Lesetipp: "Schleichende Veränderungen"

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@Roland: Gleiches Spiel bei der B-Zeitung. Ein Kollege klagte mir, dass so genannte Fotos von Leserreportern besser bezahlt, als seine. Erst beim zweiten Bild für eine Serie gäbe es mehr, aber diesen Fall hätte er noch nie erlebt.
 
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@Roland: Gleiches Spiel bei der B-Zeitung. Ein Kollege klagte mir, dass so genannte Fotos von Leserreportern besser bezahlt, als seine. Erst beim zweiten Bild für eine Serie gäbe es mehr, aber diesen Fall hätte er noch nie erlebt.

Da machter wohl was falsche oder ??? Denn...... Fotografie ist nicht schwierig solange man nichts davon versteht ...
 
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Nachtrag zu Nr. 19

Ungeachtet dessen ist mir besagte mehr oder weniger durchgehende Schärfe im Modebereich bereits vor Monaten aufgefallen. Ich erachte dies allerdings als fotografischen Trendwechsel, der explizit so erwünscht ist. Schließlich wurde seit Beginn der Fotografie im Wechsel scharfen und unscharfen Fotos der Vorzug gegeben und durchgehende Schärfe dürfte wieder an der Reihe sein ...
 
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Eins würde mich mal interessieren:

Mein Vater hat seinerzeit sein 50 1.4 FD nur und ausschließlich gekauft, damit er bei 100/200 ISO Filmen und schlechtem Wetter noch auf ausreichende Zeiten kommt. Freistellung war da nie ein Thema.

Könnte das bei den Presse-Jungs auch ein Thema gewesen sein?
 
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Ich stell einfach mal die World Press Foto Galerie in den Raum, als Gegenthese zur Behauptung, daß nur ein Foto mit Freistellung ein gutes Foto ist.
Hmmm...so einfach ist das auch wieder nicht. Klar gibts atemberaubende Bilder ohne Freistellung, aber um diese gehts IMO auch nicht in obigem Artikel aus der aphog. Es geht wohl eher um die Fotos mit unterlassener Freistelllung, um die lieblosen, hingeknipsten Zeitungs- und Illustriertenbilder, die im Zuge der Banalisierung (...was für ein Wort :dizzy:...) des Fotos immer häufiger anzutreffen sind.

Tim
 
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Es geht wohl eher um die Fotos mit unterlassener Freistelllung, um die lieblosen, hingeknipsten Zeitungs- und Illustriertenbilder, die im Zuge der Banalisierung des Fotos immer häufiger anzutreffen sind.

Ja, sicher. Aber die Kausalität, die uns der Artikel "verkaufen" möchte, die ist Quatsch. Es wird an mehreren Stellen suggeriert, daß das alles mit der analogen Fotografie nicht passiert wäre. Zurück zu Analog und das Problem ist gelöst? Das mag in einem Analogforum auf Beifall stoßen, aber Quatsch ist es trotzdem.
 
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Es geht wohl eher um die Fotos mit unterlassener Freistelllung, um die lieblosen, hingeknipsten Zeitungs- und Illustriertenbilder, die im Zuge der Banalisierung (...was für ein Wort :dizzy:...) des Fotos immer häufiger anzutreffen sind.

Leserfotograf wäre das zugehörige Synonym. Wie wärs mit der Nominierung zum Unwort des Jahres?
 
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Was ich an dem Artikel gut fand war darauf hinzuweisen dass es mit der Qualität diverser Fotopublikationen in der Presse im Moment nicht so toll steht. Eine Beobachtung die ich bei den lokalen kleinen Zeitungen auch bemerkt habe. da ich in den 80'ern eben durch solche Jobs im Studium was dazu verdient hatte beobachte ich die "Szene" noch ein wenig und kenne auch noch eine ganze Menge Leute.

Was ich schlecht finde ist dass dieser Punkt, der durchaus interessant diskutiert werden kann mal wieder an der "Analog-Digital-Kontroverse" festgemacht wurde.

Es sollte sich ja herumgesprochen haben dass nicht die Kamera oder das Medium das Bild macht sondern der Mensch der diese einsetzt. Cartier-Bresson würde, wenn er heute jung wäre mit einer D-irgendwas bessere Bilder machen als jeder 08-15 Fotograf mit dem besten analogen Material.

Trotzdem, unsere "Kultur" geht schon einen merkwürdigen/interessanten Weg, ob es nun Film, Literatur, Fotografie oder wer weiß was ist. Vielleicht liegt es einfach daran dass so ziemlich alles zu einer Art aktivem Massenmedium mutiert. Will sagen, jeder kann zu allen Bereichen etwas aktiv beisteuern. Wo sich früher die "Elite" gut gebildet alleinig kreativ austoben konnte ist es heute durch einfachere Verbreitungstechniken aber auch durch immer bessere "Werkzeuge" und natürlich auch durch eine viel weniger vorhandene "Qualitätskontrolle" so ziemlich jedem möglich seinen Input zu verbreiten.

Was einerseits natürlich gar nicht verkehrt ist. Eine elitäre Begrenzung ist ja eigentlich nicht gerade wünschenswert. Anderseits wird durch das verkonsumieren dieser "Trash-Kultur" natürlich auch der heranwachsende Konsument derart geprägt.

Bernd
 
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Wie sprach der geniale Gendun Choephel schon in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts über die im Traditionalismus verbohrten Eliten seines Landes:
In Tibet – ist alles, was alt und traditionell ist, ein Werk Buddhas.
Alles Neue hingegen ein Werk des Teufels.​
Tibet ist überall.
 
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tz, tz, ...

Freut euch lieber an den heutigen Bildern der Lesereporter und Knipsschreiber. So "gut" wird es nicht bleiben. Die nächste Welle im Journalismus ist HD Video. Die notwendige Auflösung für die Tageszeitung kann ein HD Frame scheinbar auch liefern.

Damit hat der Journalist gleich 3 Aufgaben erfüllt: Schreiben, Videofilmen und ein paar Bilder zum drüberstreuen. Podcasts lassen grüßen ....

Wird wohl die Ästheten und Puristen nicht besonders freuen. Scheinbar sind sie nicht der Großteil des "Marktes" und demokratisch betrachtet vermutlich auch nicht die Mehrheit auf die es den "Massen"medien ankommt.

LG,
Andy
 
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Ich bewerte das gar nicht mal sooo stark, ich stelle eher fest.

Als wir in den spätsiebzigern Punk hörten war das Geheule der Erwachsenen auch groß, wie man sich so einen Schrott überhaupt anhören kann. Und diese wurden von Ihren Eltern getadelt weil sie Beatmusik hörten und und und....

Es ist halt doch jeder ein Kind seiner Zeit. Und man verliert mit laufendem Alter anscheinend die Bereitschaft sich auf "neue" Dinge einzulassen.

Bernd
 
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... bringen wir das doch jetzt einmal auf den Punkt: Frueher wo es nur Schwarzweiss gab war alles viel besser. Seit es die dumme Farbbilder gab hat sich alles verschlechtert :fahne: :fahne:
 
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Ist doch schön, wenn man ein klares Weltbild hat.

Analog = Gut, Digital = Böse

Tatsachen und Fakten verwirren da nur........


Wenn man bemerkt, dass Fotoreporter entlassen werden und Knipsbildchen eingefügt werden heute, dann hat das NULL mit irgendeiner Tehcnik zu tun, sondern nur damit immer billiger zu produzieren.

(...)
Wie das bei Tageszeitungen genau aussieht, weiß ich nur am Rande, aber es werden bei uns defnitiv immer mehr Bilder von Hobbyknipsern verwendet, dei bei der 50 Jahr Feier ein Bild gemacht haben, statt dass man da einen Fotografen hinschickt. Bei dieser Art von Doku braucht es imho auch nicht mehr, genausowenig wie von den Partybildern, wo immer 2-3 Mädels (austauschbar) in die Kamera grienen (oder Jungs ihre Bierflasche hochhalten). Auf diese Bilder könnte man getrost auch verzichten ohne den Informationsgehalt deutlich zu reduzieren. Aber billiger ist das ......

Moin,

Zeitungen muss man nicht nur gestalten, sondern auch verkaufen. Die Bereitschaft, Qualität finanziell zu honorieren, ist :hallo: (auf Wunsch von Jasper) gering, dieses Missverständnis hat schon ein paar vielversprechende Zeitungskonzepte wieder um die Ecke gebracht.

Ich beobachte übrigens die genau gegenteilige Entwicklung: Durch digitale Bildbearbeitung werden Möglichkeiten zur präzisen Ausarbeitung geschaffen, die früher undenkbar und analog unbezahlbar waren. Ich habe in der analogen Dunkelkammer auch Laboranten erlebt, die nicht scharfstellen mochten und stattdessen den Fotografen (in idesem Fall mich :D) der unscharfen Fotografie bezichtigten. Ich habe dann kurz den Unterschied von unscharfem Korn und unscharfen Fotos demonstriert und mir den Wiederholungsfall verbeten. :cool:

Bei einer anderen Zeitung erlebte ich eine Laborantin, die ebenfalls recht konsequent unscharf vergrößerte. Irgendwann habe ich sie drauf angesprochen. Sie sah nicht und gut trug aus Eitelkeit keine Brille. Fokussiert hat sie nach Gefühl.
:hehe:

Bei der nächsten Zeitung hatten wir ein Problem mit der Bildausrichtung bei abstrakteren Motiveb. Also schrieb ich "oben" auf den Bildrand. Stand dann so in der Zeitung. Beim nächsten derartigen Motiv war ich präziser: "oben - dies nicht mitdrucken." Genau...:lachen:

Speziell beim Spocht bin ich auch nicht wirklich der Ansicht, dass die analoge Fotografie mehr konnte. Sicher, in der guten alten Zeit durften die Fotografen aufs Spielfeld direkt neben das Tor :up:, aber ich habe mir nach der WM 2006 je einen Bildband gekauft: 2006 und 1974. Kein Vergleich.

Die Knipser hat man früher "Nachwuchs", "Freie Mitarbeiter" oder "Volkskorrespondent" genannt. Viele Journalisten haben so angefangen, ich auch.

Gruß
Ralf C.

(Jasper ist sehr zufrieden mit dem Layout...)
 
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Die wichtigste Frage blieb bisher unkommentiert:
Wie kann sich der Verfasser des Textes darüber beschweren, dass er Peter Maffay erst nach mehreren Versuchen sozusagen optisch aus einer Wand geschält hat?! Gehört er denn da nicht hin? In eine Wand? In eine sehr dicke Wand?Z.B. die chinesische Mauer?
Gut, man könnte argumentieren, dass man durch konsequente Freistellung die Wand scharf und die Heulboje unscharf... lassen wir das...
 
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Viele Fotos würden gar nicht zu Stande kommen, wenn nicht schon jeder ein Fotothandy mit Videofunktion hätte. In der "guten, alten analogen" Zeit hatte sicher nicht jeder eine Kamera einstecken.
Gerade in Zusammenhang die Pressefotografie hat am meisten von der digitalen Fotografie profitiert.
Die analoge Fraktion macht den grossen Fehler nicht die nach wie vor vorhandenen Vorteile der analogen Fotografie zu geniessen (Archivierbarkeit), sondern in einer seltsamen rückwärtsgerichteten Nostalgie in Erinnerungen zu schwelgen. Darf ich behiflich sein? Früher kostete in Österreich die Ausarbeitung eines Filmes ein kleines Vermögen, weil jeder Abzug kostete über 50 cent, die Filmentwicklung satte 2€, sodass ein 36 Bilderfilm 22€ Ausarbeitungs- und Entwicklungskosten verursachte. Außerdem dauerte es bis zu 4 Wochen. Der unvergessliche Alexander Borell publizierte den heute sicher nicht mehr nachvollziehbaren Scherz: "Warum dauert die Entwicklung der Filem so lange? Weil sie in die Entwicklungsländer zum entwickeln geschickt werden." Haha!
Fotografie hatte damals etwas betuliches. Onkel Karl mit seiner Leica wo jedes Foto wegen der Kosten zelebriert wurde, und der Film von Wiehnachten bis Ostern drinn war.
Ich will auch keine mechanischen Kameras mehr, wo ich Belichtung und Entfernung manuell einstellen muss, und man die besten Augenblicke eh versäumt.
Und wenn man nach 3 Wochen endlich die Fotos abholen darf (Öffnungszeiten der damaligen Fotoläden 8-12, 16-18h), man erst entdeckt was man alles falsch gemacht hat. Super.
Das man mich nicht falsch versteht. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das digitale Vergessen ein echtes Problem ist. Aber man kann nicht mit den Mitteln des 19 und 20 Jahrhunderts die ERfordernisse des 3. Jahrtausends erfüllen.
 
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Die analoge Fraktion macht den grossen Fehler nicht die nach wie vor vorhandenen Vorteile der analogen Fotografie zu geniessen (Archivierbarkeit), sondern in einer seltsamen rückwärtsgerichteten Nostalgie in Erinnerungen zu schwelgen. Darf ich behiflich sein? Früher kostete in Österreich die Ausarbeitung eines Filmes ein kleines Vermögen, weil jeder Abzug kostete über 50 cent, die Filmentwicklung satte 2€, sodass ein 36 Bilderfilm 22€ Ausarbeitungs- und Entwicklungskosten verursachte. Außerdem dauerte es bis zu 4 Wochen. Der unvergessliche Alexander Borell publizierte den heute sicher nicht mehr nachvollziehbaren Scherz: "Warum dauert die Entwicklung der Filem so lange? Weil sie in die Entwicklungsländer zum entwickeln geschickt werden." Haha!
Fotografie hatte damals etwas betuliches. Onkel Karl mit seiner Leica wo jedes Foto wegen der Kosten zelebriert wurde, und der Film von Wiehnachten bis Ostern drinn war.
Ich will auch keine mechanischen Kameras mehr, wo ich Belichtung und Entfernung manuell einstellen muss, und man die besten Augenblicke eh versäumt.
Und wenn man nach 3 Wochen endlich die Fotos abholen darf (Öffnungszeiten der damaligen Fotoläden 8-12, 16-18h), man erst entdeckt was man alles falsch gemacht hat. Super.

Nein, "rückwärtsgerichtet" ist keiner, der heute analog fotografiert. Ein Blick in die aphog genügt, um zu sehen, dass es heute eine sehr aktuelle Szene gibt, die vor allem preiswert fotografiert. Volker hat im Nachbarthread auf das heutige sehr niedrige Peisniveau hingewiesen. Analog kostet fast gar nichts, ein paar Euro und Cents. Meine D3 hat seit dem Dezember 2007 in nur wenigen Monaten mindestens 2.000,- Euro an Wert verloren, während die F6 im Preis nicht einen Cent nachgegeben hat.
Analoge Fotografie ist ausserdem sehr schnell. Schneller als das die digitale Konkurrenz. Istváns Rennstrecken-Thread ist auch hier das Top-Beispiel. Er fotografiert sorgfältig, hat wenig Ausschuss und vom belichteten Film bis zum fertigen Scan sind es nur wenige Minuten. Was will ein engagierter Amateur mehr als Wertigkeit, Wertbeständigkeit, Qualität auf Top-Niveau und kleine Kosten?
 
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Sonderlich lesenswert finde ich den Artikel eigentlich nicht. Ich habe eher den Eindruck, dass der Autor seine Sicht der Dinge (analoge Fotografie) mit einer überaus dubiosen Argumentationskette zu untermauern versucht. Schlechte wie gute Fotos gibt es, seit dem die Fotografie erfunden wurde. Das ein immer breiteres Angebot an Medien zwangsläufig einen höheren Bedarf an Bilden nach sich zieht, liegt auf der Hand. Da werden dann auch Fotos veröffentlicht, deren Qualität nicht überzeugt. Nur hat das mit analoger oder digitaler Aufnahmetechnik nicht viel zu tun. Hätte es die Medienschwemme und die immer kürzeren Veröffentlichungsintervalle (bis hin zu minütlich neuen Beiträgen) bereits vor 30 Jahren gegeben, hätten die (Massen-)Bilder mit hoher Wahrscheinlichkeit keine höhere Qualität als heute. Nur, dass sie analog aufgenommen worden wären.

Unterschwellig wird auch der Eindruck erweckt, als wenn es bis zur Einführung der Digitalfotografie üblich gewesen wäre, in der berufsmäßigen Fotografie Bild für Bild bedächtig und wohl durchkomponiert zu schießen. Für eine ganz kleine Schar an Fotografen und unter ganz besonderen Bedingungen mag das so gewesen sein, in der Breite sind aber in der Pressefotografie bei wichtigen Ereignissen auch in den 70er, 80er und 90er Jahren ganz selbstverständlich Duzende von Filmen durchgeschossen worden. Mit der vom Autor durchaus richtigen dargestellten Motivation: Ein Treffer wird (muss) schon dabei sein. Die bedächtige Art der Fotografie gibt es - unter den geeigneten Bedingungen - heute auch noch. Trotz digitalem Equipment.

Die Behauptung, dass in GEO und anderen Magazinen bisher überwiegend analog fotografiert würde, ist vollkommen unbewiesen. Ich bin seit fast 20 Jahren GEO-Abonnent. Bei GEO ist es üblich, dass am Ende jedes Beitrags der Autor und der Fotograf genannt und auch abgebildet werden. Letztere gelegentlich auch mit ihrem Arbeitsgerät in der Hand. Seit ein paar Jahren sind sehr sehr häufig offensichtlich digitale SLRs in den Händen der Profis zu sehen. Ich zähle nicht nach und rechne auch keine Quoten aus (was auch ziemlich albern wäre), eine Dominanz der analogen Fotografie erkennen zu wollen erscheint mir aber abenteuerlich. Wie es dem Autor bei den in GEO auf gestrichenem Papier im Vierfarb-/Fünffarb-Rasterdruck gedruckten Bildern gelingt, zweifelsfrei digitale von analogen Aufnahmen zu unterscheiden, ist mir ein Rätsel. In der Ausgabe August 2008 bin ich mir lediglich bei den Fotos von Josef Koudelka zum "Prager Frühling" sicher, dass sie auf Film gemacht wurden. Angesichts der seit Jahren nur noch selten erkennbaren Körnigkeit und Rauschfreiheit der veröffentlichten Fotos komme ich sogar zu einer Einschätzung, die der des Herr Benthien diametral entgegensteht. Nur würde ich mich nie zu irgendwelchen Behauptungen in der einen oder anderen Richtung hinreißen lassen.

Freistellen oder nicht, Ausschnittwahl, Perspektive, Brennweite usw. ist 1. eine Geschmacksfrage (auch eine Zeitgeschmacksfrage) und 2. ein so komplexes Thema, dass es nicht in ein paar Zeilen abzuhandeln ist. Einen Trend zu maximaler Schärfentiefe kann ich im Vergleich zu früher in der professionellen Fotografie nicht erkennen. In GEO nicht und in meiner Tageszeitung auch nicht.

Insgesamt bin ich eher peinlich berührt, wenn Dogmatiker ihre persönliche Meinung auf biegen und brechen zu belegen und legitimieren versuchen. Ich frage mich auch, was sie sich davon versprechen. Ich fotografiere analog und digital und muss das eine nicht gegenüber dem anderen rechtfertigen.
 
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