Analoge Fotografie ist ausserdem sehr schnell. Schneller als das die digitale Konkurrenz. Istváns Rennstrecken-Thread ist auch hier das Top-Beispiel. Er fotografiert sorgfältig, hat wenig Ausschuss und vom belichteten Film bis zum fertigen Scan sind es nur wenige Minuten.
Das wage ich zu bezweifeln. Ich fotografiere selbst noch gelegentlich analog. Bei mir müssen die Filme zumindest noch entwickelt werden. Wenn ich dabei die Dienstleistungen eines Labors in Anspruch nehmen muss, dann gehen allein dafür mindestens Stunden drauf, in der Regel, wenn man seine Filme nicht einem Stundenlabor anvertrauen will, sogar ein, zwei Tage. Wobei der Aufwand des Hinbringens und Abholen auch anfällt. Selbst wenn ich meine Filme selbst im eigenen Labor entwickle, ist der Zeitaufwand inkl. Trocknung nicht unerheblich. Die Zeit fürs Scannen kommt dann noch obendrauf. Beim Kleinbild kann ich in der Praxis nur bedingt erkennen, welches Negativ oder Dia nun wirklich das beste ist, im Normalfall führt das dazu, dass ich nicht nur die vier oder fünf Bilder scanne, die es am Ende wirklich "sind", sondern eine ganze Menge mehr, aus denen ich dann die Auswahl treffe.
Auch das Preisargument stimmt nur zum Teil. Wenn ich an die Preisentwicklung bei Diafilmen zzgl. Entwicklungskosten denke, dann sind die Preis auch inflationsbereinigt bestimmt nicht gefallen. In früheren Zeiten habe ich übers Jahr etliche 100 DM in Filme gesteckt. Für einen Fujichrome Provia 100 muss ich ohne Entwicklung bereits 5 bis 6 Euro ausgeben, für einen Ilford Delta 400 SW-Film sind es immer noch zwischen 4 und 5 Euro. Selbst bei der Ausrüstung ist das so eine Sache. Wenn ich heute aus dem breiten Angebot zugreife, dann kann ich mir wirklich für sehr wenig Geld eine gute gebrauchte Kamera kaufen. Das bedeutet dann aber auch, dass der Erstkäufer entsprechend wenig dafür bekommt.
Ich denke, dass bei der Kosten-Aufwand-Zeit-Diskussion verschiedene Dinge vermischt werden. Wie viele Fotos ich mache, ist keine Frage des Aufnahmemediums, sondern der persönlichen Arbeitsweise. Ich habe auf einer gut zweiwöchigen Reise auf den Philippinen etwa 800 Fotos mit der D200 gemacht. Während z. B. einer dreiwöchigen Reise durch Nord-Indien im Jahr 2002 waren es etwa 30 Kodachromes bzw. rechnerisch 1,5 Filme pro Tag (ca. 1.100 Bilder). So groß ist der Unterschied pro Woche bei mir also nicht. Die Zeit, die ich zum Sichten, Sortieren und Aufbereiten verwenden musste, war bei den digitalen Bildern aber erheblich kürzer. Wenn ich jeden Tag 500 Bilder auf die Speicherkarten schieße, dann habe ich nach zwei bis drei Wochen wirklich ein Problem. Das ist aber, wie gesagt, eine Frage der Disziplin und nicht des Mediums.
Richtig ist meiner Meinung, dass die analoge Erfahrung zu einem vernünftigen Materialeinsatz erzieht. Da haben Leute, die durch diese Schule nicht gegangen sind u. U. ein Defizit. Und wenn man es unter dieser Perspektive sieht, unterstützt die Fotografie auf Film dann vielleicht wirklich ein überlegteres Arbeiten.
krampf bekommen. Von wegen analoges zeugs ist wertbeständiger.
die algemeine Entwicklungen, was Qualitätsbewusstsein und Bildsprache angeht sehe die Zukunft mit Sorgen entgegen.