Licht und Schatten vs. HDR

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Wolle

Guest
Moin,

ich hatte schon immer eine Abneigung gegen HDR und durch diese wunderbare Bildersammlung (Dank an Klaus) ist mir auch richtig klar geworden, warum. Stellt Euch vor, man hätte diese ganzen wunderbaren Bilder als HDRs gemacht. Was bliebe noch übrig?
Nich vergessen: "Photographie" bedeutet "Zeichnen mit Licht".
Was meint Ihr dazu?
 
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B

bob-emsland

Guest
Hallo zusammen,

die Möglichkeit mit Licht zu arbeiten, es zu formen werden ja z. Zt. eindrucksvoll im challenge-thread gezeigt ...

meiner persönlichen Meinung darum so ansprechend, da sich das Thema in vielfältiger Form darstellt ... Tiere ... Portraits ... Architektur ... Landschaft ...

darum bin ich auch der Meinung, so oder so, ist's in Ordnung ... eine Einschränkung auf 'nur Portraits', 'nur available light' oder 'nur Architektur', käme eine 'Beschneidung' gleich und wird dem Thema nicht gerecht ...

HDRI ... nun, etwas was ich mag ... habe die beiden Beispiele in Klaus' thread damit gemacht ...

ich denke, es ist eine Technik ... mehr nicht ... was der Einzelne daraus macht ist so, oder so, okay ...
 
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Nobody

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Das war schon bei Schwarzweiß so, dass konstrastreiche "knackige" Filme eher bevorzugt wurden. Viele dieser Bilder leben heute noch von tiefen Schatten und einem gesunden Maß an Spitzlichtern. Bei HDR würde man beides vergeblich suchen. :down:
 
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Hans-Peter R.

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Platin
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Main,

ich hatte schon immer eine Abneigung gegen HDR [...]
ich hatte schon immer Affinität zu HDR, auch wenn das manchmal nicht so recht in Worte zu fassen ist und wenn die Masse der gezeigten HDR-Images (auch auf der einen oder anderen Web-Seite eines HDR-Tool Herstellers :eek:) nach meinem Geshmack ganz übel ist.

Nich vergessen: "Photographie" bedeutet "Zeichnen mit Licht".
Es bedeutet nicht nur "Zeichnen mit Licht" sondern auch "Zeichnen mit Licht" und damit einher geht IMO einerseits auch die Legitimation auf Dinge aufmerksam zu machen, die das geneigte Auge vielleicht so nicht spontan gesehen hätte und andererseits der Wunsch, Lichter- und Schattenzeichnung auch dann zu ermöglichen, wenn uns die Technik momentan noch etwas im Stich läßt.

Der genannte Thread ist aber trotzdem sehr sehenswert. Ich finde da keinen Widerspruch.

Viele Grüße
HaPe
 
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H

Harald

Guest
Das war schon bei Schwarzweiß so, dass konstrastreiche "knackige" Filme eher bevorzugt wurden. Viele dieser Bilder leben heute noch von tiefen Schatten und einem gesunden Maß an Spitzlichtern. Bei HDR würde man beides vergeblich suchen. :down:

Hallo,
vieleicht war das bei dir so, ich jedenfalls hab immer versucht meine Agfa-Filmchen mit Rodinal möglichst ausgleichend zu entwickeln, um alle Abstufungen der Grautöne zu erhalten!

Harald
 
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Nobody

Auszeit
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Hallo,
vieleicht war das bei dir so, ich jedenfalls hab immer versucht meine Agfa-Filmchen mit Rodinal möglichst ausgleichend zu entwickeln, um alle Abstufungen der Grautöne zu erhalten!

Harald

Ja, so kenne ich Agfa, Ilford kam da fast schon als Weichei daher. Aber nichtsdestotrotz kein Grund auch bei Farbe mit Licht und Schatten zu spielen und die Aussage aufs Wesentliche zu bringen. Nicht umsonst verzichtet Fuji in der F1-Filmsimulation auf die erweiterte Dynamik, um wieder auf Digi zu kommen.
 
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H

Harald

Guest
Moin,

ich hatte schon immer eine Abneigung gegen HDR und durch diese wunderbare Bildersammlung (Dank an Klaus) ist mir auch richtig klar geworden, warum. Stellt Euch vor, man hätte diese ganzen wunderbaren Bilder als HDRs gemacht. Was bliebe noch übrig?
Nich vergessen: "Photographie" bedeutet "Zeichnen mit Licht".
Was meint Ihr dazu?

Hallo,
also ich finde HDR einfach nur geil, und gerade heute ist mein Photomatix Pro 3.0 eingetroffen, ich freue mich schon auf die ersten Ergebnisse.
Zum Zeichnen mit Licht möchte ich noch folgendes sagen, als ich meine Freizeit in der Dunkelkammer verbracht habe, habe ich jede Möglichkeit genutzt Zeichnung in den Lichtern und Schatten zu bekommen, ich habe mit Abwedlern gearbeitet, ja manchmal habe ich sogar mein Fotopapier mit nem Fön bearbeitet. Genau diese Werkzeuge findet man heute in PS wieder.
Was unterscheidet denn, wenn ich mal fragen darf, diese Arbeit in der Dunkelkammer vom HDR mit irgendeinem Programmm! Was unterscheidet bitteschön die Technik Ebenen zu maskieren in PS, von der Maskierungstechnik in der Dunkelkammer?
Und ich rede jetzt nicht von dem übertriebenen Effekt, bei dem die Fotos aussehen wie Gemälde!

Harald
 
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Norden

Guest
ich hatte schon immer eine Abneigung gegen HDR und durch diese wunderbare Bildersammlung (Dank an Klaus) ist mir auch richtig klar geworden, warum. Stellt Euch vor, man hätte diese ganzen wunderbaren Bilder als HDRs gemacht. Was bliebe noch übrig?

Da könnte ich genauso gut schreiben:
Ich hatte immer schon eine Abneigung gegen Salz und durch diese wunderbare Bildersammlung ist mir auch richtig klar geworden, warum. Stellt euch vor, man hätte auf alle diese wunderbaren Leckereien Salz gestreut. Was bliebe noch übrig?

Und die Analogie mit Salz ist nicht ganz falsch. So wie Salz ein Gewürz ist, das mit Bedacht und nur bei den richtigen Speisen eingesetzt werden will, so handelt es sich bei HDR um ein Werkzeug, das mit Bedacht und bei den richtigen Bildern eingesetzt werden will. In beiden Fällen ist eine pauschale Aussage da wenig hilfreich.
 
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ChrisBrec

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HDR ist eine von den, ich nenne sie mal neue Techniken, die man wirklich missbrauchen kann! Flickr läuft regelrecht über von schlechten Beispielen.
Eine neue Form der Bearbeitung scheint für viele ein interessantes Bild auszumachen.
 
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Nobody

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Was unterscheidet denn, wenn ich mal fragen darf, diese Arbeit in der Dunkelkammer vom HDR mit irgendeinem Programmm! Was unterscheidet bitteschön die Technik Ebenen zu maskieren in PS, von der Maskierungstechnik in der Dunkelkammer?

Keine Frage, ob nun Analog oder Digital, in beiden Fällen sind von jeher der Dynamik Grenzen gesetzt, die je nach Motiv, und sofern nicht anders lösbar*, u.U. einer Erweiterung bedarf. Sofern es hierbei um unauffälliges DRI geht, ist dies durchaus Ok, aber bei HDR plus TM, da scheiden sich nach manch anfänglichen Euphoriestürmen bereits viele Geister.


*) Reduzierung des Motivkontrastes, und das bitte vor der Aufnahme, war und ist heute noch die "Kunst" der wahren Meister, aber sowas lässt sich nur schwerlich durch Software erkaufen.
 
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H

Harald

Guest
Keine Frage, ob nun Analog oder Digital, in beiden Fällen sind von jeher der Dynamik Grenzen gesetzt, die je nach Motiv, und sofern nicht anders lösbar*, u.U. einer Erweiterung bedarf. Sofern es hierbei um unauffälliges DRI geht, ist dies durchaus Ok, aber bei HDR plus TM, da scheiden sich nach manch anfänglichen Euphoriestürmen bereits viele Geister.


*) Reduzierung des Motivkontrastes, und das bitte vor der Aufnahme, war und ist heute noch die "Kunst" der wahren Meister, aber sowas lässt sich nur schwerlich durch Software erkaufen.
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Hallo,
"Kunst der Meister" hast du schön gesagt, aber jetzt einmal Hand aufs Herz! Ob ich nun einen schönen Himmel dadurch erhalte, indem ich einen Grauverlaufsfilter einsetze, oder zwei Aufnahmen erstelle, eine auf den Himmel belichtet und eine auf den Rest, und anschließend in PS maskiere. Das Ergebnis dürfte sich nicht so großartig unterscheiden, wenn man es dann richtig macht.
Die Kunst ist also "Gewußt wie", ich bin überzeugt davon, das die vielen tollen Aufnahmen, egal in welchen Galerien auch immer, in den seltesten Fällen "out of the cam" sind. Hohe Kontraste zu bewältigen war schon immer mein Problem, in der Anfangszeit bin ich mit möglichst niedrig empfindlichen Film losgezogen, SW manchmal mit nur 25 ASA, bis mir mal einer verklickerte, das bei sehr hohen Kontrasten es besser sei einen höher empfindlichen Film zu benutzen, wirklich geholfen hat das aber auch nicht. Etwas besser ist es schon geworden, aber Schwamm darüber!
Anders als bei vielen Anderen Dingen, zählt bei der Fotografie das Ergebniss und nicht der Weg dahin!!

Harald
 
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ChrisBrec

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Registriert
^
(...)
Anders als bei vielen Anderen Dingen, zählt bei der Fotografie das Ergebniss und nicht der Weg dahin!!

Harald

Bei der Technik HDR sieht man nur besonders viel "zu viel des Guten". Ganz klar das in diesem Thread der Streit ausbricht, da die Geschmäcker auseinander gehen. Ich denke aber man kann pauschal sagen das HDR sehr viele Leute ansprechend finden und die Technik einfach übertrieben wird.
 
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CeeEmWaiKay

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^

Hallo,
"Kunst der Meister" hast du schön gesagt, aber jetzt einmal Hand aufs Herz! Ob ich nun einen schönen Himmel dadurch erhalte, indem ich einen Grauverlaufsfilter einsetze, oder zwei Aufnahmen erstelle, eine auf den Himmel belichtet und eine auf den Rest, und anschließend in PS maskiere. Das Ergebnis dürfte sich nicht so großartig unterscheiden, wenn man es dann richtig macht.

Harald


HONK! Moment. Beide Herangehensweise beginnen schon damit ein Defizit auszugleichen, nämlich einem Bildbereich, der von einer Lichtquelle nicht im gleichen Maße beleuchtet wird wie ein anderer, eine reichhaltigere Belichtung zu ermöglichen. Dadurch wird dieser Bildbereich zwar heller, aber "beleuchtet" ist er dadruch noch nicht. Licht kann Geschichten erzählen, verrät mir Geheimnisse, trifft ganz eigene Aussagen über Objekte, über die es sich legt. Das erreichst Du nie mit der Aufhellung einer nichtssagenden diffus abgedunkelten Schattenpartie.

Bewusst gesehenes oder künstlich geführtes Licht ist eine Bekenntnis, ist eine Aussage, ist Entschlossenheit zu einer Bildaussage oder Bildwirkung. Aufhellung mit HDR oder Graufilter hat nichts von dieser aktiven Entscheidung, es ist die arschlahme Unentschlossenheit, die pure Ängstlichkeit etwas im Bild zu vergessen, von dem man vermutet, das es fehlen könnte, es aber nicht benennen kann, in der Hoffnung diese Entscheidung posthum am Rechner treffen zu können. HDR ist der Traum der Unentschlossenen, ein Phantasie der vollkommenen Aufzeichnung aller Schatten und Lichter, der vollkommenen Kontrolle über das Bild und das Erlebte "Reale".

Fotografie bedeutet meiner Meinung nach REDUKTION durch TRANSFORMATION. Unsere Sucher, unsere Chips sind auch nicht unendlich, grenzenlos. Sie sind rechteckig, 2:3 formatig und begrenzt. Da muss das Bild rein, mal platt gesagt. Und ihre Dynamik hat eben auch Grenzen. Gott sei Dank müssen wir uns für eine Belichtung entscheiden, sind wir sogar dazu gezwungen, genauso wie wir gezwungen sind unsere Umgebung "eckig" abzubilden. Zumindest ist das Format eine Konvention des Fotos.

Ich würde mal behaupten, dass HDR und auch Panoramafotografie daher einer so großen Beliebtheit unterliegen, weil sie immer noch den naiven Glauben an den "Fotorealismus" als Ideal der technokratischen Fotografie bedienen. Immer wieder höre ich hier im Forum auch: "Dieses Bild gefällt mir, weil es sehr gut den Eindruck von der Situation vor Ort wiedergibt" (in einem objektiven, absoluten Sinn). Dahin würde ich übrigens auch den Großteil der Debatten um höher Auflösende Kameras, weniger Rauschen, Abbildungsfehler der Objektive deuten. Alle diese Mängel irritieren uns, weil hier materiell wird, dass die Fotografie Defizite aufweist bzgl. ihrer Aussagefähigkeit über das Erlebte vor Ort. Da waren keine Lens Flares in meiner Erinnerung, kein Rauschen in meiner Wahrnehmung vom Rockkonzert und perfekt durchgezeichnete Lichter abends im Straßenkaffee. In der Tat sehen wir hier viele pottschwarze Nachtaufnahmen, mit der Frage, "warum ist das so dunkel und warum sind dennoch die Lichter ausgefressen?". Das ganze ist kein Problem der Technik (Dynamikumfang) sondern ein Problem der Bedeutungszuschreibung. Man fordert: "Fotografie soll die schönsten Momente festhalten, so wie wir sie sehen." Darin liegt jedoch das Problem, dass unsere Wahrnehmung nach vollkommen anderen Prinzipien abläuft als der Prozess der Bildwerdung in der Kamera, und wenn das Auge 10 mal so ähnlich wie eine Kamera Onscura funktioniert, damit werden die Bilder nicht denen ähnlicher, die wir mit den Augen zu sehen glauben!

Viele vergessen, was man gewinnt, wenn man die Schwächen der Fotografie als ihre Stärke betrachtet. Freut Euch, dass der Dynamikumfang begrenzt ist: Hurra, wir können Dinge, die uns unwichtig erscheinen in tiefem schwarz versinken lassen, Hurra, wir können Dinge, die wir betonen wollen gleißend hell erstahlen lassen! Und Hurra, die Welt in den Bildern ist eine ganz andere, als die banale vor der Kamera! Nur durch diese Mittel der Reduktion lassen sich meiner Meinung nach überhaupt erst Botschaften entwickeln. Ein "Bild" das alle Möglichkeiten des Sichtbaren beinhalten würde und damit eigentlich vor Informationsgehalt platzen sollte ist dennoch banal und leer und ohne Geist.

Viele Grüße
Christoph
 
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ollonois

Sehr aktives NF Mitglied
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riegwe

Auszeit
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Moin,

ich hatte schon immer eine Abneigung gegen HDR und durch diese wunderbare Bildersammlung (Dank an Klaus) ist mir auch richtig klar geworden, warum. Stellt Euch vor, man hätte diese ganzen wunderbaren Bilder als HDRs gemacht. Was bliebe noch übrig?
Nich vergessen: "Photographie" bedeutet "Zeichnen mit Licht".
Was meint Ihr dazu?

Na ohne Licht geht es wohl schlecht :hehe:

Ist eine Frage des Pinsels [jaha - es gibt aber auch "Schütttechnik" :eek:]

Werde den Verdacht nicht los, es geht hier um Äpfel und Birnen, oder ist schon Freitag :nixweiss::fahne:

Im Ernst - auch Ansel Adams :ehrfurcht: - hat seine Bilder nachbearbeitet - und nicht (nur) "out of the cam" verbreitet, oder :cool: ?
Hätte er HDR gehabt, wer weiss ... :)
 
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Nobody

Auszeit
Registriert
Die Kunst ist also "Gewußt wie", ich bin überzeugt davon, das die vielen tollen Aufnahmen, egal in welchen Galerien auch immer, in den seltesten Fällen "out of the cam" sind

Wie gesagt, ich habe nichts gegen DRI, sonst dürfte ich auch keine Fuji haben, die sowas ganz alleine macht - selbst in JPEG.
 
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H

Harald

Guest
HONK! Moment.


Viele Grüße
Christoph

Hallo Christoph,
klär mich mal auf, mit Honk kann ich nichts anfangen!

Zu deinem Text möchte ich folgendes sagen, es gibt genung Leute die alles dafür tun, zu einem perfekten Bild zu kommen, welche Hilfsmittel sie dafür einsetzen spielt nicht wirklich eine Rolle, für mich zählt nur das Ergebniss!
Dein Statement klingt ein wenig nach Entschuldigung, nach Entschuldigung für das doch nicht so perfekt gelungene Bild, als Entschuldigung für all die Nachlässigkeiten, die man begangen hat bei der Entstehung eines Bildes, und die man hinterher nur noch schwer korrigieren kann. Ich bin sicher kein Perfektionist, ganz im Gegenteil, ich hab mich schon so oft geärgert, wenn ich wieder die Matrixmessung benutzt habe, anstatt mit der Spotmessung ins Gesicht zu messen. Oder wenn ich unterwegs war, mal wieder ohne Stativ usw.
Gerade aktuell hat ein User hier Fotos gezeigt, von einem velassenen Dorf in Italien, schöne Fotos, aber leider mit einem völlig überstahlten Himmel,einer komplett weißen Fläche, da wo eigentlich die Sonne,Wolken oder so hätten sein sollen. Für mich heißt das ganz eindeutig, zur falschen Zeit am richtigen Ort! Diese Fotos mit der Sonne in Rücken, währen sicherlich Top gewesen.
Sicher haben Fotos, die nicht so perfekt aussehen, auch ihren Reiz, aber mich sprechen die perfekten einfach mehr an, und ich bemühe mich irgendwann auch diese perfekten Fotos hinzubekommen, was ist daran falsch?
Und zurück zu HDR/DRI, ist es nicht vielmehr so, das diese Technik genau das wiedergibt was das menschliche Auge auch sehen kann? Stehe ich in einem leicht abgedunkelten Raum und schau durch ein Fenster nach draußen, so kann ich trotz hellem Sonnenschein, alles wunderbar erkennen, draußen wie drinnen. HDR bildet dieses Sehen exakt ab, was ist falsch daran?

Harald
 
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CeeEmWaiKay

Sehr aktives NF Mitglied
Registriert
Hallo Christoph,
klär mich mal auf, mit Honk kann ich nichts anfangen!

Zu deinem Text möchte ich folgendes sagen, es gibt genung Leute die alles dafür tun, zu einem perfekten Bild zu kommen, welche Hilfsmittel sie dafür einsetzen spielt nicht wirklich eine Rolle, für mich zählt nur das Ergebniss!
Dein Statement klingt ein wenig nach Entschuldigung, nach Entschuldigung für das doch nicht so perfekt gelungene Bild, als Entschuldigung für all die Nachlässigkeiten, die man begangen hat bei der Entstehung eines Bildes, und die man hinterher nur noch schwer korrigieren kann. Ich bin sicher kein Perfektionist, ganz im Gegenteil, ich hab mich schon so oft geärgert, wenn ich wieder die Matrixmessung benutzt habe, anstatt mit der Spotmessung ins Gesicht zu messen. Oder wenn ich unterwegs war, mal wieder ohne Stativ usw.
Gerade aktuell hat ein User hier Fotos gezeigt, von einem velassenen Dorf in Italien, schöne Fotos, aber leider mit einem völlig überstahlten Himmel,einer komplett weißen Fläche, da wo eigentlich die Sonne,Wolken oder so hätten sein sollen. Für mich heißt das ganz eindeutig, zur falschen Zeit am richtigen Ort! Diese Fotos mit der Sonne in Rücken, währen sicherlich Top gewesen.
Sicher haben Fotos, die nicht so perfekt aussehen, auch ihren Reiz, aber mich sprechen die perfekten einfach mehr an, und ich bemühe mich irgendwann auch diese perfekten Fotos hinzubekommen, was ist daran falsch?
Und zurück zu HDR/DRI, ist es nicht vielmehr so, das diese Technik genau das wiedergibt was das menschliche Auge auch sehen kann? Stehe ich in einem leicht abgedunkelten Raum und schau durch ein Fenster nach draußen, so kann ich trotz hellem Sonnenschein, alles wunderbar erkennen, draußen wie drinnen. HDR bildet dieses Sehen exakt ab, was ist falsch daran?

Harald

Hallo Harald,

Fotografien können natrürlich perfekt sein, wenn man sie als Fotografienen betrachtet. Ein beschränkter Dynamikumfang, Rauschen, begrenzter Bildausschnitt, begrenzte Auflösung... etc. muss nicht entschuldigt werden, im Gegenteil es sind Eigenschaften, die das Medium Fotografie charakterisieren. All diese Einschränkungen zwingen uns den Fotoapparat auf eine bestimmte Weise zu benutzen. Darin besteht der Charme und die Herausforderung. Nämlich wie kann ich dieses technische, fehlerhafte Dingsda austricksen und trotz dessen offensichtlicher realitätsverhindernder Abbilddungsfehler, subjektive innerer Bilder schaffen, die wir empfinden und so mit unseren Augen gesehen zu haben glauben?

Nehmen wir Dein Beispiel mit dem Bilck aus dem Fenster. Nichts ist "falsch" daran, das so zu tun. Es ist nur eben die Frage, ob irgendetwas anderes als unsere Wahrnehmung selbst unser Sehen "exakt" abzubilden vermag. Kein technisches Gerät kann das leisten. Lediglich der Glaube, dass mit HDR irgendetwas exakteres oder realeres als mit einem "einfachen Foto" abgebildet wird, ist falsch. HDR/ DRI... selbst ist nur ein weiteres Mittel der Bildmanipulation, wie Polfilter, Brennweite, Standpunkt, Lichtführung...

Meine Kritik richtet sich nicht unbedingt gegen die Technik mit der HDRs gemacht werden (ok, nur eine ästhetische Kritik, siehe oben), sondern gegen die Schlussfolgerung man habe damit reale Bilder und noch viel schlimmer: zum Maßstab dieser Realitätsbeurteilung wird der Vergleich zwischen HDR Foto und der eigenen Empfindung des Erlebten.

Nochmal zu Deinem Beispiel. Angenommen wir haben so ein "perfekt" durchgezeichnetes Bild mit Blick aus dem Fenster gemacht. Was sagt uns das nun? Was ist nun der Wert dieses nicht zu hellen und nicht zu dunklen Bildes? Was sagt uns das Bild über uns, die wir diesen Moment gesehen haben? Eigentlich nichts! Wahrscheinlich soll es gar nichts darüber aussagen. Wahrscheinlich soll der Betrachter mit seinem Auge in dem Bild umherfahren, zwischen Außen und Innen wechseln und eine eigene Bildkonstruktion vornehmen. Und selbst wenn dies gelänge, wenn man es schaffen würde ein annährend objektives Abbild eines Ortes zu erstellen (3D-HDR-360°-Panorama mit freier Standpunktwahl des Betrachters und gerichteter Tonaufzeichnung), hat man eines immer noch nicht geschafft, nämlich eine Botschaft mitzugeben! Dann sitzt man mit 3D Brille verkabelt in der Kellerbude in Wanne-Eickel und ergötzt sich an der Bedeutungslosigkeit einer vorgespielten Realität. Vorgespielt, da für solche Illsuionen natürlich auch die Tonspuren frisiert werden... ganz besonders authentische Locations gewählt werden (also die Inszenierung des Authentischen) und zudem noch solche Locations ausgewählt werden, die besonders gut beim Publikum ankommen. Was letztendlich wieder auf die Bestätigung bereits vorhandener innerer Bilder abzielt. Authentizität wäre in dem Fall zwar die Botschaft, allerdings wäre es naiv daran zu glauben.

Lasst uns doch freimachen davon, solche Bilder als gelungen zu betrachten, die irgendetwas gesehen geglaubtes möglichst exakt wiedergeben. Wenn ich sage, ich will ein Bild so machen, wie ich es empfinde bzw. so, wie es eine Botschaft tragen soll, dann bin ich frei von dem Zwang etwas "neutral" abbilden zu müssen. Das ist doch eine ungeheure Freiheit! Und das kann man natürlich perfekt hinbekommen, im Gegensatz zu einer Realitätsspiegelung, die niemals perfekt sein kann, und sei sie technisch noch so aufwändig.

Apropos Fenster:
62924874b870966ab.jpg


Ich freue mich, dass die D3 einen so geringen Dynamikumfang hat, und sie hier nicht das wiedergegeben hat, was meine Augen gesehen haben. :) Die Spiegelung habe ich ganz frei reingemogelt, indem ich die Zimmertür aus Glas in den entsprechenden Winkel gedreht habe. Meint Ihr, der Betrachter eines supder-duper 3D-HDR-360°-Panoramas mit freier Standortwahl würde die Symmetrie und Spiegelungsache mitbekommen und sich dort hinbegeben? Würde die Belichtung so weit runterziehen und den Dynamikumfang so schrumpfen. Nee, der wär doch nicht blöd, der will ja wissen, wie es dort aussieht. Ich nicht!

Viele Grüße
Christoph

P.S. "Honk" ist mehr so ein Laut. Kenne ich von früher aus den trashigen Gameshows, wenn ein Spieler eine unpassende Antwort gegeben hatte. :) Nehm das nicht so ernst :)
 
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