Mitmachthema Nicht perfekte Schnappschüsse, die ich nicht weggeworfen habe und sogar zur Diskussion stelle

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Ich habe nicht mitbekommen, dass das Bild ein Teil einer Serie ist. Das ist für mich auch nicht relevant. Ich glaube dass diese Szene auch für sich alleine stehen kann, Martin.

Zur Offenbarung: die vermeintliche Offenbarung ergibt sich für mich aus der ungewöhnlichen Fotografenposition....
 
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Manch treffe ich dabei auf Fotografen, die sich einen Dreck um
technische Perfektion oder optimale Bildgestaltung kümmern,
aber trotzdem Bilder liefern, die mich irgendwie berühren.

Der Schlüssel liegt in "trotzdem".

Niemand hat bestritten daß ein technisch fehlerhaftes Bild
berühren und bombastisch wirken kann.

Die Diskussion rieb sich an der Unterstellung daß ein Bild
entweder toll oder technisch gut sein kann - aber nicht toll
und technisch gut.

Also so gesehen, find ich die Ausgangsfrage nicht schlecht, denn
nicht alles was unperfekt ist, ist automatisch Müll.

Und nicht alles was technisch sauber umgesetzt wurde
ist deswegen langweilig, genau.
 
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Schade, ich hab mal wieder wenig Zeit und hab auch die Beiträge der Vorschreiber nicht gelesen.

30 Sekunden sind verdammt viel. Für mich wäre es genug Zeit gewesen, mich dem Herren zu nähern, ihm ins Gesicht zu fotografieren, ihn danach zu locken „Hey, Anselm ...“ und noch ein Bild zu machen.
Dabei mit weit kürzerer Brennweite, damit Tasche und die Fußgänger hinten auch mit drauf sind.
Dass diese Bewegungsunschärfe zeigen finde ich gut. Das Licht ist gruselig, die Lichtstreifen sind unvorteilhaft im Motiv verteilt.

Mein Lieblingsthema: Wieviel wurde geschnitten, wieviel ist wirklich drauf gewesen auf dem Foto. Das würde mich interessieren, auch wenn es mich nicht zu interessieren hat

Es ist das typische DSGVO-Angst-Foto, auf dem man niemanden erkennen kann. Das finde ich besonders doof. Die Tasche stört mich nicht, gehört zum Motiv dazu. Aber es ist mir viel zu eng beschnitten, sodass ich echte Probleme mit der Gestaltung habe.

Ich gehe am liebsten mit 28mm auf die Straße, dann habe ich Platz das Hauptmotiv (den Knipser) und sein Zubehör, sowie die gesamte Umgebung genau so im Bild zu verteilen, dass ein stimmiges Motiv entsteht. Die Leica hat den Vorteil, dass man keine Messfelder verschieben muss. Einfach eine kleine Blende wählen und nach Lust und Laune verschwenken.

Natürlich muss man dann einen schnellen Gesamtüberblick behalten, um nicht Dinge mit ins Bild zu nehmen, die später stören.

Eine ganz andere Variante ist natürlich die, die das Motiv des Herren mit ins Bild bringt. Ich habe aber die Vermutung, dass auch er hier keine alten Damen mit Hut und Pelzmantel, oder junge Fotomodelle im Minirock ins Visier nahm, sonst hättest Du die doch bestimmt mit in Bild genommen, oder?

Fazit: Ich hätte ein Bild gemacht, aber sicher nicht dieses.
 
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ich schreibe mal der Einfachheit halber meine Antworten direkt in das Zitat:

 
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Das Motiv: Was macht er da am Boden? Ist er hingefallen? Er fotografiert - genau dieser Bereich ist nicht scharf, es ist der Schuh oder das Schienbein...
Deine Kritikpunkte: Belichtung - für diese Situation Mittag, Schatten und Sonne - das hat die Automatik gut hingekriegt.
Die Fototasche - gehört dazu macht Sinn
SW - gute Entscheidung - vermute ich mal

Beschneidung / Veränderung: da halt ich es wie Albert (@häuschen ), ich schneide nicht, und "Taschen entfernen" oder andere Malkünste verwende ich für mein Fotografieren nicht...

Insgesamt ist mir das Bild etwas zu eng - ein Gewusel.

Gruss
 
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Das Bild hat mich zum Lachen gebracht. Pure Satire. Es zeigt wie lächerlich wir "Alten," die aus dem analog Zeitalter stammen, geworden sind. Fototasche mit den Objektiven- Festbrennweiten zu denen man wechseln könnte- und oben haben mittlerweile 50 Personen die Szene mit ihrem Smartphone festgehalten und in die "Welt" geschickt. Wir zeigen unser Alter, gleichgültig ob wir oben ,unten einen mm.
beschneiden oder Verfechter des OOC Bildes sind. Bitte etwas weniger Ernst. Allen wünsche ich immer gutes Licht und die passende Festbrennweite.
 
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Hallo Sven!
Ohne den Kontext der Situation zu kennen, habe ich sofort an Up-Skirting (dt. unter'n Rock knipsen) gedacht, was justiziabel ist bzw. werden soll.
Ich auch.
Aber ich finde auch, dass das Bild dadurch Aufmerksamkeit erhält, dass das Motiv des Fotografen nicht erkennbar ist, dadurch geht das Kopfkino beim Betrachter los.
 
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Also - ich würd mich schon auf den Bürgersteig werfen, wenn ich es noch könnte. Früher hab ich sowas gelegentlich gemacht, impulsiv. Aber das tut nix zur Sache.
Witzig ist die Situation ohne Frage und die hast Du auch eingefangen. Dazu braucht es dann auch das Motiv des fotografierten Fotografen nicht. Die Neugier des Betrachters darauf macht ja grad den Reiz des Fotos aus. Im Kontext einer Serie oder Reportage als ein Bild von mehreren macht es sicher auch Sinn. Passt also soweit.
Als Einzelbild wurde mir die Absicht nicht allein vom Betrachten her klar, deswegen habe ich nachgefragt. Daran hätten aber auch bessere Lichtverhältnisse, mehr Schärfe oder eine andere Brennweite nichts geändert.
 
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Wenn man Zeit hätte alles richtig in Szene zu setzten, auch Einstellung der Kamera, ist es dann noch ein Schnappschuss ?. Würde sagen es ist dann ein gestelltes Bild. In einer Momentaufnahme können immer ein paar fotografische Fehler vorkommen.

Gruß Werner
 
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Booh, klasse!

Diese Fotos spiegeln genau das wieder was Fotos so besonders macht. Sie müßen nicht technisch perfekt sein, sie sollten den Moment einfrieren, den man so nicht mehr erleben wird. Nur so kann man seine Eindrücke auch anderen zeigen, die sonst keiner wirklich beachtet hätte. Gestellte Fotos von Hochzeiten oder Siegerehrungen oder.... sind Erinnerungsstücke die verblassen. Aber diese Fotos schaue ich mir gern an, es kommt nicht auf die abgebildeten Personen sondern nur auf die Situation an. Ob nun das Foto noch beschnitten oder was weggestempelt oder zu dunkel/ zu hell ist, entscheidet der, der es gemacht hat. 5 Leute - 8 Meinungen.

Zu "Markthalle": Der Lichtspott auf dem freundlichen Gesicht ist einfach zeigenswert - Rest siehe erster Abschnitt.
Straßenfoto: Die Tasche stand in dem Moment da und gehört somit auch dahin. Sie sieht für mich wie dort hingeworfen aus weil der Fotograf die Situation gesehen hat und sich ( und die Tasche) spontan auf den Boden geworfen hat.

Es gibt eben Fotos, die man mit einer Lochkamera machen kann /könnte und welche, die nur mit modernen Kameras möglich sind.
 
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Ob der Canonist sich freiwillig für mich hingelegt hätte
 
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Der einzige wirkliche Fehler an dem Foto ist sowieso, daß er nicht mit einer Nikon fotografiert.
Hättest Du nicht noch eine Zweitkamera dabei gehabt?
Grüße, Christian
Endlich einer, der es merkt
Leider besass ich damals noch keine Zweitkamera und meinen Nikon-Kameragurt wollte ich auch nicht hergeben.
 
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Die Frage ist ja auch, was überhaupt ein Schnappschuss ist. Man kann dem Wort auch einen negativen Beigeschmack geben, allein z.B. durch „nur ein Schnappschuss“.

Für mich hat Schnappschuss aber nix mit Kameraeinstellungen und in Szene setzen zu tun, das dauert drei Sekunden.

Für mich ist ein Schnappschuss ein im Vorbeischlendern gemachtes Foto. Ein guter Schnappschuss hat das Zeug ein Bild zu sein. Natürlich auch eines, bei dem ein Augenblick zählt, in dem es mal schnell gehen muss. Aber die Zeit zur Gestaltung und zur halbwegs korrekten Belichtung hat man eigentlich immer. (Natürlich nur dann, wenn man schon ein wenig Erfahrung gesammelt hat. Vielleicht ist es falsch das hier vorauszusetzen, es lesen ja womöglich auch Einsteiger mit.)
 
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Die Frage ist ja auch, was überhaupt ein Schnappschuss ist.

Ein Schnappschuss ist die Darstellung von Motiven ohne gesondertes vorheriges Arrangement

Zuträglich sind (wie du schreibst) Erfahrung, aber auch Kenntnis des Ortes...

Beim Schnappschuss wird (meiner Meinung nach) nichts in Szene gesetzt. Denn das wäre die "Inszenierte Fotografie" - dazu zähle ich Betrachtungswinkel ändern, Personen oder/und Gegenstände ändern, Gesten der Subjekte, ->„bitte lächeln“

Ja den abwertenden Begriff - NUR ein Schnappschuss - den kenn ich auch.
 
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