Ich habe heute Morgen Schwiegermamas Liebling (aka Tony Northrup) gelauscht, der sich dem Thema natürlich auch in einem Video widmen musste. Auch wenn diese Fotoblogger mittlerweile extrem kommerzialisiert sind, so findet man dennoch ab und zu ein paar spannende Gedanken in ihren Posts.
Bei Tony Northrup fand ich interessant, dass er 1. Nikon als Firma wahrnimmt, die Wege aus dem Dilemma sucht (KeyMission, Nikon 1, Snapbridge...) auch wenn sie in der Exekution dieser Wege recht schlecht sind und 2. die Entscheidung zur Abkehr vom bedingungslosen Umsatzwachstum hin zu höherer Profitabilität gut findet. Dass er gleich auch ein paar Patentrezepte liefert, die Nikon wieder auf den richtigen Weg bringen, gehört nun mal dazu.
Ein Punkt ist dabei für mich durchaus überlegenswert. Snapbridge sei sicher der richtige Gedanke gewesen, aber warum zur Hölle, gibt es keine Software-updates für die Bugs oder Verbesserung von Funktionalitäten? Warum verhält sich Nikon hier wie seit 100 Jahren? Produkt entwickeln, auf den Markt bringen, nicht mehr anrühren. Will man ein neues Feature bedeutet das gleich neues Produkt = neuer Kauf, aber auch Frust beim Käufer. In der heutigen Welt werden Prdukte nicht nur hardware- sondern auch softwareseitig weiter entwickelt. Neue Features kommen mittlerweile auch über Firmware-Updates, siehe Fuji. Hier ist Nikon einfach nicht gut und wie es scheint, kommen sie auch nicht aus ihren alten Verhaltensweisen heraus. Usability (Nutzbarkeit) und convenience (Bequemlichkeit) sind heute bei der nächsten Generation junger Fotografen gefragt, die ihre Bilder überwiegend in sozialen Medien posten. Nichts davon wird heute vernünftig von irgendeinem Hersteller umgesetzt.
Auch Thom Hogan predigt seit Jahren die Story vom digitalen Workflow, insbesondere im Hinblick auf soziale Medien. Facebook, Instagram, Snapchat und Pinterest sind Plattformen, die einen wahren Boom in den letzten Jahren erlebt haben - ein großer Teil der Posts sind Bilder. Hat schon mal jemand von Euch versucht, Bilder von der Kamera direkt in Instagram zu posten? Ein Ding der Unmöglichkeit. Über Umwege geht es mittlerweile mit Lightroom Plugins leidlich.
In Summe war die halbe Stunde Video interessant, wenn man ein paar Dinge ausblendet, die sehr amerikanisch sind. Wer des Englischen mächtig ist, kann ja mal reinschauen:
KLICK
Ich hoffe, dass Nikon einen Weg findet, sich wieder stärker mit den Kunden zu verbinden und deren Wünsche in neuen Produkten vernünftig zu implementieren.
VG,
Peter