Ich kann den Themenstarter schon verstehen:
Nach 2,5 Jahren, in denen ich ausschließlich im Rohdatenformat fotografiert habe, überlege ich nun, mehrheitlich JPG+NEF zu fotografieren und meine Arbeitsweise dahin gehend zu ändern.
Ferner nutzen wir beide Linux als OS, d.h. wir bewegen uns beide Software-seitig etwas abseits des Massenmarktes (Aperture/Lightroom/CNX).
Warum?
Oft genug entwickle ich ein Bild nach Vorlage des eingebetteten Vorschaubildes. Wenn dies doch eh häufig das Ziel einer Entwicklung ist, warum nicht das Kamera-JPG nutzen? Ein Bild im Ausgabeformat ist für sich genommen zum archivieren genauso ungeeignet wie ein Bild im Rohdatenformat. Erst beide zusammen enthalten alle vollständigen Informationen (Rohdaten+Bearbeitungen). Somit archiviere ich beides. Ferner muss ich feststellen, dass die Kamera-JPGs schon ziemlich gut sind. Wenn ich eine solche Entwicklung aus dem Raw hinbekommen möchte, muss ich mich manchmal ganz schön strecken. Dazu kommen z.B. noch automatische CA-Korrektur, die keiner meiner Raw-Konverter unterstützt, oder ein recht ausgefeiltes ADL, welches für mich oft genug sehr gut funktioniert.
Mir persönlich reicht die Bildqualität des JPG oft genug aus, ansonsten bearbeite ich es mit Gimp. Der Qualitätsverlust durch das einmalige Speichern mit 100% Qualität ist mit Sicherheit optisch nicht erkennbar (Referenz: Druck bis 60x40cm) wenn das Ausgangsmaterial brauchbar ist.
Wenn ich einen bestimmten Stil erreichen möchte, den ich mit den Kameraeinstellungen nicht erreichen kann oder ich andere Gründe für eine manuelle Entwicklung habe, stehen mir die Rohdaten immer noch zur Verfügung.
Software-seitig wird das Leben mit JPGs auch einfacher: Kompatibilitätsprobleme gehören der Vergangenheit an, JPG ist ein dokumentierter Standart, Metadaten werden in der Datei verwaltet. Sprich auf Seite der Software werden einige Knackpunkte mit einem Schlag gelöst und zwar in einem Standartformat, welches meines Erachtens auf jeden Fall zusätzlich zum Raw archiviert sein sollte, wenn man keine parametrische Konverter wie LR oder AP benutzt (hier kommt halt im Falle des Wechsels zu einer anderen Software der große Batch-Run).
Dies sind nur einige der Gründe, warum ich JPGs haben möchte und wenn man seine Kamera im Griff hat, so gibt es keinen Grund warum nicht auch (technisch) super Bilder entstehen können, die auch qualitativ hochwertig sind. Wenn man meint, dass man es manuell besser kann, hat man ja immer noch das Raw zur Verfügung.
Fazit ist für mich seit meinem letzten Urlaub, dass die Raw-Bearbeitung nur in Einzelfällen für mich Sinn macht, ich aber bei großen Mengen an Bildern, bis auf wenige Ausnahmen mit den Kamera-JPGs besser fahre. Meinen Workflow unter Linux passe ich die Tage noch an und werden meinen Beitrag noch entsprechend abändern.
Gruß
Michael