Anfängerin sucht Systemkamera

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Wölfchen

NF Mitglied
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Guten Tag die Schreiberlinge!

Schon seit längerer Zeit wünsche ich mir eine Kamera, nachdem Handy und Kompakt-Kamera nicht das Ergebnis liefern, das ich mir wünsche.
Doch auch nach langem Suchen, Forschen und "Freunde befragen", weiß ich nicht so wirklich, welche Kamera die optimale für mich wäre.

Also dachte ich mir: frag doch mal hier.

Im Prinzip habe ich mich bereits für eine Systemkamera anstatt einer Spiegelreflex entschieden; zugegeben aus reinem Bauchgefühl heraus. Wenn jetzt aber jemand sagt, diese Spiegelreflex ist genau das korrekte Ding für dich, dann ist es eben so. :hehe:

Meine max. Preisklasse liegt bei 900€ für ein Kit - ganze nach dem Motto: mehr Objektive gehen später immer noch. Weniger darf es natürlich immer gerne sein, da 900€ durchaus möglich sind, mir aber im Geldbeutel merklich wehtun werden; mehr auf keinen Fall.

Zum Thema, was denn nun vor die Linse kommt:
Viecher. Zumeist befellt, mit kalten Nasen und in der Regel nicht zahm. Die Entscheidung zur "ich brauch ne bessere Kamera" kam, als ich im Wolfsgehege gesessen habe, die Tiere mit mir gekuschelt haben und die kleine Kompakte entweder unscharfe Bilder brachte - oder weil sie zu lange brauchte die Tiere dann halb aus dem Bild waren. :nixweiss:
Ebenfalls möglich sind Gelegenheitsfotos. So nach dem Motto... "oh dieses Haus sieht gruselig aus" oder "oh welch wunderbar schöne Blume" oder "oooooh ein Mäuschen!!!!!" und ähnliches.

Objektive sind an der Stelle erst mal... ährm... zweirangig. Ja sie SIND wichtig, aber was nützt mir das beste Objektiv, wenn die Kamera dafür abstinkt? Daher möchte ich für den Anfang auch gerne ein Kit haben, wo es dann ja meistens (so habe ich zumindest erlesen) ein kleines Tele-Objektiv gibt, dass für meine Zwecke (Viecher in Naturparks/eigen Haustür) anfangs durchaus ausreichen sollte.

EDIT:

Im Auge hatte ich bisher nebenbei die 1 V2 (die mich wegen des Rauschens dezent abgeschreckt hat), die 1 J2/3 (wo ich kein Plan habe, ob sie für das Fotografieren von schnellen Objekten gut ist...) und die 1 V3 (mehr oder weniger, ich hab ordnetlich beim Preis geschluckt... mein Männe meint aber: wenn die dir wärmsten empfohlen ist, dann nimmst du die gefälligst auch!).
 
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Nein.

Aber sogar wenn es so wäre, steht doch jedem frei ihr eine DSLR zu empfehlen, wenn sie besser geeignet ist.

Doch, siehe unten.

Und dadurch ist doch für den Themenstarter eine DSRL außen vor.

Er/sie möchte Empfehlungen im anderen Bereich.
 
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Wölfchen, dürfen weiterhin auch DSLRs empfohlen werden?

Ja!

Wie ich bereits im Starterthema gesagt habe:
Der Grundgedanke Systemkamera war ein Bauchgefühl und (etwas später) weil in meinem Umkreis jeder zu mir meinte, dass ich über eine Systemkamera nachdenken solle, da diese im Prinzip qualitativ nicht ganz so weit weg sind von Spiegelreflex wie Beispielsweise Kompaktkameras.

Wenn jemand, die WIRKLICH Ahnung von dem Thema hat (in meiner direkten Umgebung finde ich nur drei Amateure, die allesamt selber Spiegelreflex haben), mir nun sagt, diese Spiegelreflex hier sollte dich zufriedener stellen als die Spiegellose dort, dann ist das vollkommen okay und wünsche ich mir auch.

Ich wünsche mir ja auch von einem guten EDV-Berater, dass er mir von einer mir erwünschten Titan abrät, wenn ich ihm erzähle, dass ich nur Solitär spiele.
Oder andersrum, wenn ich eine minikleine Grafikkarte haben möchte und dann AC Unity und ähnliches spielen will.

Was möchtest Du? Einen Allround-Tipp? Den gibt es nicht. Du hast Dich innerlich gegen eine DSRL entschieden, willst aber irgendwie von den Forenmitgliedern eine Umstimmung haben.

Was soll das?

Nein, ich möchte nur eine kleine Beratung, nachdem ich von den hier ansässigen Riesen massiv enttäuscht wurde (die griffen zielsicher nach dem teuersten Gerät vor Ort... und wenn ich fragte warum genau DIE, kam "ährm... ähm... äh...").
Und auf was ich wert lege, habe ich auf meine unerfahrene Art doch gesagt. Hätte ich sagen sollen, das meine Modells nur bedingt kooperativ sind, ich mir die Lichtverhältnisse so gut wie nie aussuchen kann und dabei hohe Geschwindigkeiten (Faultiere zählen nicht!) auch noch eine Rolle spielen? :nixweiss:

Und die Beratung kam ja nun auch an. Vorher hatte ich eine schier unübersichtliche Auswahl mit mal guten und mal schlechten Kritiken, die mir aber nicht halfen - es sei dann da bezog sich zufällig jemand auf gleiche oder ähnliche Motive wie ich sie vor der Linse haben werde.
Nun schwanke ich zwischen der D5200 (mit zwei Objektiven) oder der J4 - mit einem doch leichten Hang zur D5200.
Ich werde aber mal schauen, ob es die Kameras zufällig auch im hiesigen Riesen gibt, damit ich sie mir auch live und in Farbe ansehen kann... gerade zwecks "wie liegt sie in der Hand" und "kann ich die wirklich 4 Stunden+ durch die Wildparks schleppen?".

Ihr dürft aber natürlich immer noch weiter empfehlen. Vielleicht gibt es für mich ja wirklich noch die Eierlegende Wollmilchsau für wenig Geld. :hehe:
 
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(...)
Nun schwanke ich zwischen der D5200 (mit zwei Objektiven) oder der J4 - mit einem doch leichten Hang zur D5200. (...)

Im Halbdunkel des Waldes wird die D5200 die J4 in der Bildqualität deutlich übertreffen. Der Grund ist die unterschiedliche Sensorgröße, der 1 Zoll-Sensor der J4 misst 116 mm², der DX-Sensor der D5200 370 mm² - bei Digitalkameras gilt aber immer noch: Je mehr Licht auftrifft (aufgrund der größeren Fläche) um so weniger störendes Rauschen und um so besser die Bildqualität.
 
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Du solltest aber wissen, dass man mit einer d5200 über Live View (also über das Display) keine laufenden Wölfe fotografieren kann, das geht eigentlich nur durch den Sucher.
 
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Du solltest aber wissen, dass man mit einer d5200 über Live View (also über das Display) keine laufenden Wölfe fotografieren kann, das geht eigentlich nur durch den Sucher.

Ja, ein Sucher wäre hierzu schon wichtig, finde ich.
Aber die TO möchte ja lieber über einen Bildschirm fotografieren.

Deshalb würde ich die Nikon 1V3 empfehlen.
Mit dieser Kamera kann man sowohl den Bildschirm benutzen - es ist sogar ein Klappbildschirm - als auch einen elektronischen Sucher aufstecken, falls man schließlich doch einen Sucher vorzieht.

Ein Sucher wird auch dann erforderlich sein, wenn man sich später mal das 1Nikkor 70-300mm Super-Teleobjektiv für die V3 anschaffen sollte.

Zudem passt diese kleine Kamera in eine Handtasche und ist überallhin bequem mitzunehmen.

Gruß
Gianni
 
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Hätte ich keine Kamera und keine praktische Erfahrung, aber das theoretische Wissen, welches ich mittlerweile habe, würde ich mich vermutlich für eine alpha 6000 entscheiden.
Das wäre auch meine Empfehlung an wölfchen, schnell und einen guten APS-C Sensor.
 
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So ganz unbegründet war meine Empfehlung ja nicht ;)

Ich formuliere es mal etwas aus:
Wenn es denn eine Systemkamera sein soll und diese nicht möglichst klein und leicht sein soll, würde ich eine mit "großem" Sensor bevorzugen.
Die Vorzüge, wie z. B. besseres Rauschverhalten, dürften bekannt sein.

Einfallen tun mir da noch Sony Alpha und Samsung NX.
Die Fuji X Serie habe ich als Beispiel genannt.

D-SLR habe ich bewusst nicht ganannt.
Es war mir klar, dass hier jede menge Empfehlungen in dies Richtung D5XXX, D7XXX usw. kommen werden.

Stefan, warum gerade diese Kamera?

Seid doch bitte so lieb und begründet Eure Wahl und Empfehlung. Mit einer einfach in den Raum geschmissenen Kamera kann die Fragestellerin vermutlich nichts anfangen!

"Hömma, ich würde Dir aber jez echt krass ne Nikon De Vier raten!":D

Danke!
 
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Um die Verwirrung zu komplettieren, meine Empfehlung µFT, also die Systemkameras von Olympus/Panasonic

Begründung: Das System hat inzwischen das bei Weitem rundeste Objektivprogramm, auch vergleichsweise lange Brennweiten fürs Wolfsgehege bleiben tragbar. Gleiches gilt für die inzwischen verfügbaren lichtstarken Optiken.

Eine DSLR mit ihrem winzigen Guckloch ist für uns alte Leute immer noch das Maß der Dinge, aber auch nur weil wir so aufgewachsen sind. Für Digital Natives, die es gewohnt sind mit dem Display zu fotografieren ist so ein Sucher schlicht unnatürlich und eher eine Behinderung, denn Bereicherung.

Trotzdem würde ich auch bei einer Systemkamera zu einer mit Sucher raten, da es Hin- und Wieder Situationen (bei mir ca. 10%) gibt, wo so ein Sucher von Vorteil ist.

Mein Empfehlung daher ganz klar, die "alte" Olympus OM-D E-M5, die es gerade im Abverkauf sehr günstig gibt. Die hat alles was man braucht: Sucher, Klappdisplay, tolle Bildqualität, schnellen AF und ganz wichtig: Eingebauten Stabi, d. h. die braucht keine stabilisierten Objektive.

Sony Alpha (NEX) haben das Problem, daß das Objektivprogramm noch viel zu dünn ist. Nikon 5xxx sind bei bewegten Objekten und übers Display fotografierend komplett unbrauchbar. Der Nikon 1er Serie (außer der V3) fehlt das Klappdisplay, zudem gibt es für die keine lichtstarken Tele-Optiken und sie kommt dank des Winz-Sensors recht früh an ihre Grenzen.


Obige Aussagen beziehen sich auf ausreichend eigene Erfahrungen mit allen gennanten Systemen, zu Fuji und Samsung kann ich nichts sagen.
 
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Ich empfehle als Allround Systemkamera für den engagierten fotografischen Aufsteiger - der wohl weiss, das handys nicht das optimale sind - eine Sony Alpha 6000.

Diese liegt im angestebten Budget und erfüllt auch Anforderungen die mit wachsender Erfahrung entstehen.

Hans
 
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Das Problem bei der Alpha 6000 ist nur, daß derzeit -wenn man nicht noch teure Spezialadapter kaufen will- bei 200mm Schluß ist. Das ist für ein Wolfsgehege dann doch "etwas" arg wenig
 
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Die Entscheidung zur "ich brauch ne bessere Kamera" kam, als ich im Wolfsgehege gesessen habe, die Tiere mit mir gekuschelt haben und die kleine Kompakte entweder unscharfe Bilder brachte - oder weil sie zu lange brauchte die Tiere dann halb aus dem Bild waren. :nixweiss:

Damit hast Du Dir die Frage doch eigentlich schon selbst beantwortet ;).

Bei einer DSLR kannst Du die nötigen Einstellungen sehr schnell direkt vornehmen, der direkte Blick durch den Sucher führt zu besseren Bilderergebnissen und nicht zuletzt ist auch der Auto-Fokus in solchen Situationen schneller und auch treffsicherer.

Eine Systemkamera wie die z.B. die Nikon 1 J4 ist eine schöne Kamera zum Wandern und einfach mal zum Einpacken, aber ich würde niemals auf die Idee kommen diese mitzunehmen, wenn Junior heute wieder in der Sporthalle herum bolzt. Da taugt sie weder mit ihrer ISO-Leistung, noch dem Autofokus, dem Monitor zur Bildauswahl und auch nicht wegen der Haptik.
 
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Zu Anfang klang es tatsächlich so, als säße die TE zwischen und unter den Wölfen. In Anbetracht der Tatsache, dass sie nur am Zaun steht und längere Distanzen zu überbrücken hat, würde ich vom 18-140er auf ein 55-300/70-300er umschwenken, aber bei der D5200 bleiben.
 
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Hallo Wölfchen!


Sei nicht zu streng mit uns hier im Forum.

Du musst verstehen, wir sind hier keine neutralen Berater, sondern Fanboys, die zu dem raten, was wir selbst am besten finden. Selbst, wenn die Systemkamera XY genau die Kamera für Dich wäre, würden wir Dir zu einer Spiegelreflex raten.

Als Anfänger würde ich, fürchte ich, 80% der hier geschriebenen Dinge nicht verstehen. Daher versuche ich, mal ein wenig zu erklären:



In einer digitalen Kamera ist ein Bildsensor drin, der das Bild einfängt - also die digtale Version der Fotofilms. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je größer der Sensor, desto besser die Bildqualität (und die Freistellungsmöglichkeiten, siehe unten).
Hier gibt es ein paar gängige Größen (mit z.T. irreführenden Namen):

FX/Vollformat/Kleinbildformat: Diese Größe (36x24 Millimeter) orientiert sich am Kleinbildfilm von "damals". Professionelle Spiegelreflexkameras der Oberklasse sind mit dieser Größe ausgestattet. Viele Berufsfotografen, Reporter, Nikon-Forum-Leute etc. nutzen Kameras mit dieser Größe. Diese Kameras kosten viel (die günstigsten Modelle von Canon und Nikon liegen bei 1400€ ohne Objektiv). Die Objektive kosten i.d.R. auch nicht wenig.
Mittlerweile gibt es erste Systemkameras (Leica lassen wir mal außen vor), die auch einen Vollformatsensor nutzen.
Vollformatkameras bei Nikon sind z.B. die D700, D600, D750, D800, D3, D4, Df, ... Bei Canon die EOS 6D, EOS 5D, EOS 1D X, ... Das sind alles Spiegelreflexkameras. Sonys Alpha 7-Reihe sind Systemkameras.

DX/APS-C: Diese Größe ist nach Vollformat die nächstgrößere (ca. 23,7x15,6 Millimeter). Viele Spiegelreflexkameras nutzen diese Größe (z.B. Nikons D3000er-Reihe oder die D5000er-Reihe oder Canons kleine EOS 100D, aber auch Canons Profimodell EOS 7D Mark II), aber auch viele Systemkameras (z.B. Sony Alpha 6000, Samsung NX1, Samsung NX3000, Teile der Fuji X-Serie). Von günstigen Einstiegsmodellen bis zu teuren Profimodellen findet man hier alles.

(Four-Thirds)/Micro-Four-Thirds/MFT/µFT: Dies ist eine mittlerweile etablierte Größe (17,3x13 mm), die hauptsächlich von Olympus und Panasonic vertrieben wird. Das Spannende hier ist, dass Du an solchen Kameras MFT-Objektive mehrerer verschiedener Hersteller nutzen kannst (Der Name MFT bezieht sich also nicht bloß auf die Sensorgröße, sondern auf das ganze "Systemkamera-System").
(Normalerweise sind die Hersteller nicht untereinander kompatibel. Ein Canon APS-C-Objektiv ist nicht an einer Nikon-APS-C-Kamera nutzbar. Allerdings gibt es ein paar Objektivhersteller (wie Sigma oder Tamron), die an Nikon und Canon nutzbare Objektive herstellen; man spricht bei dem "Anschluss" zwischen Kamera und Objektiv auch von Bajonett).
Die Diagonale des MFT-Sensors entspricht genau der Hälfte der Diagonale des Vollformatsensors.
Auch hier gibt es von günstigen Einstiegsmodellen bis zu teuren Profigeräten einiges an Angebot (sowohl bei den Kameras als auch bei den Objektiven).

1-Zoll/1"/Nikon-1: Hat eine Größe von 13,2x8,8 Millimetern. Das ist die Größe des Nikon-1-Systems und wird auch in vielen Kompaktkameras verbaut.

Hier findest Du einen schönen Größenvergleich der Sensoren (einige Formate wie das Mittelformat habe ich jetzt mal weggelassen).

Grundsätzlich lässt sich sagen, je größer Sensor, desto größer das Gehäuse und die entsprechenden Objektive.
Und da in einer Spiegelreflexkamera noch Spiegel und so drin sind, sind diese im Vergleich zu einer Kamera mit gleichgroßem Sensor meistens (nicht immer) größer. Zu dem optischen Sucher lässt sich sagen, dass dieser bei Spiegelreflexkameras nicht vergleichbar ist mit dem Sucher einer Polaroidkamera. Viele Leute schwören auf optische Sucher bei Spiegelreflexkameras und wollen ihn nicht missen. Du solltest mal einen "richtigen" optischen Sucher ausprobieren.

Nochmal allgemein zur Sensorgröße: Hier werden manchmal Glaubenskriege geführt. Ein größerer Sensor macht nicht automatisch das bessere Bild. Mittlerweile spielen selbst einige Kompaktkameras in sehr hohen Ligen mit. Viele Profis nutzen mittlerweile MFT-Kameras und hier im Forum habe ich schon einige Fotos gesehen, die mit einer Nikon-1-Kamera aufgenommen worden sind, bei denen mir die Kinnlade heruntergeklappt ist. Ein Siegerfoto der World Press Photo Awards 2015 wurde mit einem iPhone aufgenommen. Wie schon hier erwähnt, nicht die Kamera macht das Foto, sondern die Person hinter der Kamera und ihr Auge fürs Motiv.



Zu den Objektiven:
Hier wird oft von der Lichtstärke gesprochen. Je lichtstärker ein Objektiv, desto besser. Normalerweise findet man auf jedem Objektiv (auch bei Kompaktkameras) zwei Werte, die Brennweite und die Lichtstärke.

Die Brennweite verändern ist das, was viele Leute meinen, wenn sie von zoomen reden. Es ist also bisschen, wie "nah dran" oder "weit weg" man ans/vom Motiv geht.
Nun ist es so, dass diese Brennweite bei unterschiedlichen Bildsensorgrößen unterschiedliche Bildausschnitte produziert - 100mm Brennweite bei FX enstspricht 200mm Brennweite bei MFT. Und 300mm bei einer Kompaktkamera sind viiiiieeeeel "näher dran" als 300mm einer FX-Kamera.
Ach herrje, ist das alles kompliziert!
Hier im Forum wurde Dir z.B. ein Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 18-105mm an einer DX-Kamera vorgeschlagen. An einer FX-Kamera würde das ungefähr einem Brennweitenbereich von 27-157mm entsprechen.
Um die Kommunikation auf der Welt zu vereinfachen, beziehen wir uns i.d.R. auf FX/Kleinbild/Vollformat. Wenn jetzt jemand hier im Forum schreibt "Ich würde Dir eine Brennweite von 300mm empfehlen" bezieht sich diese Person normalerweise auf 300m bei FX. Ein MFT-Objektiv hätte hier 150mm stehen.

Die Lichtstärke wird auch unterschiedlich angegeben (uff, ja, blöd!). Manchmal ist es nur eine Zahl, manchmal ein Bereich, aber meistens steht - zumindest auf Objektiven - ein f davor.
Die Lichtstärke kann also z.B. so aussehen:
f/1.4 oder f/5.6 oder f/3.5-6.3
Die Sache ist: Je kleiner die Zahl, desto mehr Lichtstärke hat das Objektiv. Die Lichtstärke sagt (unter anderem) aus, wie viel Licht so auf den Sensor trifft.
Beispiel: bei einer Lichtstärke von f/2 kommt doppelt so viel Licht auf den Sensor wie bei einer Lichtstärke von f/2.8 und viermal so viel Licht wie bei f/4.
Das heißt: Um bei f/2.8 die gleiche Menge Licht auf den Sensor zu bekommen wie bei f/2, musst Du doppelt so lange belichten.
Belichtung (oder auch Verschlusszeit) ist die die Zeit, wie lange das Licht so auf den Bildsensor (damals auf den Film) scheint, wie lange das Bild also "aufgezeichnet" wird. Bei einer "langen Aufzeichnung" kommt länger Licht rein, allerdings wird das Bild verwackelt (wenn Du aus der Hand fotografierst) bzw. verschwommen, weil die Wölfe sich bewegen.
Mehr Lichtstärke ermöglicht also kürzere Belichtungszeiten.

Objektive, die zoomen können, haben meistens nicht so viel Lichtstärke wie Objektive, die nicht zoomen können. Als Faustformel lässt sich also sagen, je mehr Zoom ein Objektiv hat, desto weniger Lichtstärke hat es. Deswegen laufen viele von uns nicht mit einem Superzoom mit einem Brennweitenbereich von 28-300mm herum, sondern mit mehreren Objektiven, die den gleichen Bereich abdecken, dafür aber lichtstärker sind (und auch bessere optische Qualitäten haben).
Lichtstarke Objektive sind aber auch größer, schwerer und teurer als nicht so lichtstarke Objektive.


Das Fass Freistellung möchte ich eigentlich nur ein bisschen öffnen.
Nur so viel: Mit großen Bildsensoren und lichtstarken Objektiven lässt sich gut freistellen, also das Hauptmotiv "betonen" - das geht dadurch, dass das Motiv scharf aussieht und der Hintergrund unscharf. Am besten, Du guckst einfach nach ein paar Bildern, ist dann wahrscheinlich einfacher zu verstehen.
Denn: Ein großer Sensor und ein lichtstarkes Objektiv haben Auswirkung auf die sogenannte Schärfentiefe. Eine geringe Schärfentiefe finden viele Leute irgendwie besonders toll (siehe z.B. hier - das eine Auge ist scharf, das andere schon längst nicht mehr)



Fazit:
Man kann also nie alles haben und muss irgendwo immer Kompromisse eingehen. Daher haben wir Dir auch von teurem Profimodell bis günstige Einstiegsknipse so ziemlich alles empfohlen - wir wissen (bis auf das Budget) nicht, was Dir wie wichtig ist. Deswegen können wir auch nicht so gut sagen "nimm die und die und dann ist gut".
Eine wahrscheinlich wichtige Frage wäre, wie viel Zeit und Lust Du hast, Dich mit der Fotorgrafie nach dem Kauf der Kamera zu beschäftigen und ob Du bereit bist, Folgekosten (für weitere Objektive, ...) in Kauf zu nehmen.



Zum Schluss möchte ich noch eins sagen: Schließe einen Gebrauchtkauf nicht aus, es muss nicht immer das allerneueste Modell sein. Viele Hobbyfotografen verkaufen ihr echt gutes Zeug, weil es etwas Neueres auf dem Markt gibt, dabei ist das "alte" Equipment immer noch sehr gut. Und: Viel gebrauchtes Zeug ist häufig in einem erstaunlich gutem Zustand (viele von uns nutzen ihre Zeit, um in Internetforen abzuhängen anstelle dafür, Fotos zu machen).
 
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Sehe ich auch so!IMit nur 900 Takken Budget ärgert man sich später nur. Eine schöne gebrauchte die ggf noch Af Linsen kann für 300-400€ und den Rest in gebrauchte Objektive stecken. Bringt meiner Meinung mehr als eine neue Cam mit nur einer Linse. Mag sein das eine neue Cam Vorteile hat...nur merkt die ein Anfänger gleich?
 
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Hallo Wölfchen,
von Stephan kam ein guter Tipp: die E-M5.

Andere Empfehlungen unter folgenden Voraussetzungen

  • Wölfe, Bäume dürften wohl eher weniger Licht bieten
  • Die Objekte bewegen sich nicht sehr schnell (wie auf einen zu rennende Hunde es tun)
  • gute Bildqualität für JPG-Bilder
  • max 900€ incl Standardobjektiv
Dann kämen folgende Sets in Frage:

  1. Olympus E-PL7 (ca. 400€), gebrauchtes Kitobjektiv z.B. 12-50 (ca. 150-200€) und für den Anfang ein 40-140 II (ca. 150). Die fehlende Lichtstärke kannst Du am Anfang mit der höheren ISO-Tauglilchkeit der Kamera bedingt ausgleichen.
  2. Olympus E-M10 (ca. 600€) mit einem 45mm 1.8 (ca 250€), wenn Du nahe an Deine Objekte rankommst, oder das 40-140 II
  3. Olympus E-M5 (siehe Stephan)
  4. Panasonic FZ1000 (ca 750€), recht lichtstarkes Objektiv, ordentliche Bildqualität, aber keine Wechselobjektive
Von einer Nikon 1 Kamera würde ich Dir hier abraten, da man bei wenig Licht schon Erfahrung haben sollte und in RAW arbeiten sollte.

Wenn allerdings der AF für schnelle Bewegungen geeignet sein sollte, kommt eigentlich nur die Nikon 5er Serie in Frage. Hier kannst du auch ein älteres Modell (5000, 5100) kaufen und dann ein hochwertigeres Objektiv nehmen.

Solltest Du im Umfeld Münster zu Hause sein, können wir uns auch gerne mal treffen und probieren.

P.S. Als Tele ist das Olympus 75-300 II sehr ordentlich.
 
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Die FZ 1000 würde ich auch wie die 1er, als RAW only, wenn man genau weiss was man tut einstufen. Sie ist zwar aktuell meine Immerdabei, wäre aber bei der "Wolfsagd" nicht meine erste Wahl.

Die D5xxx sind bei bewegten Objekten ausschliesslich via Sucher zu benutzen, was Wölfchen aber nicht wollte.
 
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