Das führt mich zu der Vermutung, dass möglicherweise eine Übertragung durch die Luft in engen Räumen doch nicht vollständig ausgeschlossen werden kann - zum Beispiel im überfüllten Wartezimmer einer Arztpraxis oder in einer stickigen Nachtbar.
Das Problem ist, das immer noch zu wenig über die Übertragungswege bekannt ist. Daher heißt es ja auch immer nur, es sei "unwahrscheinlich". Ausgeschlossen ist es also nicht. Zudem ist es in überfüllten oder auch nur angemessen gefüllten Räumen sowieso nicht möglich, 1,5 bis 2 Meter Abstand zu halten. Wenn ich da an das Wartezimmer meiner Ärztin denke - da sind nirgendwo 2 Meter bis zum nächsten Sitzplatz.
Auch zur "Haltbarkeit" des Virus auf Oberflächen gibt es unterschiedliche Angaben. Die reichen von ein paar Stunden bis hin zu 9 Tagen. Die Angaben stützen sich zumeist auf verwandte Viren aus der gleichen Familie. Aber wie wir wissen, ist das wie Äpfel mit Birnen vergleichen - das zeigte sich schon in dem Unterschied, dass eine Übertragung ja auch symptomlos bereits in der Inkubationszeit möglich ist.
Ich meide viele Menschen auf engem Raum sowieso, weil ich mich da nicht besonders wohl fühle. Und zum Glück darf ich für euch ja im Home office arbeiten ;-)
Aber an Bayerns Schulen sieht das anders aus: Die Schule meiner Tochter beruhigt richtigerweise damit, dass bei uns noch kein Coronavirus gefunden wurde und gibt sinnvolle Tipps. Gleichzeitig sollen aber aus Sicherheitsgründen alle Schüler auch mit leichten Krankheitssymptomen oder wenn sie sich generell nicht wohlfühlen, daheim bleiben. Gut, das können wir gerne machen, da derzeit die ganze Familie an jahresbedingten Erkältungen leidet. Aber ein Anruf in der Arztpraxis, um einen Termin für ein ab 3 Tage Dauer notwendiges Schulattest zu bekommen, endete mit der Info "bitte nicht kommen, wenn sie keine schwereren Symptome haben - das kriegen wir nicht mehr bewältigt".
Bleibt mir also nichts anderes übrig, als meine Tochter morgen wieder mit dem Bus in die Schule zu schicken - ohne Attest ist das sonst unentschuldigte Fehlzeit und stünde auf dem Abschlusszeugnis. An sich ist das auch völlig okay, da sie ja nur ein Schnüpfchen hat und wir keinen Kontakt zu Betroffenen oder Menschen aus den entsprechenden Regionen hatten. Das Hirnrissige ist nur, dass die Schule sich selbst aushebelt: sie will nicht, dass meine Tochter kommt, will aber ein Attest sehen, das derzeit nicht zu bekommen ist. Die Arztpraxis sagt richtig: "Wir können uns mit dem Ausstellen von Attesten bürokratisch nicht aufhalten, weil die Schule das Fernbleiben empfiehlt. Dann muss die Schule auf ein Attest verzichten." Ich bin da noch im Gespräch, mal sehen, was rauskommt.