Ein Imamzadeh ist ein Grabmal eines Nachfahren der 12 Imame. Manchmal sind es bescheidene Bauwerke, hier in Tabas jedoch steht eine überaus großzügige, prächtige Anlage.
Wie so oft beinhaltet das Imamzadeh einen großen "Märtyrerfriedhof", auf dem Gefallene des iranisch-irakischen Krieges bestattet sind.
der erste Golfkrieg 1980 - 1988
1980 brach durch einen irakischen Angriff der 1. Golfkrieg aus, der Millionen das Leben kostete und erst 1988 durch einen Waffenstillstand beendet wurde. Der Krieg war ein Bombengeschäft für die Waffenproduzenten der Welt, die zum Teil beide Staaten mit Panzern, Flugzeugen, Gewehren und ähnlichem Teufelszeug versorgten. Insbesondere die USA waren ganz groß dabei: Hatten sie in den 70er Jahren entscheidend an der Aufrüstung des Iran mitgewirkt, war das Land durch die islamische Revolution plötzlich gar nicht mehr auf einer USA-genehmen Linie. Also rüstete man den Feind des ehemaligen Freundes auf - den Irak unter Saddam Hussein. Wie diese grotesk-tragische Geschichte weiterging, ist bestens bekannt.
Am Ende des Krieges blieben die Grenzen unverändert. Über die Zahl der Toten gibt es widersprüchliche Schätzungen. Es gilt jedoch als sicher, dass der Erste Golfkrieg nach den beiden Weltkriegen, dem Koreakrieg und dem Vietnamkrieg die verlustreichste militärische Aktion des 20. Jahrhunderts war.
Nach dem Krieg wurde in beiden Staaten dieser auch zur Propaganda genutzt. Der irakische Präsident Saddam Hussein ließ an der Paradestraße in der Hauptstadt Bagdad ein "Siegerdenkmal" errichten. Am Sockel des Denkmals wurden Stahlhelme iranischer Soldaten befestigt. Die iranische Führung forcierte den Opferkult. In jeder größeren Stadt gibt es einen „Friedhof der Märtyrer“.
Der Krieg sollte die Islamische Republik Iran schwächen. Im Rückblick lässt sich jedoch sagen, dass gerade er der Islamischen Republik es ermöglichte, ihre Macht zu festigen. Die Bevölkerung stellte sich im Kampf mit dem Irak hinter die neuen Machthaber, die zuvor heftig umstritten waren. Durch die Verhängung des Kriegsrechts konnte zudem effektiver gegen die inneriranische Opposition vorgegangen werden. Die internationale Isolation des Iran und der daraus resultierende Mangel an Nachschub und Ersatzteilen führte zum Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie, die heute zahlreiche, selbst (weiter-)entwickelte Waffensysteme in Serie produzieren kann.
Noch heute gelten nahezu 600.000 Hektar Fläche mit geschätzten 16 Millionen nicht beseitigter vorwiegend irakischer (bzw. durch irakische Soldaten ausgelegten amerikanischen, sowjetischen, deutschen und französischen) Minen als Hinterlassenschaft des Ersten Golfkrieges, die nach Shirin Ebadi, der iranischen Friedensnobelpreisträgerin, täglich drei Todesopfer fordern.