Vielen Dank weiterhin für eure Antworten!
Es freut mich sehr, dass euch mein Bericht gefällt!
... Verpflegung für 19 Tage ... müssen es 35kg gewesen sein?
Hi Daniel!
Das Startgewicht meines Rucksackes muss so bei 23-25 kg gelegen haben.
Davon waren ziemlich genau 10 kg Essen und noch einmal 2 kg Brennstoff (3x 450g Gaskartuschen; 2 hätten gereicht, Gas ist noch relativ neu für mich und ich habe mich verschätzt). Wasser braucht man in solchen Gegenden glücklicherweise nie zu tragen.
Gletscherflüsse in Neoprenschuhen zu furten oder im regenreichsten Gebiet Schwedens zelten zu gehen.
Ich habe einiges an Schuhen ausprobiert. Meine ersten Touren waren in Tevas, wobei mir die Zehen abgefroren sind im Wasser und es brauchte nach jeder Furt lange, die wieder aufzutauen.
Dann habe ich darin meine Reserve-Socken angezogen. Das war beim Furten besser, aber ich hatte keine trockenen Socken mehr fürs Zelt. Außerdem trocknen die natürlich auf Tour schlecht wieder, tropfen herum und sind schwer.
Seit ich für mein kleines Wildwasser-Kajak knöchelhohe Neoprenschuhe habe, nehme ich die auch zum Furten mit. Ich finde sie super. Sie halten die Füße warm, Beine sind weniger problematisch. Sie trocknen schnell, wiegen kaum etwas, haben eine griffige, leicht profilierte Sohle (allerdings recht dünn, bei spitzen Steinen unangenehm, aber im Fluss liegen meist runde Steine), werden nicht vom Fuß gespült, ... Kann ich nur empfehlen!
Das Wetter war nach anfänglichen Regentagen doch ziemlich schön
Hattest du keine Angst vor einem Notfall, hattest du ein Satellitentelefon dabei?
Angst habe ich nicht. Aber ich habe immer gehörigen Respekt, besonders vor der Macht der Natur. Wasser, Schnee, Eis, Hitze, Sturm, Nebel, ... darf man nie unterschätzen.
Dazu sollte man seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen ganz gut kennen.
Es DARF einfach nichts passieren. Dort nicht. Das beeinflusst Entscheidungen schon mit. Man darf nichts riskieren, was schief gehen kann. Alles, was schief gehen kann, muss mit einkalkuliert werden. Werde ich "nur" nass, wenn ich in einen Bach falle, oder spült es mich den nächsten Wasserfall hinunter? Wie sieht das Ufer aus? Käme ich im Notfall irgendwo raus? ...
Da sind auch mal größere Umwege drin oder die Entscheidung, auf einen Berg unter den Bedingungen nicht zu steigen, eine andere Furt zu suchen, Pläne zu ändern und eine andere Route zu suchen. Ich verlasse mich hier auch nur auf mein eigenes Urteil. Wenn jemand anderes durch den Fluss gekommen ist, heißt das noch längst nicht, dass ich da auch durchlaufe. Bei der Einschätzung von Risiken ist es ganz hilfreich, wenn man schon ein wenig Erfahrung mitbringt. Aber auch die muss man schließlich irgendwo gesammelt haben.
Ich hatte auf all meinen Touren durch weglose "wilde" Gegenden bisher - knock on wood - noch nie eine Situation, wo ich dachte, das nicht mehr unter Kontrolle zu haben.
Wichtig finde ich genug Zeit einzuplanen. Für eine geplante Route von min. 14 Tagen hatte ich 19 Tage Zeit. Für Umwege, für Tage, die ich im Zelt abwettern muss, ... Braucht man diese Puffertage nicht, kann man immer noch mal einen Abstecher, einen Gipfeltag, einen "Wellness-Tag", ... einlegen.
Ein (Iridium-)Telefon oder sonstigen Draht zur Außenwelt hatte ich nicht dabei.
Viele Grüße und auch für euch noch viele wundervolle Touren!
Sylvia