auf Z umgestiegen, weil ich die beiden Kameras Z6 und Z7 in der Summe der Argumente überzeugend finde, besonders ist das die Qualität der Z-Vollformat-Objektive, die endlich nicht mehr die CA-Problematik aller bisherigen lichtstarken Nikkore haben, die dem kleinen F-Bajonett geschuldet war. Z-FX ist für mich Zeiss-Otus-Qualität mit moderatem Nikon-Gewicht und Preis.

Dieses Argument gibt es bei DX nicht. Lichtstarke DX-Nikkore gibt bis auf das 35er 1,8 und mit Abstrichen das alte 2,8/17-55 nicht und wird es nach der Roadmap im Z-DX-System solche zumindest zunächst nicht geben. Die auf dem Markt befindlichen DX-Objektive sind zwar recht lichtschwach, jedoch relativ klein und qualitativ ok, teilweise sogar sehr gut. Die kleinen DX-Kameras der D5xxx-Serie sind nicht wesentlich größer und schwerer als die Z50. Die D7xxxer Serie ist ausgereift und hat kaum Schwächen und die D500 ist ohnehin eine DX-High-End-Kamera, zumindest zum Fotografieren. Wer die Z50 hingegen überwiegend zum Filmen will, ist mit ihr sicher besser bedient, als mit einer der kleinen DX-DSLR. Ibis wäre hierfür aber auch schön, muss jedoch nicht letztlich sein. Was mir nicht gefällt ist die Position des Kartenschachts und die Tatsache, dass dieser nur kompatibel mit den langsamen UHS-I-Karten ist. An einem Tele ab 70-200 oder länger stört der FTZ-Adapter kaum noch. Die zwei letzten Nikkore 70-200 mit 2,8, das Tamron G2 und das Af-S Nikkor 70-200 F4VR zeigen Spitzenabbildungsqualität an den Z-Kameras, und es stellt sich die Frage, ob das neue 70-200er fürs Z-Bajonett, das, geht man mal von der bisherigen Preisgestaltung Nikons bei Z aus, sicher 3000 oder mehr € kosten dürfte und dabei weder kleiner noch leichter als die obengenannten sein dürfte, noch viele Kaufanreize bieten wird, zumal ab einer gewissen Brennweite nach wie vor die VR im Objektiv besser funktioniert als ein IBIS.
Außerdem ist, denke ich, die F50 nicht mehr der klassische 1,5 fache Telekonverter wie die D500 oder auch die D7xxx-Kameras. Leider purzeln am Gebrauchtmarkt zurzeit schon die Preise für gute DX Objektive, aber auch für FX-Objektive mit F-Bajonett deutlich, ebenso die Preise für DX- und FX-Kameras mit F-Bajonett, dass der Umstieg mit erheblichen Verlusten verbunden ist. Dazu tragen natürlich auch diverse Cashback und Rabattaktionen Nikons bei, aufgrund derer die Neupreise dieser guten Geräte zu Schnäppchenpreisen werden.

Das kommt noch zu dem Umstand hinzu, dass in der Z50 kein IBIS verbaut wurde und die recht hohe Preisgestaltung (UVP) Nikons schon den eigenen Umsatz kastrieren wird, weil IBIS und ein Preis deutlich unter dem der Mitbewerber sicher den Umsatz anders in Gang gesetzt hätte. Das weiß aber Nikon auch und so werden, wenn die Nachfrage ans Stocken kommt, schon die Preise fallen oder weitere Aktionen eingeläutet werden. Die Käufer wissen das auch und warten daher, wenn sie es können und wollen auch mit dem Kaufen ab, zumal die Z50 eigentlich nichts hat, was man unbedingt sofort braucht. Nikons Problem ist auch die Konkurrenz, (Fuji /Sony), die mit entsprechenden Preisen den Verdrängungswettkampf am kleiner werdenden Markt beflügelt, und die letztlich auch auf Grund ihrer Größe einen längeren Atem hat.

Die Rechnung, zunächst mal fleißig Z50 zu verkaufen und dann eine Z60 mit Ibis nachzuschieben, die die Kunden dann auch noch kaufen, dürfte bei Nikon also in zweifacher Hinsicht nicht aufgehen. Die Lust auf etwas Neues oder einfach so zum Wechseln wird geringer. Zum einen sind alle Produkte, auch die mit F-Bajonett sehr ausgereift, zum Zweiten wird der Markt kleiner, außerdem sitzt angesichts der sich andeutenden Rezession und der politischen Gesamtlage in Europa, bei vielen das Portemonaie nicht mehr so locker. Und: Klar, mit einem Handy kann man längst nicht so gut fotografieren, wie mit einer Systemkamera, aber mit einem Handy kann man aber mittlerweile so gut fotografieren, dass es den meisten reicht, denn sie knipsen nicht nur mit dem Teil, sie schauen meist auch die Fotos fast ausschließlich damit an. Und die meisten Handybesitzer wissen das auch nicht, oder es ist ihnen egal.
 
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Nun haben wir schon mehrere Threads, in denen vorwiegend genörgelt wird. Über Qualität jedoch wird nicht gesprochen. Und die ist doch das Wichtigste. Diejenigen, die was dazu sagen können, haben sich sehr positiv geäußert. Allerdings habe die alle nix mit diesem Forum zu tun. Meine Einschätzung zur Z50 habe ich abgegeben, dem ist nichts hinzuzufügen. Ich verstehe nicht, was die Kamera schlecht machen soll. Und warum ein technisches Gerät Schrott sein soll, wenn es auf dem Papier „nur das Gleiche“ bietet wie die Konkurrenz. Und wie ne D500, so am Rande. Wenn nun die Frage im Raum steht, wer mit dieser beschissenen MistKamera überhaupt fotografieren soll, kann ich nur sagen: Jeder, der die Bildqualität der D500 nutzt, vielleicht ohne extremen AF auskommt, sich aber über ein kompaktes wie robustes Gehäuse freut. Ich bin sicher, ich könnte damit im Job arbeiten. Ich habe noch kein einziges gedrucktes Foto geschossen, was mit der Z50 nicht 100%ig möglich gewesen wäre!
 
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Ich verstehe nicht, was die Kamera schlecht machen soll. Und warum ein technisches Gerät Schrott sein soll, wenn es auf dem Papier „nur das Gleiche“ bietet wie die Konkurrenz. Und wie ne D500, so am Rande.

Ich weiß nicht wie du auf die Idee kommst, dass die Z50 die gleichen Features bietet wie eine D500. Da gibt es Unterschiede in der min Verschlusszeit, der Blitzsynchronzeit, der FPS in high-speed, Pufferspeicher, AF-Messbereich, Monitorauflösung etc etc. Das alles zu erwarten, wäre aber bei einem Modell dieser Preisklasse aber auch ziemlich unrealistisch.
 
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Selbstverständlich ist die Z50 nicht mit der D500 gleichzusetzen. In den wichtigsten Leistungsdaten allerdings schon. Die von Dir genannten Punkten jedoch halte ich jedoch für eher zweitrangig, zumal in der Preisklasse kaum zu leisten.
 
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Selbstverständlich ist die Z50 nicht mit der D500 gleichzusetzen. In den wichtigsten Leistungsdaten allerdings schon. Die von Dir genannten Punkten jedoch halte ich jedoch für eher zweitrangig, zumal in der Preisklasse kaum zu leisten.

Dann haben wir eine sehr unterschiedliche Auffassung von "wichtigsten Leistungsdaten". Bei der D500 halte ich z.B. alles was mit AF und FPS zu tun hat für ein herausragendes Modellmerkmal. Wenn da ein Gehäuse schon mal diesbezüglich nicht in dieser Klasse spielt, käme ich nicht auf die Idee da irgendwas gleichzusetzen.
 
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Die D500 macht 10 FPS, die Z50 sogar 11. Und inwieweit deren AF in der Praxis schlechter ist, muss sich erstmal zeigen. Zumal für mich der elektronische Sucher einer Spiegellosen in schwierigen Situationen für mich extrem nützlich ist. Zumal ich durch Video gewohnt bin, damit zu arbeiten. Wie schnell und welcher Abdeckung ein AF arbeitet, ist für mich nebensächlich, da ich kaum Action Knipse. Ich habe ständig kniffelige Situationen mit in der Tiefe gestaffelten Motiven, wo meine D500 ständig andere Vorstellungen hat, was auf dem Bild wichtig ist. Nicht, dass ich die D500 nicht lieben würde, aber nüchtern betrachtet muss ich sagen, dass die Z50 bei mindestens identischer Bildqualität praktisch ebenbürtig ist. Wobei ich kompakte Gehäuse als Zweitkamera schätze, aber als Arbeitsgerät ist die D500 für mich erste Wahl.

Nachtrag: Der RAW-Buffer ist natürlich ein Aspekt, da kommt die Z50 an die D500 bei weitem nicht dran. Das ist ein Punkt, an dem Profimodelle drastisch aufgebohrt sind. Aber die Z50 schafft mit 40 Bildern mehr als ich je gebraucht hätte. Das ist natürlich vom Genre abhängig.

Dann haben wir eine sehr unterschiedliche Auffassung von "wichtigsten Leistungsdaten". Bei der D500 halte ich z.B. alles was mit AF und FPS zu tun hat für ein herausragendes Modellmerkmal. Wenn da ein Gehäuse schon mal diesbezüglich nicht in dieser Klasse spielt, käme ich nicht auf die Idee da irgendwas gleichzusetzen.
 
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Ich verstehe nicht, was die Kamera schlecht machen soll. Und warum ein technisches Gerät Schrott sein soll, wenn es auf dem Papier „nur das Gleiche“ bietet wie die Konkurrenz.

Niemand hat die Kamera bisher schlecht gemacht.
Im Eröffnungs-Thread schrieb ich: "Schaut man nur auf die Kamera und lässt die aktuelle Markt-, Wettbewerber- und Kundensituation unbeachtet, dann ist die Z50 eine handlich Kamera mit sehr ordentlichem Sensor und brauchbarer Ausstattung. Keine Frage, damit kann man schöne Urlaubsbilder machen, Bergtouren und auch Selfies für Instagram. Insgesamt ein gutes, aber unauffälliges Durchschnittsprodukt, ohne besondere Stärken, aber auch ohne USP und mit einer sehr eingeschränkten Objektivauswahl."

Ist das schlecht gemacht, oder eine realistische Einschätzung?


Aber es steht doch außer Frage, dass die Z50 ein Marketing-Kastrat ist und Nikon damit eine bestimmte Verkaufsstrategie verfolgt, @Furby hat es recht gut zusammengefaßt:
"Die Käufer wissen das auch und warten daher, wenn sie es können und wollen auch mit dem Kaufen ab, zumal die Z50 eigentlich nichts hat, was man unbedingt sofort braucht. Nikons Problem ist auch die Konkurrenz, (Fuji /Sony), die mit entsprechenden Preisen den Verdrängungswettkampf am kleiner werdenden Markt beflügelt, und die letztlich auch auf Grund ihrer Größe einen längeren Atem hat.

Die Rechnung, zunächst mal fleißig Z50 zu verkaufen und dann eine Z60 mit Ibis nachzuschieben, die die Kunden dann auch noch kaufen, dürfte bei Nikon also in zweifacher Hinsicht nicht aufgehen."


Kritisiert wird doch nicht die Z50 an sich, die ist brauchbar und gute Bilder kann man mit der Kamera ganz sicher machen, alles andere wäre auch eine höchst negative Überraschung. - Kritisiert wird die Produktstrategie von Nikon. Nikon ist ein sehr später Nachzügler im spiegellosen Segment und ist bei den jungen SmartFone-Knipsern eher ein NoName-Unternehmen. Wenn man dann in einem schrumpfenden Markt mit sehr gut etablierten Platzhirschen Marktanteile gewinnen will, dann muss man einen "Kracher" launchen, den jeder Verkäufer gerne empfiehlt und der sich einfach verkaufen lässt, weil substanziell besser und günstiger als der Wettbewerb. Mit einem unauffälligen Durchschnittsprodukt und zwei Dunkelkit-Objektiven schwimmt man irgendwo mit, aber unterhalt der Sahne.
 
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Just my 2C:
Ich halte die Z50 für verführerisch.
Zu den Kritikpunkten:
- Braucht man das Z-Bajonett für DX? Sicherlich nicht. Aber brauchte man das F-Bajonett für DX-DSLR?
- Keine lichtstarken Festbrennweiten. Richtig. Gab's aber für DX-DSLR auch nicht. Wer für seine D200/D300/D500 ein Porträtobjektiv wollte, der griff zum 50er, 85er, 2,8/70-200 ... alles FX!
- Zu kleines Objektivprogramm, nur dunkle Kit-Linsen. Ja und nein. Auch zu Z6/7 kam zunächst nur ein Dunkelzoom - ok, war f4, aber alle Forumsnörgler wollten 2,8! btw: alle Z-Nikkore passen auch an die Z50, ist bei WW zwar weniger sinnvoll, aber es gibt schon schöne 50er und 85er ...
- Die Z50 ist kein Paukenschlag. Richtig. Aber im Vergleich zu EOS M, Fuji X-T30, Sony a6400 kann sie sich dennoch sehen lassen, siehe den Vergleich bei dpreview (nach unten scrollen):
dpreview Vergleich

Mein Fazit:
Für mich (D4-User) als Reisekamera eine Überlegung wert.
Und es ist ja noch Platz für eine Z60 oder Z 70 ...
 
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Dich und generell die TOs muss man da tatsächlich ausnehmen. Aber es wurde schon mächtig draufgehauen, mehr als sonst üblich.

Das verstehe ich halt nicht. Natürlich ist die Z50 eine routiniert gemachte Kamera ohne Spektakel. Das ist aber eigentlich genau das, was Nikon-Fans seit Generationen und Jahrzehnten schätzen. Allerdings ist auch die Geschichte sehr gut geeignet, um die Ansichten von uns Freaks ad absurdum zu führen. Nikon hat z.b. mit der EM ne Menge Kohle gemacht. Das Teil ist m.E. nach selbst heute nicht meilenweit von Carena-Plastikbombern entfernt (die bis aufs Bajonett baugleich sogar später in Canon- und Nikon-Kartons landeten!!!). Das war eine Kamera, die ich bis heute nicht verstehe, aber die Nikon mit ihrem Erfolg angeblich sogar gerettet hat. Erst später kam die bauähnliche FG20 sowie die FG, das waren beides zumindest amtliche Kameras in der Liga einer Minolta x700. Jedenfalls war Nikons Ruf als High-End-Hersteller toll, aber Geld verdient wurde im Einsteigersegment.

Was ich allerdings auch sagen muss: Die Z50 ist hinsichtlich Äußerlichkeiten tatsächlich eine Kamera für die typische D5x00-Klientel. Auch wenn die Technik locker eine Klasse höher anzusiedeln ist. Ob das letztendlich aufgeht, wird spannend. Denn die Kamera ist für die adressierte Kundschaft doch recht teuer. Aber warten wir es ab. Immerhin langt Sony mit der A6500 kräftig und selbstbewußt hin. Das sollte für Nikon dann auch gehen.

Niemand hat die Kamera bisher schlecht gemacht.
Im Eröffnungs-Thread schrieb ich: "Schaut man nur auf die Kamera und lässt die aktuelle Markt-, Wettbewerber- und Kundensituation unbeachtet, dann ist die Z50 eine handlich Kamera mit sehr ordentlichem Sensor und brauchbarer Ausstattung. Keine Frage, damit kann man schöne Urlaubsbilder machen, Bergtouren und auch Selfies für Instagram. Insgesamt ein gutes, aber unauffälliges Durchschnittsprodukt, ohne besondere Stärken, aber auch ohne USP und mit einer sehr eingeschränkten Objektivauswahl."

Ist das schlecht gemacht, oder eine realistische Einschätzung?


Aber es steht doch außer Frage, dass die Z50 ein Marketing-Kastrat ist und Nikon damit eine bestimmte Verkaufsstrategie verfolgt, @Furby hat es recht gut zusammengefaßt:
"Die Käufer wissen das auch und warten daher, wenn sie es können und wollen auch mit dem Kaufen ab, zumal die Z50 eigentlich nichts hat, was man unbedingt sofort braucht. Nikons Problem ist auch die Konkurrenz, (Fuji /Sony), die mit entsprechenden Preisen den Verdrängungswettkampf am kleiner werdenden Markt beflügelt, und die letztlich auch auf Grund ihrer Größe einen längeren Atem hat.

Die Rechnung, zunächst mal fleißig Z50 zu verkaufen und dann eine Z60 mit Ibis nachzuschieben, die die Kunden dann auch noch kaufen, dürfte bei Nikon also in zweifacher Hinsicht nicht aufgehen."


Kritisiert wird doch nicht die Z50 an sich, die ist brauchbar und gute Bilder kann man mit der Kamera ganz sicher machen, alles andere wäre auch eine höchst negative Überraschung. - Kritisiert wird die Produktstrategie von Nikon. Nikon ist ein sehr später Nachzügler im spiegellosen Segment und ist bei den jungen SmartFone-Knipsern eher ein NoName-Unternehmen. Wenn man dann in einem schrumpfenden Markt mit sehr gut etablierten Platzhirschen Marktanteile gewinnen will, dann muss man einen "Kracher" launchen, den jeder Verkäufer gerne empfiehlt und der sich einfach verkaufen lässt, weil substanziell besser und günstiger als der Wettbewerb. Mit einem unauffälligen Durchschnittsprodukt und zwei Dunkelkit-Objektiven schwimmt man irgendwo mit, aber unterhalt der Sahne.
 
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Was ich allerdings auch sagen muss: Die Z50 ist hinsichtlich Äußerlichkeiten tatsächlich eine Kamera für die typische D5x00-Klientel. Auch wenn die Technik locker eine Klasse höher anzusiedeln ist. Ob das letztendlich aufgeht, wird spannend. Denn die Kamera ist für die adressierte Kundschaft doch recht teuer. Aber warten wir es ab. Immerhin langt Sony mit der A6500 kräftig und selbstbewußt hin. Das sollte für Nikon dann auch gehen.
Wenn der Trend bei Spiegellosen, durch Sony vorgegeben, zu eher höherpreisigen Kameras geht, wird Nikon sicher nicht anfangen, das erheblich nach unten zu öffnen und sich der Margen zu berauben. Das Segment der technikseitig nicht so anspruchsvollen Fotografierer wird mehr und mehr von den hochwertigen Smartphones à la Huawei besetzt, da ist nur noch wenig zu holen, deswegen bin ich nicht mal so sicher, ob dieses "Systemkamera mit Objektiv für 399,- EUR auf dem Media Markt-Wühltisch"-Konzept noch lange Bestand haben wird...

Was die EM angeht: letztlich war ihr Zwang zur Zeitautomatik die Vorstufe heutiger Knipsomatiken. Immerhin gab es den Gegenlicht-Knopf mit +2-Korrektur, und wer die Kamera dann ein bisschen mehr ausreizen wollte, hat einfach den ISO-Schalter als weiteres Steuerelement für die Belichtung genutzt. Ich war trotzdem froh, als ich mir nach der gebrauchten EM dann eine gebrauchte FG leisten konnte (noch als Schüler). ;)
 
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Auch Hochhäuser haben mit einem Keller begonnen. Aber wir stehen vor dem Kellergeschoß, schauen hinunter und sagen "Das wird doch niemals ein Haus!"

Nun man zieht aber nicht in den Keller ein, während das Hochhaus darüber noch gebaut wird. Wenn die potentiellen Kunden entsprechend mit dem Kamerakauf warten, bis Nikon ein komplettes DX-Z-Mount Objektivprogramm anbieten kann, dann wird die Z50 zur Totgeburt.
 
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...ohne Spektakel. Das ist aber eigentlich genau das, was Nikon-Fans seit Generationen und Jahrzehnten schätzen.
Damit hast Du voll und ganz recht! Schon vor 30, 40 Jahren galt Nikon zwar als solide, aber sehr zurückhaltend
bei der Einführung neuer Errungenschaften.
Daß sie dann fortschrittliche Kameras wie die FA auf den Markt gebracht haben, hat zwar Respekt hervorgerufen,
war aber der Nikon-Gefolgschaft auch wieder nicht recht. Eine so moderne Kamera von Nikon konnte nur suspekt
sein.
Garnicht verstanden haben sie Kameras wie die EM.

Heute stößt die Z50 auf Unverständnis - und wird vielleicht ein Erfolg, den wir uns noch nicht vorstellen können.

Grüße, Christian
 
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Der Kunde ist der technikbegeisterte Edelamateuer, der ständig was Neues braucht, deshalb Z-Bajonett. Für mich als Profi macht die Kamera überhaupt keinen Sinn, das wird ähnlich sein wie mit der D500, daß meine D4 immer noch technisch bessere Fotos macht. Größe und Gewicht einer Kamera interessieren mich übrigens überhaupt nicht.
 
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Daß sie dann fortschrittliche Kameras wie die FA auf den Markt gebracht haben, hat zwar Respekt hervorgerufen, war aber der Nikon-Gefolgschaft auch wieder nicht recht. Eine so moderne Kamera von Nikon konnte nur suspekt sein.
Die FA wurde hauptsächlich deswegen kein großer Erfolg, weil sie anfangs kaum zu haben, relativ teuer und letztlich recht schnell "veraltet" war: die Zeichen standen auf AF, Minolta hat 1985 krachend die 7000 vorgelegt. Die FA mit AF wäre DIE Kamera der gehobenen Mittelklasse geworden, die später die F801(s) zumindest im Maßstab der noch vorhandenen Nikon-Marktdurchdringung wurde, aber so blieb sie eher ein Nischenmodell für den Connaisseur. ;)
 
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Die FA wurde hauptsächlich deswegen kein großer Erfolg, weil sie sehr teuer war
und als Amateurkamera (schlimm!) galt, die suspekte Belichtungsprogramme hatte (sogar P - sehr schlimm!)
und teilweise aus Kunststoff bestand (allerschlimmst!).
Deswegen wollte die von den Nikonianern niemand haben.

Autofokus war damals den Profis und ernsthaften Amateuren noch so etwas von egal: teuer, klobig, stromfressend
und elend langsam. Daß Minolta, eine Firma mit für Canonikolympax-Anhänger geringem Renommee, so etwas
anbot, hat doch niemanden von diesen dazu verleitet, sich mit einer Minolta (vermeintlich) lächerlich zu machen.
Und auch für eine F801, eine weitere suspekte Plastik-Knipskiste für blutige Amateure, hat von denen, die mit einer
FM(2), FE(2), F2 oder F3 rausgegangen sind, doch niemand auch nur im geringsten interessiert.

Kannste schon glauben - ich habe es selbst erlebt.

Grüße, Christian
 
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