So nun haben wir die paradoxe Situation, dass trotz befürchteter italienischer Verhälnisse, aktuell die Intensivstationen noch nie so schlecht ausgelastet waren wir jetzt, dass Krankenhäuser Kurzarbeit anmelden müssen ( in Lüdenscheid ist die Sportklinik betroffen) und dass der lockdown in der Tat nach dem Rückgang der Reproduktionsrate kam, welche bereits zuvor in steilem Sinkflug war und seitdem auch nicht mehr hochging.
Wie hoch ist die wahre Letalität? Seit langem wird bemängelt, dass es trotz Aufhebung unserer wichtigsten Grundrechte hierüber keine verlässlichen Untersuchungen gibt.
Ich will nicht bestreiten, dass covid-19 eine deutlich gefährlichere Infektion ist, als eine übliche saisonale Grippe. Dennoch bin ich von diesen Zahlen freudig überrascht.
Wir haben ca. 3 Monate nach Start der Infektion in Deutschland am 23.4.2020
Bestätigt
155.000 | Genesene
96.531 | Todesfälle
5.739 |
Bislang nur 5700 Todesfälle bei einer lebensgefährlichen Pandemie, die das Zeug hat unsere Verfassung in weiten Teilen ausser Kraft zu setzen und deren erste Welle bereits durch social distance ? abgeebbt ist?
Nun soll ja vielleicht eine zweite Welle kommen, wie Herr Drosten ohne konkrete Daten befürchtet.
Tja, wenn die dann auch so durchrollt, was dann?
Warten wir es ab, aber die rasche Außerkraftsetzung wichtiger Grundrechte in Anbetracht der bisherigen tatsächlichen Todeszahlen erscheint mir mit doch sehr heißer Nadel gestrickt.
Und dann noch das Eingeständnis, dass alle Verstorbenen, bei denen das Virus nachgewiesen war, ungeachtet der Erkrankungen, die möglicherweise ursächlich zum Tod geführt haben, als Coronatote gezählt werden?
Der tödlich verunfallte Motorradfahrer mit positiven Test ist dann also auch ein Coronatoter?
In Wirklichkeit, so wird teilweise eingeräumt, sind es deutlich weniger, wieviel, das weiss wieder keiner.
Werden die Totenscheine eigentlich nicht richtig gelesen?
Es wird hier immer ein Kausalkette angegeben:
Fieberhafter Infekt mit Coronanachweis, Lungenversagen, Nierenversagen und Herzversagen mit nachfolgendem Exitus.
Dann ist die Sache klar.
Aber exacerbierte vorbestehende COPD (Chronisch obstuktive Lungenerkrankung mit fieberhaftem Infekt), Herzklappenfehler mit Herzinsuffizienz, vorbestehende koronare Herzerkrankung und nachfolgend tödliche Lungenentzündung. Daran stirbt man auch mit oder ohne Corona.
Diese Gruppe war ja offensichtlich in Italien häufig vertreten.
Und dann muss man einräumen, dass die Todeszahlen in Deutschland sich nicht wesentlich von Grippetoten unterscheiden, was die Quantität anbelangt. Dass je nach Infektionskette auch durchaus Jüngere betroffen sein können, will ich gar nicht bestreiten.
Mir geht es nur um verläßliche Daten zur Letalität, die es leider nicht gibt.
Dass die Corona-Todesfälle viel zu hoch angegeben sind, wird eingeräumt da man jeden Toten mit Corona positivem Test zumindest in der Vergangenheit gezählt hat, was ja nun gar nicht geht. Dass es eine unbekannt nur annähernd schätzbare Dunkelziffer von unbemerkt Erkrankten und danach Genesenen gibt, ist auch zugestanden.
Die ganzen Zahlen taugen m.E. überhaupt nicht zur Einschätzung des Corona-Sterberisikos der Gesunden.
Wir haben ja wegen der Besonderheit der fehlenden Immunität bei neuartigem Virus ja auch eine besondere lokale Ausbreitungsdynamik, die dann zu regionalen hot spots führt. Würden sich diese mehr in der Fläche ausdehnen, würden wir sie rein zahlenmäßig im Vergleich zu Influenzatoten doch in der Tat kaum registrieren. Ob das gut oder schlecht wäre, weiss ich nicht, aber es gibt mir zu denken, wenn ich an die Zwangsmassnahmen denke, die nun verabschiedet sind. Hier sollte man m.E. viel härtere Argumente haben, als es die Zahlen hergeben.
Auch vermisse ich eine klare Ansage, welches Ziel denn nun erreicht werden soll:
Wenn es nicht mehr die Verdoppelungszeit und auch nicht die Senkung Reproduktionszahl unter eins ist, sind es dann die Anzahl der täglichen Neuerkrankungen? Wie hoch dürfen die denn nun sein?
Oder auf welchen Wert wollte man denn die Reproduktionszahl drücken?
Besser nichts dazu sagen, weil man es nicht weiss, aber dann um so heftiger darauf hinweisen dass nur ein bisschen unter eins auf keinen Fall reicht?
Worauf beruhen diese Aussagen? Sind es empirische Erkenntnisse oder Vermutungen je nach Gusto des Virologen?
Herr Drosten und Herr Wieler haben schon bei der Schweinegrippe deutlich daneben gelegen. Warum sollen wir ihnen jetzt mehr zutrauen?
Weil es sicherer ist?
Und dafür geben wir unsere Grundrechte auf Versammlungsfreiheit und Bewegungsfreiheit aus der Hand?
Laufen für 1 - 2 Jahre mit dämlichen Atemmasken auch dort herum, wo es nicht sein muss (ÖPNV ist hiervon ausgenommen)?
Gerichte in Schleswig Holstein (oder war es MV?) mussten da ja schon einschreiten, da die verhängten Reiseverbote nicht rechtens waren.
Merkt hier niemand, welcher Panikmodus hier abgezogen wird?
Alle anderen Kriterien waren teils schon vor dem Lockdown erfüllt oder sind es jetzt. Für mich waren es die Bilder aus den vollkommen überforderten Krankenhäusern in der Lombardei, welche mich skeptisch gestimmt haben.
Mittlerweile wissen wir, dass dort besonders viele alte polymorbide coronapositive Patienten gestorben sind, aber eben nicht nur oder gar überhaupt wegen Corona.
Und oh Wunder, in Deutschland haben die Intensivstationen ungewöhnlich viele freie Betten.
Mit dem lockdown hat das sicher nichts zu tun, mit Atemmasken, deren Pflicht ja aus meiner Sicht unnötigerweise nun noch kommen soll auch nichts.
Das Verbot von Großveranstaltungen und das ganz überwiegend auch freiwillig eingehaltenen Abstandsgebot haben m.E. bereits ausgereicht.
Wie ich schon mehrfach bemerkte, das Recht eines Patienten, dass ihm ein staatlich garantiertes Gesundheitssystem zur Verfügung gestellt wird, damit er entsprechend den schulmedizinischen Standards behandelt werden kann, das sollte unser höchstes Ziel sein, wenn wir es mit einer bislang nicht kausal behandelbaren Erkrankung zu tun haben.
Das ist bislang gegeben. Wenn die Politik zusammen mit dem RKI bislang nicht in der Lage sind, die Letalität dieser unheilbaren Erkrankung zu benennen, dann nehme ich eben das Behandungspotential der Krankenhäuser als wichtigstes Kriterium, was ja aus jüngsten Äußerungen der Kanzlerin von ihr auch sehr hoch priorisiert wird.
Bliebe noch die Frage:
Wollen wir - was ich bislang als Konsens verstanden hatte - eine Abflachung der Erkrankungskurve, um eben unter Erhalt der Versorgungsmöglichkeiten eine Herdenimmunität zu erzielen oder wollen wir die Neuerkrankungen durch strikte Verhaltensregeln und erforderlichenfalls auch Abwürgen unserer Wirtschaft auf eine geringe Zahl pro Tag reduzieren, so dass wir auch ohne Herdenimmunität noch viele Jahre mit dem gefährlichen Virus leben können/müssen?
Letzteres halte ich für nicht praktikabel, weder ökonomisch noch politisch.
Dann möge man bitte auch die Zielzahl nennen, und die Maßnahmen danach ausrichten.
Ich halte es für vollkommen unerträglich und auch unwissenschaftlich wenn die exakten Ziele einer Maßnahme nur verwaschen (die Gesundheit der Menschen geht vor) und nicht nachvollziehbar benannt werden.
Es wird bewußt oder unbewußt in der Bevölkerung der Eindruck erweckt, man könne den Virus ausrotten, wenn man sich in freiwillige Quarantäne begibt, wo immer es möglich ist. Und danach - irgendwann, das wird dann immer schön offen gelassen - ist alles wieder gut.
Nein, erst wenn wir einen Impfstoff haben oder Herdenimmunität (ersteres möglichst schnell, letzteres angepaßt an die gesundheitlichen Versorungsmöglichkeiten) wird es wieder ein unbeschwertes öffentliches Leben geben.
Ist leider wieder mal zu lang geworden.
Und den Schund mit dem Hegemon hast Du beim Crashpropheten Dirk Müller abgekupfert