Ich bin meist der erste auf Arbeit. Ich koche Kaffee, sortiere mich und Papier, drehe eine Runde im Kreis und heute habe ich mal den Lichthof der Tagesklinik fotografiert. Auf der Bank hält eine befreundete oberärztliche Kollegin im Sommer gelegentlich die Nachmittagssprechstunde.
Wie es eine echter Mann eben so macht, lasse ich eine defekte Abblendlicht-Glühbirne natürlich in der Werkstatt wechseln, dazu buchte ich einen sog. Urlaubscheck. Abgesehen davon wollte ich den Mechaniker mal das komische Geräusch überprüfen lassen, welches seit ein paar Wochen mein Auto wie ein Elektro-Fahrzeug klingen lässt. Dann nahm ich mir ein schickes Elektrobike und radelte auf Arbeit. Fetzt. Also das Fahrrad. Als ich wieder Zweirad gegen Vierrad tauschte, hatte ich ein tolles, den Urlaubscheck mit Bravour bestandenes Auto. Nur leider kommt das Geräusch vom Getriebe. Man sollte es nicht auf die lange Bank schieben, sonst passiert irgendwas, was ich nicht verstanden habe. Zudem dauert die Reparatur zwei Tage, das Getriebe muss komplett raus, zerlegt werden und wieder rein. Noch bin ich die Kohle nicht los, aber dafür hätte ich mir eigentlich eine kleine schnuckelige Drittkamera kaufen können. Oder für eine Leica Q sparen. Pustekuchen!
Wenn mir partout nichts zum Fotografieren einfällt, fahren ich zu Margots Tümpel. Offiziell war das ja mal ein Gewässer zur Erzwäsche. Im Hintergrund steht der Abrahamschacht. Dort kam das Material dann her.
An Tagen mit wechselhaftem Wetter geht eins immer: Ein Museumsbesuch. Wir waren im Hygienemuseum, dafür haben wir eine Jahreskarte und ist meist zu empfehlen. Die Dauerausstellung ist nicht immer was für kleine Kinder, der neue Themenraum "Essen und Trinken" schon.
Heute fuhr ich viel Rad und kam an tollen Motiven vorbei: Blaues Wunder, Elbschlösser, Altstadt, Gohliser Windmühle, Radebeul und so weiter. Aber ich war zu faul anzuhalten. Und so wird mein Topmodel das Motiv des Tages. Nachmittags war nämlich Garten- bzw. Hinterhofzeit und die Kinder beschäftigten sich ganz gut selbst.
Heute nachmittag hatte ich großes Glück. Dies bestand darin, dass meine Fußnägel es schafften, unlackiert zu bleiben. Die Damen mehrerer Altergruppen verschönerten sich intensiv und waren motiviert, auch mich aufzuhübschen.
Das zweite Halbjahr 2015 beginnt heute. Meine Damen wurden vorhin vom (Groß-)Vater abgeholt und ich wurde bis Samstag allein zurück gelassen. Erst wollte ich Fahrrad fahren, aber da sich mein Nacken vergangene Nacht irgendwie verlegen hat und sich mit Radeln heute nicht verträgt, habe ich mir ein Bier geholt und bin eine Runde durch den Alaunpark gegangen.
Meine Damen sind immer noch woanders. Also machte ich mich nach der Arbeit auf zum Triathlon: Radfahren ins Waldbad Langebrücke, einige Bahnen schwimmen und dann zum Imbiss laufen, um dort Currywurst und Radler zu vertilgen. Der Radweg lief durch die Heide an der Prießnitz entlang, dort war´s sehr erträglich. Achja, das Abendprogramm besteht nun aus einen rumänischen Film mit Steven Seagal und Vinnie Jones. Nach dem Sport ist das aber sowas von verdient.
Vormittags auf dem Weg in die Stadt. Jetzt bin ich wieder sommerlich frisiert, zudem im Gesicht auch weniger bärtig. Jetzt redet meine Tochter, die ich gestern nachmittag aufgrund plötzlicher Störungen im Bahnbetrieb bei fast 40°C am Leipziger Hauptbahnhof abholen musste, von dem "anderen Papa", der "mit dem Auto auf Arbeit ist". Mein T-Shirt hat sie erkannt, denn das hat der andere Papa auch. Soll ich nun lachen oder weinen?
Mein Auto befindet sich bis morgen in der Getriebereparatur, so wollte ich mich eigentlich von meiner Kollegin mitnehmen lassen. Da ich aber, wie passend so kurz vor Urlaubsanfang, beginnend infektiös und daher schon mittags von der Arbeit weg bin, fuhr ich mit der Bahn nach Dresden zurück. Und manchmal fällt einem das Motiv, brav am Bahnsteig sitzend, nahezu vor die Nase.