Auf der Achse des Bösen

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Acht Paradiese und vierzig Säulen
die Paläste "Hascht Behescht" und "Tschehel Sotun"

Wie erwähnt, diente der Ali Qapu-Palast als Durchgang zu den dahinter liegenden königlichen Gärten und Palästen. Es müssen sehr viele Gebäude für die königliche Familie und den Hofstaat gewesen sein; nur noch wenige sind heute erhalten.

1669 wurde der Palast mit Namen "Hascht Behescht" (Acht Paradiese) fertiggestellt. Eine Legende besagt, der Name rühre daher, dass hier die acht Lieblingsfrauen des Schahs wohnten.
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Typischerweise liegt er inmitten eines persischen Gartens mit der Bezeichnung Nachtigallengarten (Bagh-e Bolbol).

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Der Palast gehörte einst zu den am reichhaltigsten verzierten Gebäuden der Stadt. Mit der Zeit wurden die Innendekorationen jedoch weitestgehend zerstört; als wir ihn im Sommer 2010 besuchten, wurde er restauriert und war kaum zugänglich.

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Der Palast "Tschehel Sotun" (Vierzig Säulen) gehört zu den schönsten Exemplaren safawidischer Architektur. Neben einer Veranda spielgeln sich zwanzig Säulen aus Zypressenholz im Becken - macht 40 Säulen.

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Leider habe ich da keine vorzeigbaren Fotos, da das Licht extrem ungünstig war.

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Am Eingang gibt es einen grandiosen Spiegelsaal. Hier hat sich der Fotograf in der Decke selbst abgelichtet.

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Das Innere ist übervoll mit Wandgemälden.

Dieses ist eine Besonderheit:
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Nicht nur, dass die Szene das zoroastrische Fest "Tschahar schanbeh suri" darstellt, an dem man kurz nach Nowrouz über ein Feuer springt, damit es seine reinigende Kraft entfalte, nein, noch viel schlimmer: Es sind barbusige Frauen zu sehen! In einem islamischen Land eigentlich undenkbar. Uns wird erzählt, dass dieses Gemälde nach der Islamischen Revolution eine lange Zeit verdeckt wurde.


Der Hauptsaal ist bedeckt von riesigen Fresken mit Darstellungen vom Leben am Hofe der Safawiden und unterschiedlichen historischen Ereignissen, meist Schlachten.

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Diese Szene eines Banketts zu Ehren des Emirs von Buchara im Jahre 1611 zeigt rechts Schah Abbas I.


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Hier der Empfang des Mogulherrschers Humayun durch Schah Tahmasp I. im Jahr 1544.


In den Räumen des Palastes befinden sich zahlreiche Kunstobjekte, darunter Teppiche, Porzellan und Münzen. Mir hat es diese Tür eines Schrankes aus dem 16. Jahrhundert ganz besonders angetan:
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Ich musste hier durch Panzerglas hindurch fotografieren - außerdem war es relativ dunkel. Aber diese Einlegearbeit mit verschiedenfarbigen Hölzern und Kamelknochen ist unglaublich fein und schlichtweg faszinierend.
 
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Nach so viel Prunk wird es nun Zeit, wieder das Leben in Isfahan vorzustellen. Und wo findet man davon mehr als im

Basar von Isfahan


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Als Schah Abbas I. Isfahan neu gestalten ließ, legte er nicht nur Wert auf prunkvolle Paläste und prächtige Moscheen, sondern auch auf einen modernen Basar. Der frühere Basar der Stadt hatte sich, relativ weit vom neuen Zentrum der Stadt entfernt, unübersichtlich, eng und unkomfortabel um die ältere Freitagsmoschee herum gedrängt. Abbas I. wollte das künftige Zentrum von Handel und Handwerk im Herzen der Stadt, nahe seiner eigenen Residenz wissen. Ein rationell durchgeplantes Handelszentrum sollte hier die notwendige Infrastruktur schaffen. Jeder Zunft, jedem Handwerk wurde ein eigener Bereich zugewiesen. So entstand ein modernes, großzügiges Areal, das allen Händlern, Handwerkern und Dienstleistern ausreichend Platz und Schutz sowie eine moderne Infrastruktur bot.


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Ungewohnt für uns ist die Vielzahl an kleinen Läden von vielleicht 10-20 m² Grundfläche. Jeder hat nur ein ganz spezielles Angebot, so wie dieser Basari, der nur Trockenfrüchte und Nüsse verkauft. Einen Gemischtwarenladen findet man unter den vielen hundert Läden im Basar nicht.

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Immer wieder werden farbenprächtig Gewürze feil geboten. Natürlich kauften wir auch Safran. Das wertvollste aller Gewürze stammt vorwiegend aus dem Iran, etwa 90% der Produktion weltweit.


Isfahan ist berühmt für seine Kunsthandwerker, eine Tradition, die bis in 16. Jahrhundert zurück reicht, als Shah Abbas I viele handwerklich begabte Armenier in seiner Hauptstadt ansiedelte. Noch heute leben im armenischen Stadtteil Jolfa viele ihrer Nachkommen.

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Miniaturmaler bei der Arbeit auf Kamelknochen

Eine Isfahaner Spezialität sind bedruckte Stoffe. Die Stoffdruckerwerkstätten findet man oft in den hinteren Basargassen.

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Aus harten Hölzern werden kunstvolle Stempel geschnitzt. In Farbe getaucht, werden sie mit Schwung auf den Stoff gepresst.

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In den vorderen, den Touristen gut zugänglichen Basargassen, werden die Stoffe dann verkauft.

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Im Kupferbasar ensteht alles von riesigen Kesseln bis zu filigranen Vasen, Zuckerdosen etc.

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Natürlich gibt es jede Menge an Teppichgeschäften.


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Dieser stolze Perser wollte unbedingt fotografiert werden. Er hat sich dann sehr höflich bedankt.


Wir gehen mehrmals durch die verschlungenen Basargassen und finden immer neues. Im alten Teil, nahe der Freitagsmoschee, findet man Gebrauchsgüter für den täglichen Bedarf.

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ob Eisenwaren....

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...oder Besen.
Diesen netten Besenbinder wollte ich inmitten seiner Waren fotografieren. Er gab mir ein Zeichen, zu warten und verschwand kurz. Mit Flöte sowie einem kleinen Verstärker kam er wieder und spielte. Als ich ihm zum Dank etwas Geld geben wollte, lehnte er mehrmals ab. Er spiele für die Kunst, nicht für Geld.

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Straßenszene aus der Gegend um den alten Basar. Hier ist keine Pracht mehr zu sehen, eher baufällige Gebäude. Wie man an der Ladung des Pickup sieht, stellen die Kupferschmiede auch größere Ziergegenstände her....
 
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In diesen Tagen, in denen - mal wieder - Fanatiker die Berichte über den Iran dominieren, möchte ich einen kleinen Kontrapunkt setzen.

christliche Kirchen in Isfahan

Wahrscheinlich erntet man hierzulande ungläubiges Staunen, wenn man erzählt, dass es viele christliche Kirchen im Iran gibt - etwa 600. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es 208 Moscheen (lt. Zentralinstitut Islam-Archiv Soest 2008). Nach der Einführung eines parlamentarischen Systems durch die Konstitutionelle Revolution im Jahre 1906 erhielten die iranischen Juden, Zoroastrier und Christen feste Sitze im iranischen Parlament und wurden als Minderheitsreligionen anerkannt. Die verfassungsmäßige Anerkennung der Minderheitsreligionen wurde auch nach der Islamischen Revolution im Jahr 1979 beibehalten.
Heutzutage jedoch ist Christen das Missionieren bei Strafe (die Todesstrafe ist möglich) verboten.


1598 wurde Isfahan zur Hauptstadt des Reichs der Safawiden. Schah Abbas I. ließ für den Ausbau der Stadt etwa 30.000 Künstler und Handwerker aus dem ganzen Land nach Isfahan holen. Viele von ihnen kamen aus der Stadt Jolfa und deren Umgebung (heute im Nordwesten des Iran an der Grenze zu Azerbeidjan) und waren christliche Armenier. Abbas I. räumte ihnen weitreichende Garantien und Privilegien für ihre Kultur und Religion ein. Das armenische Viertel Isfahans heißt in Erinnerung an die Heimatstadt Neu-Jolfa. Die Armenier Isfahans bilden eine kulturelle und religiöse Gemeinschaft und werden von den muslimischen Einwohnern und der Islamischen Republik Iran nicht nur toleriert, sondern geachtet. Heute leben noch ca. 8.000 Armenier in Isfahan.

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Die Vank-Kathedrale ist die größte der 13 Isfahaner Kirchen. Sie vereint christliche Architektur mit persisch-islamischer Ornamentik und Gestaltungsformen. Weitere große Kirchen sind die Bethlehem-Kirche, die St. Marienkirche sowie die Yerevan-Kirche.

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Glockenturm der Vank-Kathedrale

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Der Bau ist eindrucksvoll, innen jedoch für meinen Geschmack kitschig überladen. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Museum der armenischen Geschichte. Großen Raum darin nimmt das Thema des Genozids an den Armeniern durch die Türken zu Anfang des 20. Jahrhunderts ein.
 
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Vermischtes aus Isfahan


In einem früheren Beitrag bin ich kurz auf die Kleidervorschriften eingegangen. Grundsätzlich müssen Frauen ihr Haar bedecken und dürfen außer Gesicht, Hände und Füße keine Haut zeigen. Man kann jedoch feststellen, dass viele junge Frauen das, was sie zeigen dürfen, sehr akkurat rausputzen. Die Kleidervorschriften gelten erst ab dem Einsetzen der Monatsblutung.

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Und so sieht man auch kleine Mädchen, die völlig anders gekleidet sind.


Wir hatten auch mal genug von großartigen Sehenswürdigkeiten und so schlug unser Guide vor, den hiesigen Vogelpark zu besuchen. Es ist eine riesige Anlage, in der man sich problemlos einige Stunden verweilen kann.

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Der Pfau stammt ursprünglich aus Indien, ist aber schon seit Jahrhunderten auch im Iran heimisch. A propos Pfau:
Nadir Schah, der Begründer der Afschariden-Dynastie, soll den Pfauenthron (der mehr einem Bett ähnelte) 1739 aus einem Feldzug gegen die Mogul-Dynastie in Indien erbeutet haben. Dieser Thron gilt als verschollen.
Im Tehraner Kronjuwelenmuseum ist ein Thron zu besichtigen, der oft als "Pfauenthron" bezeichnet wird. Allerdings handelt es sich hier nur um einen dem Pfauenthron in etwa nachgebildeten Thron, der zur Zeit der Kadscharen angefertigt wurde. Von Fath Ali Schah, einem Kadscharen-Herrscher, wurde 1836 ein neuer Thron in Auftrag gegeben, der in Anlehnung an seine Lieblingsfrau, die „Tavus“ („Pfau“) hieß, wieder Pfauenthron genannt wurde. Es gibt Hinweise, dass für diesen zweiten Pfauenthron Fragmente des Originals verwendet wurden, gesichert ist dies jedoch nicht.

Dass Soraya Esfandiary Bachtiyàrï, die zweite Frau von Mohammed Reza Pahlavi, von der deutschen Regenbogenpresse regelmäßig als die „Deutsche auf dem Pfauenthron“ bezeichnet wurde, ist völliger Unsinn, da die Pahlavis-Schahs einen schlichten, achämenidischen Vorbildern nachempfundenen Thron nutzten.


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Immer wieder erstaunt das viele saftige Grün in Isfahan, wo die Stadt doch von Wüste umgeben ist. Hier, am sassanidischen Feuertempel Atashgah am Stadtrand, ist der Kontrast zwischen grün und braun deutlich zu sehen.

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Unsere musikbegeisterten Jungs wollen eine Setar erstehen, eine persische Langhalslaute. Es gibt hunderte zur Auswahl. Der Name bedeutet "Dreisaiter", die moderne Version besitzt aber durch oktavierende Verdoppelung der Bass-Saite vier Saiten. Bekannter ist hierzulande wohl die Sitar, die mehr Saiten hat. "Si" bedeutet "dreißig", aber bei der Sitar wurden die Saiten im Laufe der Zeit weniger.

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Von nun an gibt es bei Autofahrten Live-Musik.

Auch wenn wir heute eigentlich Bauwerke meiden wollten: Es gibt immer wieder Moscheen, an denen wir dann doch nicht vorbei gehen wollen.
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Hier die Hakim-Moschee in der Nähe unseres Hotels, eine der ältesten Moscheen der Stadt.
 
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die Freitagsmoschee

Unter den zahlreichen Moscheen und Pilgerstätten in Isfahan ist die Freitagsmoschee von besonderer Bedeutung. An dieser Moschee wurde zur Zeit der Buyiden, Ilkhane, Seldjuken und Safawiden gebaut und auch in der Zeit der Deylamiten, der Gurkani, der Turkmenen und Kadjaren waren Künstler bei ihrer Gestaltung am Werk. Daher vereinen sich in diesem Bauwerk die verschiedenen islamischen Architekturstile des letzten Jahrtausends zu einem Ganzen, was die Moschee zu einem "Architekturmuseum" macht. Mit dem Bau wurde 138 nach der Hidschra (755 n.Chr.) durch die Abbasiden begonnen. Das Bauwerk war anfangs ganz schlicht gestaltet, wie alle Moscheen zu Beginn des Islams. Mit der Zeit wurden Veränderungen vorgenommen und einige Bautrakte der Moschee hinzugefügt, wobei jeder Teil eine besondere architektonische Epoche repräsentiert. Sie ist die älteste Vier-Iwan- (vier Portale) Anlage Persiens, wenn auch die jetzigen Iwane neueren Datums sind. Nach einem Brand in der Moschee 1121 n.Chr. wurden beim Wiederaufbau erneut vier Iwane angelegt. Bei diesem Brand blieb von der Bibliothek der Moschee, die wegen ihrer wertvollen handschriftlichen Manuskripte in Naturwissenschaften und Literatur einmalig war, nur noch ein Aschehaufen übrig.

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Ein Modell der Moschee. Man kann hier die Abmessungen erkennen, insbesondere, wenn man bedenkt, dass der Innenhof ca. 70 m Länge und 60 m Breite misst. Von der ehemaligen Schlichtheit ist heute nichts mehr zu sehen.

An seinen vier Seiten befinden sich die Iwane.
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Diese gewaltige Säulenhalle stammt aus seldschujkischer Zeit (12. Jh).
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An der nördlichen Seite liegt die kleine Dschaitu-Moschee aus iklhanidischer Zeit. Die Dynastie der Ilkhane wurde von Hülegü, einem Enkel Dschingis Khans, gegründet. Sie herrschte in Persien von 1256 bis 1353 und nahm um 1300 den islamischen Glauben an.
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Der Mihrab (Gebetsnische) ist als Öljeitu-Gebetsnische bekannt und gilt mit seiner Stuckverzierung als Meisterwerk ilkanidischer Kunst. Zwei Säulen begrenzen die eigentliche Nische, die ebenfalls mit kunstvollen Ornamenten bestückt ist.


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Dabei wurden Wörter und Sätze auf Arabisch und Persisch in verschiedenen kalligraphischen Schriftstilen verwendet.

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Die formvollendeten Ranken und Blumenmuster werden von einem Schriftband mit Koransuren umgeben.
 
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Mich fasziniert die Vielfalt der zahlreichen kleinen Kuppeln (siehe Foto des Modells). Diese tausendjährige Moschee ist nicht nur ein Museum für verschiedene architektonische Stile, sondern auch für die Ziegelstein-, Stuckwerk- und Kachelverzierungen verschiedener Epochen. Professor Arthur Upham Pope, der in Isfahan bestattete bekannte Iran-Forscher, hat diese Moschee als eines der schönsten architektonischen Bauwerke der Welt bezeichnet.

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"Vielleicht erlangt man über die Architektur den besten Zugang zum Wesen der verschiedenen Epochen. Es war erstaunlich, welch vollendeten Ausdruck die Kreativität in jeder von ihnen gefunden hatte. Nach und nach entdeckte ich in all den unterschiedlichen Stilrichtungen eine Liebe zum Symbolismus, zur visuellen Metapher, einen unbezähmbaren Drang, die Möglichkeiten von Techniken und Materialien des Bauens bis zum Äußersten auszureizen, eine Humanität und Differenziertheit selbst der funktionalsten Strukturen, ein untrügliches Gespür für die Wirkung von Raum, Licht und Klang auf den menschlichen Organismus und damit gepaart eine Leidenschaft für geometrische Harmonie und Präzision."
Jason Elliot: "Persien - Gottes vergessener Garten"
 
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die Brücken über den Zayandeh-Rud

Der Zayandeh-Rud, was übersetzt soviel wie "Fluss des Lebens" bedeutet, versiegt rund 100 km östlich von Isfahan in einem Salzsee. Über ihn führen mehrere historische Brücken.

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Die Pol-e Khadju wurde im 17. Jahrhundert unter Shah Abbas II. erbaut. Auf 130 Metern Länge hat sie 23 Arkadenbögen. Die oberen, die den Überweg säumen, sind mit bunten Kacheln in den Winkeln verziert. Die gleichförmigen Bögen werden in der Mitte zu beiden Seiten von hervorstehenden Pavillons unterbrochen, die mit je drei Iwanen versehen sind.
Die alten Ziegelbrücken dienen auch als Stauwerk, um das Wasser in die Gärten und Parks der Stadt zu leiten.

Die Pol-e Khadju ist die schönste Brücke Isfahans. Man kann die Brücke auch auf Wasserniveau passieren, denn zwischen den Pfeilern fließt das Wasser durch gerade mal meterbreite Kanäle. In diesen Kanälen kann das Wasser bei Bedarf gestaut werden.

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Dies ist ein Platz, an dem viele Isfahani den Nachmittag oder Abend verbringen.


Die größte ist die Si-o-Se Pol (33-Bogen-Brücke). Sie überspannt den Fluss an seiner breitesten Stelle, ist fast 300 Meter lang und diente zu Zeiten der Safawiden als Verbindung der Palastanlagen mit dem Armenierviertel südlich des Flusses.


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Am schönsten sind die Brücken bei Nacht. Hier die 33-Bogen-Brücke....


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...und die Pol-e Khadju.

Am späten Abend versameln sich hier viele Bürger der Stadt.
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Oft werden traditionelle Lieder gesungen und dazu getanzt. Allerdings dürfen das in der Öffentlichkeit nur Männer....
 
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Hallo,
Was für unglaublich schöne und interessante Bilder. :)
Nochmals ganz herzlichen Dank fürs zeigen. Ich schaue immer wieder voller Erwartung was es neues gibt.
 
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Viele gute, durchweg interessante Fotos, das Anschauen macht Spass! :up:

Von Text und Kommentaren hätte ich mehr erwartet. Das ist mir zu "folkloristisch", zumal mit der Überschrift "Auf der Achse des Bösen" begonnen wird.

Der Iran gehört ohne Frage zu den kulturellen Wiegen der Menschheit, das war jedoch in der Zeit bevor Mohammed die Welt mit dem Koran beglückt hat.

Vor der Revolution war der Iran ein fast säkularisiertes Land, nun gilt die Scharia wieder uneingeschränkt. - Wir alle können nur hoffen, daß dieser Staat niemals über Atomwaffen verfügen wird.
 
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Hallo Det,

was soll die NWO-Propaganda über die Atomwaffen jetzt hier eigentlich bedeuten?
Meiner Meinung nach ist Dein Kommentar hier völlig am falschen Platz.
Es geht in diesem Bilder-Thread um die Darstellung der Iranischen Kultur und nicht um die Atompolitik.

Die Überschrift im Zusammenhang mit den wertvollen Kommentaren und den schönen Bildern soll zeigen, wie absurd die Betitelung "Achse des Bösen" im Zusammenhang mit Iran und sicherlich auch anderen Ländern eigentlich ist. Ich finde, das ist dem Autor Lydian ganz gut gelungen.

Eine ausführliche Aufarbeitung des Themas, so wie man das in einem umfangreichen Fachbuch machen würde, kannst Du hier sicherlich nicht erwarten. Dafür würde sich ein richtiges Buch oder eine speziell für dieses Thema eröffnete Website viel besser eignen.

Warum ziehst Du eigentlich den Stil des Beitrags mit dem Adjektiv 'zu folkloristisch' herunter? Es geht hier um Land und Leute richtig, das ist Folklore. Wir haben unsere Folklore und die Iraner haben ihre, das ist doch völlig in Ordnung so. Jeder sollte so sein dürfen, wie er das mag. Und wir sollten nicht versuchen, jemand anderem unsere Folklore aufzuzwängen. Das ist eigentlich ein Grundprinzip des kosmischen Lebens. Leider halten sich die Menschen zu wenig daran. Darum gibt es die vielen Kriege auf dieser Welt.
 
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Hallo Det,

was soll die NWO-Propaganda über die Atomwaffen jetzt hier eigentlich bedeuten?

Das Wort Atomwaffen wurde bereits im Eröffnungsbeitrag genannt, ich habe es wieder aufgegriffen.


Es geht in diesem Bilder-Thread um die Darstellung der Iranischen Kultur und nicht um die Atompolitik.

Die Überschrift im Zusammenhang mit den wertvollen Kommentaren und den schönen Bildern soll zeigen, wie absurd die Betitelung "Achse des Bösen" im Zusammenhang mit Iran und sicherlich auch anderen Ländern eigentlich ist.

Absurd? - Da muß man aber die Realität schon ziemlich ignorieren. http://www.welt.de/politik/ausland/...d-Ahmadinedschad-will-Israel-ausloeschen.html

Wenn ich so einige Beiträge lese, zB #35, dann geht es nicht nur um gut 3000 Jahre Kultur im Iran. Israel ist es sicherlich egal, ob sie aus antisemitischer, oder einer anti-zionistischer Einstellung angegriffen werden. :eek:


Wir haben unsere Folklore und die Iraner haben ihre, das ist doch völlig in Ordnung so. Jeder sollte so sein dürfen, wie er das mag.

Sorry, aber das ist mir dann doch etwas zu naiv, nach dem Angriff auf die britische Botschaft. :confused:
 
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Es ist nicht meine Absicht, häufig auf die äußerst problematischen politischen Umstände im Land einzugehen. Ich befürchte, dass dann die Diskussionen ausufern. Dennoch kommt als nächstes ein kleiner Bericht von der Wahlkampveranstaltung Ahmadinedjads in Isfahan, die wir leider vor ihrem eigentlichen Beginn verlassen mussten (wegen unserer Reiseplanung, nicht, weil sich jemand an uns gestört hätte).

Zum Einwand, der Iran sei vor 1979 ein fast säkularisiertes Land gewesen sei:
Eine Überraschung auch für uns war, dass die Bürger dieser „Islamischen Republik“ kaum Interesse an der Ausübung ihres Glaubens, am regelmäßigen Beten haben. Auch wir fuhren mit der Vorstellung hin, dass zu den Zeiten, an denen der gläubige Schiit betet, das öffentliche Leben teilweise still steht. Überhaupt nicht! Der Muezzin ruft, aber keinen interessiert es. Ich habe in den 2 ½ Wochen unserer ersten Reise zweimal Menschen beten sehen! Zum Freitagsgebet ist das sicher anders, dennoch hat unser Guide die Frage, wie viele der Iraner regelmäßig beten, mit „etwa 3 bis 4 Prozent“ beantwortet.
Das ist der von uns beobachtete Alltag in den großen Städten. Damit ist nichts über die fundamentalistische Ausrichtung des Staatswesens gesagt.

Zum verlinkten Artikel der Springer-Presse möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich vielen Medien zunächst einmal misstraue. Man beschäftige sich nur mal mit diesem Artikel:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/u...edschad-der-iranische-schluesselsatz-1.287333
Damals wurden auch Journalisten des ZDF angewiesen, an der zunächst verbreiteten falschen Übersetzung festzuhalten.
Hier wird sich damit noch eingehender auseinandergesetzt:
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12382

Es gibt bei der Politik Khameneis und seiner Marionette (zumindest war er das zunächst) Ahmadinedjad nichts zu beschönigen. Mit bewusst falschen Übersetzungen kann man jedoch keine nachhaltige Auseinandersetzung mit diesem Regime führen.
 
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Ahmadinedjad auf Wahlkampftournee

Im Juni 2009 waren 46 Millionen Iraner zur Präsidentschaftswahl aufgerufen. Übrigens: Das allgemeine Wahlrecht für Frauen wurde im Iran früher eingeführt als z. B. in der Schweiz oder in Portugal. Wir sind im April unterwegs, also in der beginnenden Wahlkampfzeit. Eigentlich bekommen wir davon nichts mit - außer, dass während unseres Aufenthaltes in Isfahan am Meydan spät nachts gebaut wird und wir uns darüber wundern.

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Am nächsten Tag hängen viele Plakate von Ahmadinadjad, Khamenei und Khomeini sowie "Märtyrern" des iraksch-iranischen Krieges sowie des Kampfes gegen das Pahlawi-Regime.

Es heißt, der amtierende Präsident Ahmadinedjad käme nach Isfahan. Am Tag vor dem Wahlkampfauftritt können wir weitere Aufbauarbeiten beobachten.
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Eigentlich grotesk, wie sich mehrere Soldaten bei starkem Wind stundenlang mühen, große Transparente mit USA- und Israel-feindlichen Parolen aufzuhängen. Basari, mit denen wir über das Ereigneis sprechen, sind sauer. Es ärgert sie, dass sie ihre Läden wegen einer Person, die sie verachten, schließen müssen. Die Äußerungen über ihren Präsidenten sind nicht druckreif...

Das können wir uns nicht entgehen lassen! Wir, das sind in dem Fall mein Vater und ich, die anderen haben Schiss. Dummerweise ist der Auftritt an unserem Abreisetag nach Shiraz. Aber die ersten Informationen besagen, es beginne um 9 Uhr. Nach kontroverser familieninterner Diskussion einigen wir uns auf eine Abfahrtszeit um 11 Uhr. Claudia, unsere Juristin, meint noch: "Um 11 fahren wir, ob ihr da seid oder nicht. Ich hole euch nicht aus dem Gefängnis!" Ein Iraner empfiehlt uns, besser in den hiesigen Zoo zu gehen, da bekäme man mehr von der Sorte Ahmadinedjads zu sehen......
 
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die Wahlkampfveranstaltung
(auch die war eher folkloristisch....)

An unserem letzten Tag in Isfahan sind wir rechtzeitig um 9 Uhr am Meydan. Die anderen kneifen. Zu Beginn sind noch nicht allzuviele Menschen hier. Ca 1/3 des Platzes vor der Imam-Moschee ist abgesperrt. Durchlasskontrolle, rechts für Männer, links für Frauen. Übrigens sind deutlich mehr Frauen als Männer hier. Eine mögliche Auflösung, warum das so war, kommt am Schluss. Die Einlasskontrollen sind etwa so wie bei einer großen Sportveranstaltung bei uns. Nach und nach kommen immer mehr Menschen und im Gewühl verlieren wir uns.

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Kein Problem, sich im abgesperrten Bereich zu bewegen. Redner, Musik, Sportgruppen – aber noch kein Ahmadinedjad. Man weiß nicht, wann er erscheinen will. Die Atmosphäre: erstaunlich locker, wie bei einem Fest und niemand stört sich an uns beiden Ausländern.

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Als mein Vater eine Sportgruppe nach deren Vorführung ablichtet, (er wird dazu in die erste Reihe gebeten) ruft ein Iraner :“Americai !“ Er antwortet: „Nachei, agha, man Almani hastam!“ Sogleich werden ihm Hände geschüttelt! Wie schon in den 70er Jahren: Als Deutscher ist man hier hoch angesehen. Spricht man dazu noch ein wenig Farsi, öffnen sich alle Herzen und Türen.

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Um 10:30 gehen wir, weil die Abfahrt für 11 Uhr vereinbart war. Der Platz ist inzwischen fast voll, immer noch kein Ahmadinedjad. Ein deutsches Ehepaar, das wir einige Tage später in Naein aufgabelten, erzählte uns, dass die Menschen zu Tausenden den Platz verlassen haben, als der Präsident seine Rede begann!
 
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Einige der bestürzenden Ereignisse nach dieser Wahl habe ich hier zusammen getagen:
http://www.stephan-jaeger.net/41581/42592.html

In den Wochen nach der Wahl wurde verständlich, warum die iranische Journalistin Katajun Amirpur schrieb, dass das iranische Regime für die eigene Bevölkerung eine weit größere Bedrohung darstelle als für jede andere Nation der Welt.
 
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Obwohl sich äußerlich als Demokratie gebärdend, ist das iranische politische System in Wirklichkeit ein geschlossenes hierarchisches Machtsystem der Religionsgelehrten mit dem obersten Revolutionsführer, Ayatollah Khamenei, an der Spitze. Entsprechend haben alle Präsidenten Irans nur die Weisungen des Staatsoberhaupts auszuführen.

==> Ayatollah:
Übersetzt: "Zeichen Gottes". Ayatollah ist ein religiöser Titel im schiitischen Islam. Keinesfalls ist es jedoch, wie oft im Westen geglaubt, ein besonders hoher Titel. Zur Zeit gibt es im Iran eine vierstellige Zahl an Ayatollahs. In der religiösen Hierarchie stehen über ihnen die Großayatollahs. Khamenei ist kein Großayatollah. Es gibt auch weibliche Ayatollahs, wenn auch nur vereinzelt.


Als 1997 Forderungen nach Veränderung laut wurden, setzten die Reformer ihre Hoffnungen auf Mohammed Khatami, Kulturminister im Kabinett des damaligen Präsidenten Rafsandjani. Khatami erhielt von Staatsoberhaupt Khamenei überraschend die Erlaubnis, für das Präsidentenamt kandidieren zu dürfen. Khamenei hoffte wohl, damit bei den Wahlen eine Illusion von tatsächlicher Konkurrenz erzeugen zu können. Entgegen allen Erwartungen, auch die der Hardliner um Khamanei, errang Khatami eine deutliche Mehrheit. Vor allem die Frauen und junge, gut ausgebildete Iraner hatten für ihn gestimmt.

Khatami forderte einen "Dialog der Kulturen", ihm gelang eine vorsichtige Öffnung der iranischen Außenpolitik, und er unternahm Schritte zu einer Normalisierung der Beziehungen mit dem Westen.

Das alles gefiel Khamenei und seinen Hardlinern natürlich nicht. Zunächst verbot die von Khamenei dominierte Justiz viele reformorientierte Zeitungen. Eine Reihe von Mordanschlägen traf Intellektuelle und Aktivisten der Reformbewegung. Im Juni 2005 unterstützten Khamanei und die Fraktion der Hardliner zusammen mit den Revolutionsgarden und den Basidj (einer fanatischen Miliz innerhalb der Revolutionsgarden, ähnlich den faschistischen Schwarzhemden) den relativ unbekannten Kandidaten Mahmud Ahmadinedjad, ehemaliges Mitglied der Revolutionsgarden und früherer Bürgermeister von Tehran.

Ahmadinedjad gewann die Präsidentschaftswahlen und legte ein populistisches Programm auf: massive Subventionen für die armen Schichten aus den Öleinnahmen des Landes machten Grundnahrungsmittel für jeden problemlos erschwinglich. Ein Fladenbrot kostete im Jahr 2009 z. B. umgerechnet 1,8 €Ct. Auch Benzin und Gas wurden massiv suventioniert. Wie schon erwähnt, kostete ein Liter Benzin 2010 ca. 8 €Ct.; Diesel und Autogas sind nochmals deutlich billiger.

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Eine Bäckerei. Noch vor Reis ist Brot das Hauptnahrungsmittel. Brot ist stark subventioniert und so wurde es uns mehrmals geschenkt - es kostet sowieso fast nichts.

Zahlreiche Intellektuelle und politische Führer des Reformlagers wurden verhaftet und verurteilt, die wenigen reformorientierten Zeitungen verboten. Auch Feministinnen, Künstler, Filmemacher und Menschenrechtsaktivisten gerieten unter Druck, viele von ihnen kamen ebenfalls in Haft.

Spätestens seitdem geht ein tiefer Riss durch die iranische Bevölkerung. Viele der ärmeren und weniger gebildeten Iraner stehen hinter Ahmadinedjad, weil er ihnen ermöglichte, dass sie jeden Tag satt werden und im oft bitterkalten Winter heizen können. Da wir auf unseren Reisen nur mit Iranern ausführlicher reden konnten, die englisch, deutsch oder französisch konnten, hatten wir in diesen Fragen nur Kontakt mit der besser gebildeten Bevölkerung. Wir haben unter zahlreichen Gesprächspartnern keinen erlebt, der auch nur ein gutes Wort für die aktuelle Politik gefunden hätte.

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Wie standen diese jungen Frauen zu Ahmadinedjad? Gehörten auch sie zu den zahlreichen Menschen, die seine Rede boykottierten, indem sie bei ihrem Beginn den Platz verließen?


Vor den Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 nahm das Reformlager einen neuen Anlauf: Gegen Ahmadinedjad schickten sie Mir Hossein Mussawi ins Rennen, der sich als Ministerpräsident während des iranisch-irakischen Kriegs einen guten Ruf erworben hatte. Mussawi griff viele der einstigen Forderungen von Mohammed Khatami auf.

Allen unabhängigen Beobachtern zufolge hat Mussawi bei dieser Wahl einen klaren Sieg errungen. Aber schon einen Tag nach der Abstimmung wurde Ahmadinedjad offiziell zum Sieger erklärt - mit einem unglaubwürdig großen Vorsprung. Und noch vor Bekanntgabe der Wahlergebnisse äußerte sich Revolutionsführer Khamenei in einem öffentlichen Auftritt: Er bezeichnete den Sieg Ahmadinedjads als eine "Gnade Gottes".

Millionen von Iranern gingen auf die Straße und riefen: "Wo ist meine Stimme?" Die Sicherheitskräfte, die Basidj-Miliz und diverse Schlägertrupps in Zivil griffen Demonstranten an. Viele wurden getötet, hunderte verletzt, und etwa viertausend Menschen kamen in Haft.
 
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Zwei Jahre nach der heftig umstrittenen Wiederwahl verliert Ahmadinedjad zunehmend den Rückhalt von Khamenei. Dabei geht es um die Weichenstellung für die Parlamentswahlen 2012 und die im Jahr darauf folgende Präsidentschaftswahl. Unter dem konservativen Establishment herrscht wachsendes Misstrauen gegenüber dem Präsidenten, der seine Macht durch krassen Populismus ausbauen möchte.

Mittelpunkt des Konflikts ist Esfandiar Maschaie, seit 25 Jahren Vertrauter Ahmadinedjads, sein Schwiegersohn und engster Berater. Ahmadinedjad scheut keinen Konflikt, um diesen Mann, in dem er wohl seinen Nachfolger sieht, an seiner Seite zu halten. Die lange schwelende Auseinandersetzung um Maschaie eskalierte, als eine Abhöraktion des Geheimdienstes in den Büroräumen von Maschaie aufgedeckt wurde. Der Präsident entließ daraufhin Geheimdienstminister Heydar Moslehi, einen Vertrauten Khameneis und ignorierte dessen Aufforderung, Moslehi wieder einzusetzen. Aus Protest gegen die Entscheidung Khameneis boykottierte er elf Tage lang die Regierungsarbeit. Sogar der Hardliner Ayatollah Yazdi, der als Mentor Ahmadinedjads gilt, scheute erstmals nicht vor Attacken gegen den Präsidenten zurück. „Sich dem Willen des Höchsten Führers zu beugen, ist eine religiöse Pflicht, die nichts mit Politik zu tun hat“, mahnte Yazdi. „Sich dem Befehl des Höchsten Führers zu widersetzen, ist gleichbedeutend mit Widerstand gegen Gott.“

Einige dem Präsidenten nahestehende Websites wurden blockiert und der Präsident gedrängt, sich von seinem umstrittenen Berater zu trennen. Erst auf massiven Druck holte er Moslehi wieder ins Ministerium. Zugleich bekräftigte er seine Treue zum Revolutionsführer. Doch kurz darauf schlug er zurück. Ohne die erforderliche Zustimmung des Parlaments abzuwarten, löste er drei wichtige Ministerien, darunter jenes für Öl und Energie auf und übernahm selbst das für den Iran lebenswichtige Ölministerium.

Ahmadinedjad und Maschaie haben öffentlich ihre Überzeugung bekundet, dass der „Verborgene Imam“ der Schiiten (der 874 verschwunden sein soll) bald wiederkehren werde, um ein Reich der Gerechtigkeit zu errichten und es sei ihre Aufgabe, dafür den Weg zu bereiten. Dies rührt am Fundament des politischen System: Seit Ayatollah Khomeini versteht sich die Führung der Islamischen Republik lediglich als Stellvertretung für den zurückkehrenden Imam. Käme er tatsächlich, würde die aktuelle religiöse Führung „überflüssig“.

Ahmadinedjad ist durch diese Konflikte empfindlich geschwächt. Doch er ist ein Kämpfer. Die Rivalitäten werden den Iran noch länger in Atem halten.
 
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