Und warum hat Leica dann eins?
Wahrscheinlich aus dem Grund, dass Leica bei den Entscheidungen für Entwicklung und Serienproduktion dieses Objektivs der Auffassung war, dass eine ausreichend große Anzahl von Kunden mit den Besonderheiten dieses Objektivs etwas anzufangen weiß.
Welche Eigenschaften das Apo 2/75 ASPH. von anderen Leica-Objektiven mit gleichen oder benachbarten Brennweiten unterscheiden, wird in dem nachstehend verlinkten Artikel recht ausführlich erläutert:
http://web.archive.org/web/20130117141145/http://www.imx.nl/photo/leica/lenses/lenses/page82.html
In diesem vorstehend verlinkten Artikel werden aber nicht nur die Eigenschaften dieses Apo 2/75 ASPH. erläutert, sondern auch die Gründe für die damalige Entscheidung von Leitz, dem ersten Summilux mit einer Brennweite über 50 mm für das M-System die Brennweite 75 mm zu verordnen (und nicht 90 mm oder 85 mm etc.) und damit auch den weitaus meisten seit der 1980 zusammen mit dem Summilux 1.4/75 eingeführten M4-P produzierten M-Kameras einen entsprechenden Sucherrahmen. Und das Summilux 1,4/75 hat seit seiner damaligen Markteinführung wohl aus der Sicht von Leica eine ausreichend große Anzahl von Kunden auf den Geschmack gebracht, um Entwicklung und Markteinführung auch eines Summarit und eines Summicron mit dieser Brennweite ausreichend rentabel erscheinen zu lassen.
Und warum will Pesch das LEICA APO-SUMMICRON-M 1:2/75 MM ASPH
Ich benutze es gerne, weil ich die in dem oben verlinkten Artikel erläuterten Eigenarten dieses Objektivs nun einmal persönlich schätze, und ich meine "Reise-Kombi" M7, 2/28 und Apo 2/75 ASPH. inzwischen letztlich im Rahmen meiner persönlichen Vorstellungen in Sachen Reise-Fotografie noch etwas universeller einsetzbar finde, als vorher die in Bezug auf die Brennweiten "klassischen" Kombinationen M6TTL u. M7 mit dem 1,4/35 ASPH. und dem Apo 2/90 ASPH. Und Deine Eingangsfrage war ja die nach ganz persönlichen Präferenzen. Also ein Beispiel für meinen diesbezüglichen persönlichen Geschmack:
Der Bildwinkel eines 90ers und eines 75ers unterscheidet sich ja nicht dramatisch. Geht man mit dem 75er etwas näher an das Hauptmotiv heran, dann ist es daher also oft kein allzu großes Problem, für das Hauptmotiv auch den mit einem 90er erzielbaren Abbildungsmaßstab zu erzielen, aber eben von einem etwas anderen Standort aus, also auch mit einem etwas anderen perspektivischen Eindruck, der mir allerdings persönlich meist geschmacklich sogar noch etwas besser gefällt, als der mit dem 90er von einem etwas entfernteren Standort aus erzielte perspektivische Eindruck.
Gleiches gilt für das 50er: Geht man mit dem 75er etwas weiter weg vom Hauptmotiv, so ist es wieder kein Problem, für das Hauptmotiv den gleichen Abbildungsmaßstab zu erzielen, wie er mit dem 50er erzielbar ist, aber wieder von einem etwas anderen Standort aus, und demnach auch mit einem anderen perspektivischen Eindruck, der mir persönlich dann meist wieder sogar geschmacklich etwas besser gefällt als der von einem näheren Standort aus mit dem 50er erzielte perspektivische Eindruck.
Mit dem 75er im Gepäck habe ich in diesem Sinne also stets (mit Ausmahme der Mauer im Rücken oder des Zauns vor der Brust) auch ein virtuelles 50er (mit dem 75er nach hinten) und ein virtuelles 90er (mit dem 75er nach vorne) dabei, jedoch bei identischen Abbildungsmaßstäben für das Hauptmotiv mit einem mir meist persönlich sogar angenehmeren perspektivischen Eindruck als dem mit einem realen 50er oder 90er von einem näheren (50er) oder entfernteren (90er) Standort erzielbaren. Und da die kürzeste beim Apo 2/90 ASPH. einstellbare Entfernung 1 m beträgt, die beim Apo 2/75 ASPH. jedoch 0,7 m, kommt man mit dem 75er bis zum Abbildungsmaßstab 1:6 (also sogar etwas größer als der mit dem alten "Nah-Summicron" mit Suchervorsatz erzielbare Abbildungsmaßstab von 1:7), mit dem Apo 2/90 ASPH. jedoch nur bis zum Abbildungsmaßstab 1:9 und - da das Apo 2/90 ASPH. anders als das Apo 2/75 ASPH. nicht über ein floating element verfügt - dies zudem auch nur mit einer bei großen Abbildungsmaßstäben vergleichsweise geringeren optischen Leistung.
In dem unter dem nachstehenden Zitat verlinkten Erfahrungsbericht wird auf einige weitere Aspekte eingegangen, die nach meinem in einigen Gesprächen gewonnenen Eindrücken wohl manchen seiner Benutzer gut an diesem Apo 2/75 ASPH. gefallen. Hier ein Auszug als Zitat:
‹ Finding Your Distance ›
After a few botched efforts to shoot portraits or group shots, I finally got my distance down with the 75mm. Be patient with this, because once it is sorted out, it proves to be an incredible versatile lens. Paired with a 28mm on my M6, I felt like I could shoot any situation. From a distance, the 75mm can pick people out of a scene with a similar feel as the 90mm. The picture above of the bricklayer was taken from about thirty feet away. The field of view on the lens is wide enough to allow you to play with out of focus elements in the foreground and background and still reproduce a sharp subject. A few minutes earlier, I had taken a close up shot of the woman and her co worker. It was interesting to see how the lens would handle both situations. Without feeling too constrained, there were opportunities to shoot entire scenes and then focus in on a single person. All I needed to do was move my feet. The constant in the equation, was having human subjects. For many of the wide out temple shots, I needed the 28mm to open up the view.
Quelle:
http://www.adammarelliphoto.com/2011/03/leica-lens-review-75mm-summicron-f-2-0/