Auch am nächsten Morgen regnet es noch heftig.
Eher wiederwillig streife ich mir das feuchte T-Shirt und die feuchte Hose über.
Auch die Schuhe sind immer noch nass.
Wie soll bei der hohen Luftfeuchtigkeit irgendetwas trocknen?
Da sich bei dem Wetter höchstens noch Pinguine
herumtreiben, macht der Canopy keinen Sinn.
Wir relaxen unterm Regenschirm.
Gegen 8 Uhr läßt der Regen nach.
Da wir bald abgeholt werden sollen, wollen wir uns Richtung Hauptstrasse durchschlagen.
Der Zufahrtsweg ist eine Wasserstraße.
Da meine Stiefel immer noch nass sind, ist das auch egal.
Aber da kommt schon unser Abholservice.
#120
Die Fahrt führt weiter Richtung Süden.
An einer kaum ahnbaren Lücke im Regenwald hält der Fahrer.
Von hier aus führt ein Trail durch den Regenwald zu einer Felsformation.
Direkt über dem Weg leuchtet etwas in Rot-orange.
Das scheint eine große Blüte zu sein.
Beim Blick durch das Tele entpuppt sich die Blüte als junge Hundskopfboa.
Sie hat sich um einen Zweig geringelt und unter einem Blatt Schutz vor dem Regen gesucht.
#121
Nach gut einem Kilometer Wanderung erreichen wir eine Felsformation.
#122
Die Felsformation ist Heimat von Fledermäusen, die kopfüber an den Felsen hängen.
#123
Aber hier lebt auch der Cayenne Klippvogel (C.ock-Of-The-Rock).
Leider lässt sich der Vogel nicht blicken.
Das Männchen hat ein grelles orangefarbenes Gefieder und sollte nicht zu übersehen sein.
Unser Guide gibt sich alle Mühe.
Er sucht die ganze Umgebung ab.
Kein Vogel weit und breit.
Er ahmt die Rufe des Vogels nach.
Kein Vogel lässt sich Blicken.
In 5 Minuten müssen wir aufbrechen.
Die 5 Minuten sind um.
Kein Vogel …
… und da kommt er doch. :huepf:
Er setzt sich auf einen Ast in Reichweite und bleibt auch dort sitzen.
Aber egal wo man steht, es sind immer Äste und Blätter vor dem Vogel.
Gerne versteckt er seinen Kopf hinter irgendwelchen Blättern.
Endlich habe ich am Steilhang eine sehr unbequeme Position gefunden,
wo ich den Vogel halbwegs von schräg-hinten fotografieren kann.
Da flattert er zwei Bäume weiter.
Wieder beginnt das Suchen nach einer freien Schussbahn.
Jetzt habe ich ihn schön von der Seite, aber das Auge ist immer hinter einen Blatt.
Und wieder flattert der Vogel zwei Bäume weiter.
Die anderen sind schon ungeduldig und wollen gehen.
Aber meine Hartnäckigkeit wird dann doch noch belohnt.
Da der Vogel sehr ruhig ist, geht auch eine längere Belichtungszeit.
(D700 + TC14 + 500/4; ISO 800; 1/5.6; 1/160s; Belichtungskorrektur -2; freihand am Steilhang)
Ein weiteres Bild der Serie ist im Eröffnungsposting.
#128
Das Männchen wacht über mehrere Weibchen, die in der Felsformation brüten.
#129