Drei Generationen in Finale

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Jetzt zu einem Punkt, der seit einigen Jahren gegenüber früher völlig anders ist: die Massen von Bikern!

In den späten 90er Jahren entdeckte die Mountainbike-Szene Finale Ligure und das bergige Hinterland für sich. Es waren zunächst Kletterer, die zum Ausgleich auf das MTB stiegen und Trails anlegten, insbesondere Fulvio Balbi ist hier zu nennen. Früher Kletterer, ist er nun zum "Trail-Papst" (Zitat MTB-News) aufgestiegen. Manchmal verfluche ich ihn .....

Inzwischen besitzt Finale eine Art Kultstatus in der Szene und vor allem im Herbst wird das Städtchen von Mountainbikern regelrecht geflutet. Auf dem Campingplatz Tahiti erhielten wir, obwohl schon im Sommer gebucht, gerade noch ein Plätzchen für Anfang Oktober. Alles voll mit Bikern. Abends stehen auf der Piazza Garribaldi oft hundert und mehr MTBs, überall gibt es einen Shuttle-Service, Shops, etc.

Im beliebten Forum von MTB-News hat Finale als einziges Revier eine eigene Rubrik:

Die "Finale Outdoor Region" (offizielle Bezeichnung), verfügt über 150 offizielle Trails aller Schwierigkeitsgrade und hauptberufliche "Trailbuilder" fügen ständig neue dazu. Die beliebtesten Trails enden in Borgo. Soweit alles OK für mich, aber dass sich die Mehrzahl der Biker mit Shuttle-Diensten zum Ausgangspunkt karren lässt, gehrt mir offen gesagt gegen den Strich. Ich fahre sehr gerne und viel Rad, aber manche Auswüchse verstehe ich nicht. In dieser Form ist das Mountainbiking für mich mit alpinem Skilauf vergleichbar. Mit dem Lift hoch, mit der Schwerkraft runter. Dass man immer mehr stromgetriebene MTBs sieht, kommt natürlich noch dazu.

Hier der Fahrplan nur eines von vielen Shuttle-Diensten:

img_5426-jpeg.2017354


OK, wir Kletterer sind natürlich nicht besser. An neu erschlossenen Wänden wurden die Haken sehr dicht gesetzt, das lockt die "New-School-Kletterer" an. Damit man an der Wand mehr Ruhe hat, kann man aber Sektoren aufsuchen, die noch klassisch gesichert sind, also mit weiten Hakenabständen. Leider werden diese Wandbereiche immer weniger.

Genug gelästert. Finale und insbesondere Borgo ist toll!


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Erstmalig erwähnt wurde Finalborgo im 12. Jahrhundert. Bis zur Machtübernahme durch die Habsburger im Jahr 1602 wurde die Stadt von der Familie Del Caretto regiert. Die Habsburger verloren Finalborgo 1713 an die Republik Genua. Ab 1814 gehörte die Stadt zur Ligurischen Republik unter Napoleon, bevor sie im Jahr 1861 Teil des Königreiches Italien wurde. Im Jahr 1927 schlossen sich im Rahmen einer Gemeindereform die Ortschaften Finalborgo, Finalmarina und Finalpia zur Gemeinde Finale Ligure zusammen.

Im Jahr 1359 wurde das Dominikanerkloster Santa Caterina gegründet, das im historischen Zentrum hinter der wuchtigen Stadtmauer steht. Darüber thront das Kastell San Giovanni auf einem Felsen über der Altstadt.

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verlinkt von der offiziellen Tourismus-Seite, https://visitfinaleligure.it/

Im Zuge der Säkularisation im 19. Jahrhundert wurde der Klosterbetrieb eingestellt. In einem hervorragenden Erhaltungszustand befindet sich die Kirche mit dem Glockenturm, der Kreuzgang und weitere Klostergebäude. Hinter den historischen Mauern ist seit 1931 das archäologische Museum mit Fundstücken aus den zurückliegenden Jahrtausenden untergebracht.
 
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Bedeutendstes Bauwerk in der Innenstadt von Finalborgo ist die Basilika San Biagio, die im Jahr 1261 erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Im 17. Jahrhundert wurde der alte Bau abgerissen und durch ein neues Gotteshaus ersetzt. 2013 wollte ich erstmals Fotos vom Inneren der Basilika machen. Leider kam ich kurz vor einem Gottesdienst. Also nur schnell ein Foto gemacht und wieder raus.

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In diesem Jahr besuchten wir die Basilika um die Mittagszeit. Kein Mensch war darin. Es war ein sonniger Tag, goldenes Licht strömte durch die kleinen Fenster und erzeugten eine ganz andere Stimmung als damals an einem trüben Abend.


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Die Basilika wurde zwischen 1633 und 1659 erbaut. Sie hat den Grundriss eines lateinischen Kreuzes und ist als dreischiffige Basilika mit einer Vierungskuppel gekrönt. Der charakteristische achteckige Glockenturm steht auf einem Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert. Die Fassade blieb unvollendet und schlicht, ohne jeden besonderen Stil. Leider habe ich davon kein brauchbares Foto. Generell sind Fotos von außen schwierig, da die Stadt sehr eng bebaut ist. Man müsste auf die Dächer ....


1024px-San_Biagio_Finalborgo_-_esterno_.jpeg


(verlinkt aus Wikipedia)



Die neue Kirche wurde mit Gemälden und Statuen aus der Barock- und Rokokozeit ausgestattet. Ein Großteil der heutigen Einrichtung stammt jedoch aus dem von der der Familie Del Carretto geförderten nahegelegenen Kloster Santa Caterina.


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Im Jahr 1878 wurden die Fresken an der Kuppel und am Chorgewölbe geschaffen, 1911 folgten die Fresken an den Deckengewölben. Die Seitenschiffe sind mit weiteren Altären reich ausgestattet.

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Wieder am Fels, aber jetzt zum letzten Mal.


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Bric Scimarco



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So sehen Hände danach aus. Mit Tape schützt man die Finger vor den oft scharfen Rändern der Löcher.
Die dunklen Verfärbungen der Hände kommen vom Seil, entstehen also beim sichern und abseilen.​
 
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Am letzten Tag wollen wir noch die Grotta Punta Crena aufsuchen (siehe auch #24), diesmal bei sonnigem Wetter.
Allerdings sind die Wellen zu hoch, an baden ist nicht zu denken.

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Beim Fotografieren werde ich von einer hohen Welle überrascht. Ich höre hinter mir einen dumpfen Schlag, drehe mich um und sehe einen Vorhang aus Wasser auf mich zukommen. Ich wurde völlig nass. Die D810 hat es zum Glück nicht gestört.

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Beim Rückweg gibt es immerhin einen schönen Blick auf das Capo Noli.


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Wie üblich: Auf halber Strecke, auf dem Gotthard, wird übernachtet.


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Leider dieses Mal in den Wolken und bei böigem Wind. Trotzdem schön.


So, das war's. Finale Ligure war auch 2024 eine Reise wert. Es wird nicht unsere letzte gewesen sein.


Spero che ci rincontreremo presto!
 
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In den letzten Tag ist mir dein Bericht bereits mehrmals aufgefallen, aber ich habe es mir bis heute verkniffen, einen Blick zu riskieren. Der Hauptgrund: von dem, was ich bisher von dir gelesen und gesehen habe, war mich klar, dass ich angemessene Muse und Zeit mitbringen sollte. Und wie der Zufall so will, endet dein Bericht gleichzeitig mit einem für mich passenden Zeitfenster. Sehr schön.

Und ebenfalls sehr schön, intim, persönlich und interessant mit zum Teil spektakulären (insbesondere für mich als Nichtkletterer) Bildern, ist deine Reportage geworden. Ein wirklicher Genuss.
Vielen Dank für diese Einblicke, Steff!

Randnotiz: ein Detail empfinde ich (für mich) als besonders interessant: die unter #54 beschrieben Sinterfahnen. Dies mit dem Hintergrund, dass ich gerne Tropfsteinhöhlen besuche und dieses geologische Besonderheit dort schon oft gesehen habe. Insbesondere die Zeitdimensionen, die sich damit verbinden, sind mehr als beeindruckend. Dass sich dies im offenem Gelände ebenfalls bewundern lässt, war mir nicht bekannt. Sehr spannend!
 
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