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Aktuell verschlechtern sich die Ausbreitungsprognosen. Die Infektionswege können zunehmend nicht mehr rückverfolgt werden. Die Erkrankungen nehmen rasch zu, ein Medikament oder eine Impfung gibt es nicht.
Die Hausarztpraxen sind für die Erstinspektion von Verdachstfällen nicht vorbereitet (kein Isolierzimmer, keine Schutzkleidung, keine Atemmasken).
Solange nicht getestet wird, wer nur Grippesymptome zeigt, ohne weitere Faktoren (s.u.), werden Infizierte in Wartezimmern andere anstecken, ohne dass sie identifiziert werden.
Aktuell sollen ja nur solche getestet werden, die Kontakt mit nachweislich Infizierten hatten oder am selben Ansteckungsort sich aufgehalten haben.
Dieses Schema läßt sich nicht durchhalten, wenn die Infektionswege nicht mehr nachvollzogen werden können.
Es muss nun doch der Durchseuchungsgrad durch flächenhaftes Screening in gefährdeten Bereichen erfasst werden, was ich mangels Fachkenntnisse nicht weiter spezifizieren kann.
Daraus ergibt sich, dass vermehrt Verdachtsfälle in Kliniken fernmündlich "eingewiesen" werden, bei denen nicht klar ist, ob sie nun eine relativ harmlose saisonale Grippe oder eine Coronainfektion haben.
Die dortigen Behandlungskapazitäten sind jedoch schon ohne eine Pandemie am Limit, was ich als ehemaliger Krankenhausarzt so sehe.
Notfallreserven, Intensivbetten und Beatmungskapazitäten sind aus fehlender Rentabilität in den letzten 20 Jahren drastisch eingeschränkt worden (subjektive Erfahrung meinerseits in ca. 5 verschiedenen Krankenhäusern).
Das Pflegepersonal arbeitet bereits jetzt am absoluten Limit mit hohem Krankenstand und Teilzeit wegen Erschöpfung.
Und
@häuschen sei es gesagt, zu deutlich niedrigerem Bruttolohn als 4000€ !!!!!!!!!!
In der jetzigen Phase können wir noch hoffen, dass eine Eindämmung durch private Hygienemaßnahmen (Händewaschen, Vermeidung von Großveranstaltungen, Abstand halten bei den unvermeidbaren Kontakten, kein Händeschütteln, etc.) gelingt.
Es sollten hier "lustige" Werbespots im Fernsehen u.ä. gesendet werden, um Panik zu verhindern.
Den Krankenhäusern sollte massiv finanzielle Unterstützung erteilt werden, wenn sie ihre Kapazitäten zur Behandlung von Infizierten sowie zur Beatmung materiell und personell aufstocken.
Ob dies unter den gegenwärtigen Bedinungen trotz harscher Maßnahmen nach Bundesseuchengesetz umsetzbar ist, weiss ich offen gestanden nicht.
Hoffentlich kommt bald ein warmer Frühling und ein heisser Sommer, dann kommen wir vielleicht glimpflich davon.
Soweit ich historische Daten zu früheren Grippepandemien richtig verstanden habe, scheinen klimatische Faktoren ein relativ großes Gewicht zu besitzen.