Drei Generationen in Finale

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Lydian

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Die erste Kletterurlaubsreise mit unseren Kindern, damals drei und fünf Jahre, führte uns unter anderem nach Finale Ligure. 31 Jahre danach sind wir wieder dort. Mit erwachsenen Kindern und zwei Enkeln, zwei und vier Jahre. Der erste Dreigenerationen-Kletterurlaub. Manches ist wie früher, vieles jedoch anders.

Was geblieben ist:


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die grandiosen Kletterfelsen



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das Meer



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die Höhlen, ob zum Klettern oder einfach nur so


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die wundervolle Altstadt von Finalborgo


Finale Ligure ist immer eine Reise wert. Und daher gibt es jetzt eine Reportage. Einfach so.​
 
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Vor Erstellung dieses Threads habe ich im Forum recherchiert, was es hier bisher zu Finale Ligure an Beiträgen gibt: Fast nichts. Falls ich nichts übersehen habe, hat alleine Sven (jazzmasterphoto) einen Thread erstellt, in dem das Städtchen bzw. die Landschaft an der Riviera di Ponente Thema ist. Leider sind die Fotos nicht mehr korrekt verlinkt.
Fast alle anderen Fotos aus Ligurien stammen von der Riviera di Levante, namentlich aus den Cinque Terre.

In den 90er Jahren fuhren wir etwa alle zwei Jahre nach Finale zum Klettern. Meist im Herbst, um vor der langen dunklen Zeit in heimischen Gefilden noch einmal richtig Sonne zu tanken. Früh morgens ins Auto, am Abend dann auf dem Campingplatz oder in der Ferienwohnung einchecken. Mit Kindern immer eine unangenehm lange Fahrt. Seit wir mit dem Camper reisen, lassen wir es gemütlicher angehen.

Am Nachmittag eines Tages Ende September 2024 geht es mal wieder zuhause in der Pfalz los. Unterwegs schüttet es wie aus Kübeln. Kurz bevor es völlig dunkel ist, finden wir ein schönes Plätzchen auf dem Gotthard-Pass. Es graupelt, es ist windig und frostig.

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Ein fotografischer Glücksfall, der das Weiterfahren am nächsten Morgen ziemlich verzögert. Es gibt im Tagesanbruch einfach zu viele Fotomotive.

 
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jazzmasterphoto
jazzmasterphoto kommentierte
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Danke, Steff, für den Hinweis! (y)

Ich habe alle Bilder neu verlinkt – sollten nach Freischaltung
nun hier zu sehen sein:


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Sobald es dämmert, ein Kontrollblick zum Himmel: Es ist wolkenlos. Anziehen, Kamera schnappen und mit den Hunden raus! Dummerweise mit den Barfußschuhen. Um an die Wanderschuhe zu kommen müsste ich die Hecktüren öffnen, was die im Heckbett noch schlafende bEva sicher nicht gutheißen würde. Egal. Ich muss Fotos machen!

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Ein etwas später aufgenommenes Foto. Wir stehen an der alten, gepflasterten Passstraße knapp unterhalb der Passhöhe. Im Hintergrund sieht man im Hang die moderne Straße. Die wir, sofern möglich, nie fahren.

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Ich liebe die Herbstfarben im Gebirge, auch, bzw. gerade, über der Baumgrenze. Das Gras ist nicht nur grün, sondern gelb, orange, rot. Und heute ist noch alles weiß überzuckert. Dennoch: Ich bin zu früh aufgestanden. Die ersten Ergebnisse sind farblich enttäuschend. Klar, nachts, oder in der Dämmerung, sind alle Gräser grau.
 
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Der Gotthardpass scheidet Gewässer (hier liegt der Wasserscheidepunkt von Nordsee, Adria und westlichem Mittelmeer) und verbindet Kultur- und Sprachräume. Seine wirtschaftliche Bedeutung beginnt Anfang des 13. Jh mit dem Bau der sagenumwobenen (ersten) Teufelsbrücke, die die Schöllenenschlucht zwischen Göschenen und Andermatt besser gangbar machte. Viele Jahrhunderte zogen Händler, Meldeläufer, ja ganze Armeen über den Pass.

Von 1818 bis 1836 baute der Kanton Uri die erste Passstrasse aus. Der Gotthardpass hat die Wirtschaft und die Kultur in der Zentralschweiz seit Jahrhunderten massgeblich geprägt. Im 19. und 20. Jh wurde der er zu einem Mythos «verdichtet», zu einem Symbol für die Unabhängigkeit, die Einheit und die Identität der Schweiz. Entsprechend wurde er auch militärisch befestigt.

Bis zur Eröffnung der Gotthardbahn bzw. des ersten Gotthardtunnels 1882 musste der Pass auch im Winter begangen werden. Viele Weg- und Schaufelknechte verdingten sich für einen kargen Lohn. Goethe übrigens erwanderte ihn dreimal. Ihm ist auf der Passhöhe ein kleines Museum gewidmet. Ab etwa 1920 verdrängte das Postauto die Postkutsche und mit den wenig später eingeführten Benzinzöllen begann der Ausbau der Passstrassen bis zum heutigen Tag. Die alte Passstrasse ist auf der Südseite noch erhalten und befahrbar. Dieses Strassenstück erinnert an beschaulichere Reisen über den Gotthard, die noch gar nicht so lange zurückliegen. Zwischen 1937 und 1941 wurde sie aufwändig mit Granitsteinen gepflastert. Der Mittelstreifen wird durch roten Granit gebildet. Auf der Nordseite ist leider nur noch das oberste Teilstück erhalten.


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Am gegenüberliegenden Hang sehe ich bizarre Felstürme. Für einen Kletterer sehen die einfach geil aus ....
Ich glaube, da muss ich mal hin.


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Die hellen Punkte sind keine Bildfehler. Das Foto entstand unter einem Hochspannungsmast, von dem Schnee bzw. Eis rieselte.


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Eigentlich Zeit für ein Frühstück. Aber die Hunde haben noch nicht genug mit herumtollen.


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Es ist immer erstaunlich, welche Freude sie im Urlaub haben. Für den 12jährigen Munk ist das ein wahrer Jungbrunnen.
Zuhause wirkt er öfters mal schläfrig, lustlos. Aber im Urlaub .... ist er wieder ein junger Hund.
Sobald sie sehen, dass wir den Camper richten, sind sie voller Vorfreude und ungeduldig.
Wenn wir ihn am Tag vor der Abreise packen müssen wir sie abends ins Haus tragen...​
 
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Nach der Passhöhe geht es die alte Passstraße, die "Tremola", runter nach Airolo. Früher dachte ich tatsächlich, der Name habe etwas mit dem ständigen Gerüttel durch das Pflaster zu tun ... besonders mit dem Rad (die neue Passstraße ist für Radler tabu) bekommt man einen Tremor in den Händen. Stimmt natürlich nicht. Sie heißt so, weil sie durch das Val Tremola geht.


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Die Tremolastrasse ist das längste Strassenbau-Denkmal der Schweiz. Im spektakulärsten Abschnitt überwindet die Strasse auf einer Länge von vier Kilometern in 24 Kehren nur 300 Höhenmeter - schließlich wurde sie für Pferdefuhrwerke gebaut. Die sechs bis sieben Meter breite Strasse wird von bis zu acht Meter hohen Mauern aus Natursteinen begrenzt und gestützt. Teilweise sind noch die alten Trockenmauern vorhanden, ebenso die Kilometersteine.

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Sie präsentiert sich heute weitgehend im Zustand der 1951 abgeschlossenen Rekonstruktion. Verschwunden sind die beiden Strassenwärter-Häuser. Das erste stand bis zu seiner Zerstörung 1989 am Beginn in Airolo, das zweite weiter oben wurde bereits 1872 von einer Lawine zerstört.
 
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So. Jetzt habe ich diesen Bericht über unseren Finale-Urlaub mit 28 Fotos aus der Schweiz begonnen. Die nächsten sind dann aber tatsächlich aus Finale Ligure. Dort treffen wir uns auf dem Campingplatz "Tahiti" (der heißt wirklich so) mit unserer Tochter und ihrer Familie.
 
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Finale Ligure, ein Städtchen mit ca. 11.000 Einwohnern, liegt etwa 60 km südwestlich von Genua. In den 50ern und 60ern bei deutschen Wirtschaftswunder-Touristen als Badeziel beliebt, entwickelte sich der Ort seit den späten 80ern zum Mekka der Felskletterer und seit den nuller Jahren auch zu dem der Mountainbiker. Unmittelbar hinter der Küste erreichen die Berge schnell bis zu 1000m Höhe und die Geologie hat für viele Kletterwände gesorgt. Dazu später. Die Landschaft des Hinterlandes ist durch Verkarstung geprägt, die Hochebenen auf einer Höhe von etwa 300 m über dem Meeresspiegel sind von tiefen Taleinschnitten durchzogen. Die überwiegend felsige Küste wechselt sich mit sandigen Buchten ab.

Die Küste ist wie üblich im Mittelmeerraum ziemlich zugebaut und zumindest für uns nur mäßig attraktiv.


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Der Ortsteil Varigotti


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Die Steilküste von Noli, der interessanteste Küstenabschnitt, kann man hier doch unmittelbar über dem Meer klettern. Mit kleinen Kindern ist das aber keine Option.


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Aber wo gibt es weitere Campingplätze, von denen man zu Fuß sowohl Sandstrand wie Kletterfels erreichen kann?
Hier eine von mehreren Frühstücksterrassen des Campingplatzes. Hinten mittig einer der besten Kletterfelsen, der Rocca di Corno, Wahrzeichen von Finale.


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Am Strand von Finalpia (fußläufig vom Camping), mein Enkel mit seinem Opa.


Finale besteht aus mehreren Ortsteilen: Final Marina, Finalpia, Finalborgo und Varigotti. Der mit Abstand schönste davon ist Finalborgo, Mekka der Kletterer und Mountainbiker. Fotos folgen gegen Ende des Berichts.

PS: Einige Fotos sind nicht von mir. Töchterchen fotografiert auch sehr gerne und gut. Sie hat sich immer mal wieder die D810 geschnappt. Es gibt einige sehr schöne Fotos von den Kindern, die aber nicht hierher gehören.

Im weiteren Verlauf des Threads werde ich immer wieder Fotos von früheren Aufenthalten in Finale einstreuen. Nicht berücksichtigen werde ich dabei die vielen Dias aus der analogen Zeit, die bei mir bis zum Jahr 2007 andauerte.​
 
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Der zweiwöchige diesjährige Aufenthalt in Finale war geprägt durch sehr wechselhaftes Wetter. Sonne, Regen in munterer Abfolge, Wind auch und dadurch hohe Wellen am Strand. Mit klettern, baden, kleinen Wanderungen, Höhlenexkursionen und anderen vollständig regensicheren Unternehmungen versuchten wir jeweils das beste daraus zu machen.

Mit Kletterfotos ist das so eine Sache. Die einen sind mit den Kindern beschäftigt, die anderen mit klettern und sichern. Für gute Kletterfotos benötigt man zudem in der Regel einen erhöhten Standpunkt - den es meistens nicht gibt. Man könnte sich mit einer Drohne behelfen, aber das ist für andere Kletterer ein Unding. Ich bin immer genervt wenn jemand mit so einem Ding am Fels auftaucht.

An manchen Felsen bleibt es daher bei Fotos vom Wandfuß....

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So ein Tag am Fels ist doch anstrengend.


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