Da unterscheiden wir uns. Ich möchte nicht aus der Erinnerung heraus
darüber schwadronieren müssen wieviel natürlicher ich das im Sucher
gesehen habe, sondern mir liegt von Anfang an am fertigen Ergebnis,
und das vorher schon so genau wie möglich im Sucher zu sehen empfinde
ich als sehr positiv.
Deine behauptete differenziertere Wahrnehmung (die ich im Übrigen
gerade bei schlechtem Licht bestreite) hilft Dir nichts, wenn am Ende
dann doch nur ein knallroter Flatschen im Bild zu sehen ist.
Es geht aber gerade nicht um Glaubenskrieg oder Allgemeines zum Thema EVF sondern um eine ganz konkrete Behauptung von dir.
Ich habe versucht das möglichst exakt darzustellen. Die Bilder sind mit einer Handydcam entstanden (wegen der langen Belichtungszeit etwas verwackelt aber um Schärfe geht es nicht). Im Sucher wurde auf die Testchart mit Rahmen fokussiert.
Bild 1 "Versuchsaufbau" bei geringen Restlicht eine Testchart vor weißem Hintergrund
Bild 2 Sucheransicht aus einer D4s (einen Ticken dunkler als mit freiem Auge am Sucher)
BIld 3 Sucheransicht aus einer Fuji X-T1
@ Tom S
Das Sucherbild der D4 sieht schon deutlich besser aus, wenn man mit dem Auge durchschautAber ungeachtet dessen ist das elektronische Sucherbild schon heller als die Wirklichkeit, da gebe ich Dir Recht. Nur hat das eben auch wenig mit der Realität zu tun. Eine Nachtszene möchte ich nicht wirklich Taghell in meinem Sucher haben.
Auch darum geht es nicht. Daher nochmals dein Zitat "Wenn die Farbwahrnehmung im Auge nachlässt ist es so dunkel das Du in Deinem elektronischen Sucher überhaupt nichts mehr sehen wirst außer buntes Rauschen".
Das Sucherbild ist etwas heller als am Bild (das habe ich auch geschrieben), es ist aber weit davon eine halbwegs farbrichtige Wiedergabe zu ermöglichen.
... als einer dieser sehr kleinen, schlecht auflösenden EVF....
Wäre statt Cyan z.B. Orange über das Bild gelegt worden, wäre das Ergebnis erstaunlich - kann ja jeder mal mit ein bisschen "Farbton ändern"-Reglerakrobatik ausprobieren. Richtig ist aber, dass sich das Auge bzw. das Gehirn mit solchen Kniffen gut austricksen lässt.Das Beispiel mit den Erdbeeren ist aber nicht besonders toll. Das war wohl ein HobbypsychologeDa ist nämlich das gesamte Umfeld in der Komplementärfarbe Cyan und dadurch wirken die auch rötlich. Würde man das Umfeld grau halten, kämen sie einem auch nicht rot vor.
@ Tom S
Das war wohl ein Hobbypsychologe
Knapp danebenAkiyoshi Kitaoka ist ein angesehener Professor für Psychologie mit Schwerpunkt auf Wahrnehmungsphänomene an der Ritsumeikan-Universität in Kyoto.
Die Sucher der Fuji sind größer als jeder Sucher einer Nikon FX. Sogar etwas größer als der Sucher einer Canon 1DX.
Und vielleicht als kleine Stütze in Physiologie: Das Auge kann die Empfindlichkeit (für was?) nur sehr begrenzt verändern. Entscheidend ist, dass das Sehzentrum in der Lage ist, insbesondere fehlende Farbinformationen durch Erfahrungswerte zu ergänzen. Das funktioniert in der Praxis sehr gut, wie man Beispiel der Erdbeeren sieht, die wir als Rot wahrnehmen weil wir es wissen obwohl in dem Bild kein einziges farbiges Pixel ist. http://www.berliner-zeitung.de/digi...-sind-diese-erdbeeren-rot-oder-grau--25951882
Diese Ergänzung ist aber dann problematisch wenn die spezifische Erfahrung fehlt und durch ein wahrscheinliches Szenario ersetzt wird. Diese Erfahrung macht jeder, der mal mit Unterwasserfotografie angefangen hast.
Wenn man einen sehr guten (großen) optischen Sucher hat, ist der per se erst einmal jedem mir bekannten EVF weit überlegen.
Wenn ich bei einer Party Bilder mache, gehört das schummrige Licht zur Stimmung
(wenn es ein gute Party ist) und das möchte ich am Bild, genauso erhalten und da
stört mich die Aufhellung im EVF.
So lange bis es dunkel wird oder man Kunstlicht kompensieren muss.
Dann ist es genau anders herum.
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