Mitmachthema Nicht perfekte Schnappschüsse, die ich nicht weggeworfen habe und sogar zur Diskussion stelle

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Warten sie auf die Hartz IV Auszahlung?

Gruß
Hans

Auf Grundsicherung.

Der gemeine Bauarbeiter, der mit 56 in Frührente geht, weil der Rücken im Eimer ist, erhält Grundsicherung. Und weil er, obschon er Rentner ist, keinen Pfennig dazu verdienen darf, ohne dass ihm 80% davon wieder abgezogen werden, macht er für 1,50€ die Stunden verständlicher Weise nix anderes mehr, als sich die Zeit vertreiben.

Jetzt langsam kommen die Zeiten, in denen auch die Leute vom Bau langsam gesund genug schuften können, um nicht mit 50 schon am Ende zu sein, weil die Arbeitsbedingungen es zulassen. Aber bis es endlich so weit ist, dass man als Handwerker mit 67 noch gesund genug ist, um seine Rente genießen zu können, ist das Rentealter schon längst auf 75 angehoben und die Rente auf 30% vom Netto gekürzt worden.
 
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Warum macht man solche Bilder ?


Warum mache ich solche Fotos – warum an diesem Tag ?

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Wo immer wir hingehen, da sind wir.
(An einem anderen Tag wäre ich achtlos vorbeigegangen.)


///



Als weiterer Bildbetrachtungsgedanke -
was sagt das Bild über den Fotografen :


Sam fotografiert die Nonnen,

Kay fotografiert an einem Tag die geputzten, am nächsten die desolaten …


////


Eventuell
sagt das Foto mehr über den Fotografen an diesem Tag als über die fotografierten Personen


////


Nur mal so – sicher kein ach so neuer Gedanke – und doch ...
 
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In dem Chaos (für mich), sticht mir bloß die rechte Säule hervor, die gleich umzufallen droht.

Ich sehe die Säule links
 
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Zuallererst dachte ich ja" was für ein schlechtes Foto".
Dann ist mir - allmählich, nicht sofort - eingefallen, daß ein Foto mehr Bedeutung haben kann,
als man auf den ersten Blick zu erkennen glaubt.
Sowohl vonseiten des Fotografen, als auch vonseiten des Bildinhaltes.

Grüße, Christian
 
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Ich bin, wie meist, nicht so schnell mit meinen Beiträgen. :fahne:

Kurz zur Erläuterung meiner Vorgehensweise:
Das Foto öffne ich mir in der rechten Bildschirmhälfte, links öffne ich ein leeres Blatt in Word.
So habe ich das Foto immer im Blick und kann gleichzeitig meine Gedanken dazu aufschreiben und nach und nach sortieren.
Das kann ein bisschen dauern. Schließlich gebe ich mir Mühe. :)

Damit ich möglichst unvoreingenommen auf das Foto schauen kann, lese ich Eure Beiträge erst im Nachhinein.
Das erklärt mögliche Wiederholungen oder Widersprüche zu anderen Beiträgen.


Nun aber zu Kays Schnappschuss!

Mein Blick bleibt zunächst kurz beim Hund hängen und irrt dann weiter durch das Bild.
Toilettenhäuschen! Einbahnstraße, Toi Toi! Zwei Männer, roter Mülleimer, klebt als Rucksack am Rücken eines Mannes.
Bauzaun, angeschnittene Person rechts, darüber angeschnittene Füße und Waden eines Denkmals.
Backsteingebäude mit Säulen, blauer Container, Camouflage-Jacke, Bierflasche, Gestrüpp …

Das geht bei mir in Sekundenschnelle, ist ganz schön viel auf einmal und wirkt auf mich wuselig, unstrukturiert, chaotisch.
Uffz. Mein erster Impuls: Bloß weg hier! ---- Und das Foto in die Tonne.

Aber gut. Kay, Du zeigst das Foto ja in diesem Thread und siehst offenbar etwas Zeigenswertes darin.
Also bleibe ich stehen, schaue mehr als zweimal hin und versuche, das Foto mit Deinen Augen zu sehen.

Ich weiß nicht recht, auch dann bleibt es für mich ein chaotisches, wuseliges Foto.
Eher düster, trostlos, ohne Kommunikation zwischen den abgebildeten Lebewesen. Das Gegenteil von Schönwetter-Fotografie.
(Ich habe nichts gegen das Gegenteil von Schönwetter-Fotografie. Im Gegenteil! :D )

Und dann macht es bei mir Klick! Ich hätte es genauso fotografieren können: als Abbild meiner inneren Verfassung.
So macht es plötzlich Sinn für mich. Alles, was mich beim ersten Blick auf das Bild irritiert und eher abgestoßen hat, darf so stehen bleiben, weil dies genau die Aussage dieses Schnappschusses sein kann.
Der Inhalt des Fotos kann eben genau dieses Wuselige, Chaotische, Trostlose, „Bloß weg hier!“ sein.
Ein äußeres Abbild eines inneren Zustandes. Dann wird das Foto mit einem Mal sogar sehr persönlich.

Mein Fazit somit: auf den ersten Blick für die Tonne, aber auf den zweiten Blick zeigenswert.

Ich könnte es mir allerdings noch besser als Konzeptfotografie vorstellen, innerhalb einer ganzen Serie ähnlicher Szenen.
Dann könnte es im besten Fall über das Persönliche/Individuelle hinaus eine allgemein gültige Bedeutung bekommen.
 
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Naja, dann ist es Kunst.
Mir sagt es absolut nichts von dem was manche in dem Bild sehen.

Tatsächlich kann man mit ausreichend Phantasie in die grauseligsten Aufnahmen Unmengen an Sinn hineininterpretieren.

Ich persönlich stehe auch mehr darauf, das selbst ein Schnappschuss irgendetwas an sich hat, das auf den ersten Blick gefällt und wenn es nur sowas wie gutes Licht ist. (In diese Richtung ging, so meine ich, der Hinweis von VisualPersuit.

Andererseits sind wir ja hier zusammengekommen, um unperfekte Schnappschüsse zu besprechen, die aus irgendeinem Grund vom Fotografen aufbewahrt wurden. Sie werden veröffentlicht und gezeigt, selbst wenn es kein Schwein gibt, dem sie gefallen ;)

Kays Bilder sind häufiger mal mindestens ebenso schräg, wie seine Erläuterung hier. Eigentlich finde ich gerade das daran gut. Wie oft habe ich über seinen Statements gegrübelt und sie nicht verstanden. Mit dieser Aufnahme hier geht es mir ähnlich ;)

Dazu noch eine Frage an den Künstler: Irgendwann einmal hast Du (eine meiner Aufnahmen betreffend) gefragt, warum so grauer, deprimierender Stoff so gern hergenommen wird um ihn zu zeigen und warum der dann auch noch so „bejubelt“ wird, wo doch viel fröhlichere Bilder mit blauem Himmel und schönen Farben viel ansprechender seien. Erinnerst Du Dich?
 
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...
Ich weiß nicht recht, auch dann bleibt es für mich ein chaotisches, wuseliges Foto.
Eher düster, trostlos, ohne Kommunikation zwischen den abgebildeten Lebewesen. ...

Und dann macht es bei mir Klick! Ich hätte es genauso fotografieren können: als Abbild meiner inneren Verfassung.
So macht es plötzlich Sinn für mich. Alles, was mich beim ersten Blick auf das Bild irritiert und eher abgestoßen hat, darf so stehen bleiben, weil dies genau die Aussage dieses Schnappschusses sein kann.
Der Inhalt des Fotos kann eben genau dieses Wuselige, Chaotische, Trostlose, „Bloß weg hier!“ sein.
Ein äußeres Abbild eines inneren Zustandes. Dann wird das Foto mit einem Mal sogar sehr persönlich.

So ist es.

Du und Christian, Ihr habt das schön beschrieben.

Nur das " Bloß weg hier! " hatte ich nicht.
Irgendwie fühlte ich mich zwar abgestoßen von der Tristesse, aber genausogut hätte ich mich einreihen können.

Ich könnte es mir allerdings noch besser als Konzeptfotografie vorstellen, innerhalb einer ganzen Serie ähnlicher Szenen.
Dann könnte es im besten Fall über das Persönliche/Individuelle hinaus eine allgemein gültige Bedeutung bekommen.

Eine ganze Serie, naja, eine kleine, hätte ich wohl schon.
Meist habe ich von außen betrachtet, manchmal auch in den Dialog eingelassen.

Hier soll es nur um den einzelnen Schnappschuß gehen.
 
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Irgendwann einmal hast Du (eine meiner Aufnahmen betreffend) gefragt, warum so grauer, deprimierender Stoff so gern hergenommen wird um ihn zu zeigen und warum der dann auch noch so „bejubelt“ wird, wo doch viel fröhlichere Bilder mit blauem Himmel und schönen Farben viel ansprechender seien. Erinnerst Du Dich?

An dem Tag hätte ich nicht gefragt.
 
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Obschon nur Du doch immer die Wahl hast jemand anderen fragen zu lassen ;)

Hugos Leerbeauftragter hat auch mal einen freien Tag !

Inzwischen fragen wir uns, ob wir über den Inhalt der Fotos nachdenken sollten, oder über den Zusammenhang zwischen Knipser und Objekt.

Wahrscheinlich wird das abgelehnt als zu persönlich " gehört hier nicht hin ! "


Aber hätte Kay ( mal so von außen betrachtet ) das Foto von den zwei Nonnen gemacht und wenn ja, dann wie ?

Hätte Sam25 das Foto von den zwei männlichen Personen mit Hund gemacht - und wenn, dann wie ?

Spannend, oder ?
 
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Es ist nicht zu viel in diesem Bild.
Es zeigt eine Tristesse in einer Stadt und kommuniziert mit der Stimmung des Fotografen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass je länger ich mich mit dem Thema Fotografie beschäftige, desto mehr kann ich mit ins Bild nehmen, ohne es zu überfrachten und unnötig Störendes mit abzubilden. So haben sich meine Lieblingsbrennweiten im Laufe der Zeit auch immer weiter verkürzt.
Aber ebenso musste ich in den Jahren erfahren, dass nicht alles, was meine Stimmung ausdrückt und was auf mein Sehempfindung Wirkung zeigt, auch anderen gefällt. Einen Zugang zur Mehrheit aller Betrachter werde ich wohl auch nie finden.
 
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... Einen Zugang zur Mehrheit aller Betrachter werde ich wohl auch nie finden. ...


Hugo :D meint : " Capt Marc kann auch nicht überall sein ... "

Niemand versteht Hugo, er murmelt was von
" man bräuchte einen Lotsen - für Mainstream, auch der wechselt die Strömung ... "

Aber ich bin kein FollowerCollector und werde die Zufahrt zur Mehrheit der Betrachter auch ohne Nebel verpassen.
 
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Tatsächlich kann man mit ausreichend Phantasie in die grauseligsten Aufnahmen Unmengen an Sinn hineininterpretieren.
...
Kays Bilder sind häufiger mal mindestens ebenso schräg, wie seine Erläuterung hier. Eigentlich finde ich gerade das daran gut. Wie oft habe ich über seinen Statements gegrübelt und sie nicht verstanden. Mit dieser Aufnahme hier geht es mir ähnlich ;)

Jeder, der hier ein paar Tage unterwegs ist weiß, dass ich kein Schnappschuss-Fotograf bin. Trotzdem finde ich diese Art der Fotografie interesssant und bewundere manchmal die Ergebnisse. In meinem beruflichen Umfeld hat mich mal ein Kollege als Sozialromantiker tituliert. Für dieses Motiv bin ich aber anscheinend zu nüchtern und sachlich.

Mir fällt dazu einfach nichts ein - es ist mir zu schräg, vielleicht zu anstrengend. Auch ich habe häufiger Schwierigkeiten, Kay & Hugo zu verstehen. Alleine das Konstrukt (Kay UND Hugo) ist an der Verständnisgrenze meines kleinen, pragmatischen Hirns. Während ich bei @gpox noch interpretieren kann, was er meint, bin ich hier und in diesem Fall völlig ratlos...

Ich hoffe, ich kann in der nächsten Runde wieder was Sinnvolles beitragen...
 
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