Guten Morgen zusammen 
Mit steigenden Infektionszahlen und zunehmender Anzahl an Hot Spots nimmt die Besorgnis zu. Ist ja nur logisch. Eine (eine!) Folge davon ist nicht nur hier in diesem Thread, dass -nennen wir es mal - "energiereicher" diskutiert wird. Also mit mehr Engagement, meinetwegen auch mehr Entrüstung und mehr Lautstärke. Das ist nicht verkehrt, denn es bedeutet auch das verstärkte Suchen nach praktikablen Lösungen.
Ich möchte dennoch darum bitten, dass ihr vor dem Antworten kurz innehaltet. Mir fällt auf, dass wieder viele Antworten sehr persönlich genommen werden. Darum geht es aber nicht, es geht um einen Austausch. Kaum ein Kommentar der letzten Tage hatte zum Zweck, jemandem seine Sicht der Dinge abzusprechen oder ihn persönlich als gaga abzustempeln, wurde aber oft so aufgefasst. Also bitte: diskutiert in der Sache und macht euch bewusst, dass es hier nicht darum geht, ob der eine mehr Recht hat als der andere.
Genauso (und das ist jetzt meine persönliche Meinung) die Diskussion um "die" Jugend, "die" Alten, "die" Partygänger, "die" Panikmacher, "die" Verantwortungslosen. Es liegt in unserer Natur, in Situationen, in denen uns die Kontrolle zu entgleiten droht, nach Schuldigen zu suchen. Hat man solche vermeintlich gefunden, ist es eine Erleichterung, mit dem Finger auf sie zu zeigen und zu sagen "ihr seid schuld! Wenn ihr nicht so viel gefeiert hättet, wenn ihr rechtzeitig Pläne für Schulen aufgestellt hättet, wenn ihr mehr Handschuhe gekauft hättet, wenn ihr die Hot Spots komplett abgeriegelt hättet, .... dann wäre alles nicht so schlimm wie es ist".
Aber was hilft es? Nichts. Es schadet imho eher. Denn es spaltet uns in einer Situation, in der das wichtigste unser Zusammenhalt ist. Es geht hier um jeden einzelnen und damit um uns alle. Und da hilft es nicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen und sie auszuschließen aus dem "Kreis der angeblich allwissend Vernünftigen". Es geht darum, alle ins Boot zu holen und nicht, sie von der Bordkante zu schubsen.
Natürlich kann und soll man hinterfragen, was die Verantwortlichen tun und getan haben und wie sinnvoll das war. Das hilft, es in Zukunft besser zu machen. Aber eine Schuld zuzuweisen löst nicht das Problem. Nebenbei bemerkt erlebe ich z.B. "unsere Jugend" als deutlich verantwortungsbewusster als ihr bisher bescheinigt wird. (Mal ganz abgesehen davon, dass meine 3 Exemplare und ihre Freunde sehr viel braver und weniger ich-bezogen sind, als ich es in ihrem Alter war. Nicht nur hinsichtlich Corona, sondern generell)
Das Infektionsgeschehen ist längst nicht mehr einzelnen Clustern zuzuordnen, wie wir vor kurzem noch gehofft haben. Es ist wie erwartet wieder diffus geworden- und damit kann es jeden von uns treffen, ohne dass wir daran schuld sind. Wir werden in den meisten Fällen nicht erfahren, wer uns angesteckt hat und ob der sich vorher unvernünftig verhalten hat. Ja, das ist sch*****, wenn man die Schuld keinem geben kann. Man könnte sich so viel besser fühlen, denn im Umkehrschluss bedeutet es ja, dass man selbst eben auf gar keinen Fall irgendwas dafür kann. Und was hilft es tatsächlich? Nix.
Das ist KEIN Plädoyer dafür, einfach alles laufen zu lassen, ganz im Gegenteil. Dies ist nicht die Zeit für Party, Fremdkuscheln, ein Bad in Menschenmengen und Unvorsichtigkeit. Es ist die Zeit, aufeinander aufzupassen und zusammenzuhalten. Überall, auch hier im Thread.
Also bitte, lasst den Oberlehrerzeigefinger stecken und nehmt vor allem trotz aller Besorgnis und der damit einhergehenden leicht gestiegenen Dünnhäutigkeit nicht so viel so persönlich.
Das war das Wort zum Wochenende
Ich wünsche euch ein schönes!
Mit steigenden Infektionszahlen und zunehmender Anzahl an Hot Spots nimmt die Besorgnis zu. Ist ja nur logisch. Eine (eine!) Folge davon ist nicht nur hier in diesem Thread, dass -nennen wir es mal - "energiereicher" diskutiert wird. Also mit mehr Engagement, meinetwegen auch mehr Entrüstung und mehr Lautstärke. Das ist nicht verkehrt, denn es bedeutet auch das verstärkte Suchen nach praktikablen Lösungen.
Ich möchte dennoch darum bitten, dass ihr vor dem Antworten kurz innehaltet. Mir fällt auf, dass wieder viele Antworten sehr persönlich genommen werden. Darum geht es aber nicht, es geht um einen Austausch. Kaum ein Kommentar der letzten Tage hatte zum Zweck, jemandem seine Sicht der Dinge abzusprechen oder ihn persönlich als gaga abzustempeln, wurde aber oft so aufgefasst. Also bitte: diskutiert in der Sache und macht euch bewusst, dass es hier nicht darum geht, ob der eine mehr Recht hat als der andere.
Genauso (und das ist jetzt meine persönliche Meinung) die Diskussion um "die" Jugend, "die" Alten, "die" Partygänger, "die" Panikmacher, "die" Verantwortungslosen. Es liegt in unserer Natur, in Situationen, in denen uns die Kontrolle zu entgleiten droht, nach Schuldigen zu suchen. Hat man solche vermeintlich gefunden, ist es eine Erleichterung, mit dem Finger auf sie zu zeigen und zu sagen "ihr seid schuld! Wenn ihr nicht so viel gefeiert hättet, wenn ihr rechtzeitig Pläne für Schulen aufgestellt hättet, wenn ihr mehr Handschuhe gekauft hättet, wenn ihr die Hot Spots komplett abgeriegelt hättet, .... dann wäre alles nicht so schlimm wie es ist".
Aber was hilft es? Nichts. Es schadet imho eher. Denn es spaltet uns in einer Situation, in der das wichtigste unser Zusammenhalt ist. Es geht hier um jeden einzelnen und damit um uns alle. Und da hilft es nicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen und sie auszuschließen aus dem "Kreis der angeblich allwissend Vernünftigen". Es geht darum, alle ins Boot zu holen und nicht, sie von der Bordkante zu schubsen.
Natürlich kann und soll man hinterfragen, was die Verantwortlichen tun und getan haben und wie sinnvoll das war. Das hilft, es in Zukunft besser zu machen. Aber eine Schuld zuzuweisen löst nicht das Problem. Nebenbei bemerkt erlebe ich z.B. "unsere Jugend" als deutlich verantwortungsbewusster als ihr bisher bescheinigt wird. (Mal ganz abgesehen davon, dass meine 3 Exemplare und ihre Freunde sehr viel braver und weniger ich-bezogen sind, als ich es in ihrem Alter war. Nicht nur hinsichtlich Corona, sondern generell)
Das Infektionsgeschehen ist längst nicht mehr einzelnen Clustern zuzuordnen, wie wir vor kurzem noch gehofft haben. Es ist wie erwartet wieder diffus geworden- und damit kann es jeden von uns treffen, ohne dass wir daran schuld sind. Wir werden in den meisten Fällen nicht erfahren, wer uns angesteckt hat und ob der sich vorher unvernünftig verhalten hat. Ja, das ist sch*****, wenn man die Schuld keinem geben kann. Man könnte sich so viel besser fühlen, denn im Umkehrschluss bedeutet es ja, dass man selbst eben auf gar keinen Fall irgendwas dafür kann. Und was hilft es tatsächlich? Nix.
Das ist KEIN Plädoyer dafür, einfach alles laufen zu lassen, ganz im Gegenteil. Dies ist nicht die Zeit für Party, Fremdkuscheln, ein Bad in Menschenmengen und Unvorsichtigkeit. Es ist die Zeit, aufeinander aufzupassen und zusammenzuhalten. Überall, auch hier im Thread.
Also bitte, lasst den Oberlehrerzeigefinger stecken und nehmt vor allem trotz aller Besorgnis und der damit einhergehenden leicht gestiegenen Dünnhäutigkeit nicht so viel so persönlich.
Das war das Wort zum Wochenende


