Wie vom Robert-Koch-Institut bekanntgegeben wurde, sind hierzulande nur 41% der Ansicht, dass es sich bei der Corona-Epidemie um eine wirklich ernste, gefährliche Erkrankung bzw. Krise handelt.
Und das, obwohl doch pausenlos über alle Medien auf den Ernst der Situation hingewiesen wird.
Das ist nachvollziehbar oder auch nicht - ja nach Sichtweise.
Aus individuellem Blickwinkel ist es nachvollziehbar, weil dieses blöde Virus in den allermeisten Fällen zu keinem schwerwiegenden
Krankheitsbild führt.
Außerdem ist selbst jetzt noch die Gefahr, sich anzustecken, verhältnismäßig gering - wenn man von der offiziellen Anzahl der Virusträger
ausgeht und man berücksichtigt, daß momentan viel dafür getan wird, die Verbreitung des Virus zu hemmen / zu unterbinden.
Und diese individuelle Sicht der Dinge liegt den allermeisten Mensch am nächsten.
Über den eigenen Horizont hinaus ist diese Sicht natürlich grundfalsch, denn wer sagt denn, daß es mich oder dich nicht doch
schwer erwischt? - Oder die Nachbarin, die Frau, Verlobte, den Großvater oder die Tante? Und selbst wenn Du bei einem schweren
Verlauf nicht dem Tode nahe kommst - eine Lungenentzündung ist nicht gerade ein Spaziergang im Sonnenschein.
Diese Sicht, über den eigenen Bauchnabel hinaus und entgegen der Wahrscheinlichkeit, ist aber das woran die allermeisten
Menschen erst in zweiter Linie denken.
Außerdem ist die genaue Fragestellung wesentlich.
Wenn man Menschen zu diesem Punkt befragt hat, und die Frage lautete: "Sind Sie der Ansicht, daß das Corona-Virus
gefährlich für Sie werden könnte?", wird sich anhand der Fragestellung jeder als Individuum angesprochen fühlen.
Wenn die Frage lautete: "Sind Sie der Ansicht, daß die Corona-Epidemie eine ernsthafte Krise darstellt?", kann der Befragte
sich aussuchen, ob er die Ernsthaftigkeit in erster Linie auf sich bezieht, oder ob er in erster Linie die Gefahren der Pandemie
als solche abschätzt.
Bei solchen Umfragen gilt sehr stark der Grundsatz "shit in, shit out". Wenn man den Wortlaut der Fragen und die Antwortmöglichkeiten
nicht kennt, kann man schlecht beurteilen, ob man die Umfrageergebnisse für relevant halten kann oder nicht.
Das Verhalten der Leute, soweit ich es in den letzten Tagen beobachte, spricht dafür daß mindestens 2 x 41 Prozent der Menschen
sich bewußt ist, daß Corona und die derzeitigen Maßnahmen kein Gesellschaftsspiel sind.
Grüße, Christian